Tipps für Badeurlauber: Alles über Algen

Algen und Wasserpflanzen sind bei den meisten Badeurlaubern eher unbeliebt. Schließlich verfärben sie das Wasser oder kitzeln unangenehm an den Füßen. Doch Urlauber können beruhigt sein, ähnlich wie bei Quallen geht von den meisten Mikro- und Makroalgen keine Gefahr für Badegäste aus.

Unbedenklich: Makroalgen und die Killeralge

Die hauptsächlich im Meer lebenden, festgewachsenen Großalgen nennen sich Makroalgen. Sie haben keine Wurzeln, Stängel, Blüten oder Früchte, sondern bestehen nur aus einem verzweigten beziehungsweise unverzweigten Zellfaden mit einem blattähnlichen Gebilde. Makroalgen treten an der westlichen Adria an Blockschüttungen und Steinmolen sowie Wellenbrechern auf. Auch im Nordseewatt sind sie zu finden. Diese sichtbaren Algen sowie die „Caulerpa taxifolia“, die auch als Killeralge bekannt ist, sind für Badeurlauber ungefährlich. Ihre Namensgebung resultiert daraus, dass sie durch ihr schnelles Wachstum im Mittelmeer anderen Lebewesen die Siedlungsräume und somit die Existenzgrundlage stielt.

Gesundheitsschädliche Schwefelverbindungen

Problematischer sind hingegen vom Sturm abgerissene Algen, die im Badebereich umher treiben oder an den Strand geschwemmt werden. Durch Zersetzungsprozesse führen sie nicht nur zu einer Geruchsbelästigung, sondern setzten ebenfalls Schwefelverbindungen frei. Diese sind in hohen Konzentrationen gesundheitsgefährdend. Badeurlauber sollten daher Abstand zu verrottenden Algenhaufen halten.

Algen unter Wasser Teaser

Algen unter Wasser

Eklig aber ungefährlich

Unästhetisch aber gleichsam ungefährlich ist der Algenschleim, der durch eine massenhafte Vermehrung von Mikroalgen entsteht. Der Algenschleim ist eine Absonderung bestimmter Algenarten. Diese verbinden sich dann mit anderen Algen, Meeresplankton sowie Schmutzpartikeln und bilden Schleimteppiche auf der Wasseroberfläche. Entgegen der Berichterstattung der Boulevardpresse ist der Algenschleim an sich ungefährlich. Allerdings können die darin angereicherten Schadstoffe durch Verschmutzungen oder Mikroorganismen eine gesundheitliche Gefährdung darstellen. Hauptsächlich ist es jedoch ein ästhetisches Problem, was dem Tourismusbetrieb enorm schadet. Denn welcher Urlaubsgast will in einem dicken, braunen Algenteppichen baden? Urlauber können jedoch bedenkenlos auf angrenzende Strände ausweichen, wo kein Algenschleim zu sehen ist. In EU-Ländern wird die Wasserqualität an öffentlichen Stränden darüber hinaus regelmäßig geprüft. Im Falle einer Belastung wird ein Badeverbrot ausgesprochen.

Achtung bei Algenblüte

Umgangssprachlich wird die massenhafte Vermehrung von Mikroalgen auch Algenblüte genannt. Wenn der Gehalt von Algenzellen im Wasser steigt, färbt sich dieses grün, braun, beige oder zum Teil sogar in roten Farbtönen. Bis auf wenige Ausnahmen sind sie für Badeurlauber ungefährlich. Ein Problem könnte jedoch daraus resultieren, dass sich die Algentoxine als Giftstoffe in Meerestieren ablagern, ohne diese selbst zu schädigen. Verzehren Menschen dann die betroffenen Meeresfrüchte, kann dies zu Gesundheitsproblemen von Durchfall-Erkrankungen bis hin zu Lähmungen und Kreislaufversagen führen. Liebhaber von Meeresfrüchten brauchen sich allerdings nicht zu fürchten, denn vor dem Verkauf werden Muscheln regelmäßig auf Algentoxine untersucht. Zudem werden von der Algenblüte betroffene Meeresgebiete besonders streng bewacht und mit einem Fang- und Verkaufsverbot belegt.

Kleinkinder und Tier aufgepasst

Eine direkte Bedrohung für Badeurlauber durch die massenhafte Vermehrung von Mikroorganismen gibt es jedoch nur selten. Lediglich Dinoflagellaten sowie Blaualgen können für Kleinkinder und Haustiere durch Verschlucken eine Gefahr darstellen. Folgen können Vergiftungserscheinungen wie Schwindel und Erbrechen sein. In den Jahren 2005 und 2006 kam es an der Ligurischen Küste bei Genua zu einer enormen Dinoflagellaten-Vermehrung. Durch die Meeresgischt wurden die Mikroorganismen versprüht und von Badurlaubern eingeatmet, worauf viele im Krankenhaus behandelt werden mussten. In solchen Fällen werden jedoch die Strände gesperrt und Hinweisschilder aufgestellt.

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