Anuradhapura: Sri Lankas heiliger Ort


Monumentale weiße Dagobas ragen wie riesige Glocken in den strahlend blauen Himmel, und zwischen uralten Ruinen scheint die Zeit stillzustehen. Anuradhapura, die erste Hauptstadt Sri Lankas, ist eines der bedeutendsten spirituellen Zentren des Buddhismus. Hier wandelt ihr zwischen ehrwürdigen Tempeln, die seit über zwei Jahrtausenden Pilger aus aller Welt anziehen.

Überblick

In Anuradhapura erwarten euch beeindruckende archäologische Schätze und ein echtes spirituelles Erlebnis. Das Wahrzeichen sind acht monumentale Dagobas, die zu den größten Ziegelbauten der Antike zählen. Als UNESCO-Weltkulturerbe seit 1982 gehört die ehemalige Königsstadt zu den bedeutendsten historischen Stätten Südasiens. Zwischen den gewaltigen Gemäuern erstrecken sich weitläufige Klosterruinen, kunstvolle Mondsteine und Wasserbecken, die von der beeindruckenden Ingenieurskunst der Singhalesen zeugen.

Das absolute Highlight ist der Jaya Sri Maha Bodhi, ein über 2.300 Jahre alter Feigenbaum, der direkt von dem heiligen Exemplar abstammt, unter dem Buddha seine Erleuchtung erlangte. Ihr werdet Pilger in strahlend weißen Gewändern sehen, die Lotusblüten als Opfergaben bringen, den Duft von Räucherstäbchen einatmen und vielleicht sogar an einer Puja-Zeremonie teilnehmen. Diese einzigartige Mischung aus historischer Bedeutung, architektonischer Brillanz und gelebter spiritueller Tradition bleibt euch sicher noch lange in Erinnerung.

Anuradhapura Sri Lanka Jetavanaramaya
Majestätischer Empfang an der Jetavanaramaya Stupa

Sehenswürdigkeiten

Anuradhapura ist ein riesiges archäologisches Freiluftmuseum, das sich über mehr als 40 Quadratkilometer erstreckt. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen so nah beieinander, dass ihr sie gut an einem oder zwei Tagen erkunden könnt. Plant ausreichend Zeit ein, denn jede Stätte hat ihre eigene faszinierende Geschichte zu erzählen.

Ruwanwelisaya Dagoba: Die weiße Kuppel

Diese monumentale Stupa ist eines der eindrucksvollsten Bauwerke in ganz Sri Lanka und ein absolutes Muss bei eurem Besuch. König Dutugemunu ließ die Dagoba im 2. Jahrhundert vor Christus errichten. Die schneeweiße Kuppel ist mit ihren beeindruckenden Dimensionen schon von weitem zu sehen. Auch ihre Außenmauer ist ein Highlight: Hier könnt ihr Hunderte einzigartiger Elefantenfiguren bewundern.

Wenn ihr die Dagoba umrundet (immer im Uhrzeigersinn, wie es die buddhistische Tradition vorschreibt), spürt ihr die andächtige Ruhe an diesem heiligen Ort. Besonders am späten Nachmittag, wenn Pilger mit Lotusblüten und Räucherstäbchen zum Beten kommen, ist die Stimmung magisch. Die goldene Spitze glänzt im Sonnenlicht, und der Duft von Jasmin und Frangipani liegt in der Luft. Nehmt euch Zeit, setzt euch in den Schatten der umliegenden Bäume und lasst die Atmosphäre auf euch wirken. Angemessene Kleidung ist Pflicht: Bedeckt Schultern und Knie und zieht eure Schuhe aus, bevor ihr das Gelände betretet.

Anuradhapura Sri Lanka Ruwanwelisaya mit Elefanten
Bestaunt die Elefanten der Ruwanwelisaya

Jetavanaramaya: Der Backsteintempel

Lasst euren Blick nach oben schweifen: Diese gewaltige Dagoba ragt ganze 70 Meter in die Höhe. Auch wenn Erosion und Erdbeben im Laufe der Zeit die Spitze abgetragen haben, zählt sie heute noch immer zu den größten Ziegelbauten der antiken Welt. König Mahasena ließ sie im 3. Jahrhundert aus über 93 Millionen Backsteinen errichten. Mit ihrem Volumen übertrifft die Jetavanaramaya sogar manche ägyptische Pyramide.

