Der Nationalpark Harz: Naturschutz und Erholung

Der Nationalpark Harz erstreckt sich über zwei Bundesländer und entstand am 01. Januar 2006 aus dem Zusammenschluss der beiden Nationalparks in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Inmitten des urwüchsigen Landstrichs bildet der Brocken mit seinen 1141 m Höhe die höchste Erhebung im Nationalpark. Der Park schützt und erhält eine einzigartige Landschaft aus Mooren, Wäldern und Fließgewässern. Dabei beherbergt er eine Fülle an verschiedenen Tieren und Pflanzen, die woanders kaum noch vorkommen. Die vielfältigen Naturräume machen den Reiz des Nationalpark Harz aus. Neben großen Buchenwäldern am Nord- und Südrand, begeistern die geheimnisvollen Moore, Felsen und Fichtenwälder in den Hochlagen des Harzes. Bohlenstege geben unseren Besuchern die Möglichkeit die Besonderheiten der Oberharzer Moore zu erleben, die zu den besterhaltenen Hochmooren in Deutschland zählen.

Die Böden des Waldes bestehen an vielen Stellen aus einem dichten Teppich aus Moos. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit gedeihen hier üppige Moospflanzen und die Bäume werden von eigenwilligen Flechtenkrusten überzogen. Die Wälder werden immer wieder von kargen Felslandschaften durchbrochen, welche aus dem Boden ragen. Im Nationalpark Harz finden sich überall Gewässer, die schon immer eine hohe Bedeutung für die Region hatten. So wurde das Wasser früher sehr umfangreich für den Bergbau genutzt. Heute dient es hauptsächlich der Natur, erfreut das Wanderherz in Form von kleinen Bächen und Flüssen und bietet Lebensraum für zahlreiche Tiere.

Größe und Ausdehnung

Der Nationalpark Harz umfasst in der Nord-Süd-Richtung das Gebiet von Bad Harzburg und Ilsenburg am nördlichen Harzrand über die Hochlagen des Harzes bis hin zum Oderstausee bei Bad Lauterberg, der die südliche Begrenzung des Parks darstellt. Die südwestliche Ausdehnung geht von der Hochlage über den Acker-Bruchberg-Zug bis an den Rand des Harzes rund um Herzberg. Das umfasst sämtliche der verschiedenen Klimazonen, die geologischen Formationen, Luv- und Leeseiten und unterschiedlichen Lebensraumtypen des Harzes. Durch die unberührte Natur des Nationalparks mit seinen ganz vielfältigen Waldtypen und dem urwaldähnlichen Erscheinungsbild entstehen auch zukünftig Natur- und Lebensräume mit eigener Dynamik.

Blick von der Rabenklippe auf den Brocken

Blick von der Rabenklippe auf den Brocken

Enorme Schutzwürdigkeit

Durch seine Lage und den Besonderheiten des Klimas und der Geologie ist der Nationalpark Harz eine besonders wichtige Region für den Naturschutz. Die Klimabedingungen in den Hochlagen des Harzes ähneln eher denen der Hochgebirge in den Alpen, als den klimatischen Bedingungen anderer Mittelgebirge in Deutschland. Die Tier- und Pflanzenwelt im Harz hat sich den speziellen Gegebenheiten angepasst und ist im übrigen Land nur selten anzutreffen.

Durch die verschiedenen klimatischen und geographischen Bedingungen findet man im Harz verschiedene Waldtypen vor. Die unteren und mittleren Hanglagen sind durch Buchenwälder gekennzeichnet, während in den oberen Hanglagen Buchen-Fichten-Mischwälder zu finden sind. In den Hochlagen kommen dann nur noch Bergfichtenwälder vor. Wer die verschiedenen Waldgesellschaften Mitteleuropas kennenlernen möchte, der kann dies mit einer Halbtageswanderung durch den Nationalpark Harz erleben. Der Wanderer bekommt hier auf kleinem Raum eine große biologische Vielfalt geboten, die seines Gleichen sucht.

Der besonders naturnahe Zustand und die für Mitteleuropa außergewöhnliche Urwüchsigkeit nehmen den Besucher auf eine Reise in eine vergangene Zeit mit. Die verschiedenen Moore oder Felsbiotope, sowie Fließgewässer und Wälder sind sich selbst überlassen und gestalten eine interessante Landschaft.

