Ecotasa: Mallorca verdoppelt Touristensteuer

Steuer MallorcaIm Sommer 2016 wurde auf Mallorca eine Touristensteuer eingeführt. Ab 2018 soll die Steuer deutlich erhöht werden. Darauf haben sich jetzt die Parteien der linken Regierungskoalition der Balearen geeinigt.

„Ecotasa“ nennt sich die Touristensteuer, mit der die balerarische Regierung Touristen seit 2016 zusätzlich an den Geldbeutel geht. Nun wurde beschlossen, den Satz der Ecotasa ab 2018 zu verdoppelt. Insgesamt 120 Millionen Euro will man so insgesamt einnehmen. Wie hoch die Touristensteuer auf Mallorca ab nächstem Jahr ausfällt, richtet sich nach dem Komfort der Unterkunft. Neu wird zudem sein, dass künftig auch Kreuzfahrtpassagiere die Touristensteuer entrichten müssen, ohne jede Ausnahme. Bislang blieb ihnen die Abgabe bei einem Aufenthalt von unter 12 Stunden erspart.

So hoch ist die Touristensteuer auf Mallorca ab 2018

Für Urlauber, die auf Mallorca ein komfortables 5 Sterne Hotel beziehen, werden ab 2018 pro Kopf und Nacht vier statt wie bisher zwei Euro Ecotasa fällig. Für eine vierköpfige Reisegruppe bedeutet das bei einem Aufenthalt von 7 Nächten eine Touristensteuer von 112,-€ statt 56,-€. Allerdings gilt der Tagessatz von vier Euro nicht bei einfacheren Unterkünften. In einem billigen Standardhotel oder Hostel steigt die Touristensteuer von Mallorca beispielsweise von 50 Cent auf einen Euro pro Kopf und Nacht. Die Ecotasa gilt aber nicht nur für Mallorca, sondern auch für die anderen Baleareninseln Menorca, Formentera und Ibiza. Steuerpflichtig sind alle Gäste ab 17 Jahren. Kinder und Jugendliche sind ansonsten von der Ecotasa befreit. Auch fällt der Steuersatz in der Nebensaison geringer aus. Wer in der Nebensaison zwischen November und April nach Mallorca oder auf eine der anderen Inseln fliegt, zahlt nur die halbe Touristensteuer bzw. nun den alten Höchstsatz.

Kein Besucherrückgang trotz Ecotasa ermutigt Politik

Der balearische Tourismusminister Biel Barceló findet, die Ecotasa habe sich bislang gut bewährt. Die Unkenrufe, die Urlauber blieben wegen zu hoher Steuern fern, haben sich seit der Einführung der Tourismussteuer auf Mallorca 2016 nicht bewahrheitet. Eine Reaktion auf die Proteste gegen den massiven Mallorcatourismus scheint die Steuererhöhung demnach nicht zu sein. Mit den Einnahmen, die durch die Steuer gemacht werden, könne man aber nachhaltige Projekte für Mallorca und die anderen Inseln finanzieren. Die Steuer ist folglich dazu gedacht, die ökologischen Folgen des Tourismus zu Gunsten der Umwelt zu kompensieren.

Schwerer Vorwurf aus der Hotelbranche

Die Hoteliers und Reiseveranstalter haben die Pläne, ab 2018 die Touristensteuer auf den Balearen zu verdoppeln, als „schädlich“ und „übereilt“ kritisiert. Man sehe die Popularität der Inseln in Gefahr gebracht, obwohl man vom Tourismus abhängig sei. Von den bisherigen Einnahmen sei zudem bislang keine positive Folge zu erkennen, kritisiert Inmaculada Benito, Präsidentin des Hotelierverbandes FEHM auf Mallorca. Es gäbe weder im Sozialen, noch im umweltverträglichen Tourismus erkennbare Auswirkungen.