Streik bei Ryanair: Das müssen Sie zu den Flugausfällen wissen

Streik RyanairEs kommt einem so vor, als passiere das jedes Jahr: Drei Tage vor Weihnachten treten die Piloten der irischen Billigfluggesellschaft Ryanair in den Streik. Tatsächlich handelt es sich um den ersten Streik der Piloten bei Ryanair. Alles, was man dazu wissen muss:

Wen betrifft der Streik bei Ryanair?

Seit Freitagmorgen läuft bei Ryanair ein Warnstreik der Piloten, zu welchem die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) zuvor aufgerufen hat. Damit kommt der Streik bei Ryanair nun auch nach Deutschland. Dem Streik folgen die 200 bei Ryanair in Deutschland festangestellten Piloten, sodass heute viele Flugzeuge am Boden bleiben werden. Für viele Passagiere der wegen ihrer günstigen Flüge beliebten Fluggesellschaft bedeutet das zusätzlichen Weihnachtsstress. Der Streik ist zunächst für vier Stunden ausgerufen und betrifft insgesamt etwa 20 Flüge. Von den 20 Flügen sollten sechs in Frankfurt sowie fünf am Flughafen Frankfurt-Hahn starten. Unter anderem ist auch der Flugverkehr am Flughafen Berlin-Schönefeld mit sieben geplanten Starts vom Streik bei Ryanair beeinträchtigt. Betroffen sind deutschlandweit schätzungsweise rund 3000 Passagiere.

Warum streiken die Piloten von Ryanair?

In der Geschichte der irischen Billigfluggesellschaft ist es das erste Mal, dass die Piloten in einen Streik treten. Eigentlich kaum zu glauben, ist Ryanair doch schon mit vielen Schlagzeilen in die Presse geraten. Dennoch weist die skandalträchtige Airline die höchsten Fluggastzahlen in ganz Europa auf. Der Erfolg hängt nicht zuletzt mit den günstigen Flugpreisen bei Ryanair zusammen. Tickets, wie für 7 Euro nach London oder Verheißungen, für nur 10 Euro von Europa bis in die USA fliegen zu wollen, sorgen für großen Zulauf preisbewusster Passagiere. Genau hier liegt jedoch auch der Hase im Pfeffer begraben: Die Piloten fordern eine bessere Bezahlung, doch die bisherigen Tarifverhandlungen waren erfolglos. Auch besser strukturierte Einsatzpläne sind ein Anliegen der Piloten. Bislang gehörte die schlechte Bezahlung jedoch stets zum Geschäftsmodell von Ryanair.

Bin ich vom Pilotenstreik bei Ryanair betroffen?

Die Gewerkschaft unter Vorsitz von Ilja Schulz versichert, nicht an den Weihnachtsfeiertagen streiken zu wollen. Flugreisende, die jedoch heute in das verdiente Weihnachtswochenende starten wollten, müssen streikbedingt mit Verzögerungen rechnen. Ryanair hingegen lässt verlauten, die Passagiere sollten sich nicht verunsichern lassen und auf jeden Fall zum Flughafen kommen. Man wolle jeden geplanten Flug durchführen, heißt es von der Airline. Wir empfehlen, sich als erstes bei Ryanair über den Flugstatus zu erkundigen. Auf der Website findet man ausführliche Informationen über derzeitige Abflug- und Ankunftszeiten geplanter Flüge. Wir empfehlen außerdem, sich diese Informationen stets auszudrucken oder per Handyfoto zu sichern, um im Zweifelsfall Beweise zur Hand zu haben.

Wichtig: Sollte der eigene Flug tatsächlich verspätet sein, sollte man aber trotzdem zur geplanten Zeit am Flughafen sein, falls Ryanair kurzfristig einen Ersatzflug organisiert.

Kann ich umbuchen oder bei Ryanair stornieren?

Passagiere, die ihren Flug mit Ryanair stornieren möchten, sollten dies problemlos tun können. Man sollte jedoch nicht damit rechnen, das Flugticket sofort erstattet zu bekommen. Einerseits stehen mehrere Feiertage bevor, an denen auch Angestellte von Ryanair Urlaub haben möchten, andererseits entsteht infolge eines Streiks ohnehin ein Rückstau in der Bearbeitung solcher Anliegen. Wer infolge des heutigen Streiks aber länger an einem Flughafen festsitzt, kann nicht nur stornieren, sondern stattdessen auch auf eine Ersatzbeförderung bestehen. Denkbare Alternativen sind Bus oder Bahn, aber auch die anderen Airlines. Hier überblicken Sie schnell, welche Flüge günstig zu buchen sind.

Was steht mir bei Flugverspätungen zu?

Kommt es infolge des Streiks bei Ryanair zu Flugverspätungen, ist das zwar nicht ganz so tragisch, wie ein Flugausfall; doch auch hier stehen dem Kunden Ansprüche zu. Diese richten sich nach der geplanten Flugstrecke. Bei Strecken von bis zu 1.500 Kilometern hat der Passagier ab einer Flugverspätung von zwei Stunden Anspruch auf Getränke, Snacks und Telefonate. Bei Flügen über Distanzen von 1500 bis 3500 Kilometern greift dieser Anspruch ab einer Verspätung von drei Stunden bzw. bei Langstreckenflügen ab einer Flugverspätung von vier Stunden. Sitzt man über Nacht am Flughafen fest, was heute hoffentlich nicht passiert, ist die Airline eventuell auch in der Pflicht, kostenpflichtig ein Hotel zu organisieren.

Eine Entschädigung, wie die oft zitierten „bis zu 600 Euro“ stehen hingegen nicht zu. Solche Entschädigungen gibt es laut EU-Verordnung nur, wenn die Fluggesellschaft die Verspätung, Überbuchung oder Annullierung eines Fluges selbst verschuldet hat. Fluggesellschaften wie auch Ryanair werten einen Streik jedoch als „außergewöhnlichen Umstand“, der nicht selbst verschuldet ist. Ähnliche Beispiele sind schlechtes Wetter oder Vulkanausbrüche. Eine Entschädigung steht den Passagieren von Ryanair heute daher leider nicht zu.