130-Städte-Studie Öffentlicher Personennahverkehr: 19 Prozent sind zu teuer und zu wenig touristenfreundlich

Große Preisschwankungen in Deutschland, Österreich & Schweiz

Am schlechtesten schnitten u.a. ab: Oldenburg, Hagen, Bonn, Neunkirchen, Baden-Baden, Mönchengladbach, Aalen, Jena, Leipzig, Celle, Flensburg, Kiel und Lübeck

Am besten schnitten u.a. ab: Augsburg, Erlangen, Freiburg, Innsbruck (A), Koblenz, Nürnberg, Ludwigsburg, Mannheim, München, Potsdam, Regensburg, Salzburg (A), Stuttgart, Wiesbaden, Zürich (CH), Wolfsburg und Würzburg

Straßenbahn San Francisco30 der größten Pressestellen des deutschen Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) haben in diesem Jahr viel unternommen, um die zweite umfangreiche ÖPNV-Studie von ab-in-den-urlaub.de, dem großen Reiseportal (4,1 Mio. Nutzer lt. AGOF), zu verhindern: Sie ignorierten E-mail-Anfragen zur Ticketpreisgestaltung oder bügelten das zehnköpfige ab-in-den-urlaub.de-Studienteam am Telefon ab. Transparenz und Vergleichbarkeit von Tarifen des Öffentlichen Nahverkehrs ist gerade in Deutschland ein heißes Thema, das man gerne von vornherein versucht zu verhindern. Dabei gibt es ja durchaus eine Auskunftspflicht von staatlichen oder städtischen Institutionen… Genutzt hat die Mauerei aber nichts, wie diese zum zweiten Mal vorgelegte große Studie zum Öffentlichen Personennahverkehr in Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigt.

Dabei interessierte in den 130 untersuchten Städten insbesondere: Wie teuer sind die Monatstickets, Standard-Einzeltickets, Tagestickets, Wochentickets etc. im städtischen Vergleich? Von Interesse war aber auch: Wie touristenfreundlich ist mittlerweile der Öffentliche Personennahverkehr beispielsweise durch Vielsprachigkeit der Angebote?

Ein Gütesiegel im erhabenen Schwadronieren verdiente sich während der Recherchearbeiten die Sprecherin des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg GmbH. Ausgerechnet von jenem Verbund, der seit Jahren durch Betriebsausfälle, Verspätungen, kalte U- oder S-Bahnen (Stichwort: S-Bahn-Chaos Berlin) bei Kunden besonders verschrien ist. So übermittelte Elke Krokowski folgende Phrase an ab-in-den-urlaub.de: Man habe sich über die „medienwirksamen, plakativen Thesen“ bereits im vergangenen Jahr sehr geärgert, da ab-in-den-urlaub.de es versäumt habe, „tatsächlich differenzierte, fundierte Aussagen“ zur großen Leistungsfähigkeit der Berliner S-Bahnen, U-Bahnen und Busse zu treffen. Aha.

Ähnliches war von den Verkehrsverbünden Hamburg, München, Stuttgart oder Rhein-Sieg zu vernehmen. Dass das kein Zufall war, ist klar: Man hatte sich vorher abgesprochen. Würden diese Verkehrsverbünde ihre Energie in die Verbesserung des Öffentlichen Nahverkehrs investieren, statt in peinlicher Art Kritiker zu beschimpfen, würde es in einigen Regionen heute weitaus besser um den Öffentlichen Nahverkehr in Deutschland bestellt sein.

Dennoch: Von 130 untersuchten Städten haben 100 sehr unkompliziert Datenmaterial zur Verfügung gestellt. Erschütternd war dennoch, dass zahlreiche Pressestellen falsche Angaben zu ihren eigenen Ticket-Tarifen machten. Mal waren die übermittelten Monatstickets zu günstig, dann wieder zu teuer. Dank zweier Korrekturschleifen müssten jetzt alle Angaben stimmen. Dennoch empfehlen wir den Journalisten vor Ort zumindest stichprobenartig noch einmal in ihrer Region zu recherchieren, ob tatsächlich alle von ab-in-den-urlaub.de dargestellten Ticket-Preise im betroffenen Ort und sonstige Angaben (noch) stimmen. Recherche-Endpunkt war bei ab-in-den-urlaub.de der 25.11.2011. Dies gilt nicht für Frankfurt a.M. Hier wurden die Tariferhöhungen für 2012 bereits berücksichtigt. (Ausnahme: Tarifgebiet des RMV und Verkehrsbetriebe Gera – hier wurden die Erhöhungen für 2012 bereits berücksichtigt).

1. Studienzusammenfassung

Der Öffentliche Nahverkehr spielt in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine enorm wichtige soziale, ökologische, wirtschaftliche und touristische Rolle. Deshalb gehört es zu den obersten Aufgaben der Kommunen, für einen qualitativ hochwertigen, bezahlbaren und auf Internationalität ausgerichteten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu sorgen. Aus diesem Grund untersuchte das unabhängige internationale Reisebuchungsportal www.ab-in-den-urlaub.de (4,1 Mio. Nutzer im Monat lt AGOF) zum zweiten Mal den ÖPNV vorwiegend in den 130 größten deutschen, österreichischen und Schweizer Städten, berücksichtigte aber auch über 15 weitere weltweite Metropolen. Besonderes Augenmerk galt der Sozialverträglichkeit der Ticket-Preis-Gestaltung sowie dem Service, wozu zum Beispiel die Vielsprachigkeit auf den Homepages, Automaten oder den Verkehrsmittel-Durchsagen gehören. Es passt nicht mehr in eine globale Welt, auch nicht in ein vereinigtes Europa, wenn die Kommunen alle Angaben nur noch in ihrer eigenen Landessprache ausweisen.

