Malta: Typisches Essen und Trinken


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Neben beeindruckenden Festungen, versteckten Buchten und tiefblauem Meer erwartet euch auf Malta auch vielfältiges Essen. Über die Jahrhunderte verschmolzen arabische, italienische und britische Einflüsse mit regionalen Zutaten zu einer Küche, die bodenständig, aromatisch und überraschend abwechslungsreich ist.

Überblick

Traditionelles maltesisches Essen basiert meist auf einfachen, aber hochwertigen Zutaten: Frischer Fisch, sonnengereiftes Gemüse, Olivenöl, Kräuter, Kapern und Käse spielen dabei eine ebenso große Rolle wie Kaninchenfleisch, hausgemachtes Brot und andere Backwaren. Während eures Aufenthalts auf der Mittelmeerinsel solltet ihr euch unbedingt Zeit nehmen, die lokale Küche kennenzulernen. Ob in kleinen Familienrestaurants, gemütlichen Hafenlokalen oder einer der zahlreichen Bäckereien – überall warten authentische Geschmackserlebnisse darauf, entdeckt zu werden. Diese Destination zeigt eindrucksvoll, dass kulinarische Vielfalt nicht von der Größe eines Landes abhängt, sondern von seiner Geschichte, seinen Menschen und ihrer Leidenschaft fürs Kochen.

Malta Essen Traditionen
Frisches Brot, Wein und guter Käse

Geschichte der maltesischen Küche

Bevor wir uns gemeinsam durch Pastizzi, Ftira und all die anderen maltesischen Spezialitäten probieren, lohnt sich ein Blick zurück. Denn die lokale Küche erzählt auf besonders leckere Weise von der bewegten Geschichte des kleinen Inselstaates. Durch seine strategische Lage mitten im Mittelmeer wurde er über Jahrhunderte von den unterschiedlichsten Kulturen geprägt – und fast jede davon hinterließ auch kulinarisch ihre Spuren.

 

  • Die Araber (ab 870): Die arabische Herrschaft beeinflusste die maltesische Küche nachhaltig. Zutaten und Aromen wie Mandeln, Zitrusfrüchte, Datteln und verschiedene Gewürze fanden ihren Weg in die heimische Kulinarik. Besonders bei traditionellen Süßspeisen könnt ihr diesen Einfluss bis heute schmecken.
  • Die Sizilianer und Italiener: Die Nähe zu Sizilien ist auf Maltas Tellern kaum zu übersehen. Pasta, Tomaten, Olivenöl und mediterrane Kräuter gehören fest zur Küche. Gerichte wie Timpana oder Kannoli erinnern an italienische Klassiker.
  • Die Johanniter (ab 1530): Mit dem Johanniterorden kamen Einflüsse aus unterschiedlichen Teilen Europas auf die Insel. Die Ritter und ihr internationales Umfeld brachten neue Zutaten, Kochtechniken und Essgewohnheiten mit und machten die lokale Küche noch vielseitiger. So gilt beispielsweise die maltesische Fischsuppe Aljotta als Pendant zur französischen Bouillabaisse.
  • Die Briten (ab 1800): Die insgesamt 150 Jahre britische Herrschaft haben ebenfalls Spuren hinterlassen. Die Vorliebe für Tee, herzhafte Pasteten und verschiedene Soßen erinnert bis heute an diese Epoche.

Traditionen

Traditionell wird auf Malta das Essen abends eher spät eingenommen. So öffnen auch viele Restaurants auf der Mittelmeerinsel ab 19 Uhr ihre Türen. Am Sonntag kommt die ganze Familie am Mittag zusammen, um sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen und ausgiebig zu speisen.

Ein wichtiger Bestandteil der Esskultur sind die sogenannten „Festas“. Während dieser Dorffeste werden auf Malta Spezialitäten wie Pastizzi, Imqaret oder Ftira verkauft und gemeinsam mit Familie und Freunden verspeist. Essen verbindet die Menschen und spielt bei religiösen sowie familiären Anlässen eine zentrale Rolle.

Malta Essen Spezialitaeten
Eine Fülle an süßen Leckereien erwartet euch

Vorspeisen

Die maltesischen Vorspeisen spiegeln den mediterranen Charakter der Insel perfekt wider. Sie bestehen meist aus frischem Gemüse, aromatischen Kräutern, regionalem Käse und hausgebackenem Brot. Viele Gerichte eignen sich hervorragend zum Teilen.

