Top 10 unserer schönsten Sakralbauten


Unter den Fotos deiner letzten Städtereise findet sich auch ein Bild der hiesigen Kirche, nicht wahr? Denn ob gläubig oder nicht, seit alters her üben Sakralbauten eine ganz besondere Faszination auf uns aus. Man muss also kein Pilger sein, um die Ruhe, Schönheit und Mystik einer Kirche aufzusuchen. Und es muss auch nicht immer der Kölner Dom oder die Kathedrale Notre Dame Paris sein. Wir nehmen euch gleich auf eine kleine Rundreise zu zehn schönen Kirchen mit, die du bisher sicherlich noch nicht kanntest. Und vielleicht entdeckst du die eine oder andere Kirche demnächst ja selbst, bei einer Wanderung, Radtour oder einem schönen Urlaub in Deutschland. Auf geht es in die ruhigen Ecken ganz in deiner Nähe.

Platz 10: Wieskirche

Unsere Reise beginnt in der bayerischen Gemeinde Steingaden im sogenannten „Pfaffenwinkel“ mit einem echten Juwel. Hier liegt im Ortsteil Wies die Wieskirche. Es handelt sich um eine besonders prunkvolle, stattliche Wallfahrtskirche, die 1745 bis 1754 erbaut wurde. Prägend sind die verspielten Stilelemente und das Stuckwerk des Rokoko, die farbenfrohe, helle Ausgestaltung der Innenräume und die goldbesetzten Bilder. Die Kuppeldecke der Wieskirche ist mit einem beeindruckenden Fresko ausgemalt. Der Prunk hatte seinerzeit zur Folge, dass die Baukosten um mehr als das Vierfache überzogen wurden. Dafür aber, entstand dieses unfassbar schöne Kleinod.

Kuppel der Wieskirche in Bayern

Die Kupopeldecke der Wieskirche ist wirklich eine Besonderheit

Seit 1983 zählt die Wieskirche bezeichnender Weise auch zum UNESCO Weltkulturerbe. Damit wird ihre künstlerische Bedeutung angemessen gewürdigt. Denn die Kunst des Ganzen ist, trotz der reichhaltigen Spielereien, dass die Kirche nicht überladen wirkt. Besucher können in der Wieskirche auch den Ursprung des Ganzen bewundern: Die Figur des Gegeißelten Heilandes, die wiederum von ganz einfacher Machart ist. Jährlich zieht diese bedeutende Figur unzählige Pilger in die Wieskirche. Ganz besonders lohnt der Besuch aber auch zu einem der kirchenmusikalischen Konzerte. Feste Termine sind beispielsweise der 1. Mai zur Eröffnung des Wallfahrtsjahres, der Sonntag am oder auf den 14. Juni sowie der erste Sonntag im September. Führungen, bei denen sich der Sinn und die Bedeutung dieses schönen Gotteshauses leibhaftig erschließt, sind Montag bis Samstag nach telefonischer Anmeldung möglich (Tel. 08862 93293-0).

Platz 9: Eine-Welt-Kirche

Eine Kirche ganz anderer Art finden wir hingegen in Schneverdingen im niedersächsischen Heidekreis vor. Hier steht die Eine-Welt-Kirche, die sicherlich zu den jüngsten Kirchen Deutschland zählt. Erst 1999 wurde die Eine-Welt-Kirche im Zuge eines Projekts der Expo 2000 in Holzbauweise errichtet. Neben der besonderen Architektur aus Fichtenholz und Stahlverspannungen gibt es auch im lichtdurchfluteten Inneren etwas ungewohntes zu sehen: Der sogenannte Eine-Erde-Altar besteht aus mehreren Erd- und Sandproben, die als Spenden aus der ganzen Welt gesammelt wurden. Dabei lässt sich nachvollziehen, welche Probe von welchem Teil der Erde stammt. Genutzt wird die Eine-Welt-Kirche von der evangelisch-lutherischen Markusgemeinde Schneverdingen für Gottesdienste, Familiengottesdienste, aber auch für musikalische Veranstaltungen und Seminare. Wer als Besucher die in Norddeutschland einmalige Brettstapelbauweise der Eine-Welt-Kirche bewundern möchte, kann individuell eine Kirchenführung vereinbaren (Frau Ingrid Rösch, Tel. 05193 800 828). Regulär für Besucher geöffnet ist Montag bis Samstag von 10 bis 12 sowie täglich von 15 bis 17 Uhr.

