
Urlaub hinter den Kulisen · heute mit Ralph Michaelsen
Wann sind Hotels am günstigsten?
Stand: August 2026
Am günstigsten übernachtet ihr in deutschen Hotels, wenn ihr sonntags oder montags anreist. In unserer Auswertung von echten Hotelbuchungen zahlt ihr bei einer Sonntagsanreise im Kurzurlaub durchschnittlich 68,52 € pro Nacht, während eine Anreise am Donnerstag mit 74,00 € zu Buche schlägt. Das ist eine Spanne von 8 Prozent. Der Buchungstag hingegen spielt kaum eine Rolle, auch wenn sich im Netz hartnäckig das Gegenteil hält.
Ich habe mir unsere Buchungsdaten genauer angesehen, als es in Ratgebern üblich ist. Was dabei herauskommt, räumt mit einigen beliebten Tricks und Mythen auf und liefert euch stattdessen Zahlen, an denen ihr eure nächste Hotelsuche ausrichten könnt.
Die kurze Antwort
Hotels in Deutschland sind am günstigsten, wenn ihr am Sonntag oder Montag anreist. Bei einem Kurzurlaub von 1 bis 4 Nächten ist die Sonntagsanreise mit 68,52 € pro Nacht die günstigste Option. Wer eine Ferienwoche von 5 bis 8 Nächten plant, fährt mit einem Montag als Starttag am besten und zahlt 68,99 € pro Übernachtung statt 80,98 € bei einer Donnerstagsanreise.
Der Buchungstag ist dagegen nahezu irrelevant. Die Preise schwanken je nach Wochentag der Buchung nur zwischen 69,50 € und 72,79 €. Den oft beschworenen günstigen Buchungssonntag gibt es in unseren Daten nicht. Hotelpreise hängen vom Anreisetag ab, nicht vom Buchungszeitpunkt. Wer dieses Ergebnis verinnerlicht, spart sich viele erfolglose Versuche, den perfekten Moment zum Buchen abzupassen.
An welchem Wochentag ist die Übernachtung am günstigsten?
Der Anreisetag bestimmt, welche Nächte euer Aufenthalt abdeckt. Reist ihr am Donnerstag an, übernachtet ihr in der Regel Donnerstag, Freitag und Samstag. Das sind bei vielen Reisezielen die teuersten Nächte. Eine Sonntagsanreise legt euren Aufenthalt dagegen auf Sonntag bis Mittwoch, also in die nachfrageschwächeren Tage. Unsere Daten zeigen diesen Effekt sehr deutlich.
Kurzurlaub (1–4 Nächte):
| Anreisetag | Ø-Preis pro Nacht | Abweichung vom Wochenschnitt (71,02 €) |
|---|---|---|
| Montag | 69,40 € | −2,3 % |
| Dienstag | 73,32 € | +3,2 % |
| Mittwoch | 70,13 € | −1,2 % |
| Donnerstag (teuerster Anreisetag) | 74,00 € | +4,2 % |
| Freitag | 72,01 € | +1,4 % |
| Samstag | 68,74 € | −3,2 % |
| Sonntag (günstigster Anreisetag) | 68,52 € | −3,5 % |
Ferienwoche (5-8 Nächte):
| Starttag | Ø-Preis pro Nacht | Abweichung vom Wochenschnitt (73,90 €) |
|---|---|---|
| Montag (günstigster Start) | 68,99 € | −6,6 % |
| Dienstag | 80,43 € | +8,8 % |
| Mittwoch | 74,28 € | +0,5 % |
| Donnerstag (teuerster Start) | 80,98 € | +9,6 % |
| Freitag | 71,01 € | −3,9 % |
| Samstag | 71,94 € | −2,7 % |
| Sonntag | 75,35 € | +2,0 % |
Bei einer Ferienwoche spart ihr mit einer Montagsanreise gegenüber dem teuersten Starttag Donnerstag 14,8 Prozent pro Nacht. Und selbst gegenüber dem beliebten Sonntagsstart sind es noch 8,4 Prozent. Der Montag ist hier der klare Gewinner, während beim Kurzurlaub Sonntag vorne liegt. Die Verschiebung ergibt sich, weil eine Ferienwoche ab Montag die teuren Wochenendnächte überwiegend vermeidet, während ein Sonntag-Start bei längeren Aufenthalten beide Wochenenden streifen kann.
