An der geschützten Südwestflanke des portugiesischen Madeiras erwartet euch Calheta mit einer echten Seltenheit der Vulkaninsel: goldene Sandstrände. Ihr erlebt hier entspannte Badetage kombiniert mit authentischem Flair, historischen Zuckermühlen und Levada-Wanderungen durch üppige Bananenhaine.
Überblick
Bei einem Aufenthalt in Calheta erlebt ihr Madeiras warmen Süden, wo sich das Klima deutlich milder zeigt als im Norden der Insel. Der Küstenort liegt geschützt an der Atlantikflanke und verwöhnt euch mit überdurchschnittlich vielen Sonnenstunden. Es gibt zwar keine klassische Altstadt, aber dennoch treffen hier Tradition und Moderne an jeder Ecke aufeinander. Eine neu angelegte Marina mit eleganten Yachten grenzt gleich an eine historische Zuckerrohrfabrik. Kurz daneben steht ein zeitgenössisches Kunstmuseum in direkter Nachbarschaft einer jahrhundertealten Kapelle. Die entspannte Atmosphäre lädt zum Verweilen ein, während das türkisblaue Wasser direkt vor eurer Nase glitzert.
Das Herzstück bildet zweifellos der künstlich angelegte Strand, der mit marokkanischem Sand aufgeschüttet wurde und heute Familien und Sonnenanbeter gleichermaßen begeistert. Wellenbrecher sorgen für ruhiges Wasser, perfekt für ausgiebiges Schwimmen und erste Tauchversuche der Kleinen. Von hier aus erstreckt sich die Küstenlinie in beide Richtungen mit malerischen Nachbardörfern wie Estreito da Calheta, Jardim do Mar und Ponta do Sol, die alle ihren eigenen Charakter bewahrt haben. Bananenplantagen überziehen die umliegenden Berghänge, Levadas schlängeln sich durch üppige Vegetation und im Hinterland warten viele traditionelle Weingüter auf euren Besuch.

Strände
An der Südwestküste zeigt sich die Insel von ihrer zugänglichen Seite und bietet euch viele Gelegenheiten für einen Sprung ins kühle Nass. Während Madeira eigentlich für seine zerklüftete Atlantikflanke mit schwarzem Vulkangestein und Kieseln bekannt ist, überrascht diese Region mit hellen Sandstreifen, windgeschützten Badezonen und versteckten Ecken für Wellenreiter.
Praia da Calheta
Der kostenlose Hauptstrand des Städchens ist der Grund, warum viele Besucher hierher pilgern. Zwei Buchten mit goldenem Sand erstrecken sich entlang der modernen Uferpromenade und werden von Wellenbrechern vor der Atlantikbrandung geschützt. Das ruhige, klare Wasser macht diesen Ort ideal für Familien mit Kindern, die hier gefahrlos planschen können. Für einen entspannten Tag am Meer könnt ihr Liegen und Sonnenschirme mieten. Wenn ihr zwischendrin hungrig werdet, servieren euch Bars leichte Snacks und kleine Erfrischungen.
Besonders an Wochenenden verwandelt sich die Bucht in einen lebendigen Treffpunkt, wo Einheimische und Urlauber gemeinsam den Sommer genießen. Die Wasserqualität ist ausgezeichnet, sodass ihr bedenkenlos schwimmen könnt. Rettungsschwimmer überwachen das Geschehen während der Hauptsaison von Juni bis September. Am späten Nachmittag taucht die untergehende Sonne alles in warmes Licht und verwandelt den Ozean in ein glitzerndes Farbenspiel. Für noch mehr Komfort stehen Duschen, Umkleidekabinen und barrierefreie Zugänge bereit.

Praia de Surfistas
Als legendärer Spot an der Südwestspitze zieht Jardim do Mar Wellenreiter aus aller Welt an. Der Strandabschnitt besteht hier vor allem aus großen Felsbrocken und Geröll, die das wilde Wasser säumen. Meterhohe Wogen brechen sich spektakulär an der Küste und schaffen perfekte Bedingungen für erfahrene Sportler. Die verschlafene Atmosphäre des winzigen Dorfes ist ein reizvoller Kontrast zur kraftvollen Naturgewalt des Atlantiks.
