Wenn der Reiseleiter die falsche Flugzeit nennt

Das muss man sich mal vorstellen: Urlauber erhalten von ihrer Reiseleitung eine falsche Abflugzeit und verpassen ihren Flieger gen Heimat. Genau dies ist Reisenden passiert, die ihren Heimflug von Jamaika nach Deutschland antreten wollten. Wer die Kosten für die Ersatztickets übernehmen muss sowie Tipps, wie ihr eure Flugzeiten überprüfen können, verrät Ab-in-den-Urlaub.de.

Weil ein örtlicher Reiseleiter Urlaubern die falsche Flugzeit für ihren Rückflug nannte, verpassten diese ihre Maschine von Jamaika nach Deutschland. Sie mussten einen neuen Flug buchen und verlangten die Kosten von ihrem Reiseveranstalter zurück. Das Landgericht Frankfurt am Main entschied, dass der Veranstalter für den entstandenen Schaden haften muss.

Was war passiert?

Die Kläger hatten bei einem Reiseveranstalter den Hotelaufenthalt sowie die Flughafen-Transfers für ihren Jamaika-Urlaub gebucht. Den Hin- und Rückflug buchten sie extra dazu. Der Rückflug sollte am letzten Urlaubstag um 11:35 Uhr starten, der Transfer zum Flughafen wurde für 6:20 Uhr geplant. Doch einen Tag vor dem Abflug informierte eine Reiseleiterin die Kläger darüber, dass der Rückflug erst um 14:10 Uhr starten sollte, der Transfer zum Airport wurde nun für 10:30 Uhr angesetzt. Die Urlauber orientierten sich an dieser neuen Flugzeit, doch als sie am Flughafen ankamen, war die Maschine bereits ohne sie gestartet. Die Reiseleiterin hatte ihnen eine falsche Information gegeben. Um nach Hause fliegen zu können, buchten die Kläger neue Flugtickets für fast 8.800 Euro. Die Kosten für die Ersatztickets verlangten sie vom Reiseveranstalter zurück, doch dieser wollte für den Schaden nicht geradestehen. Die Begründung: Der Flug sei nicht Teil des gebuchten Urlaubspakets gewesen.

Der Reiseveranstalter muss zahlen

Das Landgericht Frankfurt a. M. gab den Klägern recht (Az.: 2-24 O 125/13). Nach Ansicht des Gerichts muss sich der Veranstalter das fehlerhafte Verhalten der Reiseleiterin anrechnen lassen. Diese sei in ihrer Funktion als örtliche Repräsentanz des Reiseunternehmens schließlich aktiv auf die Kläger zugegangen und habe sie mit falschen Informationen versorgt. Die Urlauber hätten keinen Grund gehabt, der Mitarbeiterin nicht zu glauben. Daher muss der Reiseveranstalter für den Schaden haften.

So können Urlauber die Flugzeiten prüfen

Dass Reiseleiter Urlauber mit einer falschen Flugzeit versorgen, kommt glücklicherweise nur sehr selten vor. Wer sich jedoch absichern möchte, sollte die Angaben überprüfen. Über die Website der betreffenden Fluggesellschaft lassen sich die aktuellen Flugzeiten ebenso ermitteln wie über die Internetpräsenz des entsprechenden Abflughafens. Außerdem bieten viele Airlines einen telefonischen Service, bei dem die Flugzeiten erfragt werden können.

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