Große Schwankungen gibt es bei der Ticketpreis-Gestaltung des Öffentlichen Personennahverkehrs. So kostet in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein Einzelticket im Schnitt 2,01 €, ein Tagesticket 4,91 €, ein Wochenticket 15,42 €, ein Kurzstrecken-Ticket 1,43 € und ein Monatsticket 49,57 €. Sofern es einen Flughafen in der Nähe der 130 untersuchten Städte gab, so schlägt ein Ticket aus der Innenstadt zum Flughafen im Schnitt mit 4,64 € zu Buche. Sozialtickets bieten lediglich 37 % der untersuchten Städte – ein Armutszeugnis in einer Zeit, in der in manchen deutschen Städten bis zu 25% der Einwohner von staatlicher Stütze wie Hartz IV oder Arbeitslosengeld leben.

Insgesamt wurden alleine in Deutschland 19% der untersuchten Städte sowohl hinsichtlich ihrer Preisgestaltung als auch hinsichtlich der mangelnden internationalen Ausrichtung und anderer Serviceindikatoren – wie der Erhältlichkeit von Tickets an Automaten etc. – mit einer wenig schmeichelhaften Note Vier beurteilt (23 Städte). Weitere 56% erhielten die Note Drei (69 Städte), 22% konnten für sich eine Zwei verbuchen (26 Städte) und nur zwei Städte kamen auf eine Eins: Ludwigshafen (Note 1,3) und Koblenz (Note 1,4).

Dass Öffentlicher Nahverkehr ein teures Vergnügen ist, belegt auch diese Studie in den folgenden Kapiteln sowie in dem hinterlegten PDF-Anhang. Dabei steigen die Ticketpreise des Öffentlichen Personennahverkehrs fast jährlich weiter. So erhöhten die Verkehrsbetriebe in den 130 untersuchten Städten allein von 2010 auf 2011 die Preise fast aller ihrer Ticketarten. Die Monatskarten wurden im Schnitt um 2% teurer, die Standard-Einzeltickets um 3%, die Tagestickets um 2%, die Wochentickets um 4%, die Kurzstreckentickets um ebenfalls 4% und die Preise für die Strecken zwischen den Innenstädten und – sofern vorhanden – den Flughäfen wurden sogar durchschnittlich um 5% innerhalb von nur einem Jahr teurer.

Im Test – sowohl in den Kriterien Ticketpreise als auch Service (Vielsprachigkeit/Tourismusfreundlichkeit, Ticket-Erhältlichkeit an Automaten oder in den Fahrzeugen) – schnitt jede fünfte Stadt (19%) schlecht, das heißt, lediglich mit einer Vier ab. Es waren dies: Oldenburg, Minden, Hildesheim, Hagen, Bonn, Neunkirchen, Baden-Baden, Mönchengladbach, Aalen, Hof, Jena, Leipzig, Celle, Flensburg, Kiel oder Lübeck. 25% konnten jedoch eine Zwei oder Eins für sich verbuchen – u.a. Augsburg, Erlangen, Freiburg, Innsbruck (A), Koblenz, Nürnberg, Ludwigsburg, Mannheim, München, Potsdam, Regensburg, Salzburg (A), Stuttgart, Wiesbaden, Zürich (CH), Wolfsburg oder Würzburg. Auffallend ist, dass es eindeutig ein Nord-Süd-Gefälle in Deutschland gibt. Das heißt: Die besten Noten sind überwiegend im Süden Deutschlands, die schlechtesten im Norden und Osten (siehe Karte S. 9).

2. Ticketpreise im weltweiten Vergleich

a. Standard-Einzeltickets: München & Berlin teurer als Tokyo & New York

Gerade die Standard-Einzeltickets sind in Deutschland teuer, wie die ab-in-den-urlaub.de-Studie zeigt: So müssen die Münchner oder Frankfurter 2,50 € pro Strecke – also 5 € für Hin- und Rückweg – hinblättern, in Berlin sind 2,30 € fällig, in Köln 2,50 € und in Hamburg sogar 2,80 €. Allerdings bietet die Hansestadt für ausgewählte Innenstadtstrecken noch ein Ticket für 1,80 € an, welches die Studiendurchführenden auf Grund der Vergleichbarkeit mit den anderen Städten nicht in die Bewertung einbezogen haben.

So teuer wie in Deutschland sind die Standard-Einzeltickets weltweit sonst nirgends. Hamburg gehört mit Sydney (3 €) und Stockholm (3,91 €) zu den teuersten Anbietern von Standard-Einzeltickets. Zum Vergleich: Selbst in New York kostet das Standard-Einzelticket mit unbegrenzter Streckenlänge nur 1,88 €, in Los Angeles 1,11 €, in Miami günstige 1,48 €, in Moskau 60 Cent und in Tokyo auch nur 1,54 €. Selbst Wien (1,80 €), Zürich (2,11 €), Rom (1 €) oder Paris (1,60 €) sind gegenüber Deutschland Billigheimer. Bitte beachten Sie Karte 1, S. 4 im PDF-Anhang.

b. Fahrten zum Flughafen: München ist teurer als New York, London oder Paris

Für Touristen ist es immer wichtig, wie teuer eine Fahrt mit dem Öffentlichen Personennahverkehr vom Flughafen in die Innenstadt zum Hauptbahnhof ist oder umgekehrt. Die Studie belegt, dass Deutschland auch hier in den teuersten Kategorien unrühmlich mithalten kann. So kostet beispielsweise eine Fahrt vom Münchner Zentrum zum Flughafen Franz-Josef Strauss one-way 9,60 €. Das ist weltweit Spitze. So viel kostet es nicht einmal vom New Yorker Flughafen JFK nach Manhattan (5,25 €), vom Flughafen Montreal (5,88 €) in die Innenstadt oder von Airport San Francisco (6,31 €), Paris (8,70 €) oder Moskau (7,17 €) in die Innenstädte. Ähnlich teuer wie in München oder teurer ist es nur noch in Hong Kong (9,59 €), Tokyo (26,30 €), Rom (14 €) oder in Sydney (11,27 €). Am günstigsten sind Berlin (2,30 €), Prag (1,26 €), Miami (1,49 €) oder Wien (3,60 €). Bitte beachten Sie Karte 2 S. 5 im PDF-Anhang.

