Freizeitausgleich: So wird Urlaub aus den Überstunden

Bild Freizeitausgleich nehmenNoch ein paar Tage frei nehmen, um den Rest des Sommers auszukosten? Eine gute Idee, finden in diesen Wochen viele Arbeitnehmer. Wo die Urlaubstage vielleicht schon knapp sind, findet sich bestimmt noch die ein oder andere Überstunde, die abgebummelt werden will. Doch nicht alles dürfen sich Berufstätige erlauben.

Gerade wer projektbezogen arbeitet, kennt das Phänomen der angesammelten Überstunden am Monatsende. Das Arbeitszeitgesetz sieht vor, dass Arbeitnehmer ihre Mehrarbeit durch Freizeit ausgleichen, um eine Gefährdung durch Überlastung zu verhindern. Sprich: Wer zusätzliche Arbeit leistet, soll diese auch ausgleichen können. Zwar sind verschiedene Gruppen vom Arbeitszeitgesetz ausgenommen, für einen Großteil der Berufstätigen zählt jedoch das gesetzliche Höchstmaß von acht Arbeitsstunden am Tag.

Freizeitausgleich rechtzeitig abklären

Bild Überstunden zu Urlaub machenAuch die meisten Arbeitnehmer möchten die Überstunden lieber abbummeln, als dass sie ausbezahlt werden, um damit vielleicht ein paar Urlaubstage einzusparen. Einfach so den Freizeitausgleich zu planen, wie es einem selbst passt, geht jedoch nicht. Eine Absprache mit dem Vorgesetzten ist zwingend nötig, bevor Überstunden in Urlaub umgewandelt werden. So kann der Chef durchaus den Zeitausgleich zu einem bestimmten Zeitpunkt verweigern und ihn andererseits zu einem festgelegten Termin anordnen, auch wenn der dem Arbeitnehmer nicht gelegen kommt. Ausnahmen gibt es nur, wenn diese im Arbeitsvertrag schriftlich geregelt sind. Der Freizeitausgleich hat zudem nichts mit dem gesetzlichen Urlaubsanspruch zu tun. Wer Überstunden abbummeln will, tut daher gut daran, erst dann den Urlaub zu buchen, wenn der Abbau vom Vorgesetzten abgesegnet ist.

Kein Rechtsanspruch auf Abbummeln

In manchen Branchen ist es üblich, dass Überstunden eher ausbezahlt werden. So können sich Arbeitnehmer zumindest ein zusätzliches Taschengeld für den nächsten Urlaub verdienen. Auch hier gilt jedoch: Es gilt das, was im Arbeitsvertrag steht. Bei einigen leitenden Positionen werden Überstunden zudem gleich mit dem Gehalt abgedeckt und nicht spezifisch abgegolten. Klar ist auch, dass Mehrarbeit nur dann geleistet werden darf, wenn sie angeordnet worden ist. Auf eigene Faust Überstunden zu leisten, um sie dann gegebenenfalls in einen Urlaub umzuwandeln, ist nicht zulässig. Im Zweifelsfall kann der Arbeitgeber sogar den Freizeitausgleich oder die Bezahlung verweigern, wenn der Arbeitnehmer Mehrarbeit ohne vorherige Absprache geleistet hat. Wer dann eine Entlohnung einklagen will, sollte nachweisen können, was er in den Überstunden getan hat.

Hier gibt es rechtliche Tipps zum Thema Überstunden:

Quelle: YouTube/Kanzlei Mingers & Kreuzer

Überstunden bestmöglich als Brückentage nutzen

Wohl möglich ist es aber, anfallende Stunden vor oder in Anschluss an einen Urlaub abzufeiern, so lange es mit dem Chef abgesprochen wird. Auch für Brückentage können Überstunden gut genutzt werden, um in Verbindung mit einem ohnehin freien Feiertag einen Kurzurlaub zu ermöglichen. Welche Reiseziele sich zu den Brückentagen in der zweiten Jahreshälfte anbieten, können Sie hier nachlesen.