Piloten bleiben Zuhause: Flugausfälle bei Air Berlin

Air Berlin A330-200Bei der insolventen Air Berlin fallen am heutigen Dienstag mehrere Flüge aus. Der Airline bleibt derzeit keine andere Wahl, weil Crew und Piloten heute Morgen nicht zur Arbeit kamen. Dies ist wahrscheinlich eine Reaktion auf die gestrigen Übernahmeverhandlungen.
Wieder einmal haben die Passagiere das Nachsehen: Wer Air Berlin trotz der Insolvenz und eingefrorener Bonusmeilen bisher die Treue gehalten hat, wird heute dennoch bestraft. Am Montag hat Air Berlin Verhandlungen zur Übernahme von mehr als 1.200 Piloten abgebrochen, die nun um ihre Existenz besorgt sind. Vermutlich als Trotzreaktion blieben viele von ihnen heute Zuhause und erschienen nicht auf Arbeit. Auch das Kabinenpersonal fehlt. Wann die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wieder bei Air Berlin erscheinen, ist derzeit noch ungewiss. Es ist ein plötzlicher Streik, der zu mehreren Flugausfällen führt.

Air Berlin berichtet von Krankmeldungen

Die offizielle Erklärung des Unternehmens Air Berlin lautet allerdings etwas anders, als hier im Text beschrieben. Es heißt Air Berlin verzeichne heute „eine ungewöhnlich hohe Zahl von Krankmeldungen ihrer Piloten und muss deshalb Flüge streichen.“ Über die Hintergründe der vermeintlichen Krankenwelle wird nichts gesagt, jedoch bedauert Air Berlin die Unannehmlichkeiten, die den Passagieren nun entstehen. Am heutigen Dienstag fallen etwa 100 Flüge aus, was vor allem an den Flughäfen in Berlin (ca. 20 Flüge), Düsseldorf (ca. 20 Flüge) Hamburg, Köln (ca. 7 Flüge) und Stuttgart für eine Menge langer Gesichter sorgt. Mehrere tausend Passagiere kommen nicht in den verdienten Urlaub oder zu ihrem Geschäftstermin. Ob der eigene Flug von den Flugausfällen bei Air Berlin betroffen ist, können Passagiere online auf dieser Seite überprüfen.

Anspruch auf Schadensersatz gegen Air Berlin?

Wie können Passagiere auf die Situation reagieren? Air Berlin selbst beteuert, jedem die „bestmögliche Reisealternative“ bieten zu wollen. Um diese zu beschaffen, wendet man sich bitte an die Service-Hotline (20 Cent/Anruf aus dem dt. Festnetz), die 24 Stunden am Tag erreichbar ist (DE +49 (0) 180 6 334 334). Das Callcenter dürfte allerdings restlos überlastet sein, sodass auch hier Geduld gefragt ist.

Ein Anspruch auf Schadensersatz gegen Air Berlin besteht allerdings nicht, da Air Berlin keinen Einfluss auf die außerordentlich häufigen „Krankmeldungen“ des Personals hat. Klarer läge der Fall, wäre die offizielle Erklärung für die Flugausfälle ein Streik. Doch zumindest wem Mehrkosten entstehen, der kann diese in einem Beschwerde-Formular angeben und geltend machen. Entschädigungszahlungen dürften hingegen langen Atem brauchen und da Air Berlin insolvent ist, gibt es für Gläubiger aller Art ohnehin lange Wartezeiten. Kurzum: Für die Kunden von Air Berlin ist heute ein schwarzer Tag.