Hobż biż-Żejt

Eine der bekanntesten Spezialitäten auf Malta ist das Sandwich Hobż biż-Żejt. Dabei handelt es sich um das knusprige, ringförmige Sauerteigbrot Ftira. Dieses wird aufgeschnitten und im Anschluss traditionell mit Tomaten, Thunfisch, Zwiebeln, Kapern und frischen Kräutern belegt und mit Olivenöl verfeinert. Je nach Region können die Zutaten variieren. Auf der Insel Gozo wird diese Vorspeise beispielsweise im Holzofen gebacken und als Pizza serviert.

Malta Essen Typisch Ftira
Reich belegtes Sandwich

Pastizzi

Eine weitere typische Spezialität, die ihr in einem Urlaub auf Malta essen solltet, sind Pastizzi. Diese zählen zu den beliebtesten Snacks auf der Mittelmeerinsel. Die knusprigen Blätterteigtaschen sind traditionell entweder mit cremigem Ricotta oder mit würzigem Erbsenmus gefüllt. Danach werden sie im Ofen goldbraun gebacken und im Anschluss meist warm als schneller Imbiss für den kleinen Hunger zwischendurch serviert.

Ġbejna

Ġbejniet sind kleine maltesische Schafskäse mit geschützter Ursprungsbezeichnung. Die Milch wird mit Lab dickgelegt, anschließend in Formen gefüllt und mehrere Tage gelagert. Je nach Reifegrad ist das Produkt als cremiger Frischkäse, luftgetrocknet oder mit Pfeffer eingelegt erhältlich. Serviert wird diese Vorspeise als Beilage zum typischen Ftira-Brot, im Salat oder als Suppeneinlage.

Maltesisch Essen Gbejna
Probiert den aromatischen Käse

Bigilla

Ebenfalls typisch für die maltesische Küche ist Bigilla, ein traditioneller Aufstrich aus Fava-Bohnen. Diese werden über Nacht eingeweicht und anschließend lange weichgekocht. Danach püriert man sie gemeinsam mit Knoblauch, Petersilie, Olivenöl, Salz, Pfeffer und etwas Zitronensaft zu einer cremigen Paste. Oft werden zusätzlich Chiliflocken ergänzt. Im Anschluss wird das Ganze mit frischem Brot, Crackern oder als Dip für Gemüsesticks serviert und gehört zu den beliebtesten Vorspeisen des Landes.

Suppen und Eintöpfe

Suppen und Eintöpfe sind seit Jahrhunderten ein typisch maltesisches Essen. Besonders in den Wintermonaten oder an kühleren Abenden stehen sie regelmäßig auf dem Speiseplan. Die meisten dieser Gerichte werden mit frischem Brot serviert, das hervorragend geeignet ist, die würzigen Brühen aufzunehmen.

Soppa tal-Armla

Die „Witwensuppe“ zählt zu den bekanntesten Suppen Maltas. Ihren Namen erhielt sie wohl, weil in diesem Gericht traditionell vor allem günstige Zutaten und Reste verwertet wurden. Es besteht aus Gemüse wie Karotten, Kartoffeln, Blumenkohl, Zucchini und Zwiebeln. Alles wird langsam in Brühe gekocht. Kurz vor dem Servieren kommen kleine Ġbejniet in den heißen Sud, wo sie leicht schmelzen. Oft wird zusätzlich ein pochiertes Ei hineingegeben. Als Beilage dient häufig ein Stück Sauerteigbrot.

Kawlata

Kawlata ist ein auf Malta traditionelles Essen, das besonders in den kühleren Wintermonaten wunderbar wärmt. Die Grundlage des Eintopfs bilden verschiedene saisonale Gemüsesorten wie Kohl, Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln und Sellerie, ergänzt durch Hülsenfrüchte wie Bohnen oder Kürbis. Zudem kommen Schweinefleisch oder Wurst in das Gericht. Alle Zutaten werden langsam gemeinsam gekocht, sodass eine kräftige, sämige Brühe entsteht und sich die Aromen miteinander verbinden. Serviert wird die Suppe heiß und meist mit rustikalem Brot – perfekt, um auch den letzten Rest des würzigen Suds aufzutunken.

