Lufthansa plant 1.000 zusätzliche Flüge ab Januar

Bild Mehr Flüge bei LufthansaLufthansa erbarmt sich wohl doch und stockt sein Kontingent an Inlandsflügen auf. Damit soll die Lücke geschlossen werden, die durch die Insolvenz von Air Berlin entstanden ist. Die Kranich-Airline baut damit ihr Geschäft deutlich aus.

Ab Januar will Lufthansa gleich 1.000 Flüge innerhalb Deutschlands zusätzlich einführen. Das hat der Vorstandsvorsitzende Carsten Spohr angekündigt. Gleichzeitig versprach der Lufthansa-Chef, dass mit der Erweiterung des Angebots auch die Preise wieder stabiler werden.

Große Zukunftspläne bei Lufthansa

Seit dem Grounding von Air Berlin Ende Oktober war es deutschlandweit zu Engpässen gekommen. Wegen der starken Nachfrage steigen auf manchen Routen die Preise für Flugtickets. Einen beträchtlichen Teil der ehemaligen Air-Berlin-Flotte (81 Maschinen) will Lufthansa übernehmen, auch 3.000 Mitarbeiter des früheren Konkurrenten sollen das Lager wechseln und für Eurowings fliegen, einer Tochter der Kranich-Airline. Zudem schließt Lufthansa-Spohr weitere Übernahmen nicht aus, um das Geschäft auch europaweit auszubauen. Der Finanzvorstand des Unternehmens, Ulrik Svensson, spricht derweil gegenüber der „Börsen-Zeitung“ von einer Liquidität in Höhe von mehr als sechs Milliarden Euro, abzüglich der Summe für den Air-Berlin-Deal und Rücklagen für die Pensionskasse der Flugbegleiter, die insgesamt 3,1 Milliarden Euro betragen. Genügend Kapital scheint demnach da zu sein, um auch über die deutschen Grenzen hinaus nach weiteren Investitionsmöglichkeiten zu suchen.

Lufthansa integriert Air-Berlin-Teile in Eurowings

Entgegen kommt der Lufthansa zumindest, dass sie den übernommenen Teil von Air Berlin in die wesentlich kostengünstigeren Strukturen von Tochter Eurowings integrieren will. Sehr zum Ärger der ehemaligen Mitarbeiter, die sich zu großen Teilen neu bewerben müssen und nicht etwa zu gleichen Konditionen übernommen werden, wie es etwa bei einem Betriebsübergang üblich wäre. Ganz abgesegnet ist der Deal zwischen Lufthansa und Air Berlin vor allem aus kartellrechtlicher Sicht ohnehin noch nicht. Für Flugkunden, die auf innerdeutsche Verbindungen angewiesen sind, bahnt sich ab Januar mit den zusätzlichen Routen zumindest etwas Erleichterung an, auch preislich gesehen. Um das Pensum an Mehrflügen zu stemmen, bräuchte Lufthansa dann aber theoretisch auch den Anteil von Air Berlin, der kartellrechtlich bisher noch nicht offiziell geklärt. Dass Kunden des insolventen Unternehmens ihre bereits bezahlten Flugscheine auch bei Lufthansa einlösen können, ist jedoch unwahrscheinlich. Erst im Oktober hatte die Kranich-Airline eine solche Forderung aus Politik und Verbraucherschutz abgelehnt. Die Begründung, man habe dafür nicht genügend Kapazitäten, zieht zwar in der Theorie ab Januar nicht mehr. Dass man bei Lufthansa aber faktisch Flugtickets verschenkt, ist dennoch undenkbar. Wer noch ein Air Berlin Ticket für das neue Jahr besitzt, das keine Gültigkeit mehr hat, sollte sich dennoch direkt an den Service von Lufthansa wenden. Im Einzelfall können so unter Umständen günstige Konditionen für eine Neubuchung ausgehandelt werden.