c. Tagestickets: Deutschland ist für Touristen relativ günstig

Gerade für Touristen sind Tagestickets für U-Bahnen, Busse oder S-Bahnen ein Muss. Zumindest in dieser Kategorie schneiden die deutschen, aber auch die Schweizer oder österreichischen Städte im weltweiten Vergleich sehr gut ab. So verlangt keine deutsche Stadt für ein Tagesticket mit Bus und U-Bahn so viel wie Stockholm (12,48 €), San Francisco (10,52 €) oder London (9,37 €). Als einzige deutsche Städte fallen eindeutig die Städte Köln und Bonn (jeweils 7,30 €), Lübeck und Kiel (jeweils 7,70 €) negativ aus dem Rahmen. In keiner anderen Kommune ist hierzulande ein Tagesticket so teuer wie dort. Das ist sogar mehr als in Tokyo (6,81 €), Hamburg (6,80 €), Berlin (6,30 €), Paris (6 €) oder Los Angeles (3,71 €). Bitte beachten Sie Tabelle 1 im PDF-Anhang, S. 6.

d. Wochentickets: Warum ist Berlin teurer als New York?

Berlin rühmt sich gerne seiner zunehmenden Touristenscharen. Dennoch reibt man sich beim Blick auf die Kosten für Wochentickets verwundert die Augen: Ganze 27,20€ müssen Touristen hier hinblättern. Das ist weltweit ein Spitzenpreis. Getoppt wird das nur noch von Stockholm (32,56 €), London (32,31 €) und Amsterdam (30 €). Zum Vergleich: In New York können Einheimische und Touristen für lediglich 21,77€ das hervorragende U-Bahn-Netz sieben Tage lang benutzen. In Los Angeles ist man mit 14,85 € dabei, in München mit 12,30 €. Bitte beachten Sie Tabelle 1 im PDF-Anhang, S. 6.

e. Monatstickets: Köln und Berlin auch hier „Spitze“

Wer sich von den Kölner- oder Berliner Verkehrsbetrieben einreden lässt, eine Monatskarte sei dort günstig, der irrt gewaltig. Die beiden deutschen Metropolen sind längst weltweit auf den teuersten Plätzen zu finden. Allerdings gibt es mit einem Monatsticketpreis in Köln von 78,20 € oder in Berlin von 74 € noch(!) gehörigen Abstand zu Städten wie Tokyo (161,42 €), London (124 €) oder Stockholm (85,74 €). Doch: Es geht auch anders: In Los Angeles fahren die Verbraucher mit umweltfreundlichem Öffentlichen Nahverkehr bereits für 55,68 € einen Monat lang, in der schönen kanadischen Stadt Montreal für 53 €, in Rom für gerade einmal 30 € und in Moskau für nur 20,14 €. Bitte beachten Sie Tabelle 1 im PDF-Anhang, S. 7.

3. Bewertung Ticketpreise & Service in Deutschland, Österreich & Schweiz

a. Deutschland

Nicht einfach machten es sich die Studiendurchführenden in der Benotung der Leistungen des Öffentlichen Personennahverkehrs in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Um eine möglichst faire Beurteilung zu gewährleisten, wurden innerhalb von sieben Städteclustern, die sich nach der jeweiligen Einwohnerzahl richteten, Durchschnittswerte in der Ticketpreis-Gestaltung errechnet – allerdings unter Berücksichtigung des örtlichen durchschnittlichen monatlichen Bruttogehalts. Je nachdem, ob der örtliche Personennahverkehr in seinem städtischen Cluster durchschnittlich, überdurchschnittlich oder unterdurchschnittlich abschnitt (die Abweichung durfte maximal 10 Prozent vom Mittelpunkt aus berechnet betragen), verteilte ab-in-den-urlaub.de Noten. Das betraf auch bewertete Service-Indikatoren wie die angebotene Vielsprachigkeit auf der Homepage, den Ticketautomaten oder die Erhältlichkeit von Tickets z.B. an Automaten oder in den Fahrzeugen.

Die Ergebnisse für Deutschland: Sechsen oder Fünfen, also die schlechtesten Noten, gab es in keiner der 120 untersuchten deutschen Städte. Dafür aber erhielt immerhin jede fünfte untersuchte Stadt nur die Note 4 (19%)! Hierzu gehören Aalen (D; Note 4,0), Baden-Baden (D; 3,9), Bonn (D; 3,5), Bottrop (D; 4,1), Celle (D; 3,5), Flensburg (D; 3,6), Hagen (D; 3,8), Hildesheim (D; 3,9), Hof (D; 3,6), Jena (D; 3,6), Kiel (D; 4,1), Lausanne (CH; 3,6), Leipzig (D; 3,6), Lübeck (D; 3,8), Mainz (D; 3,5), Minden (D; 4,1), Moers (D; 4,4), Mönchengladbach (D; 3,6), Neunkirchen (D; 4,1), Oldenburg (D; 3,5), Pirmasens (D; 4,1), Recklinghausen (D; 4,3), Siegen (D; 3,8), Trier (D; 3,9). Kein Ruhmesblatt ernteten 69 weitere Städte (56%). Diese Kommunen bewegen sich mit einer Note Drei aber wenigstens im mittleren Bereich. Dazu gehören unter anderem Städte wie Bremerhaven, Hamburg, Lüneburg, Braunschweig, Dortmund, Reutlingen, Heidelberg, Offenburg, Tübingen, Erfurt, Magdeburg, Berlin, Frankfurt (Oder), Görlitz, Chemnitz, Göttingen und viele mehr.