Entlang der schmalen Uferstraße findet ihr kleine Cafés und Pensionen, die von entspannten Surfern und Aussteigern betrieben werden. Die Einheimischen pflegen ihre jahrhundertealten Traditionen, was sich in liebevoll dekorierten Hauseingängen und blumengeschmückten Balkonen zeigt. Zum Schwimmen eignet sich dieser Abschnitt nur bedingt. Dafür könnt ihr vom Ufer aus die gewagten Manöver der Wellenreiter bestaunen. Bei Sonnenuntergang erlebt ihr ein magisches Freilufttheater, wenn das goldene Licht die Wogen zum Glänzen bringt.
Praia da Ponta do Sol
Wenige Kilometer östlich von Calheta liegt dieser Küstenort, der seinem Namen „Kap der Sonne“ wegen der vielen schönen Tage alle Ehre macht. Über eine kleine befestigte Badezone mit Leitern könnt ihr direkt in das tiefe Atlantikwasser steigen. Wenn ihr besonders wagemutig seid, könnt ihr die Plattformen auch für spektakuläre Sprünge in die blaue Flut nutzen. Um euch vor der Brandung zu schützen und sicheres Schwimmen zu ermöglichen, ist das Becken von Betonmauern eingefasst.
Das malerische Zentrum von Ponta do Sol thront auf einer Klippe mit mehreren Aussichtspunkten für weite Panoramen über den Ozean. Auf Terrassen mit Meerblick servieren euch traditionelle Restaurants frischen Fisch und lokale Spezialitäten. Die Promenade lädt zu ausgedehnten Spaziergängen ein, bei denen ihr die salzige Brise und das Rauschen der Wellen genießt. Besonders digitale Nomaden haben diesen ruhigen Flecken für sich entdeckt und schätzen die Kombination aus Naturschönheit, schnellem Internet und entspannter Lebensart.

Praia da Madalena do Mar
Nur wenige Kilometer westlich erreicht ihr dieses traditionelle Fischerdorf mit seinem kleinen Kieselstrand, der authentisches Inselflair mit moderner Infrastruktur verbindet. Eine befestigte Badezone mit Treppen und Plattformen erleichtert euch den Einstieg ins kristallklare Wasser. Umkleidekabinen und Restaurants sorgen für Komfort, während die entspannte Atmosphäre den ursprünglichen Charakter bewahrt. Wenn ihr schwimmen wollt, solltet ihr etwas Erfahrung mitbringen, denn die Brandung ist lebhafter als in der geschützten Nachbarbucht.
Taucher zieht es wegen des versunkenen Schiffswracks „Bom Rei” hierher, das 180 Meter vor der Küste in 21 bis 30 Metern Tiefe liegt. Das künstliche Riff beherbergt schwarze Korallen, Seeanemonen und große Fischschwärme, die zwischen den gut erhaltenen Überresten ihre Heimat gefunden haben. Von der Uferpromenade aus beobachtet ihr, wie sich die Wellen am dunklen Vulkangestein brechen und Gischt in die Luft spritzen. Das charmante Madalena do Mar klettert terrassenförmig den Hang hinauf, wo euch Restaurants mit Meerblick regionale Spezialitäten servieren und bunt bemalte Häuser von längst vergangenen Jahrhunderten erzählen.
Sehenswürdigkeiten
In Calheta und Umgebung erwarten euch Entdeckungen, die das historische Erbe der Zuckerrohr-Ära mit zeitgenössischer Kunst und spirituellen Kleinoden verbinden. Ob ihr durch moderne Galerien streift, alte Produktionsstätten erkundet oder versteckte Kapellen aufspürt, hier findet ihr garantiert euren neuen Lieblingsort.
Sociedade de Engenhos da Calheta
Im Zentrum des Ortes findet ihr die letzte funktionierende Zuckerrohrfabrik Madeiras, die seit 1901 traditionellen Aguardente de Cana herstellt. Die historischen Gebäude beherbergen heute ein Museum, das euch den kompletten Produktionsprozess von der Ernte bis zur Destillation erklärt. Alte Maschinen und riesige kupferne Brennblasen glänzen in den hohen Hallen und zeugen von der industriellen Vergangenheit. Wenn ihr kurz innehaltet und schnuppert, werdet ihr merken, dass der charakteristische Duft von Melasse noch immer in den Räumen hängt.
