Bild 1 Karlsruher Grat copyright Elmar GaiserKarlsruher Grat im Schwarzwald: Wandern und Klettern in einem

Im Schwarzwald kommen alpine Gefühle nur recht selten auf, denn als Mittelgebirge besticht er eher durch Waldfluren, Hügel und sanfte Wiesen. Vereinzelt gibt es allerdings auch Gebiete, in denen festes Schuhwerk, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit gefragt sind. Für Wanderfans, die zwischenzeitlich etwas abenteuerliche Abwechslung mögen, ist der Karlsruher Grat somit genau das Richtige.

Der Weg zum Karlsruher Grat wird häufig als Genießerpfad bezeichnet und diesen Namen hat er sich auch redlich verdient. Denn der Wanderweg bietet tolle Landschafts- und Sinneserlebnisse: Von Ehrfurcht gebietenden Schluchten über tiefe Wälder bis hin zu rauschenden Wasserfällen können Wanderer hier alles erleben, was das Herz der Naturliebhaber begehrt. Wer auf Reisen in den Schwarzwald gehen und dabei auch seiner Wander- und Kletterlust frönen möchte, der sollte sich den Karlsruher Grat im wunderschönen Naturschutzgebiet Gottschlägtal-Karlsruher Grat auf keinen Fall entgehen lassen.

Die schmale Route zum Karlsruher Grat

Der Karlsruher Grat befindet sich ganz in der Nähe der Gemeinde Ottenhöfen im Schwarzwald, welche einen guten Ausgangspunkt für die Wanderung darstellt. Von hier aus geht es in südöstlicher Richtung über einen schmalen Serpentinenweg mitten durch den Wald zu einer romantischen Lichtung oberhalb der Ortschaft. Hier können Wanderer den ersten Zwischenstopp einlegen und einen atemberaubenden Ausblick auf den Ort Ottenhöfen genießen. Nach einer kurzen Verschnaufpause führt die Wanderung weiter einen kleinen, naturbelassenen Pfad entlang über den Eichkopf und zum Holderbrünnele, von wo aus es in Serpentinen hinunter zu den Edelfrauengrab-Wasserfällen geht. In diesem Abschnitt überwindet der Gottschlägbach auf kurzer Strecke einen Höhenunterschied von über 100 Metern, indem er sich in mehreren – teils bis zu acht Meter hohen – Wasserfällen ergießt. Der Wanderpfad führt sodann weiter den Bach entlang, bis sich das Tal im weiteren Verlauf weitet. Von hier aus gelangen Wanderer nach etwa zwei Kilometern zum oberen Gottschlägtal, wo sodann ein ansteigender Weg Richtung Karlsruher Grat abzweigt. Am Karlsruher Grat angekommen können Kletterbegeisterte ihr Können unter Beweis stellen und einen tollen Blick in das umliegende Tal genießen. Der Klettersteig führt zum Bosensteiner Eck. Wer sich allerdings die Klettertour nicht zutraut, der kann den Umgehungsweg wählen und über den Dreierschrofen zum Bosensteiner Eck gelangen.

Karlsruher Grat: Ein Zufall der Natur

Bild 3 Ausblicke Brennte Schrofen Genie+ƒerpfad Karlsruher Grat copyright TI Ottenh+ÂfenIm Laufe der Erdgeschichte hat die Natur so einige spektakuläre Felsformationen hervorgebracht und auch der Karlsruher Grat ist dabei keine Ausnahme. So bestehen die Felsen sowie der Bergrücken aus sogenanntem Quarzporphyr, welcher vor etwa 290 Millionen Jahren entstanden ist. Der Grund für die Entstehung war ein Vulkanausbruch, infolge dessen eine rund vier Kilometer lange sowie 750 Meter breite Gesteinsspalte mit Magma gefüllt wurde – an einigen Stellen lassen sich sogar noch die Fließspuren des Magmas ausmachen. Im Laufe der Erdgeschichte haben sich sodann über dem Granit des Gebirges und dem Quarzporphyr Flusssedimente abgelagert. Diese wurden lange Zeit später als Schichten von Buntsandstein durch Erosion abgetragen, doch der härtere Porphyr hat sich dabei als Grat herausgebildet. Somit ist der Karlsruher Grat mehr oder minder ein Zufall der Natur. Wanderer sollten ihren Urlaub im Schwarzwald also umso bewusster genießen!