Nachbau: Zur Gast auf der Titanic

Bild Mehrere Tausend Anfragen für die Jungfernfahrt der „Titanic II“Luxuriöse Tradition und modernste, technische Errungenschaften will ein australischer Milliardär im Titanic-Nachbau vereinen. Ursprünglich sollte der Luxusdampfer bereits 2016 seetüchtig sein. Nun wird der Bau der „Titanic II“ noch weitere zwei Jahre in Anspruch nehmen.

Millionenprojekt

Der australische Multimilliardär und Vorsitzender der federführenden Blue Star Reederei, Clive Palmer, initiierte und finanziert den Nachbau der legendären und schicksalsträchtigen Titanic. Er zählt zu den reichsten Männern Australiens und gab seinen Plan, die Titanic nachbauen zu lassen, nur rund zwei Wochen nach dem 100. Jahrestag des Schiff-Unglücks bekannt. Zuständig für den Nachbau des historischen Hochseedampfers ist der staatliche chinesische Schiffbaukonzern CSC Jingling Shipyard. Ursprünglich sollte die „Titanic II“ auf der historischen Route von England nach New York schon 2016 in See stechen. Jetzt wurde die Jungfernfahrt auf das Jahr 2018 verlegt. Die Kosten für den Nachbau des historischen Luxusdampfers belaufen sich bisweilen auf 200 Millionen Euro.

Tribut an die Titanic

Name, Einrichtung und Route der „Titanic II“ sprechen dafür, dass Clive Palmer auf keinen Fall abergläubisch ist. Stattdessen versteht er das Projekt des Titanic-Nachbaus als Tribut an die Frauen und Männer, welche die erste „Titanic“ in See stechen ließen. Dieser Gedanke spiegelt sich ebenfalls an den beteiligten Personen wieder: Ein Nachfahre von Bruce Ismay, dem Reedereichefs der legendären Harland-and-Wolff-Werft, die damals die Titanic baute, ist genau wie eine Urenkelin der Überlebenden Molly Brown am Projekt beteiligt.
Trotz des tragischen Schicksals der Titanic, die am 14. April 1912 auf ihrer Jungfernfahrt von Southampton nach New York mit einem Eisberg kollidierte, sank und unzählige Menschen in den Tod riss, sei die Nachfrage bei Reisenden enorm, so der Marketingchef von der Blue Star Line, James McDonald. Es gäbe bereits mehrere Tausend Anfragen, darunter ein halbes Dutzend Titanic-Begeisterte, die sogar mehr als eine Millionen Dollar für die Jungfernfahrt ausgeben würden.

Originaltreu und modern

Schiffsreisende auf der „Titanic II“ soll jener Luxus geboten werden, mit dem auch einst die Titanic warb. Mit 270 Metern Länge und 53 Metern Höhe knüpft der Nachbau an die Maße des Originals an. Von den Schornsteinen bis zum Kabineninterieur sollen möglichst viele Details originalgetreu nachgebaut werden. Der rund 40.000 Tonnen schwere Luxusdampfer wird jedoch mit den besten Navigations-und Sicherheitssystemen ausgestattet. Er wird geschweißt, statt genietet und statt Heizern unter Deck, fließt Diesel durch modernsten Motoren, welche die „Titanic II“ antreiben. Zudem wird aus Brandschutzgründen weniger Holz verbaut. Außerdem gibt es an Bord des Nachbaus deutlich mehr Rettungsboote. Modernen Komfort bieten zudem Klimaanlagen und Stabilisatoren, damit die Gäste weder schwitzen, noch an Seekrankheit leiden, wie Anfang des 20. Jahrhunderts. Geplant seien neun Decks mit insgesamt 840 Kabinen. Für die Unterhaltung an Bord sollen ab 2018 unter anderem Sporthallen, Schwimmbäder, Bücherrein und Spitzenrestaurants sorgen.


Quelle: Zoomin.TV Deutschland / YouTube