Bei eurem Rundgang erfahrt ihr, wie der Zuckerrohranbau Madeiras Wirtschaft über Jahrhunderte prägte und Wohlstand in die Region brachte. Interaktive Displays zeigen die Entwicklung von den Anfängen bis heute. Nach der Museumstour könnt ihr in der hauseigenen Bar verschiedene Rum-Varianten verkosten, vom milden weißen bis zu jahrelang gereiften dunklen Tropfen. Lasst euch einfach von den unterschiedlichen Geschmacksnuancen zwischen karamellig-süß und würzig-komplex überraschen. Für euren Besuch solltet ihr etwa anderthalb Stunden einplanen. Vergesst nicht, euch eine Flasche des preisgekrönten Schnaps als Andenken mitzunehmen.

Mudas - Museum für Zeitgenössische Kunst
Hoch über der Küste liegt dieses architektonisch beeindruckende Haus, das moderne Kunst mit spektakulärem Meerblick verbindet. Das 2015 eröffnete Gebäude fügt sich harmonisch in die Landschaft ein. Hier schlendert ihr auf mehreren Etagen durch lichtdurchflutete Ausstellungsräume und verliert die raue See durch die großen Fenster nie aus den Augen. Außerdem könnt ihr Gemälde und Skulpturen von portugiesischen und internationalen Artists bewundern, die oft Bezug zur Inselkultur nehmen.
Auf der Außenterrasse entspannt ihr euch, während euer Blick von den Hügeln mit den Bananenplantagen bis zum endlosen Ozean schweift. Ein Café serviert regionale Köstlichkeiten in minimalistischem Ambiente, perfekt für eine Pause zwischendurch. Die Sammlung des Museums umfasst etablierte Namen und aufstrebende Talente der zeitgenössischen Kunstszene. Dank wechselnder Sonderausstellungen lohnt sich ein Besuch immer wieder. Der Eintritt ist moderat. Plant für euren Ausflug mindestens eine Stunde ein, um die Exponate in Ruhe zu würdigen und die einmalige Atmosphäre zu genießen.
Estreito da Calheta
Das malerische Bergdorf etwa drei Kilometer westlich von Calheta bietet euch authentisches madeirensisches Landleben fernab vom Küstentrubel. Die im 15. Jahrhundert gegründete Siedlung klettert terrassenförmig den steilen Hang hinauf. Rings um euch erstrecken sich kleine Felder mit Yams, Süßkartoffeln und Rebstöcken. Die sonnenverwöhnte Lage und der fruchtbare Boden machten den Ort einst ideal für den Anbau von Zuckerrohr, das als weißes Gold einen bescheidenen Wohlstand brachte. Heute gedeihen zwischen den traditionellen Bewässerungskanälen vor allem Bananen und Madeirawein.
Von verschiedenen Aussichtspunkten genießt ihr weite Panoramen bis hinunter zur funkelnden Küste. Die Igreja Matriz im manuelinischen Stil ist die wichtigste religiöse Stätte des Ortes. Der schlichte rechteckige Bau täuscht von außen: Im Inneren erwarten euch wertvolle Gemälde, Verzierungen und ein außergewöhnliches Altarbild. Das Kunstwerk auf Eichenholz von 1525 stammt aus der Antwerpener Schule. Rund um Estreito da Calheta öffnen kleine Quintas ihre Pforten für Verkostungen, bei denen euch die Winzer die unterschiedlichen Reifestufen des Madeiraweins erklären.

Capela de Nossa Senhora de Loreto
Im Ortskern des benachbarten Arco da Calheta entdeckt ihr diese bezaubernde Kapelle aus dem 16. Jahrhundert, die als eines der schönsten religiösen Kleinode der Insel gilt. Der 1510 errichtete Sakralbau zeigt manuelinische und revivalistische Stilelemente. Beim Eintreten wird die offene Galerie mit den Marmorsäulen sofort eure Blicke auf sich ziehen. Im Inneren der Kirche erwartet euch eine kunstvolle achteckige Holzdecke im Mudéjar-Stil, die Weiß und Blau gestrichen und mit Gold verziert ist. Das gedämpfte Licht taucht alles in eine beinahe mystische Atmosphäre.