Behutsame Waldentwicklung

Das oberste Ziel des Nationalpark Harz ist die natürliche Dynamik des Waldes zu fördern und sich selbst zu überlassen. In Mitteleuropa ist praktisch kein Urwald mehr zu finden und mit dem Harz besteht die Chance dies zu ändern. Die Entwicklung des Waldes wurde im Verlauf der Jahrtausende durch den Bergbau so stark verändert und beeinflusst, dass nun nur noch das Ziel verfolgt eine naturnahe Struktur mit natürlichen Baumarten zu fördern, um anschließend den Harz seiner natürlichen Entwicklung zu überlassen. Derzeit finden bereits auf 60% des Gebietes keine Waldentwicklungsmaßnahmen mehr statt. Dieser Bereich bildet die Naturdynamikzone (Kernzone). Allerdings werden in den Randgebieten zu anderen Wirtschaftswäldern die Borkenkäfer bekämpft. Die Naturentwicklungszone wird stärker beeinflusst. Hier wird ebenfalls der Borkenkämpfer bekämpft und zusätzlich durch Maßnahmen die Entwicklung des Waldes gesteuert und in Richtung Eigendynamik gelenkt. Bis zum Jahr 2022 sollen insgesamt 75% des Harzes zur Kernzone gehören.

Luchspaar

Luchspaar im Harz / Foto: Siegfried Richter

Öffentlichkeitsarbeit, Bildung, Erholung und Regionalentwicklung

Neben dem Naturschutz und der Vergrößerung der Naturdynamikzone spielt es für den Nationalpark Harz auch eine wichtige Rolle, die Natur erlebbar zu machen und dem Besucher nahe zu bringen. Die verschiedenen Einrichtungen, wie das Nationalpark-Bildungszentrum Sankt Andreasberg, die Nationalparkhäuser und Nationalpark-Informationsstellen sowie die Nationalparkwacht Harz und die Informations- und Bildungsarbeit des Nationalparks Harz machen das Thema einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.

Die Nationalparkwacht Harz

Im Nationalpark Harz sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Nationalparkwacht Harz, auch „Ranger“ genannt, für die Überwachung und Einhaltung der Gesetze im Nationalpark zuständig. Ob zu Fuß, mit dem Mountainbike oder dem Geländefahrzeug, sie sind zu jeder Jahreszeit, im Winter sogar mit Skiern, unterwegs. Die Nationalparkwacht Harz gehört zur Nationalparkverwaltung Harz und besteht heute aus etwa 40 ausgebildeten Forstwirten mit einer besonderen Fortbildung als “Geprüfter Natur- und Landschaftspfleger”. Neben der Überwachung organisieren und leiten sie Wanderungen zu verschiedenen Themen wie Naturerlebnis- oder Fledermauswanderungen, geben Informationen zum Nationalpark Harz und weisen Ihnen auch mal den richtigen Weg. Die Mitarbeiter der Nationalparkwacht Harz achten darauf, dass kein Müll hinterlassen und das Leinengebot für Hunde eingehalten wird. Ebenso sind sie Ansprechpartner vor Ort und helfen bei Notfällen.

Anreise und Unterkunft

Mit der Bahn: Von Norden bis Bad Harzburg oder Wernigerode; von Süden nach Herzberg oder Bad Lauterberg. Weiterreise mit dem Bus oder der Dampf betriebenen Schmalspurbahn zum Brocken. Mit dem Auto: Von Norden über die Bundesstraßen B 6 (Goslar – Bad Harzburg – Wernigerode) oder B 81 von Magdeburg. Von Süden auf der Bundesstraße B 243 über Herzberg. Unter www.nationalpark-harz-partner.de findet ihr mehr Informationen über die Nationalparkpartner, bzw. für eure Übernachtung könnt ihr zwischen vielen Hotels im Harz auch auf Ab-in-den-Urlaub.de wählen.

Kontakt:
Nationalparkverwaltung Harz
Lindenallee 35, 38855 Wernigerode
Tel. 0 39 43/55 02-0, Fax -37
poststelle@nationalpark-harz.de
www.nationalpark-harz.de