Krise: Wie geht es mit Air Berlin weiter?

Bild Krise bei Air BerlinAir Berlin scheint immer weiter in die Krise zu schlittern. Obwohl das Unternehmen immer wieder beschwichtigt, kommt die Airline aus den Negativschlagzeilen gar nicht mehr heraus. Jetzt schaltet sich sogar die Politik ein.

Die Kundenbeschwerden für Air Berlin reißen nicht ab und auch sonst hat die Fluggesellschaft jede Menge Kritiker. Immer wieder kommt es zu peinlichen Vorfällen wie der Anekdote, dass ein Passagier erst 15 Minuten vor dem Abflug darüber informiert wurde, dass seine Maschine gar nicht abheben wird. Die Crew soll angeblich noch später vom gestrichenen Flug erfahren haben.

Weniger Kunden und höhere Kosten für Air Berlin

Diese und andere Pannen führen kaum dazu, dass Passagiere neu oder wiederholt buchen, sondern treiben sie vielmehr direkt in die Flügel der Konkurrenz. Dazu kommt der wirtschaftliche Schaden für die Airline, die schon lange nicht mehr in der Gewinnzone fliegt. Denn die Flugverbindungen, die erst mit großer Verspätung oder gar nicht durchgeführt werden, ziehen in der Regel zahlreiche Entschädigungszahlen an die Kunden nach sich. Diese gehen bei Air Berlin allein in diesem Jahr schon in die Millionenhöhe – Tendenz weiter steigend. Schon jetzt sinken zudem die Beförderungszahlen immer weiter. Im Mai flogen nur 2,2 Millionen Passagiere mit Air Berlin und damit 18 Prozent weniger als im gleichen Monat ein Jahr zuvor.

Bürgschaft oder Übernahme durch Lufthansa?

Jetzt hat das Unternehmen Unterstützung beim Staat angefragt. Eine Bürgschaft der Landesregierungen von Berlin und Nordrhein-Westfalen soll die Misere der Airline zumindest abmildern. Doch ob Air Berlin wirklich auf eine Finanzspritze hoffen kann, ist noch fraglich. Die Entscheidung darüber kann sich laut einer Sprecherin des Wirtschaftsministeriums noch Wochen oder gar Monate hinziehen. Der Anfrage zu Grunde müsse ein tragfähiges Zukunftskonzept des Unternehmens liegen. Derzeit scheint die Lage des Unternehmens jedoch eher prekär zu sein. Experten aus Politik und Wirtschaft halten derweil nicht viel von der Idee, die angeschlagene Fluggesellschaft auch noch aus Bundes- und Landesmitteln zu unterstützen. Für Tarifvorstand Nicoley Baublies von der Flugbegleitergewerkschaft Ufo steht es etwa außer Frage, dass Air Berlin weiter unabhängig bleiben könne. Lufthansa habe bereits Übernahmewillen signalisiert, nun müsse offen verhandelt werden. Für die Beschäftigten und Kunden der Airline geht die Achterbahnfahrt demnach weiter, hat doch die Kranich-Airline gute Karten am Verhandlungstisch und wird mit Sicherheit darauf beharren, dass ein Großteil der Schulden durch den Gesellschafter Etihad beglichen wird. Diese liegen allerdings bei rund 1,2 Milliarden Euro. Flugprofis schätzen die Möglichkeit einer sogenannten Sanierungsfusion von Lufthansa als durchaus gut ein.