Bald ist Jahresende: So retten Sie Ihren Resturlaub

Bild Resturlaub richtig planenSie haben noch Resturlaub aus 2017? Dann sollten Sie einige Punkte beachten, damit Ihnen dieser nicht ganz entfällt. Zur Seite steht Ihnen dabei das Bundesurlaubsgesetz.

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und Sie haben noch einige Tage Urlaub übrig? In der Tat kann das vorkommen, etwa wenn Sie mehrfach krank waren oder anderen Kollegen beim Urlaub den Vortritt gelassen haben. Auch dringende Projekte können ein Grund dafür gewesen sein, dass Sie nicht jeden der vertraglich vereinbarten Urlaubstage in 2017 eingereicht haben.

So kommt der Resturlaub mit ins nächste Jahr

Wenn noch einige Tage Urlaub ausstehen und Ihr Vorgesetzter ihnen nun damit droht, dass die freien Tage bald verfallen, hat er nicht so ganz recht. Denn laut Bundesurlaubsgesetz kann der Resturlaub mit ins nächste Jahr genommen werden, wenn es dringende Gründe davor gibt, wie solche, die weiter oben erwähnt wurden. Sprechen Sie den Vorgang am besten vorab mit dem Chef ab, so kann der schriftliche Antrag per E-Mail recht formlos gestellt werden. Die Absprache muss so dann lediglich schriftlich festgehalten, detaillierte Gründe nicht genannt werden. Aufgeschoben heißt in diesem Fall aber nicht aufgehoben: Die übertragenen Tage müssen bis zum 31. März 2018 genommen werden. Im nächsten Jahr wird das den meisten betroffenen Arbeitnehmern sehr entgegenkommen, liegt doch in der letzten Märzwoche auch der Karfreitag. Für den Osterurlaub 2018 kann der Resturlaub daher noch geschickt eingeflochten werden. Im Idealfall klären Sie beim Antrag nicht nur den Aufschub des Urlaubs an sich, sondern auch, wann im nächsten Jahr dieser konkret genommen werden soll. Wollen Sie den Urlaub ins nächste Jahr übertragen und der Chef ist dagegen, ist er jedoch im Recht, darüber sollten Sie sich im Klaren sein. In diesem Fall muss der Resturlaub noch 2017 genommen werden.

Resturlaub ist kein Patentrezept für den Langzeiturlaub

Wir fassen zusammen: Sich aus zwei Jahren ganz viel freie Zeit für einen wirklich langen Sommerurlaub aufzusparen, geht leider nicht. So sieht auch das Bundesurlaubsgesetz vor, wenn es vorschreibt, dass der Jahresurlaub grundsätzlich auch im laufenden Jahr genommen werden sollte. Damit soll sichergestellt werden, dass sich Arbeitnehmer andererseits regelmäßig und ausreichend erholen und Arbeitgeber andererseits den Urlaub ihrer Angestellten zeitnah freigeben und nicht etwa lange aufschieben. Wer eine längere Auszeit plant, sollte deshalb andere Modelle in Erwägung ziehen. So gibt es etwa die Möglichkeit, unbezahlten Urlaub zu nehmen und sich freistellen zu lassen. Einige Arbeitnehmer gelingt auch die besondere Absprache mit dem Chef zu einem Arbeitszeitmodell für einen längeren Sonderurlaub, bei dem sie entweder eine Zeit lang Überstunden (sinnvoll) ansammeln, oder sich in dieser Zeit weniger Gehalt auszahlen lassen, um es für das sogenannte Sabbatical aufzusparen. Dabei muss das Sabbatical nicht unbedingt ein Jahr dauern – vielen Arbeitnehmern reicht es schon, wenn sie eine Pause von drei oder vier Monaten nehmen können, um zu reisen. Genau wie beim Resturlaub gilt auch bei dieser Form der Auszeit: Je eher und konkreter Sie das Vorhaben mit dem Arbeitgeber absprechen, desto weniger Probleme gibt es mit der Umsetzung.