Immerhin konnten sich 33 Städte im Zweier- oder Einser-Noten-Bereich einordnen – davon 28 aus Deutschland, eine aus der Schweiz und vier aus Österreich. Positiv: Aschaffenburg (D; 1,5), Augsburg (D; 1,6), Balingen (D; 1,6), Bamberg (D; 2,2), Bayreuth (D; 2,2), Coburg (D; 2,0), Cottbus (D; 1,8), Darmstadt (D; 1,8), Erlangen (D; 1,5), Esslingen (D; 2,4), Freiburg (D; 2,1), Fulda (D; 1,9), Fürth (D; 2,2), Gießen (D; 1,6), Graz (A; 1,7), Innsbruck (A; 2,4), Karlsruhe (D; 2,1), Koblenz (D; 1,4), Linz (A; 1,5), Ludwigsburg (D; 2,2), Ludwigshafen (D; 1,3), Mannheim (D; 2,4), München (D; 2,0), Nürnberg (D; 2,4), Passau (D; 2,1), Potsdam (D; 2,4), Regensburg (D; 2,1), Salzburg (A; 1,8), Stuttgart (D; 2,0), Wiesbaden (D; 2,3), Wolfsburg (D; 1,7), Würzburg (D; 2,4) und Zürich (CH; 1,9).

Bitte beachten Sie die Deutschland-Karte auf S. 9 im PDF-Anhang sowie die Detailauswertung in der Excel-Tabelle S. 15 ff.

b. Österreich

Mit ihrem Öffentlichen Nahverkehr können die Österreicher im Großen und Ganzen sehr zufrieden sein. Als einziges der drei untersuchten Länder schnitt es in fast allen untersuchten Städten – in Linz, Salzburg, Innsbruck und Graz – mit einer glatten Note Zwei ab. Nur Wien schaffte es nicht und wurde mit einer mittelmäßigen Drei bewertet. Bitte beachten Sie die Österreich-Karte auf S. 10 im PDF-Anhang sowie die Detailauswertung in der Excel-Tabelle S. 15 ff.

c. Schweiz

Sehr gut schnitt in der Schweiz die Stadt Zürich ab. Sie erhielt auf Grund von günstigen Ticketpreisen und einer vorbildlichen Vielsprachigkeit ihrer Serviceleistungen von ab-in-den-urlaub.de als einzige Schweizer Stadt eine glatte Zwei. Basel, Bern und Genf konnten sich lediglich im Dreier-Bereich einreihen. Am schlechtesten wurde das Angebot von Lausanne bewertet – eine glatte Vier. Bitte beachten Sie die Schweiz-Karte auf S. 11 im PDF-Anhang sowie die Detailauswertung in der Excel-Tabelle S. 15 ff.

4. Bewertung Ticketpreise insgesamt

a. Deutschland

Betrachtet man ausschließlich die Ticketpreise in den jeweiligen Städteclustern sowie das dort vorhandene durchschnittliche Brutto-Pro-Kopf-Einkommen, kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass es in Deutschland, Österreich und der Schweiz nur elf Städte (9%) von 130 untersuchten gibt, die die zweitschlechteste Note, eine Fünf, erhalten haben. Es sind dies: Leipzig, Minden, Neunkirchen, Pirmasens, Baden-Baden, Siegen, Bonn, Moers, Bottrop, Recklinghausen und Kiel. Sie waren mit allen untersuchten Ticket-Arten zu teuer.

Eine ebenfalls nicht gerade gute Note, nämlich eine Vier, wurde an immerhin 36% der Städte verliehen (43). Darunter waren Oldenburg, Essen, Köln, Berlin, Stralsund, Konstanz, Offenburg, Tübingen, Aalen, Heidelberg, Trier, Mainz, fast der gesamte Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (Duisburg, Essen, Mülheim a.d.R., Aachen, Hagen, Solingen etc.). Als teuer wurden auch die Städte Erfurt, Jena, Gera, Hof, Celle, Lübeck, Lüneburg, Schwerin, Kassel oder Flensburg bewertet – um nur einige zu nennen.

In all diesen Städten verdienen die Menschen nicht so viel, als dass die Ticketpreise als sozialverträglich angesehen werden könnten. Gerade der Öffentliche Nahverkehr hat eine besondere wichtige soziale und obendrein eine ökologische Funktion. Es sollte oberste Priorität der Städte sein, dass in einem Land, in dem so viele Menschen ökologisch orientierte Parteien wählen wie in Deutschland, der Öffentliche Personennahverkehr maximalen Ansprüchen gerecht wird. Davon sind wir in Deutschland in vielen Städten zu weit weg. Besonders ärgerlich ist das in Regionen wie Tübingen, die sich rühmen, von einem GRÜNEN Oberbürgermeister regiert zu werden.