Bei eurem Besuch könnt ihr die Überreste von Säulenhallen und Mönchszellen des einstigen Klosterkomplexes erkunden. Im archäologischen Museum von Anuradhapura seht ihr eine goldene Reliquienschatulle und weitere bedeutende Artefakte, die bei Ausgrabungen rund um den Tempel entdeckt wurden. Besonders schön wirkt das Monument in den frühen Morgenstunden oder zum Sonnenuntergang, wenn das warme Licht die rötlichen Backsteine zum Leuchten bringt. Plant etwa 45 Minuten ein und bringt Wasser mit, denn es kann hier sehr heiß werden.

Jaya Sri Maha Bodhi: Der heilige Baum

Diese Pappelfeige ist eines der wichtigsten Symbole des Buddhismus. Im 3. Jahrhundert v. Chr. unternahm Prinzessin Sanghamitta eine Pilgerreise nach Bodh Gaya in Indien und brachte von dort einen Ableger jenes heiligen Baums mit, unter dem Siddhartha Gautama seine Erleuchtung erlangt hatte. Da das Original im Laufe der Zeit zerstört wurde, gilt der Jaya Sri Maha Bodhi heute als die älteste von Menschenhand gesetzte Pflanze der Welt.

Wenn ihr vor diesem ehrwürdigen Baum steht, dessen knorrige Äste von goldenen Stützen gehalten werden, spürt ihr die Jahrhunderte der Verehrung. Auf der erhöhten Plattform, umgeben von goldenen Gittern, meditieren ständig Gläubige und bringen Opfergaben dar. Besonders eindrucksvoll sind die Vollmondtage (Poya Days), wenn Tausende Pilger in weißen Gewändern zusammenkommen. Plant mindestens eine halbe Stunde ein, um die friedliche Stimmung zu genießen.

Anuradhapura Sri Lanka Jaya Sri Maha Bodhi
Erlebt die Stille am heiligen Bodhi-Baum

Abhayagiri Dagoba: Zentrum der Mönche

Diese imposante Stupa war einst das Herzstück einer der größten Klosteranlagen der antiken Welt, in der bis zu 5.000 Menschen wohnten und lernten. König Valagamba ließ sie im 1. Jahrhundert vor Christus erbauen, und mit 75 Metern Höhe zählt sie zu den monumentalsten Bauwerken in Anuradhapura. Was sie so besonders macht, ist der gesamte archäologische Komplex, der euch einen Einblick in das monastische Leben der Antike gibt.

Auf dem weitläufigen Gelände entdeckt ihr die Überreste von Speisesälen, Bibliotheken, Meditationshallen und einem historischen Krankenhaus. Besonders sehenswert ist der Samadhi Buddha, eine Statue aus dem 4. Jahrhundert, die als eines der schönsten Beispiele singhalesischer Bildhauerkunst gilt. In der Nähe liegen die „Twin Ponds”, riesige Steinbecken, die von der fortschrittlichen Wassertechnik der Antike zeugen. Plant mindestens zwei Stunden ein, um durch die Ruinen zu schlendern.

Isurumuniya: Tempel der Liebenden

Diese kunstvolle Felsenanlage aus dem 3. Jahrhundert vor Christus ist bekannt für ihre einzigartigen Steinmetzarbeiten und die romantische Geschichte dahinter. Auf dem berühmtesten Relief ist ein Liebespaar in inniger Umarmung zu sehen, vermutlich Prinz Saliya und die bürgerliche Asokamala. Im streng buddhistischen Kontext ist so eine Darstellung eher ungewöhnlich, was den Ort zu etwas ganz Besonderem macht. Malerisch am künstlichen See Tissa Wewa gelegen, bietet euch der Tempel eine willkommene Abwechslung zu den großen Dagobas.