Die Kapelle wurde ursprünglich für Pedro Gonçalves da Câmara errichtet, Sohn des zweiten Kapitäns von Funchal, und zeugt vom einstigen Reichtum der Zuckerrohr-Elite. Kleine Gemälde der Via Sacra schmücken die Wände und erzählen biblische Geschichten. Ein Renaissance-Weihwasserbecken aus Marmor von 1530 gehört zu den wertvollsten Details. Die korinthischen Säulen der Fassade verleihen dem Eingang besondere Eleganz. Am späten Nachmittag, wenn goldenes Licht auf die Außenmauern fällt, entfaltet dieser Ort seinen ganzen Zauber. Der Zugang ist kostenlos, aber respektiert die Andacht, falls gerade ein Gottesdienst stattfindet.
Aktivitäten
In Calheta könnt ihr viele spannende Dinge erleben, die jeden Tag garantiert unvergesslich machen. Ob ihr Naturliebhaber seid, Abenteuerlustige oder Genussmenschen: An Madeiras sonniger Südwestküste findet ihr zwischen Ausflügen aufs Meer und Wanderungen durchs grüne Hinterland sicher das perfekte Programm.
Wal- und Delfinbeobachtungen
Die moderne Marina da Calheta ist der Ausgangspunkt für unvergessliche Bootstouren zu den sanften Riesen des Atlantiks. Vor Madeiras Küste tummeln sich ganzjährig verschiedene Delfinarten. Zwischen April und Oktober ziehen auch Wale durch die Gewässer. Ihr steigt in schnelle Zodiacs oder komfortable Katamarane und fahrt aufs offene Meer hinaus, wo erfahrene Guides die Tiere aufspüren. Wenn dann plötzlich eine Flosse neben euch auftaucht, schlägt euer Herz bestimmt vor Freude höher.
Die intelligenten Delfine zeigen sich oft verspielt und begleiten die Boote eine Weile, springen akrobatisch durch die Luft und scheinen die Aufmerksamkeit zu genießen. Mit etwas Glück seht ihr sogar Pottwale, die schwerelos durch die Tiefe gleiten. Die Touren dauern zwischen zwei und drei Stunden und werden von Meeresbiologen begleitet, die euch Wissenswertes über das Verhalten und den Lebensraum der Tiere erzählen. Wasserdichte Kameras sind Gold wert, denn diese Momente möchtet ihr festhalten. Die meisten Anbieter garantieren Sichtungen oder bieten eine kostenlose zweite Fahrt an.

Besuch einer Bananenplantage
Madeira ist berühmt für seine leckeren Bananen, die rund um Calheta auf weitläufigen Plantagen bis hinunter zur Küste wachsen. Ihr könnt verschiedene Familienbetriebe besuchen und mehr über den Anbau der krummen Früchte lernen. Die Bauern führen euch zwischen den haushohen Stauden hindurch und erklären die Besonderheiten der kleineren, aber äußerst aromatischen einheimischen Sorte. Ihr erfahrt, wie die Pflanzen geschützt werden und warum das milde Mikroklima ideale Bedingungen für die Kultivierung schafft.
Ihr werdet schnell feststellen, dass die süßen Früchte frisch vom Strauch gepflückt ihre überseeischen Verwandten aus dem Supermarkt bei Weitem übertreffen. Manche Höfe produzieren auch Bananenwein, Likör oder kandierte Chips, die ihr als originelle Mitbringsel kaufen könnt. Die Touren dauern etwa eine Stunde und finden meist am Vormittag statt. Besonders eure Kinder werden begeistert sein, wenn sie zwischen den riesigen Blättern herumlaufen und die Blüten bestaunen und anfassen dürfen.
Levada-Wanderungen
Die historischen Kanäle durchziehen die gesamte Insel und bieten euch einzigartige Ausflugsmöglichkeiten durch die unberührte Natur. Von den Bergen oberhalb Calhetas führt euch die Levada Nova durch üppigen Lorbeerwald, vorbei an rauschenden Wasserfällen und durch in den Fels gehauene Tunnel. Trittsicheres Schuhwerk ist wichtig, denn der schmale Pfad verläuft direkt neben dem plätschernden Rinnsal. Farne, Moose und exotische Blumen säumen den Weg, während Vögel in den Baumkronen zwitschern.
