Warnstreiks: Vier deutsche Flughäfen am Dienstag lahmgelegt

Bild Warnstreiks in DeutschlandDer Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst geht nach Emde der Osterferien in Deutschland weiter. Wahrscheinlich schon ab Dienstag kommt es zu Ausständen im ganzen Land. Das betrifft nicht nur Pendler, sondern auch Flugreisende.

Am 10. und 11. April haben Verdi und Beamtenbund die Beschäftigten von Bund und Kommunen zu landesweiten Streiks aufgerufen. Betroffen sind unter anderem Kitas, Bürgerämter und Jobcenter. Aber auch die Müllabfuhr, städtische Verkehrsbetriebe und erstmalig auch Flughäfen könnten ihren Betrieb zumindest teilweise einstellen.

Warnstreiks an deutschen Flughäfen angekündigt

Kurz vor der entscheidenden Tarifrunde am 15. und 16. April wollen die Gewerkschaften ihre Verhandlungspartner in Bund und Kommunen noch einmal kräftig unter Druck setzen. Die Warnstreiks der Beschäftigten werden am Dienstag und Mittwoch deshalb stark ausgeweitet. Neben vielen öffentlichen Einrichtungen sind es erstmalig auch der öffentliche Nahverkehr und einige Flughäfen, bei denen stellenweise nichts gehen dürfte.

Konkret hat die Gewerkschaft verdi Streiks an den Flughäfen Frankfurt/Main, München, Köln und Bremen angekündigt. Von 3 Uhr am frühen Morgen bis mindestens 16 Uhr ist deshalb mit erheblichen Verzögerungen an den betroffenen Airports zu rechnen. Der Flughafenbetreiber Fraport teilte etwa mit, dass es „erhebliche Verzögerungen im Betriebsablauf sowie Flugausfälle“ geben könne. Durch den Streik seien einige Kontrollstellen geschlossen, weshalb die Passagiere nicht zu ihren Flügen an den jeweiligen Gates gelangen könnten. So besteht etwa am Dienstag kein Zugang zu den Gates A und Z im Terminal 1. Den ganzen Tag über müssen Flugreisende demnach mit „erhöhten Wartezeiten“ rechnen, so Fraport. Weiterhin sind am Flughafen Frankfurt/Main Kundgebungen und Aktionen der Streikenden geplant, die für Behinderungen im Straßenverkehr sorgen können. Eine frühzeitige Anreise zum Flughafen ist deshalb nicht nur wegen der geringen Besetzung der Bodendienste notwendig. Auch wer selbst mit dem PKW zum Airport fährt, sollte allein dafür schon mehr Zeit einplanen.

Streiks bis zum Ende der Woche geplant

Wer am 10. und 11. April von oder zu einem der genannten Flughäfen reisen will, sollte sich deshalb dringend mit seiner Airline in Verbindung setzen, wenn diese nicht schon selbst aktiv auf ihre Kunden zugegangen ist. Auch die Internetpräsenzen der Airports in München, Frankfurt/Main, Bremen und Köln geben Auskunft über den aktuellen Stand. Neben den Bodenverkehrsdiensten sind es auch Teile der Flughafenfeuerwehr und die Sicherheitskontrolleure, die ihre Arbeit am Dienstag aussetzen wollen.

Bis zum Ende der Arbeitswoche am 13. April ist landesweit immer wieder mit Streiks zu rechnen. Nach bisherigem Kenntnisstand ist an den deutschen Flughäfen jedoch Dienstag Schwerpunkt der Streikenden. Öffentliche Verkehrsbetriebe werden wohl die ganze Woche über bestreikt, was nicht nur Pendler, sondern auch Städtereisende und jene betrifft, die etwa mit der S-Bahn zum Flughafen fahren wollen.

Die Gewerkschaft Verdi und der Beamtenbund fordern für ihre Beschäftigten insgesamt sechs Prozent mehr an Lohn und Gehalt, mindestens jedoch 200 Euro im Monat. Damit sollen auch niedrigeren Besoldungsgruppen entsprechend bedacht werden. Bislang haben die Arbeitgeber jedoch nicht einmal ein Angebot vorgelegt. Die ausgeweiteten Warnstreiks sollen nun bewirken, dass sich Bund und Kommunen auf die Position der Arbeitnehmer zubewegen.