Deutsche Bahn verpasst eigenes Pünktlichkeitsziel

Bild Bahn fährt bald schneller nach Berlin Doch nicht geschafft: Die Deutsche Bahn wird ihr Pünktlichkeitsziel für das Jahr 2017 nicht erreichen können. Das hat das Schienenunternehmen jetzt bekannt gegeben. Geplant waren zunächst 80 Prozent pünktliche Züge.

Einige Bahnreisende machten im Herbst dieses die Erfahrung, dass die Züge doch schneller fahren können als vielleicht vermutet. Hintergrund war eine Schnellfahr-Offensive, mit welcher der Konzern versuchte, einzelne Verspätungen wieder aufzuholen oder schlicht pünktlich am Ziel anzukommen.

Das Gas geben auf der Schiene scheint sich für die Bahn jedoch nicht gelohnt zu haben. Obwohl in der Tat viele Ankunftszeiten eingehalten werden konnten, hat das Unternehmen das sich selbst gesetzte Ziel von 80 Prozent pünktlichen Zügen in diesem Jahr verfehlt. Auch in den letzten Wochen des Jahres kann dieser Prozentsatz nicht mehr erreicht werden, so Bahn-Chef Richard Lutz gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

Widrigkeiten verhindern geplantes Pünktlichkeitsziel

Ursachen dafür seien vor allem in den schweren Stürmen und gravierenden Pannen zu finden. Im Zweiten Halbjahr 2017 sei einfach zu viel passiert, als dass die anvisierte Pünktlichkeit auch erreicht werden könne. Lutz zeigte sich gegenüber der Presse deshalb selbst enttäuscht, gerade weil man den Kunden mehr versprochen hatte. Dabei liegt das langfristige Ziel sogar noch über dem, das für dieses Jahr geplant war: 85 Prozent der Züge sollen auf lange Sicht pünktlich in den Bahnhof einrollen. Fast unerreichbar scheint dieser Wert, muss das Unternehmen doch praktisch in jedem Jahr mit Ausfällen bei Unwettern rechnen. Um nicht wie zuletzt bei Sturmtief „Xavier“ wieder zahlreiche Ausfälle kommunizieren zu müssen, will man sich beim Schienenunternehmen künftig besser auf derlei Unwetter einstellen. Dazu gehört etwa auch, dass Bäume und Sträucher an den Gleisen übers Jahr besser kontrolliert werden, um bei Sturmschäden weniger Strecken sperren zu müssen. Denn nur weniges ist schlechter für das Image eines Personenbeförderungsunternehmens, als wenn es keine Personen befördern kann. Da helfen auch die zahlreichen Hotelzüge und Versorgung mit Taxigutscheinen am Bahnhof nichts. Jeder gestrandete Passagier ist einer zu viel, das weiß man auch bei der Bahn.

Bahn blickt optimistisch ins nächste Jahr

Trotz aller Herausforderungen erwarten Bahn-Chef Lutz für 2018 einen deutlichen Anstieg der Fahrgastzahlen und die aktuellen Entwicklungen könnten ihm Recht geben. Einerseits sind in den letzten Wochen einige Transportwege durch die Insolvenz von Air Berlin deutlich minimiert worden, respektive hat sich das übrige Angebot stark verteuert. Andererseits steigert die Bahn selbst etwa mit der neuen Schnellbahntrasse von Berlin nach München, die am 10. Dezember gestartet wird, ihre Attraktivität.