Unbemerkt ausgeraubt: So schützt man das Smartphone im Urlaub

Smartphone im UrlaubZur Urlaubszeit haben Cyberkriminelle Hochkonjunktur. Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), verrät, mit welchen Kniffen man sich im Urlaub vor Cyberkriminalität schützen kann. Tipps, die jeder Urlauber beherzigen sollte.

Im Urlaub die digitale Identität schützen

Jeder achtet im Urlaub darauf, Bargeld versteckt zu tragen, den Reisepass oder Personalausweis nicht offen rumliegen zu lassen und nicht jedem Dahergelaufenen die Nummer des Hotelzimmers zu verraten. Was in der realen Welt funktioniert, sollten Urlauber aber auch in virtuellen Welten berücksichtigen. Cyberkriminelle sind in der Urlaubszeit darauf aus, digitale Identitäten zu stehlen und sich dann auf Kosten ihrer Opfer zu bereichern. Die Täter können mit der über das Smartphone gestohlenen Identität online einkaufen, Geld transferieren oder persönliche Daten einsehen.

So schützt man das Smartphone im Urlaub

Das entscheidende Gerät, welches zwischen Urlauber und den Cyberkriminellen steht, ist das Smartphone. Mit drei einfachen Regeln kann man dafür sorgen, dass das Smartphone sicher ist und man im Urlaub nicht befürchten muss, unbemerkt ausgeraubt zu werden. Denn daran das Smartphone mit in den Urlaub zu nehmen, führt kein Weg vorbei. Es ist ein sinnvoller Helfer zur Orientierung und kann Routen planen oder sogar per App Souvenirs checken.

Erstens: Einen Schritt voraus ist der Urlauber, der vor der Abreise eine Sicherungskopie von allen Daten auf dem Smartphone macht. Das nimmt zwar einen Moment Zeit und Mühe in Anspruch, sorgt aber für den Ernstfall vor. Selbst wenn das Handy nicht gehackt wird, sondern tatsächlich als Wertsache gestohlen wird; sind zumindest die Daten wie persönliche Fotos und Textnachrichten gesichert.

Zweitens: Internetzugang ist für Urlauber heute so bedeutend, wie direkte Lage am Meer. Dennoch sollte man sich nicht blind in jeden W-Lan Hotspot einwählen, der zur Verfügung steht. Einige offene Netze werden von Cyberkriminellen eingerichtet, um darin nach Daten und Passwörtern der User zu frischen. Darum sollte man nur sichere, passwortgeschützte W-Lan Hotspots nutzen, deren Anbieter nahbar ist. Bietet ein Hotel drahtloses Internet an, für welches man sich registrieren oder einloggen muss, kann dieses beispielsweise als sicher und offiziell gelten.

Drittens: Als dritte Regel noch ein allgemeiner Leitsatz, der unscheinbar wirkt, aber große Wirkung hat. Bitte mitschreiben: „Erst denken, dann klicken.“ Öffnet sich beispielsweise ein Pop-up-Fenster, in welchem eine singende Kuh freundlich um den PIN bittet, damit man ein Auto gewinnen kann, ist das vermutlich Fake. Und so albern das Beispiel klingen mag, den vernünftigsten Leuten sind schon die schrägsten Sachen passiert.

So surft man im Urlaub am Internet-Terminal

Auch für die Internetnutzung in den Computerpools, wie sie viele Hotels anbieten, gibt es sinnvolle Verhaltensregeln, um sich im Urlaub vor Cyberkriminalität zu schützen. Diese Regeln lassen sich aber auch auf die Nutzung des Smartphones übertragen.

Erstens: Am besten setzt man sich in Internetcafés und Computerpools nach Möglichkeit so, dass niemand anders den Bildschirm einsehen kann. Es sollte niemand über die Schulter schauen können, denn schnell surft man gedankenverloren herum und achtet nicht darauf, wer ebenfalls ein Auge auf den Bildschirm geworfen hat.

Zweitens: Ist am Platz eine Webcam installiert, sollte man diese vorsichtshalber wegdrehen oder abkleben. Möchte man die Cam aktiv nutzen, ist das natürlich anders.

Drittens: In einem Internetcafé bzw. am Computerpool des Hotels sollte man niemals Online-Banking oder ähnliches betreiben. Die Einstellungen des Computers sind oft nicht bekannt und die Verbindungen nicht unbedingt sicher genug. Am Ende jeder Sitzung ist es nützlich, in den Einstellungen den Browserverlauf zu löschen. Man kann sich zu Beginn auch selbst ein Bild davon machen, ob dies möglich ist bzw. wie leicht man vorherigen Nutzern nachspionieren kann. Schönbohm weist zwar darauf hin, dass für die Sicherheit der Internetzugänge stets das Hotel oder der jeweilige Anbieter in der Pflicht ist, verlassen sollte man sich darauf jedoch nie. Übrigens sind auch Smart-TVs ein leichtes Ziel für Cyberkriminalität. Auch hier kann man im Hotelzimmer für Sicherheit sorgen, indem man die TV-Kamera gegebenenfalls abklebt.