Eine-Welt-Kirche in Schneverdingen

einfach anders: Die Eine-Welt-Kirche wurde in Holzbauweise errichtet

Platz 8: Kirche Frankenau

Dritter Stopp ist auf Platz 8 der schönsten Kirchen, eher ein Kirchenort. Er liegt auf dem Talgang, einem 566 Meter hohen Berg im Nationalpark Kellerwald-Edersee im hessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg. Auf dem Nordausläufer des Berges, dem sogenannten Quernst, steht die Quernstkapelle. Es wird vermutet, das hier schon in vorchristlicher Zeit ein Heiligtum der Germanen stand. Zu Anfang des 8. Jahrhunderts soll daraus die Quernstkirche hervorgegangen sein, deren Überreste bis heute zu finden sind. Wahrscheinlich wurde die Kirche infolge der Reformation aufgegeben. Der Verfall tat sein Übriges. Ausflügler und Wanderer haben heute ihren Spaß daran, alte Mauerreste und Steine der ehemaligen Kirchtürme zu entdecken. Die Quernstkapelle als Nachfolgebau liegt unweit dieser Ruinenstätte. Erst 2006 eingeweiht, lädt der kleine Bau aus Natursteinen und Holz in einem kleinen Andachtsraum dazu ein, Ruhe und Schutz zu finden. Durch die exponierte Lage auf der unbewaldeten Hochfläche des Quernst hat man zudem einen schönen Ausblick, sodass die kleine Quernstkappelle rund ums Jahr ein wunderschönes Wanderziel im Nationalpark Kellerwald-Edersee darstellt. Der vom Nationalpark geschützte Buchenwald zählt zum UNESCO Weltnaturerbe.

Platz 7: Schafstallkirche St. Martin

Weiter geht es zur nächsten Kirche, die ebenfalls ungewöhnlich ist. Die 1989 eingeweihte Schafstallkirche St. Martin findet man in der Kleinstadt Munster im niedersächsischen Heidekreis zwischen Hamburg und Hannover. Wie der Name vermuten lässt, wurde hier statt eines monumentalen Kirchenbaus, einfach ein Schafstall umfunktioniert. Das klingt erst einmal amüsant, doch spätestens auf den zweiten Blick entdeckt der Betrachter auch die damit verbundene Romantik. Das strohgedeckte Dach und das hölzerne Interieur sorgen für ein ganz besonderes Ambiente und zeichnen die Schafstallkirche St. Martin in besonderer Weise aus. Zudem kann man im Dachgewölbe die eingeritzten Bibelverse des 23. Psalms sowie im Kirchenhaus kunstvolle Krippenfiguren entdecken. Die menschengroße Krippe wurde aus 400 Jahre altem Eichenholz geschnitzt. Als Altarbild dient unterdessen ein großes Fenster, das den Blick auf grüne Wiesen und Wälder in die Heidelandschaft erlaubt. Hier wachsen Wacholder, Kronsbeerenbüsche und herrliche Wildblumen. Die Schafstallkirche passt sich in diese ursprüngliche Landschaft perfekt ein. Während man hier im Sommer ein interessantes Ausflugsziel, Ruhe und Erholung vorfindet; verwandelt sich die Schafstallkirche gerade in der Weihnachtszeit zu einem magischen Ort. Wie im Stall von Bethlehem wirkt es dann, schreitet man durch das einzigartige Gotteshaus. Geöffnet ist die Schafstallkirche St. Martin in Munster täglich von 10 bis 18 Uhr.