Bei der Wanderung bestaunt ihr die ingenieurtechnische Meisterleistung der Levada-Erbauer, die diese Wasserkanäle vor Jahrhunderten in die steilen Hänge trieben. Atemberaubende Ausblicke auf das Meer belohnen euch immer wieder für den Aufstieg. An manchen Stellen führt der Pfad so nah am Abgrund entlang, dass Nervenkitzel garantiert ist. Eine mittelschwere Route dauert etwa vier Stunden. Packt unbedingt eine Taschenlampe für die dunkleren Tunnelabschnitte ein. Schuhe mit gutem Profil sind unverzichtbar, da der Weg stellenweise rutschig sein kann.

Abendrot in Ponta do Pargo
An Madeiras westlichstem Punkt erhebt sich dieser markante Leuchtturm auf einer windgepeitschten Klippe und bietet euch einen der schönsten Sonnenuntergänge der gesamten Insel. Die Fahrt von Calheta dauert etwa 30 Minuten durch malerische Dörfer und vorbei an terrassierten Feldern. Oben angekommen erwartet euch ein eindrucksvolles Panorama: Schroffe Felsen stürzen senkrecht ins tosende Meer ab, während der weiß-rote Wegweiser stolz über allem wacht. Darunter erstreckt sich der tiefblaue Atlantik schier endlos bis zum Horizont.
Wenn die Sonne schließlich langsam dem Ozean entgegensinkt, färbt sich der Himmel in ein rauschendes Farbenspiel von Orange, Rosa und Violett. Das Licht verwandelt die Wolken in leuchtende Formationen, während die Wellen unten an den Klippen zerschellen und weiße Gischt hochspritzen. Fotografen finden hier ihr Paradies, denn jeder Moment bietet neue Perspektiven. Nach dem Naturspektakel könnt ihr im kleinen Restaurant nebenan lokale Gerichte genießen und den Tag bei einem Glas Madeirawein ausklingen lassen. Plant eure Ankunft für etwa eine Stunde vor dem Abendrot, um euch den perfekten Spot zu sichern und nichts zu verpassen.
Reise-Infos
Freut euch auf eure Reise nach Madeira! Calheta ist bestens auf Besucher vorbereitet und empfängt euch mit moderner Infrastruktur und herzlicher Gastfreundschaft. Von der Anreise über klimatische Besonderheiten bis zur Verpflegung: Hier findet ihr alle Tipps für einen reibungslosen Aufenthalt auf der schönen Insel Portugals.
Ideale Reisezeit und Reisedauer
Calheta an der geschützten Südwestküste gilt als wärmste Region Madeiras. Während der Norden oft wolkenverhangen ist, genießt ihr hier durchschnittlich 300 Sonnentage im Jahr. Das Thermometer zeigt angenehme 19 Grad Celsius im Winter und milde 26 im Sommer. Der Atlantik erreicht von August bis Oktober seine höchsten Temperaturen. In den kühleren Monaten ist das Baden eher erfrischend.
Die trockensten Monate sind Mai bis September, wenn die Sonne verlässlich scheint und kaum Niederschlag zu erwarten ist. Zwischen November und März regnet es gelegentlich, doch die Schauer bleiben meist kurz und lassen die Landschaft in sattem Grün erstrahlen. Für Levada-Wanderungen eignen sich Frühling und Herbst ideal, da es dann nicht zu heiß wird. Wassernixen bevorzugen Juli und August für ausgiebigen Badespaß. Plant mindestens drei bis vier Tage ein, um den Sandstrand, die Zuckerrohrfabrik und nahegelegene Orte wie Jardim do Mar zu erkunden. Wer auf seiner Reise nach Madeira auch Ausflüge nach Funchal, zum Ponta do Pargo Leuchtturm oder in die Bergdörfer unternehmen möchte, sollte für eine Woche kommen.

