Flugticket: Dieses Kürzel ist kein Druckfehler

Bild Probleme mit dem Flugticket?Kennen Sie das Phänomen am Supermarkt, sich immer an der Kasse anzustellen, an der es besonders lange dauert? Dieses Gefühl erleben auch einige Passagiere am Flughafen, die eigentlich nur schnell an Bord wollen – und sich dann einer genauen Kontrolle unterziehen müssen.

Lediglich vier Buchstaben auf dem Flugticket sind es, die Ihnen bei einer Flugreise in die USA zum Verhängnis werden können. Das Kürzel „SSSS“ steht für „Secondary Security Screening Selection“ und bedeutet nichts anderes als einen zweiten, sehr gründlichen Sicherheitscheck.

Zweite Sicherheitskontrolle auf Flugticket vermerkt

Wer „SSSS“ auf seiner Bordkarte stehen hat, sollte am Flughafen gleich etwas mehr Zeit einplanen. Passagiere mit einer solchen Kennzeichnung werden gezielt aussortiert, erneut gescannt und aufs Genaueste durchsucht. Anwendung findet das Kürzel ausschließlich auf Flügen in die USA, eingeführt von der Homeland Security, dem Ministerium für Innere Sicherheit der Vereinigten Staaten. Als Reaktion auf den Terroranschlag vom 11. September 2001 wird die Abkürzung immer wieder auf Flugtickets einzelner Personen gedruckt, um sie einer besonderen Sicherheitskontrolle unterziehen zu können. Insgesamt sollen so Terrorverdächtige besser von anderen Reisenden unterschieden und im Ernstfall vom Abflug abgehalten werden können. Mehrere Stunden kann ein solcher zweiter Sicherheitscheck andauern, wie betroffene Passagiere berichten. Doch wie kommt es dazu, dass einige Reisende den Vermerk „SSSS“ erhalten, andere wiederum unbehelligt in die USA fliegen können?

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Ganz offiziell wird das Kürzel nach einem Zufallsprinzip vergeben, inoffiziell gibt es jedoch etliche Gründe, weswegen Sie auf der schwarzen Liste landen können und unter Umständen unfreiwillig ein Dauer-Abo für die vier Buchstaben abschließen. Folgende können es sein:

● Die Flugroute führt über mehrere Stationen, darunter welche im Nahen Osten

● Der Passagier steht bereits auf einer Liste von Terror-Verdächtigten

● Bei einer vergangenen Einreise in die USA gab es bereits Probleme

● Der Passagier war auf einem anderen Flug schon auffällig

● Das Flugticket wurde von einer anderen Person gebucht und bezahlt

● Es handelt sich um ein One-Way-Ticket

● Der Flug wurde bar bezahlt oder am Abreisetag gebucht

Gegen „SSSS“ gibt es kein Patentrezept

Besonders häufig scheint „SSSS“ bei Passagieren aufgedruckt zu werden, die einen arabischen Namen haben. Aber auch Reisende aus Südkorea scheint es häufiger zu erwischen als andere. Dagegen wehren kann man sich als Einreisender in die USA jedoch kaum, denn der Staat kann wie jeder andere auch seine Sicherheitsvorkehrungen selbst bestimmen. Wer ruhig bleibt und kooperiert, maximiert seine Chancen etwas schneller aus der zweiten Sicherheitskontrolle herauszukommen. Fühlt man sich jedoch ungerecht behandelt und zeigt das beim Sicherheitscheck auch gegenüber den Beamten, qualifiziert sich fast zu 100 Prozent dafür, auch beim nächsten USA-Flug das ungeliebte Kürzel verpasst zu bekommen.