Datenbasis: Alle Hotelbuchungen (Eigenanreise) auf ab in den urlaub mit Anreise zwischen 01.01.2025 und 31.12.2026, Reiseziel Deutschland, Buchungen bis 19.08.2026. Berücksichtigt: Aufenthalte mit 5–8 Nächten, Gruppierung nach Wochentag der Anreise (Starttag). Durchschnittspreise pro Person und Tag.
Quelle: Invia Travel Germany GmbH (https://ab-in-den-urlaub.de)
Alle Angaben ohne Gewähr
Flexibles An- und Abreisedatum kann also zu erheblichen Einsparungen führen. Warum das so ist und warum die Regel in Städten anders ausfällt als am Meer, zeigt der Blick auf die Preismechanik weiter unten.
Gibt es einen Wochentag, an dem Buchen billiger ist?
Nein. Die Antwort ist so eindeutig, dass sie fast enttäuschend ist. In unseren Daten liegt die Spanne beim Buchungstag zwischen 69,50 € (Mittwoch) und 72,79 € (Montag). Das sind gerade einmal 3,29 € Unterschied. Dieses Muster ist zudem über verschiedene Reisedauern instabil, also kein verlässlicher Faktor.

Der Buchungstag macht kaum einen Unterschied, das Muster ist zudem über Reisedauern instabil.
Der Mythos vom günstigen Buchungssonntag hält sich vor allem, weil viele Artikel im Netz ihn immer wieder aufwärmen. In unseren Buchungsdaten liegt der Sonntag als Buchungstag sogar über dem Durchschnitt. Wer also gezielt am Sonntagabend das Hotelzimmer sucht, weil ein Ratgeber das empfiehlt, verschwendet vor allem einen gemütlichen Abend.
Eine Studie zu Advance Booking und Buchungskanälen bestätigt dieses Bild. Die Untersuchung von über 39.000 Buchungen zeigt, dass Preisunterschiede vor allem mit dem Buchungsvorlauf zusammenhängen, nicht mit dem Wochentag der Buchung. Etwa 30 Tage vor Anreise gleichen sich die Preise über die verschiedenen Kanäle an.
Was heißt das für die Praxis? Wer früh bucht, hat die größte Auswahl an Zimmern, Raten und Stornooptionen, gerade bei Ferienhotels in der Hauptsaison. Bei Städtetrips lohnt sich Geduld dagegen häufiger, weil Stadthotels freie Zimmer eher kurzfristig günstiger machen. Den perfekten Vorlauf auf den Tag genau gibt es nicht, entscheidend ist der Abstand zur Anreise und nicht der Wochentag im Kalender.
Ob Frühbucher oder Last Minute, die eigentliche Frage ist nicht, an welchem Wochentag ihr bucht, sondern wie weit im Voraus und an welchem Tag ihr anreist. Vergleichen könnt ihr das bequem im Hotelvergleich von ab-in-den-urlaub.de.
Wie entstehen Hotelpreise?
Hotelpreise werden heute dynamisch gesteuert. Hotels verwenden Revenue-Management-Systeme, die Preise je nach erwarteter Nachfrage, aktueller Auslastung, historischen Daten und dem Wettbewerbsumfeld vor Ort anpassen. Preise hängen stark von der Nachfrage ab, und diese Nachfrage folgt klaren Mustern.
In Städten treiben Geschäftsreisende die Preise unter der Woche nach oben. Montag bis Donnerstag sind die Zimmer in Stadthotels stärker gefragt, weil Unternehmen ihre Mitarbeiter auf Dienstreisen schicken. Am Wochenende sinken die Preise dort oft deutlich, weil die berufliche Nachfrage wegfällt.