Platz 6: Dom Erfurt

Auf Platz 6 unserer Reihe der schönsten Kirchen kommen wir zum ersten Dom. Die Rede ist von der Marienkirche in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt, die sich unmittelbar neben der Severikirche im Zentrum der Altstadt befindet. Der Erfurter Dom, der als wichtigster und ältester Kirchenbau in Erfurt eigentlich die katholische Kathedrale bezeichnet, bildet mit der benachbarten römisch-katholischen Severikirche ein großartiges Ensemble. Unterstrichen wird dies noch durch die majestätischen Domstufen zwischen beiden Gotteshäusern. Seinen Ursprung hat der Bau vermutlich um 750. Die erste urkundliche Erwähnung von St. Marien liegt im Jahr 1117. Untypisch für einen Dom war die Bauzeit, da der Erfurter Dom vergleichsweise schnell fertiggestellt wurde. Dazu trug bei, dass man beim Bau Überreste zweier Bestattungen fand, die als Bischöfe Eoban und Adolar identifiziert wurden. Daraufhin folgten viele Spenden und Opfergaben, die zur Baufinanzierung beitrugen. Schon 1170 war der heutige Erfurter Dom nutzbar. Aus dieser Zeit stammen auch die beiden ältesten Ausstattungsstücke im Erfurter Dom, der sogenannte Wolfram und die romanische Madonna – nur zwei von zahlreichen Sehenswürdigkeiten im Erfurter Dom, denn da wäre beispielsweise noch der gewaltige Barockaltar, die Chororgel, das Chorgestühl, die Glocken oder die vielen Schmuckelemente der gotischen Fenster und Fassaden, die den Erfurter Dom zu einem wahrhaft prächtigen Bauwerk machen. Besonders eindrucksvoll zeigt sich die Marienkirche auch am Abend und zu den jährlichen „Domstufenfestspielen“. Gekonnt illuminiert verwandelt sich der Dom dann zur Kulisse für Oper- und Theaterstücke.

Dom in Erfurt im Abendlicht

schon von außen beeindruckend: der Erfurter Dom im Abendlicht

Platz 5: Trierer Dom

Im Westen von Rheinland-Pfalz erreichen wir mit Platz fünf unserer Liste den Trierer Dom. Das Bauwerk ist die älteste Bischofskirche der Bundesrepublik und seit 1986 Teil des UNESCO Welterbes. Das Herzstück der Anlage ist der Quadratbau aus dem 4. Jahrhundert. Von diesem Teil des Doms aus lassen sich alle Epochen der Bau-, Kunst- und Glaubensgeschichte am Bauwerk bis in das 21. Jahrhundert verfolgen. Kein Wunder, dass der Trierer Dom auch eine beliebte Wallfahrtsstätte ist. Ein Höhepunkt des Besuchs ist der Trierer Domschatz. Die Schatzkammer zeigt eine der bedeutendsten Sammlungen kirchlicher Schatzkunst, beginnend mit Stücken aus der Spätantike, über die Romantik, Gotik und Barock bis hin zum Historismus. Zu den kostbarsten Reliquien im Trierer Dom zählt die Tunika Christi, der Heilige Rock. Außerdem ist der Trierer Dom im Besitz von einem der Heiligen Nägel vom Kreuz Christi. – Wer den Trierer Dom besuchen möchte, hat täglich von 6:30 bis 18:00 Uhr außerhalb der Gottesdienste Gelegenheit dazu. Die Dom-Schatzkammer sowie das Museum am Dom sind Dienstag bis Sonntag geöffnet. Häufiger finden im Doch auch Ausstellungen oder Konzerte statt. Ein regelmäßiger Termin sind die Internationalen Orgeltage im Mai und Juni.

