Serienreif: So viel Welterbe steckt in Trier

Der Erfolg von Serien wie „Vikings“, „Game of Thrones“, „Die Tudors“ oder „Spartacus“ zeigt, wie groß unser aller Interesse an alten Kulturen ist. Doch muss man nicht gleich bis Bratislava reisen, um solche Serienkulissen zu besichtigen. Altertum gibt’s auch hier: in Trier.

Couchpotatoes und Bingewatcher aufgepasst: In Trier im Westen von Rheinland-Pfalz gibt es Mittelalter und Altertum in gestochenem UHD und zum Anfassen. Die ursprüngliche von Römern und Kelten gegründete Stadt „Augusta Treverorum“ hat nämlich historische Bauten, wie kaum ein zweiter Ort zu bieten. Zahlreiche Baudenkmäler und gleich acht UNESCO-Welterbestätten lassen sich in Trier entdecken. Unglaublich! Damit ausreichend Zeit für die folgenden Höhepunkte bleibt, sollte man auf ein Hotel in Trier nicht verzichten.

Als hätte Trier das Welterbe abonniert

Porta Nigra

© Trier Tourismus und Marketing GmbH

Die Porta Nigra von 180 n. Chr. ist wohl die berühmteste Welterbestätte von Trier. Zudem ist sie der beste Ausgangspunkt zur Stadtbesichtigung. Es handelt sich um das am besten erhaltene Stadttor aus römischer Zeit, das nördlich der Alpen zu finden ist. Der Erhaltungszustand ist sogar so gut, dass man die Augen nur ein bisschen zusammenkneifen muss, um römische Legionen durch das Tor ziehen zu sehen. Auf Wunsch beginnt hier auch ein römischer Zenturio die Stadtführung (Infos in der benachbarten Tourist-Information).

Nur etwa 600 Meter und keine 10 Minuten zu Fuß weiter über die Simeonstraße erreicht man die nächsten Welterbestätten: Den Trierer Dom und die Liebfrauenkirche. Der Trierer Dom ist die älteste Bischofskirche Deutschlands und enthält heute noch den römischen Kernbau mit seinen Originalmauern. Insgesamt veranschaulicht der Bau mit seinen drei Krypten, dem Kreuzgang und der Domschatzkammer Architektur sowie Kunst aus einer Zeitspanne von über 1750 Jahren. Die Liebfrauenkirche aus dem 13. Jahrhundert gleich nebenan ist aber nicht weniger interessant. Sie ist die früheste gotische Kirche Deutschlands.

Von den Kaiserthermen bis zum Amphitheater

Konstantinbasilika

© Trier Tourismus und Marketing GmbH

Folgt man der Liebfrauenstraße nach Süden, erreicht man keine 300 Meter weiter auf dem Konstantinplatz die Konstantinbasilika. Die nun schon vierte Welterbestätte der Stadttour war der Thronsaal von Kaiser Konstantin und ist der, wie jeder Betrachter im Inneren ahnen wird, der größte Einzelraum, der aus der Antike erhalten blieb. Wird hier die große Orgel gespielt, lässt sich der Nachhall noch 7 Sekunden später vernehmen, so groß ist die Halle. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird der ehemalige Thronsaal als erste und älteste protestantische Kirche des sonst katholischen Triers genutzt. Und sucht man sich hinter der Konstantinbasilika den Weg durch den schönen Palastgarten, erreicht man am anderen Ende die Kaiserthermen und damit Welterbestätte Nummer fünf.

Die Kaiserthermen sind die jüngsten der drei römischen Badeanlagen in Trier, gehörten zu ihrer Zeit ab Anfang des 4. Jahrhunderts aber zu den größten Badeanlagen des römischen Reiches. Für angenehme Temperaturen sorgten sechs Kesselräume, von denen noch vier sichtbar sind. Etwa auf 40 Grad Celsius wurde das Wasser erhitzt, um es dann in die Badebecken zu leiten, die über eine Fußbodenheizung verfügten. Baden kann man heute zwar nicht mehr, aber dafür nehmen regelmäßig Theateraufführungen das Publikum in ihren Bann.

Ein weiteres Erlebnis der besonderen Art ist ein Kurs mit der Gladiatorenschule Trier, die im Amphitheater probt. Von März bis Oktober kann man Kurse wie „Der Mythos Gladiator – Kampf und Training hautnah“ buchen und sich so ein außergewöhnliches Aktiv-Erlebnis gönnen.

Etwa 10 Minuten östlich der Kaiserthermen wartet schon der nächste Höhepunkt: Das alte Amphitheater. Schon 100 n. Chr. erbaut, hatte es ein Fassungsvermögen von 20.000 Zuschauern. Die römischen Baumeister bedienten sich bei der Verwirklichung des Theaters dem Trick, die natürliche Hanglage für die Zuschauertribünen auszunutzen. Wer zudem die dunklen Gänge und Katakomben des Amphitheaters besichtigen möchte, sollte sich mit Gladiator Valerius zu einer einzigartigen Führung verabreden (Infos bei der Tourist-Info). Eine Empfehlung ist aber auch das einmal jährlich zu erlebende „Amphitheater Open Air“.

Westwärts zur alten Römerbrücke und der Mosel

Römerbrücke

© Trier Tourismus und Marketing GmbH

Vom Amphitheater westwärts erreicht man über die prächtige Kaiserstraße die Welterbestätte der Barbarathermen. Sie entstanden im 2. Jahrhundert n. Chr. und verdanken ihren Namen einem Kloster, das heute nicht mehr ist. Auch von ihrer einstigen Größe lassen die Barbarathermen leider nicht mehr viel erahnen, doch waren sie im römischen Reich vermutlich mal die zweitgrößten ihrer Art.

Gleich hinter den Barbarathermen erreicht man die Römerbrücke über die Mosel. Das Bauwerk stellt den ältesten römischen Brückenbau nördlich der Alpen dar und beeindruckt vor allem dadurch, dass sie selbst dem heutigen Verkehrsaufkommen noch gewachsen ist. Dabei liegen ihre Ursprünge gut 2.000 Jahre zurück. Frei zugänglich, kann man so auf zu tiefst historischem Gestein die Mosel queren. An ihren Ufern schließen beidseits idyllische Spazierwege an, die zum Ausruhen einladen. So lässt sich der Urlaub in Trier auch ganz entspannt gestalten. Oder aber man genießt den Nachmittag bei einer herrlichen Schiffstour. Panoramatouren ab Trier gibt es für 1 oder 2 Stunden. Fährt man die Mosel bis Igel hinauf, kann man dort gleich noch eine neunte Welterbestätte besichtigen: Die Igeler Säule. Weitere Infos für die persönliche Welterbe-Serie in Trier gibt es bei Trier Tourismus.

Weitere Informationen

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