Anreise und Fortbewegung vor Ort
Der internationale Flughafen Cristiano Ronaldo liegt bei der Inselhauptstadt Funchal, rund 50 Kilometer östlich von Calheta. Direktverbindungen aus deutschen Städten dauern circa vier Stunden. Besonders in den Sommermonaten werdet ihr viele günstige Angebote für eure Anreise finden. Einmal angekommen, habt ihr vom Airport aus mehrere Optionen. Mietwagen bieten die größte Flexibilität und ermöglichen spontane Abstecher zu versteckten Buchten. Die gut ausgebaute Küstenstraße VR1 führt in etwa 45 Minuten direkt ans Ziel, vorbei an spektakulären Ausblicken.
Alternativ verkehren Überlandbusse der Linie 80 und 142 mehrmals täglich zwischen Funchal und Calheta. Die Fahrt dauert anderthalb Stunden und ist erstaunlich günstig. Taxis und Transferservices stehen am Flughafen bereit, verlangen jedoch 60 bis 80 Euro für die Strecke. Vor Ort kommt ihr mit dem Leihwagen am besten voran, da öffentliche Verkehrsmittel in der Region begrenzt sind. Die kurvigen Bergstraßen erfordern konzentriertes Fahren, belohnen euch aber mit atemberaubenden Panoramen. Parkmöglichkeiten findet ihr überall am Strand und bei den Attraktionen.
Essen und Spezialitäten
Die Küche der Region verwöhnt euch mit frischen Meeresfrüchten und traditionellen Inselgerichten. Espada com Banana ist das Signature-Gericht schlechthin: schwarzer Degenfisch aus der Tiefsee, serviert mit gebratener Banane, deren Süße perfekt mit dem zarten Fleisch harmoniert. Die skurrilen Tiere werden nur vor Madeira gefangen und schmecken nirgendwo sonst so authentisch. Dazu reicht man meist Milho frito, frittierte Polentawürfel, die knusprig und würzig munden. Auf den lokalen Märkten solltet ihr unbedingt exotische Früchte wie Maracuja, Guave, Anona und Pitanga kosten. Vollreif geerntet sind sie viel aromatischer als importierte Ware aus deutschen Supermärkten.
Bolo do Caco darf bei keinem Essen fehlen: das runde Fladenbrot wird auf heißem Stein gebacken und kommt dampfend mit Knoblauchbutter auf den Tisch. Ihr reißt Stücke ab und dippt sie in Aioli oder Olivenöl. Lapas sind gegrillte Napfschnecken, die ihr mit Zitrone beträufelt direkt aus der Schale schlürft. Probiert zum Nachtisch unbedingt Bolo de Mel, einen dunklen Honigkuchen mit Gewürzen, der traditionell zu Festtagen gebacken wird. In den Restaurants am Hafen genießt ihr fangfrische Thunfischsteaks mit Meerblick. Die Preise sind moderat: Ein Hauptgericht kostet in der Regel zwischen 12 und 20 Euro.

Hotels und Unterkünfte
Direkt am Sandstrand reihen sich viele moderne Hotels und Apartmentanlagen aneinander, die euch Meerblick und kurze Wege zum Wasser garantieren. Die luxuriösesten Adressen punkten mit mehreren Pools, Spa-Bereichen und gehobener Gastronomie. Manche beziehen sich in ihrer zeitgenössischen Architektur sogar auf das Zuckerrohr-Erbe der Region. Wer es familiärer mag, findet charmante Bed & Breakfasts in den Hügeln oberhalb des Zentrums, wo Gastgeber persönliche Tipps geben und ein leckeres Frühstück servieren.
Ferienwohnungen mit Küche eignen sich perfekt für längere Aufenthalte und Selbstversorger. Viele verfügen über Balkone oder Terrassen mit Atlantikblick. In den Nachbardörfern Jardim do Mar und Madalena do Mar findet ihr kleinere Pensionen und Surferhostels mit authentischem Flair zu günstigeren Preisen. Die Übernachtungskosten beginnen bei rund 40 Euro für einfache Zimmer, während gehobene Resorts ab 120 aufwärts verlangen. Bucht in der Hochsaison zwischen Juli und September rechtzeitig, da die Kapazitäten begrenzt sind. Viele Unterkünfte haben Pauschalangebote mit Halbpension im Programm.