Doch es gibt auch vorbildliche Städte – insgesamt 13%. Sie erreichten eine Zwei in der Bewertung der Ticketpreis-Gestaltung, wozu zum Beispiel München, Ingolstadt, Reutlingen, Frankfurt am Main, Fulda, Karlsruhe, Marburg, Hanau, Darmstadt, Braunschweig, Bamberg, Fürth gehören. Allerdings geht es auch noch besser. Für eine Top-Ticketpreis-Gestaltung in ihrem Städtecluster erhielten die folgenden deutschen Städte jeweils eine Eins: Regensburg, Passau, Augsburg, Stuttgart, Balingen, Aschaffenburg, Gießen, Erlangen, Coburg, Wolfsburg, Ludwigshafen, Cottbus und Gießen.

b. Österreich

In Österreich wurden Linz und Graz als einzige Städte mit einer glatten Eins ausgezeichnet. Ihr Ticketpreis-Niveau setzt in Österreich soziale Maßstäbe. Es folgen Wien und Salzburg. Am schlechtesten schnitt Innsbruck ab – obgleich sich die dort vergebene Drei immer noch im Vergleich zu den zahlreichen Fünfen und Vieren in Deutschland sehen lassen kann.

c. Schweiz

Obwohl Zürich seit Jahren in vielen internationalen Untersuchungen als eine sehr teure Stadt klassifiziert wird, schnitt sie in der ab-in-den-urlaub.de-Studie zum Öffentlichen Personennahverkehr in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit einer glatten Eins ab. Die in Zürich für Tickets verlangten Preise sind absolut sozialverträglich und günstig. Auch ist das gesamte angebotene Netz in Zürich vorbildlich engmaschig. Mit einer Drei kann sich Genf gerade noch zufrieden geben, während an Lausanne und Bern auf Grund von viel zu teuren Tickets jeweils eine Vier vergeben werden musste. Bitte beachten Sie die geografischen Karten auf den Seiten 12, 13 und 14.

5. Monatskarte

In Deutschland werden Monatstickets in insgesamt 36 Städten eindeutig nicht sozialverträglich, sondern unter Berücksichtigung der Städtecluster (Einwohnerzahl unter Berücksichtigung des örtlichen Bruttoeinkommens) zu teuer verkauft. Alle folgenden Zahlen beruhen auf der Summierung von zwölf Monatstickets zu einem Gesamtjahresposten. Eindeutig zu teuer ist der Öffentliche Nahverkehr mit seinen Monatstickets in den folgenden Städten: Gera (D; 594,00 €; entspricht 46% über Schnitt in Kategorie), Berlin (D; 888,00 €; entspricht 43% über Schnitt in Kategorie), Minden (D; 714,00 €; +39%), Bonn (D; 938,40 €; +39%), Mainz (D; 840,00 €; +36%), Moers (D; 738,00 €; +35%), Bottrop (D; 709,80 €; +35%), Neunkirchen (D; 600,00 €; +32%), Aalen (D; 750,00 €; +32%), Recklinghausen (D; 709,80 €; +30%), Herne (D; 733,20 €; +27%), Solingen (D; 733,20 €; +26%), Bergisch-Gladbach (D; 688,80 €; +25%), Köln (D; 938,40 €; +25%), Hamm (D; 686,40 €; +23%), Siegen (D; 762,00 €; +21%), Pirmasens (D; 558,00 €; +19%), Hagen (D; 733,20 €; +19%), Oberhausen (D; 733,20 €; +18%), Kassel (D; 774,00 €; +18%), Jena (D; 604,80 €; +17%), Gelsenkirchen (D; 733,20 €; +17%), Heidelberg (D; 702,00 €; +16%), Remscheid (D; 733,20 €; +16%), Trier (D; 633,60 €; +16%), Mülheim an der Ruhr (D; 733,20 €; +16%), Leipzig (D; 662,40 €; +15%), Mönchengladbach (D; 733,20 €; +15%), Lüneburg 534,00 €; +14%), Ludwigsburg (D; 663,60 €; +14%), Neuss (D; 733,20 €; +14%), Erfurt (D; 604,80 €; +14%), Wiesbaden (D; 840,00 €; +13%), Schwäbisch Hall (D; 576,00 €; +13%), Baden-Baden (D; 576,00 €; +13%) und Hildesheim (D; 624,00 €; +11%).

Im preislichen Mittelfeld liegen hingegen Frankfurt a.M. (D; 942,00 €; entspricht 8% über Schnitt in Kategorie), Rostock (D; 542,40 €; entspricht 2% über Schnitt in Kategorie), Essen (D; 733,20 €; +2%), Chemnitz (D; 540,00 €; +2%), Dresden (D; 606,00 €; +1%), Flensburg (D; 480,00 €; 0%), Frankfurt (Oder) (D; 444,00 €; -1%), Salzburg (A; 558,00 €; -2%), Innsbruck (A; 519,60 €; -3%), Düsseldorf (D; 733,20 €; -5%), Heilbronn (D; 546,00 €; -5%), Hamburg (D; 696,00 €; -6%), Wien (A; 594,00 €; -6%) und Genf (CH; 682,40 €; -10%).

Günstig sind Monatskarten (summiert auf 12 Monate) in den folgenden Städten: Freiburg (D; 552,00 €; entspricht 11% unter Schnitt in Kategorie), Bremerhaven (D; 510,00 €; entspricht 15% unter Schnitt in Kategorie), Ludwigshafen (D; 702,00 €; -16%), Bremen (D; 583,20 €; -17%), Stuttgart (D; 663,60 €; -22%), Regensburg (D; 492,00 €; -29%), München (D; 538,80 €; -31%), Augsburg (D; 423,60 €; -38%) und Zürich (CH; 477,68 €; -49%). Bitte beachten Sie die Tabelle auf S. 18 sowie die geografischen Karten auf den Seiten 25, 31 und 37.