Neben dem Liebespaar-Relief könnt ihr auch die „Royal Family” und prächtige Elefanten-Skulpturen bewundern. Im Inneren beherbergt Isurumuniya eine liegende Buddha-Statue und Wandmalereien. Affen turnen in den umliegenden Bäumen, während sich die Landschaft sanft im Wasser spiegelt. Plant etwa eine Stunde ein und kombiniert den Besuch mit einem Spaziergang um das Ufer des Sees. Beachtet allerdings, dass ihr für den Tempel erneut Eintritt zahlen müsst, denn das Hauptticket für die allgemeine archäologische Zone gilt hier nicht.

Anuradhapura Sri Lanka Isurumuniya
Findet ihr das „Liebespaar“ von Isurumuniya?

Mihintale: Wiege des Buddhismus

Etwa 12 Kilometer östlich von Anuradhapura erhebt sich dieser heilige Berg. Der Legende nach traf König Devanampiya Tissa hier im Jahr 247 vor Christus auf den indischen Mönch Mahinda, Sohn von Kaiser Ashoka. Nachdem dieser den Herrscher zum Buddhismus bekehrte, begann eine neue Ära für Sri Lanka. Seither prägt die Religion Kultur, Architektur und Identität der Insel. Heute zählt Mihintale zu den wichtigsten Pilgerorten des Landes.

Um zum Gipfel zu gelangen, erklimmt ihr 1.840 breite Steinstufen. Das klingt zwar anstrengend, ist aber machbar, wenn ihr es langsam angeht. Auf dem Weg passiert ihr Höhlentempel, Stupas und die Ruinen eines historischen Krankenhauses. Oben werdet ihr mit einem spektakulären Panoramablick belohnt. Die große weiße Dagoba auf dem Gipfel, die Mahaseya, thront majestätisch über der Landschaft. Besonders stimmungsvoll ist der Aufstieg zum Sonnenaufgang oder in der Dämmerung. Plant zwei bis drei Stunden ein, bringt Wasser mit und tragt bequeme Schuhe.

Aktivitäten

In Anuradhapura gibt es weit mehr zu entdecken als nur archäologische Stätten. Die Stadt und ihre Umgebung laden zu vielfältigen Aktivitäten ein, die euch die Kultur, Natur und Spiritualität Sri Lankas näherbringen. Ob ihr die Gegend erkundet, an religiösen Zeremonien teilnehmt oder einfach Land und Leute kennenlernt, hier ist etwas für jeden Geschmack dabei.

Eine Puja-Zeremonie erleben

Bei diesen heiligen Ritualen spürt ihr die spirituelle Seite Sri Lankas hautnah. Es sind Momente der Verehrung, die täglich stattfinden. Am stimmungsvollsten sind die Puja-Zeremonien morgens und abends, wenn weiches Licht die Tempel umhüllt oder Öllampen flackern. Fahrt am besten zur Ruwanwelisaya oder zum Jaya Sri Maha Bodhi, um zu sehen, wie Hunderte Gläubige in weißen Gewändern zusammenkommen und Buddha ihre Ehrerbietung erweisen.

Die Zeremonie beginnt mit dem Anzünden von Öllampen und Räucherstäbchen. Pilger bringen Lotusblüten und Jasmingirlanden dar, während Mönche Sutras in melodischem Singsang vortragen. Der hypnotische Klang in Pali erfüllt die Luft und schafft eine meditative Atmosphäre. Ihr seid als Besucher willkommen und dürft auch fotografieren, solange ihr respektvoll, leise und angemessen gekleidet seid und die Andacht nicht stört.

Anuradhapura Sri Lanka Puja Zeremonie
Stille Hingabe bei der Puja-Zeremonie

Mit dem Fahrrad durch die Ruinen

Mit dem Drahtesel lässt sich Anuradhapura am besten erkunden. Das archäologische Gelände ist riesig, aber im Sattel macht das gar nichts. Mit einem leichten Fahrtwind im Gesicht gleitet ihr mit dem Rad entspannt von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten und haltet an, wann immer euch etwas interessiert. Überall in der Stadt könnt ihr Bikes mieten, etwa bei eurem Guesthouse oder direkt an den Verleihstationen beim Haupteingang.