Malta Kueche Kawlata
Dieses Gericht wärmt von innen

Hauptspeisen

Traditionell spiegelt auf Malta das Essen, das als Hauptgang auf den Tisch kommt, die enge Verbindung der Insel zum Mittelmeer wider. Fisch spielt ebenso eine wichtige Rolle wie Kaninchen, Pasta oder Gemüse. Häufig begleiten Kartoffeln oder Brot die Speisen.

Stuffat tal-Fenek

Stuffat tal-Fenek, auch als Fenkata bekannt, gilt auf Malta als das Nationalgericht. Kaninchen wird in Wein, Tomaten, Knoblauch, Lorbeerblättern, Nelken, Salz und Pfeffer so lange geschmort, bis es besonders zart ist. In manchen Fällen kommt diese Speise in zwei Schritten auf den Tisch: Zunächst wird die Soße mit Pasta serviert, bevor das Fleisch mit Gemüse auf den Tellern landet.

Essen auf Malta Fenkata
Das wohl bekannteste Gericht der Insel

Lampuki Pie

Ein weiteres Essen, für das Malta berühmt ist, ist die Goldmakrele, die hier Lampuki genannt wird. Sie wird bis heute nach traditioneller Art mit Palmblattflößen gefangen – diese „Kannizzati“-Methode hat sich seit der Zeit der Römer nicht grundlegend verändert. Für das Gericht wird der Fisch mit Tomaten, Blumenkohl, Zwiebeln, Spinat, Erbsen und Oliven vermengt. Anschließend füllt man die Mischung in einen Mürbeteig und backt sie goldbraun im Ofen. Serviert wird die Pastete warm mit einem frischen Salat oder saisonalem Gemüse.

Bragioli

Die Rouladen Bragioli sind ebenfalls ein bekanntes maltesisches Essen: Hierfür werden dünne Rindfleischscheiben mit Speck, Semmelbröseln, Kräutern sowie Salz und Pfeffer gefüllt und angebraten. Anschließend schmoren sie in einer kräftigen Tomatensoße mit Rotwein und Gemüse wie Karotten oder Erbsen so lange, bis sie besonders zart sind. Als Beilage dienen Kartoffeln, Püree oder frisches Brot.

Malta Essen Bragioli
Die maltesische Variante der Rouladen

Aljotta

Die Küche des kleinen Inselstaates ist aufgrund seiner Lage stark vom Meer und seinen Erzeugnissen geprägt. So ist ein typisches Gericht, das ihr in eurem Urlaub auf Malta essen solltet, die aromatische Suppe Aljotta. Sie ist besonders in der Fastenzeit beliebt, wenn der Verzehr von Fleisch verpönt ist. Für diesen leichten Hauptgang wird Fisch zusammen mit Reis, Knoblauch, Tomaten und verschiedenen Kräutern gekocht. Die Brühe erhält durch Zitronensaft eine angenehme Frische. Serviert wird das Ganze mit geröstetem Brot und Petersilie.

Maltesisch Essen Aljotta
Aromatische Speise mit Meeresfrüchten

Ross il-Forn

Ross il-Forn ist maltesisches Wohlfühlessen aus dem Ofen und ein echter Klassiker der Familienküche. Für den herzhaften Auflauf wird Reis mit einer kräftigen Soße aus Hackfleisch, Speck, Tomaten, Zwiebeln und Lorbeer vermischt. Häufig kommen außerdem Eier und geriebener Käse hinzu, bevor alles so lange gebacken wird, bis die Oberfläche schön goldbraun ist. Serviert wird die Speise gerne mit einem frischen Salat oder Gemüse.

Timpana

Auf Malta ist die Küche auch stark von italienischen Einflüssen geprägt, was dieses typische Gericht zeigt: Für den traditionellen Nudelauflauf werden gekochte Makkaroni mit einer würzigen Hackfleisch-Tomatensoße, Käse und Ei vermengt. Anschließend kommt alles in einen Mürbe- oder Blätterteigmantel und wird im Ofen goldbraun gebacken. Dadurch erhält die Speise eine knusprige Hülle und ein saftiges Inneres. Serviert wird das Ganze meist mit einem frischen Salat.

Nachspeisen

Auch wenn die maltesische Küche vor allem für ihre herzhaften Gerichte bekannt ist, lohnt sich ein Blick auf die Desserts. Viele Süßspeisen zeigen deutlich den arabischen Einfluss mit Mandeln, Honig, Datteln oder Gewürzen. Gleichzeitig finden sich italienische Backtraditionen wieder.

