Unter Trump: Keine Individualreisen nach Kuba

Bild Reisen nach KubaDie Präsidentschaft von Donald Trump in den USA hat nicht große Auswirkungen auf die Vereinigten Staaten selbst. Auch andere Länder wie Kuba müssen sich auf Veränderungen einstellen, seit der 45. Präsident das Sagen hat.

Erst im März 2016 hatte der damalige US-Präsident Barack Obama private Besuche von Bürgern aus den Vereinigten Staaten auf Kuba erlaubt. Ein Meilenstein in der schwierigen Beziehung der beiden Staaten. Doch während Kubas Tourismus bereits den ersten Aufschwung erlebt, hat sein Nachfolger schon beschlossen, die Sache anders zu handhaben.

Dekret beendet Aufschwung durch US-Touristen

Immer mehr Gäste, neue Hotelbauten: Das von Ex-Präsident Obama gelockerte US-Embargo gegenüber Kuba hatte schon Wirkung gezeigt. Immer mehr Amerikaner haben in den letzten zwei Jahren die Chance genutzt, den karibischen Inselstaat zu besuchen und das unnachahmliche Flair der Hauptstadt Havanna zu erleben – in 2016 waren es allein mehr als 600.000. Auch große Hotelketten nutzten die Gunst der Stunde eröffneten dank Lizenz Häuser in Havanna, Varadero oder auch auf den zu Kuba gehörenden Inseln, wie Cayo Coco. Nun geht US-Präsident Trump einen anderen Weg und wendet sich von der Entspannungspolitik seines Vorgängers ab. In Miami hat der 71-Jährige ein Dekret unterzeichnet, das wirtschaftliche Beziehungen mit dem Inselstaat erschwert. Und auch Einzelreisen von US-Bürgern nach Kuba soll es so einfach nicht mehr geben.

Reisen nach Kuba nur noch in der Gruppe

Demnach werden sich US-Bürger ihre Reisen nach Kuba nicht mehr individuell organisieren können. Solche Urlaube waren unter Obamas Präsidentschaft unter dem Motto „People to People“ bekannt und auch rege genutzt worden. Für Individualtouristen sieht es demnach schlecht aus, wenn sie künftig Bildungsreisen in das sozialistische Kuba unternehmen wollen. Ebenso dürften damit wichtige Einnahmequellen für die Beschäftigten auf der Karibikinsel wegbrechen. Private Unterkünfte, Restaurants und auch Taxifahrten könnten deutlich seltener nachgefragt werden. Wer künftig nach Kuba reisen will, muss Teil einer organisierten Gruppe sein. Damit wird es nicht nur schwer für private Dienstleister auf der Insel, auch die Unternehmen in den Vereinigten Staaten, die von der Lockerung unter Obama profitiert hatten, dürften wenig erfreut sein. Zahlreiche US-Airlines fliegen mittlerweile direkt nach Kuba, Hotelketten wie Marriott haben Lizenzen für Kuba erworben, um dort Unterkünfte anbieten zu können.

US-Bürger für Lockerung des Embargos

Mit der Beschränkung will Trump vor allem ein Zeichen gegen die Politik der kubanischen Regierung setzen und „auf ein stabiles, freies und wohlhabendes Land für die Leute von Kuba hin [arbeiten]“. Die USA seien erst bereit, bessere Angebote zu unterbreiten, wenn die Regierung in Havanna sich öffne. Die Mehrheit der US-Bürger (75 Prozent) stehen jedoch zu den Lockerungen des Embargos, die unter Barack Obama eingeführt wurden. So belegt es eine aktuelle Umfrage des Pew Research Centers. Fraglich bleibt zudem, inwiefern sich die kubanische Regierung sich von dem neuen Trump-Dekret beeindrucken lässt – schließlich besteht das US-Embargo bereits seit 1960 und wurde 1992 sogar gesetzlich festgeschrieben.