Silvester: Hier sind Böller und Raketen nicht erlaubt

Bild Silvester mit und ohne FeuerwerkSilvesterreisen liegen auch 2017 voll im Trend. Wer will, findet auch in diesem Jahr viele Reiseziele für den Jahreswechsel. Doch wer Silvester zünftig begehen will, sollte auf die jeweiligen Regularien achten.

Nicht in jeder Stadt und in jedem Land sind Raketen und Böller zum Selberzünden erlaubt. Gerade im Ausland gibt es teils strenge Auflagen, was erlaubt ist. Da bleibt es für die meisten beim Tischfeuerwerk.

Feuerwerk ist nicht gleich Feuerwerk

Wer wissen will, was er zu Silvester im Ausland zünden darf, sollte sich zunächst mit den verschiedenen Kategorien von Feuerwerkskörpern vertraut machen. Eingeteilt werden sie von F1 bis F4, wobei ersteres das bereits genannte Tischfeuerwerk und etwa Wunderkerzen umfasst. Solcherlei Feuerwerk gilt unter Experten als harmlos und darf über das ganze Jahr verkauft werden, mindestens zwölf Jahre muss man jedoch sein, um es erwerben zu können. F2 umfasst die zum Jahreswechsel wohl am häufigsten gekauften Knallkörper und Raketen, die ausschließlich im Freien angezündet werden dürfen. Das Mindestalter für den Kauf liegt in Deutschland bei 18 Jahren. Die Kategorien F3 und F4 umfassen schließlich wesentlich stärkere und damit auch gefährlichere Feuerwerkskörper, die von Privatpersonen nicht ohne Weiteres erworben werden dürfen. Für sie braucht man hierzulande einen sogenannten Befähigungsschein, über den beispielsweise professionelle Feuerwerksanbieter und Pyrotechniker verfügen.

Jedes Land hat eigene Regularien

Beim Urlaub im Ausland wird es in Sachen Böller und Raketen schon schwieriger, denn gerade in den Kategorien F2 und F3 hat jedes europäische Land andere Restriktionen. Weil jeder Staat nach Richtlinie 2013/29/EU schlicht selbst darüber entscheiden kann, welche Feuerwerksartikel erlaubt oder verboten sind, kann es durchaus sein, dass so mancher Hobby-Pyromane an Silvester sprichwörtlich in die Röhre schaut. Doch es ist nicht nur die EU-Richtlinie, die Silvesterreisenden einen Strich durch die Rechnung machen kann. Auch die kulturellen Gepflogenheiten im Urlaubsland geben vor, wie intensiv zum Jahreswechsel geböllert und geknallt wird. Die Silvesterbräuche in Griechenland und Frankreich sehen es schlicht nicht vor, das neue Jahr mit China-Böllern und Raketen aus privater Hand zu begrüßen. Dementsprechend klein ist das Angebot an Feuerwerkskörpern für Privatpersonen.

Silvester sicher und gefahrenfrei feiern

Nicht zu unterschätzen ist auch der Sicherheitsaspekt. Gerade wo sich zu Silvester viele Leute sammeln, gilt meist ein Verbot für privat mitgebrachte Feuerwerkskörper. Allzu oft ist es in den vergangenen Jahren schon zu Unfällen gekommen – teils mit verheerenden Folgen für einzelne Personen. In einigen europäischen Metropolen wie Paris ist das private Abbrennen von Feuerwerkskörpern verboten. In anderen, wie etwa in Berlin, darf immerhin bei den großen Veranstaltungen wie hier am Brandenburger Tor nicht geböllert werden. In Barcelona hingegen verzichtet man traditionell ganz auf ein Feuerwerk in der Stadt und isst lieber zu jedem Glockenschlag bis Mitternacht eine Weintraube, denn auch das soll Glück bringen. Noch einen Schritt weiter geht man in den Niederlanden, wo private Feuerwerke jetzt in gleich 56 Städten und Gemeinden gänzlich verboten sind. Zu viele Menschen hatten sich in den vergangenen Jahren über die ungezügelte Böllerei am Silvesterabend beschwert.

Liebhaber von Raketen und Böllern müssen jedoch ihre Silvesterreise nicht gleich absagen. In den meisten europäischen Städten mit feuerwerksfreien Zonen gibt es offizielle Feuerwerke, an dem sich Besucher erfreuen können. Diese Attraktionen sind dabei nicht nur ungefährlich, sondern kosten Beobachter auch keinen einzigen Cent – sehr empfehlenswert!


Quelle: YouTube/ Matthias Lindemann