Imqaret

Imqaret sind mit das beliebteste süße Essen auf Malta. Der Name leitet sich von dem arabischen Wort für „rautenförmig“ ab, was den Einfluss dieser Epoche auf die Inselküche widerspiegelt. Die Teigtaschen werden mit einer süßen Dattelfüllung versehen, die mit Anis, Zimt und Zitrusfrüchten verfeinert ist. Anschließend wird das Ganze goldbraun frittiert. Außen knusprig, innen weich und aromatisch, schmecken sie besonders frisch hervorragend. Oft werden sie warm mit Vanilleeis oder einfach zu einer Tasse Kaffee serviert. Auch auf Straßenmärkten oder den traditionellen Dorffesten erfreuen sie sich großer Popularität.

Malta Essen Imqaret
Ein Traum für alle Naschkatzen

Helwa tat-Tork

Helwa tat-Tork bedeutet übersetzt „türkische Süßigkeit“ und ist ebenfalls ein Überbleibsel der muslimischen Herrschaft auf der Insel. International vor allem als „Halva“ bekannt, besteht dieses Dessert aus Sesampaste, Zucker und Mandeln. Die Zutaten werden langsam erhitzt und anschließend zu einer festen, leicht krümeligen Masse verarbeitet. Je nach Rezept kommen Pistazien oder Vanille hinzu. Serviert wird sie in dünnen Scheiben als Nachtisch oder zusammen mit Kaffee nach dem Essen.

Kannoli

Die maltesischen Kannoli ähneln den sizilianischen Klassikern und zeigen so den Einfluss italienischer Backtraditionen auf der Insel. Die Röllchen werden mit süßem Ricotta gefüllt und häufig mit Schokolade, kandierten Früchten oder Pistazien verziert. Der Teig wird frittiert, wodurch eine knusprige Hülle mit einem cremigen Inneren entsteht. Dieses Dessert passt hervorragend zu einem Espresso oder Cappuccino.

Malta Essen Kannoli
Süße Versuchung nach italienischem Vorbild

Getränke

Besonders beliebt auf Malta ist Kinnie, die wohl bekannteste Limonade des Landes. Sie wird aus Bitterorangen und aromatischen Kräutern hergestellt und besitzt einen angenehm herb-süßen Geschmack. Gerade an heißen Sommertagen sorgt sie eisgekühlt für eine willkommene Erfrischung. Im Winter dagegen wärmt Imbuljuta tal-Qastan, ein heißes Getränk aus Wasser, Kakao, Kastanien, Nelken und Zitrusschalen, von innen.

Trotz der kleinen Anbauflächen entstehen auf der Insel hochwertige Rot-, Weiß- und Roséweine aus einheimischen sowie internationalen Rebsorten. Auch Bierliebhaber kommen auf ihre Kosten. Besonders bekannt ist das maltesische Lager Cisk, das bereits seit den 1920er-Jahren gebraut wird und hervorragend zu Fischgerichten oder herzhaften Snacks passt. Eine weitere alkoholische Spezialität ist der Bajtra, ein Likör aus Kaktusfeigen, der gerne pur oder als Mixgetränk genossen wird.

Vegetarisch und vegan essen

Obwohl viele traditionelle maltesische Gerichte Fleisch oder Fisch enthalten, kommen Vegetarier und Veganer heute leichter auf ihre Kosten als noch vor einigen Jahren. Besonders in Valletta, Sliema, St. Julian’s und Mdina hat sich eine moderne Restaurantszene entwickelt, die kreative pflanzliche Alternativen anbietet. Internationale Einflüsse sowie das wachsende Bewusstsein für nachhaltige Ernährung haben das Angebot deutlich erweitert. Dadurch lässt sich die lokale Küche auch ohne tierische Produkte hervorragend entdecken, ohne auf authentische Geschmackserlebnisse verzichten zu müssen.

Mehrere der vorgestellten Spezialitäten können Vegetarier und Veganer problemlos genießen. Pastizzi sind mit der traditionellen Füllung aus Ricotta oder Erbsen ohnehin fleischfrei. Bigilla ist sogar von Natur aus rein pflanzlich, ebenso wie die Süßspeise Helwa tat-Tork. Hobż biż-Żejt könnt ihr euch ohne Thunfisch und stattdessen mit zusätzlichem Gemüse oder Oliven belegen.

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