6. Standard-Einzelticket

Unter Berücksichtigung der Städtecluster und des örtlich zur Verfügung stehenden Einkommens müssen die Standard-Einzeltickets des Öffentlichen Personennahverkehrs in den folgenden Städten als zu teuer bezeichnet werden: Neunkirchen (D; 2,40 €; entspricht 55% über Schnitt in Kategorie), Bern (CH; 3,25 €; entspricht 40% über Schnitt in Kategorie), Bottrop (D; 2,30 €; +24%), Baden-Baden (D; 2,20 €; +24%), Gera (D; 1,80 €; +22%), Tübingen (D; 2,10 €; +21%), Suhl (D; 1,70 €; +21%), Moers (D; 2,30 €; +21%), Recklinghausen (D; 2,30 €; +21%), Konstanz (D; 2,10 €; +20%), Bonn (D; 2,50 €; +19%), Mainz (D; 2,50 €; +19%), Saarbrücken (D; 2,40 €; +18%), Minden (D; 2,10 €; +17%), Lübeck (D; 2,30 €; +17%), Hamm (D; 2,25 €; +16%), Herne (D; 2,30 €; +16%), Aachen (D; 2,40 €; +15%), Solingen (D; 2,30 €; +15%), Siegen (D; 2,45 €; +15%), Pirmasens (D; 1,80 €; +15%), Würzburg (D; 2,30 €; +14%), Oldenburg (D; 2,20 €; +14%), Stralsund (D; 1,80 €; +14%), Hof (D; 1,80 €; +14%), Leipzig (D; 2,10 €; +13%), Kiel (D; 2,30 €; +13%), Genf (CH; 2,84 €; +12%), Hamburg (D; 2,80 €; +12%), Oberhausen (D; 2,30 €; +12%), Bergisch Gladbach (D; 2,10 €; +11%), Bochum (D; 2,30 €; +11%) und Hannover (D; 2,30 €; +11%).

Im Mittelfeld liegen hingen: Offenburg (D; 2,00 €; entspricht 9% über Schnitt in Kategorie), Berlin (D; 2,30 €; entspricht 8% über Schnitt in Kategorie), Köln (D; 2,50 €; +7%), Neubrandenburg (D; 1,60 €; +5%), Magdeburg (D; 1,80 €; +3%), Basel (CH; 2,60 €; +1%), Rostock (D; 1,70 €; -3%) und Frankfurt a.M. (D; 2,50 €; -10%).

Als günstig wurden die folgenden Städte eingestuft: Salzburg (A; 1,60 €; entspricht 15% unter Schnitt in Kategorie), Regensburg (D; 2,00 €; -17%), Aschaffenburg (D; 1,50 €; entspricht 21% unter Schnitt in Kategorie), Stuttgart (D; 2,00 €; -29%), Ludwigshafen (D; 2,20 €; -30%), Zürich (CH; 2,11 €; -33%), Darmstadt (D; 1,70 €; -33%) und Augsburg (D; 1,20 €; -53%). Bitte beachten Sie die geografischen Karten auf den Seiten 26, 38 und 38.

7. Tagesticket

Tagestickets sind vor allem für Touristen sehr wichtig. Deshalb wurde auf die Preisgestaltung dieser Tickets in allen 130 Städten von ab-in-den-urlaub.de genaues Augenmerk gelegt. Die folgenden Städte sind eindeutig zu teuer: Bern (CH; 9,75 €; entspricht 83% über Schnitt in Kategorie), Lüneburg (D; 6,80 €; entspricht 65% über Schnitt in Kategorie), Lübeck (D; 7,70 €; +53%), Kiel (D; 7,70 €; +49%), Bonn (D; 7,30 €; +40%), Köln (D; 7,30 €; +30%), Pirmasens (D; 5,30 €; +29%), Bergisch-Gladbach (D; 5,80 €; +29%), Oldenburg (D; 5,80 €; +27%), Bottrop (D; 5,50 €; +27%), Aalen (D; 6,00 €; +25%), Aachen (D; 6,60 €; +25%), Ludwigsburg (D; 6,10 €; +25%), Minden (D; 5,50 €; +25%), Neunkirchen (D; 5,00 €; +25%), Siegen (D; 6,15 €; +23%), Moers (D; 5,50 €; +23%), Recklinghausen (D; 5,50 €; +23%), Flensburg (D; 5,10 €; +22%), Bremerhaven (D; 5,80 €; +21%), Esslingen (D; 6,10 €; +21%), Mainz (D; 5,90 €; +20%), Verden (D; 5,00 €; +20%), Celle (D; 5,20 €; +20%), Schwerin (D; 4,60 €; +19%), Bremen (D; 6,30 €; +19%), Dessau-Roßlau (D; 4,50 €; +19%), Paderborn (D; 5,60 €; +19%), Herne (D; 5,50 €; +18%), Solingen (D; 5,50 €; +18%), Basel (CH; 6,91 €; +17%), Kassel (D; 6,00 €; +16%), Lausanne (CH; 6,99 €; +15%), Berlin (D; 6,30 €; +15%), Schwäbisch Hall (D; 5,00 €; +13%), Trier (D; 5,00 €; +13%), Offenburg (D; 5,10 €; +13%), Hagen (D; 5,50 €; +12%), Leipzig (D; 5,00 €; +12%), Baden-Baden (D; 4,90 €; +12%) und Suhl (D; 4,00 €; +11%).

Im preislichen Mittelfeld bewegen sich: Heidelberg (D; 5,30 €; entspricht 10% über Schnitt in Kategorie), Genf (CH; 6,50 €; entspricht 10% über Schnitt in Kategorie), Neuss (D; 5,50 €; +8%), Saarbrücken (D; 5,00 €; +6%), Hamburg (D; 6,80 €; +6%), Mönchengladbach (D; 5,50 €; +2%), Jena (D; 4,20 €; +2%), Essen (D; 5,50 €; +2%), Freiburg (D; 5,30 €; +2%), Neubrandenburg (D; 3,80 €; +1%), Pforzheim (D; 4,70 €; -2%), Stuttgart (D; 6,10 €; -5%), Wiesbaden (D; 5,90 €; -7%), Bamberg (D; 4,20 €; -7%), Augsburg (D; 5,40 €; -8%), Mannheim (D; 5,30 €; -9%) und Görlitz (D; 3,00 €; -10%).

