Der Zoll greift durch: Beachtet das bei Souvenirs

Der Zoll hat an deutschen Flughäfen alle Hände voll zu tun: Die Einfuhrbestimmungen sind vielen Urlaubern nicht bewusst und prompt werden kleine Souvenirs zur Kostenfalle oder gar zum Straftatbestand. Was darf aus dem Urlaub mitgenommen und was nicht? Mit welchen Strafen müssen Reisende rechnen? Ab-in-den-Urlaub.de Extra klärt auf:

Freigrenzen und Beschränkungen innerhalb der EU

Ausgiebig zu shoppen oder kleine Erinnerungsstücke wie Muscheln zu sammeln, gehört ganz klar zur Urlaubskultur. Die Ein- und Ausfuhrbestimmungen der verschiedenen Reiseländer und Deutschlands wurden strikt festgelegt. Bei Reisen innerhalb der EU fallen Urlauber häufig rein, weil sie die Freigrenzen für Genussmittel überschreiten: Mehr als 800 Zigaretten oder über 10 Liter an Spirituosen müssen beim Zoll nachversteuert werden. Vor allem das Sammeln von Souvenirs kann strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Kulturgüter oder Teile davon dürfen beispielsweise nicht einfach mitgenommen werden. Einen Stein von berühmten Ausgrabungsstätten mitgehen zu lassen, sollte man besser bleiben lassen, wenn man keine hohe Geld- oder Gefängnisstrafe riskieren möchte.

Aufgepasst bei Lebensmitteln aus Nicht-EU-Ländern

Bei der Rückkehr aus Nicht-EU-Ländern nach Deutschland sind die Einschränkungen noch strenger. Abseits der Beschränkungen liegt die Freigrenze bei 430 Euro pro Person, wobei Unter-18-Jährige nur Waren im Wert von 175 Euro frei einführen dürfen. Das sollte vor allem auch bei Textilien beachtet werden. Bei Markenpirateriewaren kann es sein, dass der Zoll bei der Erhebung des Zollzuschlags vom Wert der Originaltextilie ausgeht und dann wird es oft viel teurer. Vor allem bei tierischen Lebensmitteln müssen Urlauber aufpassen, sei es der Käse aus der Türkei oder der Fisch aus Norwegen. Das gilt auch für andere Produkte mit tierischen Bestandteilen wie Hautcreme oder Vitaminpräparate. Gebiete mit speziellen Sonderregelungen sind z.B. die Kanarischen Inseln, die britischen Kanalinseln und Martinique.

Strandverkäufer in Thailand Teaser

Passt lieber auf was ihr euch mitbringt

Finger weg von Tieren und Pflanzen

Insbesondere die Natur muss den sammelwütigen Mitbringsel-Fans als Quelle herhalten. Die Muschel am Strand oder der Kaktus aus der Wüste sind beliebt, ihre Mitnahme aber nicht unbedingt erlaubt. Viele Tiere und Pflanzen stehen unter Artenschutz und dürfen nicht einfach aus der Natur entwendet werden. Leider bieten viele Händler in Urlaubsländern ausgestopfte Tiere oder Gegenstände aus Tier- oder Pflanzenteilen zum Kauf an. Doch auch wenn der Verkäufer eine „Ausfuhrbescheinigung“ ausstellen will, ist die Einfuhr solcher „Souvenirs“ nach Deutschland verboten. Lediglich die Behörden können bei Nachweis besonderer Gründe ein solches Dokument ausstellen. Wer den Aschenbecher aus Krokodil oder die Schnapsflasche mit einer Kobra darin trotzdem mitführt, muss an der Zollstelle mit Konsequenzen rechnen.

Strafen für die illegale Einfuhr von Waren

Wer denkt, dass er schon nicht erwischt wird, nimmt je nach Vergehen hohe Strafen in Kauf. Denn dann ist nicht nur die Einfuhrabgabe, sondern auch noch ein Bußgeld fällig. Bei kleineren Vergehen (meldepflichtige Waren bis zu 130 Euro) wird nur ein Zollzuschlag in Höhe von fünf bis 55 Euro zusätzlich zur Abgabe fällig. Handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, wie etwa beim Schmuggeln von mehr als zwei Stangen Zigaretten, kommt ein Bußgeld in Höhe von 80 Euro drauf. Bei mehr als fünf Stangen Zigaretten wird ein Strafverfahren eingeleitet. Die Höhe der Bußgelder ist immer auch abhängig vom individuellen Fall. Doch je nach Straftatbestand können auch Geldstrafen bis 50.000 Euro und mehr oder Gefängnisstrafen fällig werden. Besonders bei der illegalen Einfuhr von Drogen wie Haschisch verstehen die Behörden keinen Spaß. Auch bei einem Vergehen, z.B. bei Mitnahme zum Eigenkonsum, kann das Strafmaß sechs Monate bis zehn Jahre Gefängnis lauten. Um Strafen zu vermeiden, sollten Urlauber daher die folgenden drei Tippsbei der Einfuhr zollpflichtiger Souvenirs beachten:

 

  • ehrlich sein und zollpflichtige Waren bei der Zollstelle mündlich anmelden
  • Freigrenzen einhalten und nicht auf den „guten Willen“ der Zollbeamten spekulieren
  • bei Unsicherheit am Flughafen den roten Ausgang nehmen und dort nachfragen
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