Trinken und feiern im Urlaub: Voll peinlich oder voll gut?

Bild Party im UrlaubPeinlich, peinlich: Wir Deutschen sind nicht nur bekannt für unsere Trinkgelage auf Mallorca, ein Teil der Bevölkerung findet den sogenannten Saufurlaub sogar richtig gut. Beruhigend ist allerdings, dass sich der Rest der Bevölkerung für seine trinkfesten Mitmenschen eher schämt.

Um 12 Uhr schon hackevoll, die Stimme nur noch ein besseres Reibeisen: Wer in den Saufurlaub fährt, muss hart im Nehmen sein und braucht nach dem Urlaub eigentlich noch mal ein paar Tage frei. Dennoch gibt ein gewisser Prozentsatz der Deutschen unverhohlen zu, diese Urlaubsart zu präferieren. Das belegt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts „Yougov“.

Im Urlaub voll daneben benehmen

Dabei gibt es durchaus viele Arten, sich im Urlaub daneben zu benehmen: In Badehose oder Bikini das Buffet zu stürmen, gefällt anderen Reisenden in etwa ebenso wenig, wie Betrunkene am Strand oder pöbelnde Urlauber in der Bar. Richtig peinlich finden so ein Verhalten 81 Prozent der Deutschen. Sie schämen sich regelrecht für ihre Landsleute, auch wenn sie für deren Benehmen gar nichts können. 93 finden sogar, dass einige grundlegende Manieren von Touristen durchaus zu erwarten seien. Da erscheinen die elf Prozent, die einen solchen Urlaub, der nur dem Ziel dient, sich vor Ort zu betrinken und zu feiern, wirklich gut finden, kaum noch relevant. So scheint es auch nicht verwunderlich, dass auch die Mehrheit der Befragten gegenüber „Yougov“ angab, die Proteste von Einheimischen in Barcelona und Mallorca gegen den überbordenden Massentourismus nachvollziehen zu können.

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Proteste gegen Sauftourismus und Pöbeltouristen

Ende Juli hatte eine Bürgerinitiative auf Mallorca gegen die stark wachsenden Besucherzahlen auf der Baleareninsel protestiert. Zu groß sei die Profitgier von Unternehmern und Hoteliers, als dass man auf Land und Leute Rücksicht nehme, so der Tenor der Demonstranten. Dazu kommen jeden Sommer die Partytouristen aus Deutschland, Großbritannien und anderen Staaten, die auf einen nachhaltigen Urlaub so gar keinen Wert legen. Die mallorquinische Regierung hat nun Pläne vorgelegt, die Zahl der Touristen künftig gesetzlich zu begrenzen, wofür 68 Prozent der Umfrageteilnehmer sogar Verständnis äußerten. 21 Prozent sind jedoch dagegen. Fest steht jedoch, dass Spanien und gerade Mallorca derzeit so starken Zulauf haben, wie schon Jahre nicht mehr und deshalb nicht auf ungeliebte Besuchergruppen angewiesen sind. Ob und wie genau eine Reglementierung der Urlauberzahlen durchgesetzt werden soll, ist ebenso noch unbekannt. In den vergangenen Jahren gab es auf Mallorca immer wieder Bemühungen, das eigene Image weg von der „Partyinsel“ hin zum gepflegten Reiseziel zu verändern.