Neue Daten zur Flugsicherheit: Das Fliegen wird immer sicherer

Foto Die Flugsicherheit hat sich 2015 weiter erhöhtDas vergangene Reisejahr wurde von zwei schweren Flugzeugunglücken überschattet. Dennoch kommen Unfallforscher zu dem Schluss, dass 2015 nicht nur ein relativ sicheres Flugjahr, sondern eines der sichersten der letzten Jahrzehnte war. Ab-in-den-Urlaub.de Extra erklärt, welche Maßnahmen die Airlines für noch mehr Sicherheit beim Fliegen ergreifen.

Steigende Passagierzahlen, sinkende Unfallraten

Sowohl das niederländische Aviation Safety Network (ASN) als auch das Jacdec (Jet Airliner Crash Data Evaluation Centre) aus Hamburg kommen zu dem Schluss, dass das Flugjahr 2015 eines der sichersten der vergangenen Jahrzehnte war. Das ASN zählte im vergangenen Jahr 560 Menschen, die bei Flugunfällen ums Leben kamen. Jacdec kommt wegen einer anderen Zählweise auf 521 Opfer. Zwar gab es 2015 mit dem Absturz der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen und dem Absturz einer russischen Passagiermaschine auf der Sinai-Halbinsel zwei besonders folgenschwere und erschütternde Unglücke. Insgesamt jedoch hat sich die Sicherheit im Flugverkehr laut Flugexperten deutlich erhöht. Wie Matthias von Randow vom Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft gegenüber der Nachrichtenagentur dpa erklärte, steigt die Zahl der Fluggäste immer weiter an, die Zahl der Verunglückten geht dagegen kontinuierlich zurück.

3,5 Milliarden Menschen über den Wolken

Die Weltluftfahrt boomt, im letzten Jahr betreuten die Airlines 3,5 Milliarden Passagiere. Derzeit investieren viele Airlines in leistungsstärkere Flugzeuge, immer mehr betagte Maschinen werden aussortiert. Air France beispielsweise mustert derzeit seine Langstrecken-Oldtimer, die Jumbos von Boeing, aus, die seit immerhin 45 Jahren eingesetzt wurden. Die Modernisierung hat für Passagiere einen großen Vorteil: Die neuen Flugzeuge machen das Fliegen sicherer. Jan-Arwed-Richter, Mitbegründer des Jacdec, verdeutlichte dies in einer Analyse für das Branchenmagazin Aero International. So würden moderne Flugzeuge nicht mehr nur dem Piloten assistieren, sondern immer mehr in die Kontrolle des Flugs eingreifen. Laut Richter treffen sie Entscheidungen eigenständig und bestimmen darüber hinaus, was ein Pilot erfährt und was nicht. Dadurch sinkt das Risiko für folgenschwere Fehlentscheidungen des Flugführers, wie es sie in der Vergangenheit bei schweren Flugunglücken gab.

Maßnahmen für noch mehr Sicherheit

Die Flugzeugunglücke auf dem Sinai und in den Alpen haben gezeigt, dass modernere Jets allein Abstürze nicht verhindern können. Um das Risiko für solche von Menschen verschuldete Abstürze weiter zu verringern, setzen Airlines und Staaten vermehrt auf Sicherheit. In den letzten Jahren wurden beispielsweise die Gepäckbestimmungen drastisch ausgeweitet und die Kontrollen der Koffer und Reisetaschen verschärft. Nach dem Absturz des Germanwings-Fluges 9525 wurde zudem bei allen deutschen und vielen anderen Airlines die Regel eingeführt, dass sich immer zwei Personen im Cockpit aufhalten müssen. Sollte die Flugsicherheit in einem Reiseland gefährdet sein, setzen immer mehr Airlines die Flüge dorthin aus oder ändern Flugrouten, um ihre Passagiere zu schützen und die Sicherheit im Flugverkehr weiter zu erhöhen.