Flugchaos auf Madeira: Situation in Funchal normalisiert sich nur langsam

Wartezeiten auf MadeiraUrlauber auf Madeira mussten in den vergangenen Tagen mehr als nur Geduld beweisen. Wegen starker Winde waren am Dienstag immer noch tausende Urlauber auf der Blumeninsel gestrandet. Mehr als 22.000 Reisende waren von den Flugausfällen betroffen.

Zwischen Samstag und Montag mussten auf Madeira rund 160 Flüge annulliert werden und werden erst allmählich nachgeholt. Bei Windstärken von über 80 Kilometern herrschte am Flughafen Funchal Alarmstufe gelb. Um die Sicherheit der Passagiere zu gewährleisten, cancellten viele Airlines ihre Flüge nach Madeira.

Starke Winde behinderten Flugverkehr

Unter anderem hatte Air Berlin bekannt gegeben, Madeira voraussichtlich bis Donnerstag nicht anfliegen zu wollen. Die starken Winde machten es unmöglich, Flugreisende sicher zu transportieren, so die Argumentation der Airline. Zudem sei der Flughafen Funchal einer der gefährlichsten Flugplätze Europas. Andere Fluggesellschaften starteten und landeten jedoch auf Madeira, wie den Webseite des Flughafens Funchal zu entnehmen ist. Unter anderem hielten Iberia und Easyjet den Flugbetrieb aufrecht. Weil in den vergangenen Tagen jedoch unklar war, wie sich die Lage entwickelt, saßen viele Urlauber auf dem Airport auf gepackten Koffern, in der Hoffnung, bald starten zu können. Andere pendelten immer wieder zwischen Hotel und Flughafen, um den aktuellen Stand zu erfahren – ein teures Vergnügen, denn jede Taxifahrt in die Stadt kostet um die 45 Euro. Während einige Airlines Busverbindungen organisiert hatten, zeigten sich andere Fluggesellschaften weniger besorgt um ihre Kunden, die zum Teil auf dem Boden des Airports nächtigten.

Verärgerte Urlauber auf Madeira

Die Informationspolitik von Airlines und Airport veranlasste viele Flugkunden unterdessen zu Klagen. Man erfahre viel zu wenig und die Informationen wechselten ständig, so ein Flugreisender auf dem Weg nach Hamburg. Der Urlaubseffekt sei damit zunichte gemacht. Zudem müssten Urlauber, die wegen der Flugausfälle eine Unterkunft bräuchten, in Vorkasse gehen. Wegen der Notlage verlangten jedoch viele Hotels auf Madeira geradezu astronomische Preise. Pikant dabei: Bereits seit einer Woche sei bekannt gewesen, dass mit stürmischen Winden zu rechnen ist. Die Airlines hätten sich jedoch nicht auf die Situation eingestellt, obwohl es am „Aeroporto Internacional da Madeira Cristiano Ronaldo“, wie der Flughafen Funchal seit kurzem heißt, wegen der Küstenlage regelmäßig von heftigen Winden betroffen ist. Dass es in der Inselhauptstadt zu Flugausfällen kommt, ist deshalb keine Seltenheit. So kam es auch, dass Flüge am Sonntag auf die Nachbarinsel Porto Santo umgeleitet wurden, wo es windstiller ist. Mit Fähren wurden die Passagiere anschließend nach Madeira gebracht. Nach und nach entspannt sich die Situation dank der nachlassenden Winde. Welche Rechte und Ansprüche Flugreisende bei Ausfällen und Verspätungen haben, können Sie hier nachlesen.