Immaterielles Kulturerbe in Deutschland: Das sollten wir uns bewahren

Bild Kulturerbe in DeutschlandSo kurz vor Weihnachten besinnen sich viele auf alte Traditionen und Bräuche, die uns ausmachen. Doch auch außerhalb der Festtage gibt es viel, was dem sogenannten immateriellen Kulturerbes zugerechnet wird. Die Deutsche Unesco-Kommission hat nun 34 neue Kulturformen in das landeseigene Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Insgesamt 68 Einträge gibt es inzwischen für Deutschland, darunter etwa die deutsche Brotkultur – was wohl jeder bestätigen kann, der einmal in ausländischen Hotels vergeblich nach Schwarzbrot gesucht hat. Aber auch die sächsischen Knabenchöre und der Rattenfänger von Hameln sind immaterielles Kulturerbe. Doch wer sind die 34 neuen Traditionen und Bräuche, die von der Unesco als so schützenswert betrachtet werden? Ab-in-den-Urlaub.de kennt sie und stellt einigen von ihnen vor.

Kultur und Tradition – kennen Sie diese?

Märchenerzählen: Was für viele Erwachsene heute schon langweilig erscheint, bringt doch Kinderaugen immer wieder zum Leuchten. So haben Märchen in Deutschland alleine schon wegen der Gebrüder Grimm eine lange Tradition, die nun auch offizielles Kulturerbe ist.

Skat-Spielen: Ja, Sie haben richtig gelesen. Auch wer zum Skat-Spielen in die Kneipe geht, betätigt sich laut Unesco kulturell. Das können Sie ja am nächsten Freitagabend mal so Ihrer Familie verkaufen, wenn Sie sich lieber mit Freunden zum Karten spielen verabreden wollen.

Ostfriesische Teekultur: Kein Urlaub in Ostfriesland, ohne wenigstens eine Tasse klassischen Friesentees getrunken zu haben. Ob mit Klüntjes und/oder mit Schlagsahne, für das Tee trinken gibt es im Norden der Republik ganz eigene Regeln und Bräuche, die Unesco nun auch zum immateriellen Kulturerbe Deutschlands gehören.

Mundarttheater in Deutschland: Über viele Regionen können Sie in diesen Landen Theater in Mundart verfolgen. Auch wenn man nicht viel versteht, sind die Stücke, einst für das einfache Volk erdacht, doch regionales Kulturgut, das Sie sich unbedingt ansehen sollten.

Spitzenklöppeln: Klöppeln ist ein Handwerk, das nur noch wenige beherrschen und doch bei Besuchern von außerhalb für großes Erstaunen sorgt. Kunstvoll werden dabei Fäden miteinander verwoben und verknotet, bis feine Deckchen entstehen. Die Unesco-Kommission hat sich bei der Aufnahme in die Liste für immaterielles Kulturgut konkret auf das Spitzenklöppeln im Oberpfälzer Wald bezogen.

Tölzer Leonhardifahrt: Aus Liebe zur Heimat wird die Pferdewallfahrt Jahr für Jahr zu Ehren des Heiligen Leonhard von Limoges veranstaltet und zieht dabei etliche Tausend Besucher an. Wer Urlaub in Bayern macht, sollte sich deshalb den 6. November gut vormerken, wenn sich die geschmückten Wagen durch die Straßen von Bad Tölz bewegen.

Sächsische Bergparaden: Ähnlich traditionell wird es bei den Bergparaden und Bergaufzügen, die im sächsischen Erzgebirge Tradition haben. Festliche Trachten sind Pflicht, wie etwa bei der Bergparade in Annaberg-Buchholz, die immer am 4. Advent stattfindet. Mehr als 1.000 Trachtenträger marschieren und musizieren durch den Ort, bevor sie sich zum großen Abschlusskonzert an der St. Annenkirche treffen.

Hier erleben Sie das Ereignis vom Jahr 2016 mit:

Quelle: YouTube/Stadt Annaberg-Buchholz