Als günstig gelten: Chemnitz (D; 3,80 €; entspricht 12% unter Schnitt in Kategorie), Linz (A; 3,80 €; entspricht 16% unter Schnitt in Kategorie), Reutlingen (D; 4,20 €; -17%), München (D; 5,40 €; -23%), Nürnberg (D; 4,20 €; -24%), Ludwigshafen (D; 5,30 €; -27%), Frankfurt a.M. (D; 4,90 €; -31%), Wolfsburg (D; 5,30 €; -31%) und Zürich (CH; 4,22 €; -50%). Bitte beachten Sie die geografischen Karten auf den Seiten 27, 33 und 39.

8. Wochenticket

Auch hier gibt es wieder zahlreiche Städte, die als zu teuer eingestuft werden mussten: Genf (CH; 30,87 €; entspricht 69% über Schnitt in Kategorie), Berlin (D; 27,20 €; entspricht 68% über Schnitt in Kategorie), Görlitz (D; 18,00 €; +58%), Siegen (D; 23,20 €; +43%), Gera (D; 16,20 €; +42%), Neunkirchen (D; 16,10 €; +35%), Minden (D; 18,00 €; +34%), Mainz (D; 20,60 €; +29%), Hamm (D; 19,10 €; +29%), Moers (D; 18,50 €; +27%), Ludwigsburg (D; 18,70 €; +26%), Lausanne (CH; 24,37 €; +26%), Heidelberg (D; 19,50 €; +24%), Pirmasens (D; 15,00 €; +23%), Esslingen (D; 18,70 €; +21%), Lübeck (D; 18,30 €; +21%), Halle (Saale) (D; 16,50 €; +19%), Aachen (D; 18,90 €; +18%), Jena (D; 16,20 €; +18%), Kiel (D; 18,30 €; +17%), Erfurt (D; 16,20 €; +17%), Leipzig (D; 18,80 €; +16%), Kassel (D; 19,50 €; +16%), Bonn (D; 20,80 €; +15%), Konstanz (D; 15,00 €; +14%), Dresden (D; 19,00 €; +14%), Münster (D; 19,00 €; +13%), Chemnitz (D; 15,30 €; +12%), Celle (D; 14,70 €; +11%) und Wiesbaden (D; 20,60 €; +11%).

Im Mittelfeld bewegen sich hingegen: Rostock (D; 14,90 €; entspricht 9% über Schnitt in Kategorie), Trier (D; 15,30 €; entspricht 7% über Schnitt in Kategorie), Schwerin (D; 12,20 €; +5%), Saarbrücken (D; 16,10 €; +5%), Frankfurt (Oder) (D; 12,20 €; +3%), Köln (D; 20,80 €; +2%), Hildesheim (D; 14,50 €; +0%), Bielefeld (D; 18,00 €; -1%), Innsbruck (A; 13,20 €; -4%), Cottbus (D; 12,20 €; -5%), Eisenach (D; 10,40 €; -7%) und Wien (A; 14,00 €; -10%).

Günstig sind die folgenden Städte: Bayreuth (D; 11,70 €; entspricht 13% unter Schnitt in Kategorie), Kempten (D; 11,80 €; entspricht 15% unter Schnitt in Kategorie), Fulda (D; 11,20 €; -16%), Hamburg (D; 15,50 €; -17%), Aschaffenburg (D; 11,20 €; -22%), Stuttgart (D; 18,70 €; -22%), Braunschweig (D; 12,40 €; -28%), Ingolstadt (D; 16,00 €; -31%), München (D; 12,30 €; -41%), Passau (D; 8,00 €; -42%) und Erlangen (D; 11,70 €; -55%). Bitte beachten Sie die geografischen Karten auf den Seiten 28, 34 und 40.

9. Vielsprachigkeit an den Automaten und in den Fahrzeugen

a. Ticket-Automaten

Es passt nicht mehr in eine international vernetzte Welt, auch nicht in ein immer enger verbundenes Europa oder eine EU (Europäische Union), wenn in Hochindustrie-Standorten wie in Deutschland, Österreich oder der Schweiz der Öffentliche Personennahverkehr nicht auch multikulturell ausgerichtet ist. Deshalb wurde hier getestet: Wie vielsprachig sind die ÖPNVs. Dabei gibt es ein sehr breites Spektrum – von sieben Sprachen an den Ticket-Automaten (z.B. in Oberhausen (Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Türkisch, Niederländisch) bis hin zu „nur Deutsch“.

Am besten schnitten die folgenden Städte ab und erhielten von ab-in-den-urlaub.de deshalb die Note „sehr gut“, da ihr Sprachenspektrum sich zwischen 7 und 3 Sprachen bewegte: Augsburg (D), Basel (CH), Bergisch-Gladbach (D), Berlin (D), Bern (CH), Bochum (D), Bonn (D), Bremen (D), Darmstadt (D), Dortmund (D), Düsseldorf (D), Erlangen (D), Essen (D), Frankfurt a.M. (D), Freiburg (D), Fürth (D), Gelsenkirchen (D), Gießen (D), Hamm (D), Hannover (D), Heidelberg (D), Herne (D), Innsbruck (A), Karlsruhe (D), Kassel (D), Koblenz (D), Köln (D), Linz (A), Ludwigsburg (D), Ludwigshafen (D), Mannheim (D), Mülheim a.d. Ruhr (D), München (D), Nürnberg (D), Oberhausen (D), Offenbach am Main (D), Remscheid (D), Saarbrücken (D), Salzburg (A), Schwäbisch Hall (D), Solingen (D), Stuttgart (D), Ulm (D), Wiesbaden (D), Wolfsburg (D) und Würzburg (D).