Startet am besten früh am Morgen, wenn die Temperaturen angenehm sind. Die stillen Wege zwischen den Dagobas sind dann besonders atmosphärisch. Ihr radelt vorbei an Mönchen in safranfarbenen Roben, hört Vögel singen und seht vielleicht Pfauen zwischen den Ruinen. Scheut euch nicht, Seitenpfade zu erkunden. Oft entdeckt ihr dabei versteckte Schätze. Plant vier bis sechs Stunden ein, nehmt UV-Schutz und Wasser mit und achtet darauf, dass euer Bike einen Korb für eure Sachen hat.

Sonnenuntergang am Tissa Wewa

Der künstliche See nahe dem Isurumuniya wurde bereits im 3. Jahrhundert vor Christus angelegt. König Devanampiya Tissa wollte damit die Wasserversorgung der Stadt sichern. Heute ist der Ort ein wunderschöner Platz zum Entspannen, besonders am späten Nachmittag, wenn die Einheimischen zum Sonnenuntergang rund um das Ufer zusammenkommen.

Sucht euch ein ruhiges Plätzchen, vielleicht in der Nähe des Tempels, und beobachtet, wie der Himmel in Orange, Rosa und Lila leuchtet. Die glatte Oberfläche des Tissa Wewa spiegelt die Farben, Fischerboote ziehen ihre Kreise. Am Wochenende kommen Familien zum Picknick, Kinder spielen am Ufer und mit etwas Glück seht ihr Warane oder Wasservögel. Bringt eine Decke und vielleicht einen Snack mit.

Anuradhapura Sri Lanka Tissa Wewa
Abendstimmung am Tissa Wewa

Besuch eines traditionellen Dorfes

Wenn ihr das authentische Sri Lanka kennenlernen möchtet, bucht eine „Village Tour” in der Umgebung von Anuradhapura. Viele Guesthouses und Anbieter organisieren diese Ausflüge für wenig Geld. Ihr fahrt im Ochsenkarren durch grüne Reisfelder, seht bei der Arbeit zu oder legt selbst Hand an. Danach besucht ihr eine Dorffamilie und genießt ein Mittagessen vom Holzfeuer.

Auf den Reisfeldern lernt ihr, wie das Grundnahrungsmittel Sri Lankas angebaut, geerntet und verarbeitet wird. Vielleicht dürft ihr sogar selbst ein paar Setzlinge im knöcheltiefen Wasser pflanzen. Nach einem Bad im Dorfteich besucht ihr eine Familie und helft beim Kochen mit. Das Essen auf Bananenblättern schmeckt fantastisch: hausgemachtes Curry, frisches Gemüse, knuspriges Papadam. Die Gastfreundschaft ist herzerwärmend, und trotz Sprachbarriere verständigt ihr euch mit Händen, Füßen und Lächeln.

Wildsafari im Wilpattu Nationalpark

Etwa 90 Kilometer nordwestlich von Anuradhapura liegt eines der größten und ältesten Schutzgebiete Sri Lankas. Plant unbedingt einen Tag für eine Jeeptour ein oder kombiniert den Besuch mit einer Rundreise durch Colombo und Sigiriya! Der Wilpattu Nationalpark ist bekannt für seine hohe Leopardenpopulation und die einzigartigen „Villus”, natürliche Seen, die in der Trockenzeit Tiere anziehen. Außerdem seht ihr hier Elefanten, Lippenbären, Sambarhirsche, Krokodile und zahlreiche Vogelarten.

Die Safari dauert meist vier bis sechs Stunden mit erfahrenem Fahrer und Guide. Ihr startet idealerweise frühmorgens oder am späten Abend, wenn die Tiere am aktivsten sind. Anders als im beliebten Yala-Park im Süden genießt ihr hier die Ruhe der Natur. Freut euch auf dichten Dschungel, offene Grasflächen und die charakteristischen Villus. Am besten bucht ihr über euer Hotel oder einen Anbieter in Anuradhapura. Vergesst nicht, Fernglas, Kamera, Sonnenschutz und Wasser einzupacken.