Der Dom in Trier sowie die Liebfrauenkirche

die Sehenswürdigkeiten schlechthin: Der Dom in Trier sowie die Liebfrauenkirche

Platz 4: St. Hedwigs-Kathedrale

Kurz vor dem Treppchen geht es weiter nach Berlin. Hier findet man im Berliner Ortsteil Mitte in Friedrichstadt die neoklassizistische St. Hedwigs Kathedrale vor. Der ungewöhnliche Kuppelbau, der an das berühmte Pantheon in Rom erinnert, geht auf Friedrich den Großen zurück. Als Zeichen der Toleranz wollte er eine Kirche für alle Götter bauen lassen, was dann jedoch verworfen wurde. Die Idee eines Pantheons blieb, jedoch als christlich-katholisch geweihter Bau. So begründet sich das unübliche Aussehen der Kirche als riesiger Kuppelbau ohne den sonst typischen Kirchturm und das Kirchenschiff. Ihren Namen bekam die St. Hedwigs-Kathedrale von der Schutzpatronin von Schlesien, Hedwig von Andechs. Nach einer schwierigen Bauphase, die von den Wirren des Siebenjährigen Krieges belastet wurde, folgten weitere wechselhafte Jahre. In der Nacht zum 2. März 1943 wurde die Kirche bei einem Luftangriff der Aliierten beschädigt und brannte fast vollständig aus. Da zumindest die äußere Substanz weitgehend wiederhergestellt werden konnte, blieb die Silhouette der St. Hedwigs-Kathedrale bewahrt. Der Innenraum wurde hingegen moderner gestaltet, die Innenkuppel mit Kupfer verkleidet und eine ungewöhnliche Raumaufteilung vorgenommen. Genutzt wird die St. Hedwigs-Katehdrale heute neben Gottesdiensten für Ausstellungen und Vorträge. Seit 1978 ist auch wieder eine Orgelanlage vorhanden, nachdem die vorherigen Altar- und Emporenorgeln im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden. Mit der Orgel wird auch heute noch Kirchenmusik mit Chören und verschiedenen Ensembles gemacht. Federführend ist hierbei der Chor der St. Hedwigs-Kathedrale. Wer sich hingegen für eine Besichtigung interessiert, hat Montag bis Samstag zwischen 11 bis 17 Uhr Gelegenheit dazu sowie Sonn- und Feiertags von 13 bis 17 Uhr.

St. Hedwig's Cathedral in Berlin

solltest du unbedingt besuchen: St. Hedwig’s Kathedrale in Berlin

Platz 3: Stabkirche Hahnenklee

Ein besonderes Schmuckstück hält auf Platz 3 Einzug: Die Stabkirche Hahnenklee ist eine von nur fünf Stabkirchen in Deutschland. Dabei handelt es sich um einen vor allem in Skandinavien verbreiteten Baustil der Kirchen, die vorwiegend aus Holz errichtet und beinah wie märchenhafte Fantasiebauten wirken. Einst war diese Bauweise auch bei uns üblich, bis die Kirchen zu klein wurden. Die größeren Nachfolger errichtete man dann aus Stein. Bei der Stabkirche Hahnenklee kann man hingegen noch erleben, welche Wirkung so ein hölzerner Koloss hat. Seit Ihrem Bau 1907/09, mit einer Bauzeit von 10 Monaten, ist die Stabkirche Hahnenklee zudem ein Zeugnis alter Bauformen der Wikinger. Man beachte nur die Drachenköpfe an den Giebeln oder die Midgardschlangen am Dachfirst. Auch die bleigefassten Fenster zeigen nordische Symbole, wie die „Swastika“, ein indogermanisches Heils- und Sonnenzeichen. Genutzt wird diese einzigartige Kirche für musikalische Veranstaltungen, wobei mitunter auch die 1994 eingebaute Orgel zum Einsatz kommt. Für die Konzerte, in der Regel von Mai bis Oktober jeden Donnerstag 19:30 Uhr, wird kein Eintritt erhoben. Egal ob Kammermusik, Orgelmusik, Chormusik oder auch Lesungen laden dann in die Stabkirche nach Hahnenklee ein. Selbst Filmmusiken alter Filme klingen dann durch die exotische Kirche. Eine weitere Besonderheit ist das große Turmglockenspiel. Das Hahnenkleer Carillon, mit seinen 49 Glocken, die über einen Stockspieltisch live gespielt werden können, sind ein imposantes Erlebnis für die Ohren.