Ein „ungenügend“ oder „mangelhaft“ musste an die folgenden Städte vergeben werden: Dresden (D), Aachen (D), Bielefeld (D), Cottbus (D), Erfurt (D), Genf (CH), Hamburg (D), Ingolstadt (D), Jena (D), Kiel (D), Lausanne (CH), Mainz (D), Oldenburg (D), Osnabrück (D), Paderborn (D), Regensburg (D) und Siegen (D).

b. Fahrzeug-Durchsagen

Es ist zudem nicht mehr akzeptabel, wenn in den Bussen, U-Bahnen, S-Bahnen oder Straßenbahnen besonders auf den wichtigsten städtischen Verbindungen immer noch nur „Deutsch“ (oder in Genf nur Französisch) gesprochen wird. Wenigstens eine weitere Fremdsprache ist heute mehr als angebracht. Entsprechend hart fiel das Urteil aus, für Städte, die immer noch nicht in der globalisierten Welt angekommen zu sein scheinen. Ein „ungenügend“ ging u.a. an: Baden-Baden (D), Dortmund (D), Düsseldorf (D), Essen (D), Hannover (D), Köln (D) und Stuttgart (D). Dass in einer Touristen-Metropole wie Köln fast nur Deutsch in den Öffentlichen Verkehrsmitteln gesprochen wird, mutet besonders engstirnig an.

Ein „sehr gut“ konnte nur an Leipzig (D) vergeben werden – hier erhalten die städtischen Einwohner als auch die Touristen Auskünfte in Deutsch, Englisch und Französisch. Die Nachbarstadt Dresden (D), eine der wichtigsten Touristenzentren Deutschlands, konnte mit deutschen und englischen Durchsagen immerhin ein „befriedigend“ für sich verbuchen. In diese Kategorie fallen auch Städte wie Hamburg (D), Erfurt (D) oder Zürich (CH).

c. Homepages

Ebenfalls unverzeihlich ist es, wenn Homepages des Öffentlichen Personennahverkehrs immer noch nur in „Deutsch“ angeboten werden. Hierzu gehören zum Beispiel die Städte Bern (CH), Münster (D), Potsdam (D), Baden-Baden (D), Wuppertal (D), Tübingen (D), Mainz (D), Regensburg (D), Garmisch-Partenkirchen (D), Augsburg (D), Karlsruhe (D) oder Würzburg (D).

Vorbildlich sind hingegen die vielsprachigen Homepages von Städten wie Wiesbaden (D), Köln (D), München (D), Bochum (D), Gelsenkirchen (D), Essen (D), Freiburg (D), Heidelberg (D), Basel (CH), Mülheim a.d.R. (D), Neuss (D) oder Dortmund (D).

Provinziell lächerlich generiert sich das Schweizer Städtchen Genf auch auf seiner Homepage. Die einzige Sprache die dort angeboten wird ist Französisch – und das, obwohl in der Schweiz überwiegend Deutsch gesprochen wird. Selbst die Polizei weigert sich in Genf häufig auch nur ein Wort Deutsch oder Englisch zu sprechen. So viel provinzielle Engstirnigkeit gibt es in keiner anderen der 130 untersuchten Städte. Vergleichbar ist das allenfalls noch mit den Taxifahrern in Kairo. Die können oft außer Ägyptisch auch keine andere Sprache. Nur dass Ägypten ein Schwellenland von der Dritten in die Zweite Welt ist. Bitte beachten Sie die detaillierte Sprachen-Tabelle auf S. 46 im PDF-Anhang.

10. Studiendesign (Kurzdarstellung)

Um dem gebetsmühlenartigen Vorwurf gegen Studien vorzubeugen, die sich mit dem Öffentlichen Personennahverkehr beschäftigen, man vergleiche angeblich nicht Vergleichbares, eben Äpfel mit Birnen, hat die ab-in-den-urlaub.de-Forschungsleitung ihr Studiendesign in diesem Jahr weiter verfeinert und sich der föderalen Vielfalt vor allem Deutschlands weiter angepasst. Damit soll eine möglichst faire Beurteilung gewährleistet werden.

• Zunächst wurden die 130 größten deutschen, österreichischen und Schweizer Städte in sieben Einwohner-Cluster eingeteilt. Die Cluster orientieren sich an der Anzahl der Einwohner je Ort.

• Jede Stadt musste innerhalb des zu ihr gehörenden Clusters ihre Preise für Monatstickets, Standard-Einzeltickets, Tagestickets, Kurzstreckentickets oder Flughafentickets im Vergleich zu den anderen Städten im Cluster messen lassen.

• Doch nicht nur das: Da das Einkommen in Deutschland, Österreich oder der Schweiz erheblich schwankt – beispielsweise in Deutschland zwischen rund 21.000 € brutto jährlich bis hin zu knapp 40.000 € – wurden alle Städte und deren ÖPNV-Ticketpreise auch anhand des durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommens gemessen.

• Das wurde wiederum ins Verhältnis zum Durchschnitts-Einkommen im Städtecluster gestellt, um schlussendlich eine möglichst faire und objektive Bewertung der Ticketpreise gewährleisten zu können.

• Da das Bruttogehalt in der Schweiz nicht mit dem Bruttogehalt in Deutschland vergleichbar ist, da in der Schweiz deutlich mehr private Vorsorge getroffen werden muss, wurde in der Schweiz eine Art „zweites Bruttogehalt“ ausgerechnet. Dieses entspricht in etwa dem deutschen Bruttogehalt. Dieses „zweite Bruttogehalt“ dient nun als Basis für die Beurteilung, ob ein ÖPNV-Ticket teuer oder günstig ist. In Österreich war eine solche Anpassung nicht notwendig.

Alle ÖPNV-Angaben wurden entweder direkt auf den Homepages der Verkehrsbetriebe recherchiert oder über die Pressestellen und Service-Hotlines abgefragt. Es kann keine Gewähr für die Richtigkeit aller Angaben übernommen werden. Jedoch wurden Fehler durch zwei unabhängige Korrekturschleifen maximal versucht zu verhindern.

Medienkontakt

Tina Kämpf
Pressereferentin/Press referent
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