Urteil: BGH zu hohen Anzahlungen vor Reiseantritt

Foto BGH-Urteil zu ReiseanzahlungenDie Richter des Bundesgerichtshofes in Karlsruhe haben gesprochen: Zu hohe Anzahlungen für Reisen sollen bald der Vergangenheit angehören. Nur in begründeten Ausnahmen darf die Grenze von 20 Prozent noch überschritten werden.

Ausnahmen nur bei sachlicher Begründung

„Bei 20 Prozent sollte Schluss sein“, erklärte der Vorsitzende Richter des Bundesgerichtshofes (BGH), Peter Meier-Beck. Nur wenn das Reiseunternehmen eine sachliche Rechtfertigung abgeben könnte, sei eine Überschreitung der 20-Prozent-Grenze möglich. Geklagt hatte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gegen die TC Touristic GmbH und die Urlaubstours GmbH sowie der Bundesverband der Verbraucherzentralen gegen den Reiseveranstalter TUI Deutschland. Und das mit Erfolg: Auch die Höhe von Stornogebühren müssten, laut Urteil des BGH, vom Veranstalter zukünftig exakt begründet werden.

Urteil stoppt Anzahlungen von 40 Prozent und mehr

In den Klauseln für Pauschalreisen wurden bis dato 40 Prozent der Reisekosten und mehr als Anzahlung vor Reisebeginn von den Touristikunternehmen verlangt. Außerdem gab es eine Staffelung der Anzahlungssumme, je nachdem, wie viele Tage vorab sie geleistet wurde. Das ging schon den Vorinstanzen zu weit, deren Urteile das BGH jetzt bestätigte. Zukünftig dürfen Veranstalter nur noch dann mehr als 20 Prozent Vorauszahlung und hohe Stornogebühren verlangen, wenn sie dafür konkrete Gründe liefern können.

Wann darf eine Anzahlung mehr als 20 Prozent betragen?

Wie der BGH klar machte, dürfen Reiseveranstalter in begründeten Fällen von der neuen 20-Prozent-Regel abweichen. Reiseveranstalter müssen teilweise mit bis zu 100 Prozent für Hotels und Fluggesellschaften in Vorleistung gehen. Solche Vorleistungen, die nachweislich über dem 20-Prozent-Satz liegen, dürfen Reiseveranstalter ihren Kunden aufwandsbezogen in Rechnung stellen.