Kurtaxe am Ballermann: Mallorca beschließt umstrittene Abgabe

Foto Beschlossene Sache: die Kurtaxe auf MallorcaSonne, Strand und Ballermann: Jedes Jahr verbringen unzählige Deutsche ihre Ferienzeit auf Mallorca. Doch wer in diesem Sommer auf die Baleareninsel fährt, erlebt eine unliebsame Überraschung. Denn Touristen müssen dann eine Übernachtungssteuer zahlen. Lesen Sie hier, was dahinter steckt.

Urlauber auf Mallorca und ihren Schwesterinseln Menorca, Ibiza und Formentera müssen ab 1. Juli eine zusätzliche Abgabe in Höhe von 0,25 bis 2,00 Euro pro Nacht und pro Person entrichten. Das hat das Regionalparlament der Balearen in Palma de Mallorca vor wenigen Tagen beschlossen. Der Betrag wird direkt bei der Ankunft an der Hotelrezeption kassiert oder bei der Abreise und danach von den Hoteliers an das Finanzamt übermittelt.

Bis zu 80 Millionen Euro für die Umwelt

Wie hoch die Taxe ausfällt, hängt von der Art der jeweiligen Unterkunft ab. In der Nebensaison, das heißt von Anfang November bis Ende April, verringert sich die Summe auf die Hälfte. Von der Zahlung ausgenommen sind Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren. Die Regionalregierung erhofft sich von diesem Schritt außerordentliche Einkünfte in einer Größenordnung von jährlich 50 bis 80 Millionen Euro. Damit will sie den nachhaltigen Tourismus auf den spanischen Mittelmeerinseln voranbringen. Erhaltung der Umwelt und Verbesserung des touristischen Angebots und der Infrastruktur sind die entscheidenden Eckpunkte.

Erste Touri-Steuer scheiterte

Interessant ist, dass die Maßnahme eine Vorgeschichte hat: Schon einmal gab es eine Übernachtungssteuer auf Mallorca; sie existierte von Mai 2002 bis Oktober 2003. Allerdings wurde die sogenannte „ecotasa“ (Ökosteuer), wie die Abgabe genannt worden war, aufgrund der massiven Kritik einflussreicher Tourismusmanager nach einem politischen Machtwechsel wieder abgeschafft. Die Reisebranche sah die Gebühr als ursächlich dafür an, dass damals viele Deutsche nicht mehr nach Mallorca in den Urlaub flogen.

Zweite Touri-Steuer in der Kritik

Umstritten ist auch die neue Öko-Erhebung, wobei sich die großen Hotelketten dieses Mal nicht zu einem Sturmlauf hinreißen lassen. Vielmehr halten sie sich weitgehend aus der Debatte heraus. Beanstandungen gegen den amtlichen Beschluss sind jetzt vor allem von Seiten der Umweltschützer zu vernehmen. Diese beklagen dessen unzureichende Ausformung. Sie hätten es gerne gesehen, wenn mit dem Vorhaben auch eine Beschränkung der Touristenzahl und eine Reduktion des Hotelangebots verbunden gewesen wären. Denn nur dadurch könne die empfindliche Umwelt auf der Insel effektiv geschützt werden.

Wie schön tatsächlich ein Urlaub auf Mallorca sein kann – auch im Hinblick auf natürlichen Gegebenheiten des Eilandes –, zeigt das folgende Video:

Quelle: YouTube/REISEKINO – Urlaub TV