In Ferienorten ist es genau umgekehrt. Urlauber wollen am Wochenende anreisen, viele Familien starten freitags oder samstags. Die Nachfrage am Wochenende steigt, mit ihr die Preise. Eine Anreise am Sonntag oder Montag umgeht dieses Muster und trifft auf weniger Konkurrenz um die gleichen Zimmer.
Zur Wochentags-Logik kommt die Saisonalität. In der Hochsaison und rund um Feiertage steigen die Preise spürbar, in der Nebensaison senken viele Häuser ihre Raten, um Zimmer zu füllen. Wer bei der Reisezeit flexibel ist, hat deshalb den größten Hebel von allen.
Beim Vergleichen lohnt außerdem ein Blick auf die Zusatzkosten. Frühstück, Parkplatz oder WLAN machen aus einem vermeintlichen Schnäppchen schnell den teureren Gesamtpreis. Und für alle, deren Pläne sich ändern können, ist eine kostenlos stornierbare Rate die sichere Wahl. Details zu Umbuchung, Storno und Services findet ihr im Info- und Hilfebereich von ab-in-den-urlaub.de.
Was machen Events mit Hotelpreisen?
Großveranstaltungen setzen die normalen Preismuster außer Kraft. Für die Gamescom Köln 2026 haben wir 91 Hotels untersucht und im Schnitt 48,8 Prozent Preisaufschlag während der Messe gemessen. Große Events hebeln die Wochentags-Logik aus, die Preise steigen unabhängig davon, ob ihr am günstigsten Wochentag anreist oder nicht.
Während einer Großveranstaltung nützt euch eine Sonntagsanreise wenig, wenn alle Zimmer in der Stadt auf Eventniveau bepreist sind. Die Nachfrage ist dann so hoch, dass die Verfügbarkeit schrumpft und die übliche Wochentags-Logik ihre Wirkung verliert. Wer während eines Events günstig in einer Stadt übernachten will, muss entweder ins Umland ausweichen oder den Reisezeitraum verlegen. Dasselbe Muster zeigen alle großen Messen, Festivals und Sportereignisse in deutschen Städten.
Wer also seinen Sommerurlaub oder Städtetrip plant, sollte den Veranstaltungskalender am Ziel prüfen. Schulferien spielen eine ähnliche Rolle. Während der Ferienzeiten steigt die Nachfrage durch Familien stark an, und die Hotelangebote werden spürbar teurer. Last-Minute-Buchungen funktionieren im regulären Reisealltag gut, weil Hotels freie Zimmer lieber günstig füllen, als sie leer stehen zu lassen. Bei Großevents und in Ferienspitzen kippt diese Logik, dort sinkt die Auswahl schneller als der Preis.
Meine Einordnung
Meine These nach dieser Auswertung ist einfach. Bucht, wenn der Preis stimmt, nicht wenn der Kalender es sagt. Der angeblich perfekte Buchungstag existiert nicht. Was dagegen real und messbar ist, das ist die Wahl des Anreisetags. Zwischen Sonntag und Donnerstag liegen beim Kurzurlaub 8 Prozent, bei einer Ferienwoche trennen Montags- und Donnerstagsstart sogar 17,4 Prozent. Das ist keine Theorie, sondern das Ergebnisn aus unseren Buchungsdaten.
Ich würde meine Flexibilität deshalb immer auf den Anreisetag legen, nicht auf den Moment der Buchung. Natürlich gibt es Situationen, in denen selbst der günstigste Wochentag nichts hilft, etwa während Messen oder in der Hochsaison beliebter Reiseziele. Dort überlagert die Eventnachfrage alle normalen Muster. Aber im regulären Reisealltag, für den Vergleich zwischen einem Donnerstag-Kurztrip und einem Sonntagsstart, ist der Effekt real und groß genug, um Reisepläne daran auszurichten.