Anuradhapura Sri Lanka Wilpattu Leopard
Der stolze Jäger von Wilpattu

Ayurveda-Anwendungen und Meditation

Sri Lanka ist die Heimat der alten Heilkunst, die ihr in Anuradhapura selbst erleben könnt. Viele Hotels und spezialisierte Zentren bieten Ayurveda-Behandlungen an, von kurzen Anwendungen bis zu mehrtägigen Kuren. Eine traditionelle Massage mit warmem Kräuteröl wirkt entspannend, harmonisiert den Energiefluss und löst Blockaden.

Für eine authentische Erfahrung sollte zunächst ein ausgebildeter ayurvedischer Arzt euren Dosha-Typ (Vata, Pitta oder Kapha) bestimmen und die passende Behandlung empfehlen. Neben Ölmassagen gibt es Dampfbäder, Stirngüsse (Shirodhara) und Kräuteranwendungen. Eine einstündige Sitzung ist hier oft sehr viel günstiger als in Deutschland. Ihr könnt die körperliche Entspannung auch noch mit buddhistischer Meditation kombinieren: Einige Klöster in Anuradhapura bieten Einführungskurse an, manchmal sogar auf Englisch. Fragt einfach in eurem Hotel oder direkt bei größeren Tempeln wie Abhayagiri nach.

Reise-Infos

Die heilige Stadt Anuradhapura ist gut zu erreichen und bietet vielfältige Unterkünfte für jeden Geldbeutel. Hier findet ihr alle wichtigen Tipps für eure Reise nach Sri Lanka: von der idealen Besuchszeit über Visa-Bestimmungen und Impfungen bis hin zu Transport, Hotels und lokaler Küche. Mit diesen Informationen seid ihr bestens vorbereitet!

Ideale Reisezeit und Reisedauer

Anuradhapura liegt in der North Central Province Sri Lankas mit heißem und trockenem Klima. Die beste Reisezeit ist von Mai bis September, wenn die Region von Regen verschont bleibt und die Tage sonnig sind. Die Temperaturen liegen ganzjährig zwischen 28 und 35 Grad Celsius. Von Oktober bis Januar bringt der Nordost-Monsun gelegentliche Schauer, die zwar kurz und heftig sind, aber eure Besichtigungen kaum beeinträchtigen.

Plant mindestens zwei volle Tage für euren Besuch ein, besser drei. Zuerst seht ihr die Hauptsehenswürdigkeiten wie die großen Dagobas und den Jaya Sri Maha Bodhi. Danach eignen sich Abhayagiri, Mihintale oder ein Nationalpark-Ausflug. In der Region liegen noch viele weitere historische Stätten, die sich zu entdecken lohnen. Steht ihr vor der Wahl: Anuradhapura oder Polonnaruwa? Besucht am besten beide Städte im Kulturellen Dreieck: Die kompaktere Schwesterstadt und das ebenfalls interessante Sigiriya liegen kaum hundert Kilometer entfernt. Insgesamt solltet ihr etwa eine Woche für die Reise nach Sri Lanka einplanen. So erlebt ihr das kulturelle Herz der Insel ohne Hektik.

Anuradhapura Sri Lanka Ruwanwelisaya
Bereit für magische Abendstunden?

Reisevorbereitung

Bevor ihr nach Anuradhapura aufbrecht, gibt es einige Dinge zu beachten. Als deutsche Staatsbürger benötigt ihr ein Visum, die sogenannte Electronic Travel Authorization. Ihr könnt sie bequem rechtzeitig vor eurer Abreise über die offizielle Website beantragen. Die ETA wird für 30 Tage ausgestellt. Wichtig: Checkt vorab, ob euer Pass noch mindestens sechs Monate über den Rückflug hinaus gültig ist.

Es gibt keine Pflichtimpfungen für Sri Lanka, aber empfohlen werden Immunisierungen gegen Hepatitis A und B sowie Typhus. Je nach Reiseroute könnte auch eine Prophylaxe gegen Japanische Enzephalitis sinnvoll sein. Lasst euch am besten frühzeitig von eurem Hausarzt oder einem Tropenmediziner beraten. Als Steckdosen kommen in Anuradhapura Typ D und G (dreipolig) zum Einsatz. Packt also zum Laden eurer Geräte einen Adapter mit 230V bei 50Hz ein. Die Währung ist die Sri-Lanka-Rupie. Automaten sind weit verbreitet und bieten meist gute Wechselkurse. In der Regel akzeptieren größere Hotels und Restaurants Kreditkarten, aber habt zur Sicherheit immer genug Bares dabei.

