Frankfurt: Bettensteuer ist beschlossene Sache

Bild Bettensteuer in FrankfurtJetzt auch noch Frankfurt. Nachdem die Bettensteuer, auch Beherbergungssteuer oder City Tax genannt, schon in Städten wie Hamburg, Berlin, Köln, aber auch Dresden und Lüneburg eingeführt wurde, steht mit der Main-Metropole ein weiterer prominenter Name auf der Liste.

Seit Anfang Juni ist Frankfurt am Main auch offiziell Touristenort. Die vom Land Hessen ausgestellte Anerkennungsurkunde berechtigt die Stadt dazu, eine Tourismusabgabe geltend zu machen.

Ab 2018 gilt die Bettensteuer in Frankfurt

Ab 2018 soll nun auch in der größten Stadt Hessens eine Bettensteuer eingeführt werden. Demnach müssen Übernachtungsgäste 1,50 bis 2,50 Euro zahlen, zusätzlich zum regulären Zimmerpreis. Hoteliers und andere gewerbliche Vermieter müssen das Entgelt bei jeder privaten Übernachtung im Hotel- und Gastgewerbe einfordern. Voraussichtlich im ersten Quartal des nächsten Jahres, so berichtet es die FAZ, wird die Beherbergungssteuer in Frankfurt eingeführt. Jahrelang wurde in der Politik diskutiert, ob die Tourismusabgabe wirklich eingeführt werden sollte – stets begleitet von starker Kritik der durch den Hotel- und Gaststättenverband sowie die Industrie- und Handelskammer, die Einnahmeeinbußen befürchten. Nun ist es jedoch entschieden und viele Reisende, die sich aus privaten Gründen in Frankfurt einmieten, werden im nächsten Jahr zum ersten Mal zur Kasse gebeten. Das Hotelgewerbe, das die Bettensteuer in ihren Betrieben vom Gast einfordern muss fordert seinerseits von der Politik, die Einnahmen wieder in den Tourismus fließen zu lassen.

Noch gibt es jedoch keine Details zur Bettensteuer in Frankfurt. Angedacht ist zwar, die Abgabe, wie auch in anderen Städten, nach Zimmerpreis staffeln zu lassen. Doch genaues wird wohl erst in den folgenden Monaten entschieden werden. Fest steht zumindest, dass Tagestouristen nicht zahlen müssen, genauso wenig wie Geschäftsreisende. Allein aus touristischer Nachfrage entsteht in Frankfurt jährlich ein Bruttoumsatz von über vier Milliarden Euro. Durch die Beherbergungssteuer dürfte nochmal eine beträchtliche Summe in die Kassen der Stadt gespült werden.

Bettensteuer in Deutschland längst etabliert

Deutschlandweit hat sich die Bettensteuer in vielen Städten bereits etabliert, begleitet vom Zähneknirschen der Hoteliers, denen am Ende der bürokratische Aufwand bleibt. Während sich die meisten (auch größeren) Touristenorte bei ihrer Tourismusabgabe im erträglichen Rahmen von bis zu zwei Euro pro Tag bewegen, kassiert etwa Dresden bei den Gästen ordentlich ab. In der gängigsten Zimmerrate der Elbmetropole zwischen 60 und knapp 90 Euro müssen Urlauber gleich fünf Euro an Bettensteuer berappen – pro Tag. Jetzt hat eine aktuelle Auswertung ergeben, dass die Hotellerie in Dresden von allen deutschen Großstädten den niedrigsten Erlös pro verfügbarer Zimmerkapazität hat. Eine Folge der (hohen) Bettensteuer? Durchaus möglich, gerade wenn andere Städte im gleichen Bundesland, wie etwa Leipzig, keine Abgabe von ihren Gästen verlangen.