So nutzt ihr günstige Hoteltage für euch
- Sonntag oder Montag als Anreisetag wählen. Im Kurzurlaub ist die Donnerstagsanreise bis zu 8 Prozent teurer als die Sonntagsanreise, bei einer Ferienwoche liegen zwischen Montags- und Donnerstagsstart sogar 17,4 Prozent.
- Donnerstagsanreise vermeiden. Mit 74,00 € pro Nacht im Kurzurlaub und 80,98 € bei der Ferienwoche ist Donnerstag der teuerste Anreisetag in unseren Daten.
- Veranstaltungskalender am Reiseziel prüfen. Während der Gamescom Köln 2026 lag der Aufschlag im Schnitt bei 48,8 Prozent, und ähnliche Effekte zeigen andere Großevents und die Schulferien.
- Den Buchungstag getrost ignorieren. Die Spanne zwischen dem günstigsten und teuersten Buchungstag beträgt nur 3,29 € pro Nacht, und das Muster ist nicht stabil genug für eine Empfehlung.
- Flexibilität beim Reisedatum nutzen. Wer die Anreise um ein oder zwei Tage verschieben kann, weicht teuren Nächten aus. Im regulären Reisealltag sind auch Last-Minute-Angebote eine echte Sparoption, nur bei Events und in Ferienspitzen gilt das Gegenteil.
Häufige Fragen zu günstigen Hotelpreisen
Soll ich sonntags buchen, um zu sparen?
Nein. In unseren Daten liegt der Sonntag als Buchungstag sogar über dem Durchschnittspreis. Die gesamte Spanne zwischen dem günstigsten Buchungstag (Mittwoch mit 69,50 €) und dem teuersten (Montag mit 72,79 €) beträgt nur 3,29 €. Diese Unterschiede sind zudem über verschiedene Reisedauern instabil. Statt etwas am Buchungstag zu optimieren, lohnt es sich, den Anreisetag anzupassen.
Welcher Anreisetag ist wirklich am günstigsten?
Für einen Kurzurlaub von 1 bis 4 Nächten ist Sonntag mit 68,52 € pro Nacht der günstigste Anreisetag. Wer eine Ferienwoche von 5 bis 8 Nächten plant, fährt mit einem Montag-Start am besten und zahlt 68,99 € pro Nacht statt 80,98 € bei einer Donnerstagsanreise. Der Vorteil ergibt sich, weil der Anreisetag bestimmt, welche Nächte im Aufenthalt liegen, und Sonntag bis Mittwoch in der Regel die nachfrageschwächsten Nächte sind.
Wie viel spare ich mit dem richtigen Anreisetag?
Bis zu 8 Prozent beim Kurzurlaub und bis zu 17,4 Prozent bei einer Ferienwoche. Bei einer Woche mit 7 Nächten ergibt das einen Unterschied von rund 84 € zwischen einer Montags- und einer Donnerstagsanreise. Das ist ein realer Budgetunterschied, der bei vielen Reisenden über ein zusätzliches Abendessen oder einen Ausflug vor Ort entscheidet.
Sind Hotels während Events immer teurer?
In aller Regel ja, und zwar deutlich. Bei der Gamescom Köln 2026 haben wir 91 Hotels untersucht und einen durchschnittlichen Aufschlag von 48,8 Prozent gemessen. Nicht alle Events wirken gleich stark, aber Messen, Festivals und große Sportveranstaltungen treiben die Preise zuverlässig nach oben. Wer flexibel beim Ort oder beim Zeitraum ist, kann ins Umland ausweichen oder den Besuch auf Randtage legen.
Stand: August 2026.
Datenbasis: Alle Hotelbuchungen (Eigenanreise) auf ab in den urlaub mit Anreise zwischen 01.01.2025 und 31.12.2026, Reiseziel Deutschland, Buchungen bis 19.08.2026. Berücksichtigt: Aufenthalte mit 5–8 Nächten, Gruppierung nach Wochentag der Anreise (Starttag). Durchschnittspreise pro Person und Tag.
Quelle: Invia Travel Germany GmbH (https://ab-in-den-urlaub.de)
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