Reisenews 36: Reformationstag, Radfahrer und Reisepässe

Bild Reisenews mit ReformationstagEine weitere Reisewoche geht zu Ende und in der Tat konnten viele Deutsche heuer gleich zwei Feiertage nutzen, um Herbsturlaub zu machen. So manchen hat Sturm Herwart jedoch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die aktuellen Reisenews der Woche.

Neues aus aller Welt

Sturm Herwart legt Bahnverkehr lahm

Wer am vergangenen Sonntag in Deutschland aus der Haustür trat, bewies wahrlich Mut. Oder auch Übermut, wenn man Wetterexperten und Einsatzkräften glaubt. Sturm Herwart fegte am 29. Oktober über Nord- und Ostdeutschland hinweg und richtete dort teils große Schäden an. Zahlreiche Bahnstrecken mussten gesperrt werden, an der Küste von Nordsee und Ostsee verursachte das Sturmtief gar eine Sturmflut, an manchen Stränden brachen ganze Sandabschnitte ab. Am stärksten waren wohl Reisende mit der Deutschen Bahn betroffen, deren Verbindungen eingestellt werden mussten. Sie harrten teils in gestellten Hotelzügen aus, bis am Montagnachmittag auch die letzten Streckenabschnitte wieder freigegeben wurden. Bahnkunden, deren Zug infolge des Sturms ausgefallen ist, bekommen den Ticketpreis vollständig erstattet. Das gilt auch für Fahrkarten mit Sparpreis.

Reformationstag vs. Halloween

Während die einen am 31. Oktober in Wittenberg das 500-jährige Reformationsjubiläum feierten, ließen es die anderen in Sachen Halloween richtig krachen. Mit Familie und Freunden boten sich in Deutschland zahlreiche Ausflugsziele für einen schaurig-schönen Tag an, gerade die deutschen Freizeitparks hatten ihr Angebot entsprechend erweitert. Auf der anderen Seite des Atlantiks ließen es dagegen die Promis in den USA halloween-technisch so richtig krachen. Als einzig wahre Königin der Halloween-Party verwandelte sich Heidi Klum dieses Jahr in einen Werwolf mit Michael Jackson-Anleihen. Andere wiederum verkleideten sich gleich mit der ganzen Familie thematisch passend, so etwa Schauspielerin Katherine Heigl mitsamt Ehemann und drei Kindern als russische Matroschka-Puppen.

Insolvenzverfahren offiziell eröffnet

Am 1. November wurde schließlich das erwartete und selbst verwaltete Insolvenzverfahren gegen Air Berlin eröffnet. Weil die Rahmenbedingungen für die Teilverkäufe an Lufthansa und Easyjet offiziell noch längst nicht geklärt sind, bangen die Gläubiger weiter um ihr Geld. Wie Sachverwalter Lucas Flöther mitteilte, reichen die bisherigen Mittel wohl nicht einmal aus, um die sogenannten Masseverbindlichkeiten zu bedienen. Darunter würde auch der Übergangskredit der Bundesregierung in Höhe von 150 Millionen Euro fallen, der im Sommer die Grundlage für einen laufenden Flugbetrieb gegeben hatte. So rechnen Experten zwar mit einem möglichen Verkaufserlös von 250 Millionen Euro, doch noch ist keine der geplanten Teilübernahmen wirklich in trockenen Tüchern. Gläubiger haben bis zum 1. Februar 2018 Zeit, um ihre Forderungen in die Insolvenztabelle von Air Berlin einzutragen. Für die Mitarbeiter von Air Berlin ist es jetzt wohl die schwerste Zeit, wie auch dieses Video belegt:

Wissenswertes für Urlauber

Nie wieder betrunken Rad fahren?

Wer in den kommenden Monaten nach Amsterdam reisen will, sollte sich darauf gefasst machen, dass es eine besondere Attraktion bald nicht mehr geben wird: die sogenannten Bierbikes. Für alle Nicht-Trinker: Bierbikes sind Fahrräder für bis zu zwölf Personen mit eingebauter Zapfanlage, die gerade in europäische Großstädten als beliebte Fortbewegungsmittel gelten. Doch nicht für alle sind die Thekenfahrräder ein großer Spaß: Verkehrsbehinderungen, unsoziales Verhalten, ein allgemein „schreckliches Phänomen“ so lesen sich die Meinungen von Einwohnern und Städtereisenden, die Amsterdam eher ohne Dauerpegel erleben wollen. Und auch die Stadt selbst richtet sich zunehmend gegen ihr Image als Reiseziel für ein Party-Wochenende. Die Bierbikes zumindest, sind seit 1. November im Zentrum von Amsterdam verboten. Zudem setzt die Stadtverwaltung auf weitere Maßnahmen, die verhindern sollen, dass die Innenstadt irgendwann nur noch auf Touristen ausgerichtet ist. Dazu gehört auch die Beschränkung von Neueröffnungen und die Zahl der geplanten Veranstaltungen im Zentrum.

Dieser Reisepass übertrumpft unseren deutschen Alleskönner

Der deutsche Reisepass, besonders der neue im Chipkartenformat, galt lange als wegweisend in Funktionalität, aber auch in Reisefreiheit. Mit ihm konnte man in so viele Länder ohne Visum einreisen, wie mit sonst keinem anderen Reisedokument der Welt. Eine aktuelle Erhebung namens „Passportindex 2017“ zeigt jedoch: Wer als Singapurer einen Reisepass besitzt, hat die Nase vorn. In insgesamt 159 Länder können diese Menschen einreisen, ohne zuvor ein Visum beantragen zu müssen. Doch keine Sorge, Bürger mit deutschem Reisepass sind nicht viel schlechter dran, kommen sie doch auch ohne Visum in immerhin noch 158 Länder. Drittplatzierte Reisepässe im Ranking sind die aus Südkorea und Schweden.