Stabkirche in Hahnenklee

wunderschön und wie gemalt: die Stabskirche in Hahenklee

Platz 2: Asamkirche

Klein, aber unfassbar fein: Auf dem zweiten Platz der schönsten Kirchen, die nicht allein durch Berühmtheit und Größe bestechen, findet sich die Asamkirche in München wieder. Die Asamkirche von den Gebrüdern Cosmas Damian und Egid Quirin Asam gilt als eines der wichtigsten Werke der beiden Hauptvertreter des süddeutschen Spätbarocks. Die Grundsteinlegung war im Jahre 1733. Besonders ist, dass der Kirchbau ohne Auftrag als Privatkirche erfolgte. Dies räumte den Gebrüdern Asam ein, ohne Vorgaben ausschließlich nach eigenen Ideen zu handeln. So ist der Hochaltar beispielsweise eigenwillig nach Westen ausgerichtet, statt nach Osten. Proteste der Bevölkerung führten lediglich dazu, die Kirche später öffentlich zu machen. Zu sehen gibt es eine Perle des Spätbarocks auf nur 22 mal 8 Metern. Umso erstaunlicher ist die gewaltige Innenwirkung: Groß und prunkvoll wird durch indirekte Lichtführung und gekonnte Perspektive ein dynamischer, grandios wirkender Innenraum geschaffen. So scheint sich das Hauptgesims zu wiegen, da es in geschwungenen Formen gehalten ist. Zudem nimmt die Helligkeit im Inneren von unten nach oben zu. Es ist ein Sinnbild für die Leiden der Welt im unteren, eine Würdigung des Kaisers im mittleren und eine Anbetung Gottes und der Ewigkeit im oberen Teil der Kirche wiederzuerkennen. Besondere Schmuckstücke in der prunkvollen Ausstattung sind die lebensgroßen Stuckfiguren des Apostel Petrus und des heiligen Hieronymus. Außerdem wird in der schmuckvollen Asamkirche eine Reliquie des heiligen Johannes von Nepomuk aufbewahrt. Die Asamkirche macht eindrucksvoll deutlich, was für Meister ihrer Künste die Gebrüder Asam waren. In unmittelbarer Nachbarschaft können Besucher auch das Asamhaus bewundern, dessen viergeschossige Fassade ähnlich kunstvoll mit aufwendigen Stuckarbeiten verziert ist.

Innenansicht der Asam Kirche in München

muss man unbedingt von innen sehen: die Asam Kirche in München

Platz 1: Hoher Dom zu Limburg

Angeführt wird unsere Top 10 vom Limburger Dom, auch Georgsdom genannt. Er zierte einst die Rückseite des letzten 1.000-Mark-Scheins. Zudem gilt der Limburger Dom laut einer Abstimmung des Hessischen Rundfunks zu den schönsten Kirchen des Landes. Das monumentale Bauwerk thront über der Altstadt von Limburg an der Lahn. Wer den Limburger Dom einmal besucht, wird nachvollziehen können, dass dieser Sakralbau als eine der vollendetsten Schöpfungen spätromantischer Baukunst gilt. Dabei finden sich bereits Elemente der Frühgotik, sodass hier eine Übergangsphase manifestiert ist, die sich rheinischer Übergangsstil nennt. In dieser Stilprägung gilt der Limburger Dom als Paradebeispiel. Wann der heutige Dom begonnen wurde, ist jedoch nicht bekannt. Vermutlich um 1180/90 erfolgte die Grundsteinlegung. Darauf folgten vier Bauphasen, wobei die Fürsten von Nassau-Usingen schon 1802 das Stift aufgaben. Anschließend wurde der Dom als Pfarrkirche genutzt, bis er in den Rang einer Kathedrale erhoben wurde. Der besonders gelungene Bau zeigt sich im Inneren vergleichsweise schlicht: Auffallend ist die helle, weiße Farbgebung und das hochgewachsene Strebewerk. Der Höheneindruck wird durch das schmale Mittelschiff mit seinen viergeschossigen Arkaden, Triforien und Emporen verstärkt. Seit der letzten Innenrestauration (1975 bis 1991) liegen auch über 70% der originalen Innenfassade mit ihren zahlreichen Malereien wieder frei. Bei Führungen durch den Dom zu Limburg können sich Besucher selbst einen Eindruck von der Dimension und Perfektion dieses Bauwerks verschaffen. Führungen für Einzelbesucher finden Dienstag bis Freitag 11 und 15 Uhr statt, am Samstag 11 Uhr sowie am Sonntag 12 Uhr nach dem Gottesdienst. Lohnenswert sind aufgrund der einmaligen Akustik aber auch die zahlreichen Konzerte im Rahmen der Dommusik. Vor allem die Orgelmusik hat lange Tradition. Im Limburger Dom ist das Orgelspiel bereits 1331 mehrfach bezeugt. Die heutige Domorgel wurde 1978 erbaut und verfügt über 60 Register auf vier Manualen und Pedal.

Limburger Dom

nahezu märchenhaft: der Limburger Dom

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