Lufthansa: Air Berlin Tickets werden nicht akzeptiert

Bild Nahtlos von Air Berlin zu Lufthansa?Ganz so kulant ist man dann doch nicht bei Lufthansa: Forderungen aus der Politik, auch Tickets der insolventen Air Berlin zu akzeptieren, will die Kranich-Airline wohl nicht nachkommen. Die Kapazitäten seien schlicht nicht da, so das Unternehmen.

Das Thema „Air Berlin und Lufthansa“ ist längst keines mehr, das ausschließlich zwischen den beiden Fluggesellschaften verhandelt wird. Spätestens seit der Bund im Sommer mit einem Überbrückungskredit von 150 Millionen Euro die Grundlage dafür geschaffen hat, dass es nicht zum sogenannten „Grounding“ kommt, hat auch die Regierung ein (zumindest gefühltes) Mitspracherecht.

Mit Air Berlin Tickets Lufthansa fliegen?

Nicht zuletzt sind es aber die Hunderttausende von betroffenen Kunden und die 8.000 Mitarbeiter von Air Berlin, die von der Insolvenz direkt oder indirekt betroffen sind. Zwar ist eine Teilübernahme durch Lufthansa seit kurzem bestätigt, was das etwa konkret für Passagiere heißt, deren gebuchter Flug noch aussteht, ist an vielen Stellen jedoch noch nicht klar. Aus der Politik waren zuletzt vermehrt Stimmen laut geworden, wonach Lufthansa doch die Tickets von Kunden akzeptieren sollte, die bei Air Berlin gebucht hatten. Wie ein Unternehmenssprecher von Deutschlands Nummer eins im Flugbereich mitteilte, seien Lufthansa und ihre Tochter Eurowing derzeit aber „so gut gebucht wie nie zuvor“. Für weitere Passagiere als jene, die bereits mit den beiden Airlines fliegen würden, sei schlicht kein Platz. Wenn man einstige Air—Berlin-Kunden mitnehmen wolle, müsse man die eigenen stehen lassen, so die Argumentation. Und das können nun auch nicht im Sinne des Verbraucherschutzes sein, so die Fluggesellschaft in Reaktion auf die Forderungen von Verbraucherschützern und nicht zuletzt Bundesjustizminister Heiko Maas, Lufthansa solle sich nach der Übernahme kulant gegenüber Reisenden zeigen, die bereits Tickets von Air Berlin gekauft hätten.

Kleines Trostpflaster von Lufthansa

So ganz ohne Entgegenkommen sollen die nächsten Wochen jedoch nicht ablaufen. Wer mit Air Berlin noch in den Urlaub reist, jedoch nicht mehr zurückfliegen kann, hat die Möglichkeit, einen entsprechenden Rückflug bei Lufthansa, der Tochter Eurowings, Swissm Austrian oder Brussels zu buchen – wenn es Kapazitäten gibt. Nach Vorlage beider Tickets gäbe es dann die Hälfte des Bruttopreises zurück, so das Unternehmen. Dieses Angebot gilt jedoch nur für die Zeit vom 28. Oktober (wenn Air Berlin den Flugbetrieb offiziell nicht mehr aus eigener Kraft stemmen kann) bis zum 15. November 2017.

Frustriert und sorgenvoll äußern sich auch viele Mitarbeiter von Air Berlin, die weiterhin um ihre Jobs bangen. Aktuell macht etwa im Netz ein Video die Runde, das den nachdenklichen Hit „Dear Mr. President“ von Sängerin P!nk passend auf die aktuelle Situation bei der insolventen Airline ummünzt. Der Titel: „Dear Mr. CEO“.


Quelle: YouTube/AB Staff