Deshalb verbannt Wien den Döner aus der U-Bahn

Was riecht denn hier so? In der Wiener U-Bahn sollen deftige Speisen bald nicht mehr verzehrt werden dürfen. Darüber freuen sich vor allem Mitfahrende.

Wirklich lecker? Essen in Bus und Bahn

Hunger kann man bekanntlich an allen Orten bekommen und so ist es nicht verwunderlich, dass viele Menschen auch überall essen (wollen). Doch zieht der Duft einer älteren Käsesemmel durch die Luft oder habt ihr das Gefühl, euch in einer Imbissbude zu befinden, obwohl ihr den öffentlichen Nahverkehr nutzt, stellt sich die Frage: Muss das sein? Offenbar scheint es in Großstädten gang und gäbe zu sein, seine Hauptmahlzeit in der U-Bahn zu verzehren. Da sind belegte Brote noch das kleinere Übel und über Getränke kann man nur müde lächeln. Oft werden ganze Speisen ausgepackt, die es nicht nur duftmäßig in sich haben, sondern auch noch kleckern, spritzen und beim Verzehr fast auseinanderfallen. Der Döner ist der Klassiker, aber auch Pommes, Burger und Pizza, gebratene Nudeln und Currywurst werden gerne in Bahn und Bus verzehrt.

Berlin hat dem Geschmiere und vor allem dem Gestank schon vor Jahren einen Riegel vorgeschoben. Die BVG verbieten das Essen und Trinken in Bus, Bahn und Tram, mit offenen Speisen oder Getränken darf man die Verkehrsmittel nicht einmal betreten. Konkret heißt das, dass ihr etwa einen Kaffe im Thermobecher mit euch führen dürft, nicht aber einen Döner essend in die Bahn springen dürft. Bei Kinder, die etwa einen Keks essen, wird das Verbot weniger streng ausgelegt als bei Erwachsenen, die es im Prinzip besser wissen müssten. Ähnlich strikt werden Speisen und Getränke auch in Singapur aus Bus und Bahn verbannt.

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Wien verbietet deftige Speisen in der U-Bahn

Jetzt also auch Wien, das als Stadt der Genießer bekannt ist und viele kulinarische Genüsse zu bieten hat. Ab September 2018 sollen auf der Linie U6 stark riechende Speisen verboten werden, um den Reinigungsaufwand zu verringern. Übersetzt heißt das: Bisher wird in der U-Bahn so viel gekleckert, dass nach jeder Fahrt erst einmal der Putzlappen geschwungen werden muss. Wie die Verkehrsstadträtin von Wien Ulli Sima (SPÖ) mitteilte, haben man sich nach Jahren der Diskussion dazu entschlossen, Essen in der Bahn zu verbieten. Bei durchschnittlich zehn Minuten Fahrtdauer sei es durchaus zumutbar, dass Fahrgäste ohne Essen auskommen. Falls sich das Verbot auf der Linie U6 bewährt, könnte es demnach durchaus ausgeweitet werden.

Bild U-Bahn

Bald gibt es spät Abends keinen Heimweg-Döner mehr in den U-Bahnen

Andere Städte nehmen es da etwas lockerer mit dem Essen in Bus und Bahn, auch weil es dort ein anderes Fahrverhalten gibt. In London etwa sind so viele Pendler in den Morgen- und Abendstunden unterwegs, dass es wohl kein generelles Speiseverbot in der Tube geben wird. Wohl aber sollen Fahrgäste bei der Auswahl ihrer Speisen auch an die Mitreisenden denken, so die zuständige Verkehrsgesellschaft.

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