The Lowline in New York: Für eine grünere Unterwelt

Gibt es in New York bald einen Park unter dem Erdboden? Wenn es nach den Plänen eines New Yorker Architekten- und Designer-Teams geht, soll es schon bald soweit sein. Besucher wird im Untergrund des Big Apple allerdings keine finstere Landschaft erwarten, sondern ein lichtdurchfluteter, außergewöhnlicher Rückzugsraum. Mehr über das ungewöhnliche Projekt verrät Ab-in-den-Urlaub.de.

Zugegeben: In einer riesigen Stadt wie New York ist jedes Fleckchen Grün zwischen den Hochhäusern willkommen. Allerdings ist fast jeder Meter in New York bebaut. Doch Not macht bekannterweise erfinderisch und so sorgen immer wieder ungewöhnliche Parkkonzepte für Schlagzeilen. Der High Line Park ist so ein Projekt: Die Hochbahntrasse, auf der einst Güterzüge fuhren, wurde in achtjähriger Bauzeit in eine grüne Schneise zwischen den Hochhäusern verwandelt. Im September 2014 wurde das letzte Teilstück eröffnet, seitdem ist die High Line eine der beliebtesten Touristenattraktionen in der Millionenmetropole. Nun bekommt das Prestige-Projekt allerdings Konkurrenz: Ein Team aus New Yorker Designern und Architekten ist auf die Idee gekommen, einen Park unter der Erde zu bauen.

Flanieren in der verlassenen Straßenbahnhaltestelle

In einer stillgelegten Straßenbahnendstation im Stadtteil Lower Manhattan, nahe der Williamsburg Bridge, soll der unterirdische Park entstehen. Seitdem vor mehr als 65 Jahren die Straßenbahnen in New York abgeschafft wurden, ist die riesige Haltestelle verlassen. Eine Frage drängt sich angesichts dieses ungewöhnlichen Projekts schnell auf: Wie soll ein Park mit echten Grünpflanzen unter der Erde gedeihen? Die Antwort klingt so simpel wie unmöglich: mit Tageslicht.

Wie sollen Pflanzen unter der Erde wachsen?

Die Lowline-Macher haben sich dazu natürlich schon Gedanken gemacht und wollen eine innovative Solartechnologie nutzen, um das Sonnenlicht unter die Erde zu holen. Das Licht soll zunächst über Kollektoren an der Erdoberfläche eingefangen und dann über Glasfaserkabel in die unterirdische Straßenbahnstation transportiert werden. Distributoren und Spiegel helfen dabei, das Sonnenlicht im gesamten Raum zu verteilen. Wie das Designer- und Architekten-Team auf seiner Website mitteilt, sollen dank der ausgefeilten Technologie genügend Lichtwellen für die Photosynthese übertragen werden, wodurch Pflanzen und Bäume im Lowline Park wachsen können. Bei bewölktem Himmel und nach Einbruch der Dunkelheit müsse elektrisches Licht zugeschaltet werden.

Wann wird der Untergrundpark eröffnet?

Noch steht allerdings in den Sternen, wann das umgerechnet rund 55 Millionen Euro teure Projekt gebaut wird. Derzeit sammeln die Lowline-Initiatoren Geld über eine Crowdfunding-Plattform und tüfteln an einer Art Versuchslabor. Dieses Lowline Lab entsteht in einer verlassenen Markthalle in der Nähe der stillgelegten Straßenbahnendstation und soll Besuchern ab September 2015 für etwa sechs Monate lang offenstehen. Hier wird gezeigt, wie der Park einmal aussehen soll. Auch die spezielle Solartechnologie soll unter möglichst realen Bedingungen getestet werden. Nach dem Willen der Initiatoren soll der Lowline Park schon 2018 eröffnen, allerdings scheint dies mehr als unwahrscheinlich. Noch fehlt der Großteil des benötigten Geldes und überdies haben die Eigentümer des Areals – die Stadt New York und die städtischen Verkehrsbetriebe – noch keine Unterstützung signalisiert. Aber wer weiß: Vielleicht können Städtereisende in New York bald im ersten Untergrundpark der Welt spazieren gehen…

Mehr über dieses spannende Projekt verrät das folgende Video:

Quelle: YouTube/Bloomberg Business

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