Anreise und Fortbewegung vor Ort

Anuradhapura liegt etwa 200 Kilometer nördlich von Colombo und ist von der Hauptstadt aus gut erreichbar. Am entspanntesten reist ihr mit der Bahn. Regelmäßig verkehren Züge von der Fort Station. Die Fahrt dauert etwa vier bis fünf Stunden und kostet nur ein paar Euro. Das 2.-Klasse-Ticket ist komfortabel, erschwinglich und bietet euch große Fenster für die vorbeiziehende Landschaft. Bucht eure Karten am besten im Voraus online oder spätestens am Bahnhof.

Alternativ könnt ihr auch klimatisierte Expressbusse von Colombo aus nehmen. Die Fahrt dauert etwa vier Stunden und ist sehr günstig. Vor Ort leiht ihr euch am besten ein paar Räder für wenig Geld. Außerdem stehen überall Tuk-Tuks bereit, aber verhandelt den Preis vorher. Gut zu wissen: Einige Chauffeure bieten sich auch als Guide an und erzählen euch mehr über die spannende Geschichte von Anuradhapura.

Essen und Spezialitäten

Die lokale Küche ist typisch sri-lankisch und wird euch mit intensiven Aromen und Gewürzen begeistern. Das Grundgericht ist „Rice and Curry” – ein Teller Reis, umgeben von verschiedenen Soßen aus Gemüse, Daal, Fisch oder Fleisch, dazu Sambols (scharfe Chutneys) und Papadams (knusprige Linsen-Cracker). Jede Mahlzeit ist eine Geschmacksexplosion aus Kokosmilch, Kurkuma, Chili und Zimt. Probiert von allem und mischt nach Lust und Laune!

Zum Frühstück sind „Hoppers” ein Muss, schalenförmige Pfannkuchen aus fermentiertem Reisteig. Besonders lecker sind sie mit einem Ei in der Mitte. Dazu gibt es meist scharfes Sambol aus Kokos und Chili. Probiert unbedingt frische Früchte wie Mangos, Papayas, Ananas und Rambutans, wenn ihr schon mal in den Tropen seid. Als Getränk bietet sich der weltberühmte Ceylon-Tee an, der traditionell stark und süß getrunken wird. Eine erfrischende Alternative ist „King Coconut”. Voller Elektrolyte hält euch das Wasser den ganzen Tag gut hydriert. Die Preise in Anuradhapura sind moderat: Einfache lokale Restaurants sind besonders günstig und  touristischere Optionen nur geringfügig teurer.

Anuradhapura Sri Lanka Essen
Nichts geht über Rice and Curry

Hotels und Unterkünfte

In Anuradhapura gibt es Übernachtungsmöglichkeiten für jeden Geldbeutel. Backpacker und Budget-Reisende finden in den zahlreichen Guesthouses für einen schmalen Preis pro Nacht saubere, einfache Zimmer mit Ventilator oder Klimaanlage. Viele werden von einheimischen Familien geführt und bieten herzliche Gastfreundschaft. Das Frühstück ist oft inbegriffen, und die Besitzer geben euch jede Menge Tipps für eure Erkundungen.

Für mehr Komfort gibt es Mittelklasse-Hotels und Boutique-Unterkünfte mit Schwimmbad, bequemen Zimmern und manchmal Ayurveda-Behandlungen. Einige liegen in ruhigen Gegenden außerhalb des Zentrums, umgeben von grünen Gärten. Luxus-Resorts und Heritage-Häuser in historischen Gebäuden bieten Infinity-Pools, Spa-Bereiche und Fine-Dining. Um lange Fahrwege zu sparen, sucht ihr euch am besten eine Herberge nahe dem archäologischen Gelände. Denkt daran, früh genug zu buchen, wenn ihr in der Hochsaison (Juli/August und Weihnachten/Neujahr) nach Anuradhapura wollt.

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