Hunolsteiner Klammtour: die Traumschleife im Hunsrück

Steile Felsformationen, eindrucksvolle Ausblicke und idyllische Bach- und Flusstäler – gibt es tatsächlich etwas, das Wanderherzen noch höher schlagen lassen könnte? Wohl kaum! Deshalb gehört die Hunolsteiner Klammtour auch zu den schönsten Wanderwegen in Deutschland und macht ihrer Bezeichnung als „Traumschleife“ alle Ehre.

_DSC6506Rein in die Wanderschuhe und ab in die Natur: Wenn das Wetter schöner wird, sich die Sonne häufiger sehen lässt und die Vögel fröhlich auf ihren Bäumen zwitschern, dann hält es die meisten nicht länger in den eigenen vier Wänden – sie wollen raus ins Freie und sich dabei am besten ganz viel bewegen. Immer mehr Deutsche verbinden deshalb ihren Urlaub mit ausgiebigen Wandertouren auf abenteuerlichen Wanderwegen, von denen es in Deutschland so viele gibt. Wer sich beispielsweise auf Reisen nach Rheinland-Pfalz begeben möchte, der kann im schönen Hunsrück die abwechslungsreiche Hunolsteiner Klammtour bewältigen und dabei viele unvergessliche Eindrücke sammeln.

Immer entlang der Traumschleife Hunolsteiner Klammtour

Die Rundtour Hunolsteiner Klammtour mit einer Gesamtlänge von circa zehn Kilometern startet am besten am Bauernhofcafé „Hunolsteiner Hof“ in Hunolstein nahe der rheinland-pfälzischen Gemeinde Morbach. Bevor es richtig losgeht, können sich Wanderer im familiengeführten Café noch einmal für die bevorstehende Tour stärken. Von hier aus führt der Weg zum ersten Höhepunkt der Wanderroute, der Burgruine Hunolstein. Bedauerlicherweise wurde der einstige Sitz der mächtigen Vögte von Hunolstein sowie der Sage nach der Sitz des Nibelungen Hunold in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges derart stark beschädigt, dass heute nur noch einige wenige Restmauern übrig sind. Nichtsdestotrotz ist es lohnenswert, die 60 Stufen zum Burgfelsen hinaufzusteigen. Denn wer den Weg auf sich nimmt, wird mit einem atemberaubenden Blick über die Landschaft des Hunsrücks sowie in das tief eingeschnittene Tal der Drohn belohnt. Weiter geht es ins Wiesental, an der einsam gelegenen Walholzkirche vorbei und bergab zur „Reinhardsmühle“. Anschließend folgen Wanderer dem Wanderpfad 80/85, der sich links der Drohn erstreckt. Auf halbem Weg begegnet ihnen sodann der Kopusfelsen, der genau wie der Burgfelsen ein Teil einer Quarzitader ist, welche schräg durch den mittleren Hunsrück verläuft.

_DSC6497Die Hunolsteiner Klammtour führt Wanderfans weiter durch die „Hölzbachklamm“. Hier windet sich der Bach idyllisch durch das Schiefergestein und bildet etwa 100 Meter vor der Mündung einen der schönsten Wasserfälle des gesamten Hunsrücks. Anschließend erstreckt sich der Wanderweg weiter in südwestlicher Richtung, wo er in einiger Entfernung auf die Herrenwiese unterhalb von Haag trifft. Ab diesem Punkt begleitet der Kellertsbach talabwärts den Weg. Am Wiesentalende angekommen wechseln Wanderer anschließend die Talseite, kommen erneut zur Drohn und befinden sich nun am tiefsten Punkt der Wandertour. Von hier aus geht es durch ein kleines Eichenwäldchen fortwährend bergauf. Doch sobald die Höhe erreicht ist, führt die Hunolsteiner Klammtour über eine lange Ebene mit grandiosem Ausblick zurück zum Bauernhofcafé.

Legendärer Tipp auf der Hunolsteiner Klammtour: Die Walholzkirche

Die Walholzkirche, die so idyllisch am Wegesrand liegt, hat eine wahrlich legendäre Geschichte. Denn der Sage nach soll es einen heftigen Streit zwischen den Dorfbewohnern über den Standort der neu zu errichtenden Kirche gegeben haben. Zwar waren sowohl die Pläne für den Bau der Kirche als auch das Bauholz bereits fertig vorbereitet, doch man konnte sich nicht auf einen Ort einigen. Nachdem das Holz dreimal wie von Geisterhand im Tal aufgefunden wurde, folgten die Bewohner diesem Gottesurteil und bauten das Gotteshaus genau dort, wo das Bauholz jeweils aufgetaucht ist. Da sich das Holz seinen Standort selbst gewählt hat, erhielt der Bau zudem den Namen „Wa(h)lholz“.
Wer seinen Urlaub in Rheinland-Pfalz verbringt, kann also nicht nur die landschaftliche Schönheit der Region erkunden, sondern auch deren kulturelle Schätze kennen und lieben lernen.