So grausam: Airline drängt Frau zum Hamstermord

Bild Airline drängt ReisendeWer regelmäßig fliegt, hat an Bord mit Sicherheit schon das ein oder andere Haustier gesehen. Im besten Fall werden mitreisende Tiere vorher angemeldet, teils muss für sie ein eigenes Flugticket gebucht werden. Manchen Tieren wird der Mitflug jedoch verwehrt – mit dramatischen Folgen.

In eine echte Notlage wurde im November 2017 eine junge Frau aus den USA gebracht. Wie erst jetzt bekannt wurde, wollte Belen Aldecosea ihren Hamster „Pebbles“ mit auf einen Inlandsflug der Fluggesellschaft Spirit Airlines nehmen. Im Vorfeld hatte die Studentin sich telefonisch bei der Airline erkundigt, ob sie ihren Zwerghamster mit an Bord nehmen dürfe.

Passagierin muss Hamster töten, um Flug nicht zu verpassen

Gleich zweimal hätten ihr Mitarbeiter der Fluglinie versichert, das Hamsterweibchen dürfe von Baltimore nach Südflorida mitfliegen, so Aldecosea gegenüber der Zeitung „Miami Herald“. Am Flughafen Baltimore angekommen war jedoch von Tierfreundlichkeit bei Spirit Airlines nichts mehr zu spüren: Mitarbeiter der Fluggesellschaft verboten der 21-Jährigen, den kleinen Fellfreund mit ins Flugzeug zu nehmen. Eine schreckliche Situation für die junge Frau, die wegen eines medizinischen Notfalls dringend nach Hause fliegen musste. Weil „Pebbles“ unter keinen Umständen mitfliegen durfte, versuchte die Reisende zunächst, einen Mietwagen zu leihen – erfolglos. Die Airline-Mitarbeiter rieten der verzweifelten Studentin schließlich eiskalt, den Zwerghamster in der Toilette hinunterzuspülen. In Panik und ohne Unterstützung der Fluggesellschaft kam sie schließlich der mörderischen Aufforderung nach. „Es war der Horror, sie ins Klo zu werfen“, so die 21-Jährige. „Zehn Minuten habe ich in der Kabine gesessen und geweint.“ Den kleinen Hamster auszusetzen, habe sie nicht übers Herz gebracht, weil dieser wahrscheinlich sofort erfroren oder überfahren worden wäre. Mit etwas Abstand zu dieser schrecklichen Geschichte will Belen Aldecosea jetzt die Airline verklagen, die sie in eine solche Notlage gebracht hat.

Besonders perfide an dem Unglück: Hamster „Pebbles“ war ein ärztlich anerkanntes Therapietier, in den USA auch „Emotional Support Animal“ genannt, das als emotionale Unterstützung auf Flügen dienen soll. Die Studentin hatte sich den Zwerghamster gekauft, weil sie bei sich einen Knoten am Hals entdeckt hatte. Nach dem Flug in die Heimat, wegen dem der Vierbeiner sterben musste, sollte die Geschwulst entfernt werden.

Tiere als emotionale Unterstützung und Therapie

Es ist in den USA durchaus üblich, dass Tiere als Therapiebegleiter mit an Bord sind, normalerweise handelt es sich dann jedoch um Katzen oder Hunde. Immer häufiger lassen sich Passagiere jedoch Tiere wie Igel, Mini-Ponys und Schweine als therapeutisch begleitend attestieren und stellen somit die Geduld der Airlines schwer auf die Probe. Ein Umstand, der auch Hamster „Pebbles“ zum Verhängnis geworden sein könnte. United Airlines hat etwa erst im Januar eine Liste mit Tieren herausgegeben, die nicht mit in die Flugzeugkabine dürfen, darunter Igel, Nagetiere, Schlangen und Reptilien. Therapietiere, die mit an Bord sollen, müssen zudem so trainiert sein, dass sie in der Öffentlichkeit ruhig bleiben. Wer mit der deutschen Lufthansa fliegt, darf im Übrigen lediglich einen Therapiehund mit in die Kabine nehmen, wenn dieser vom einem Arzt als solcher bestätigt wird. Alle anderen Tiere werden nur im Frachtraum transportiert.