Geld wechseln für die Reise


Die Kreditkarte ist fast weltweit einsetzbar – und doch fühlen wir uns meistens sicherer, wenn wir etwas Bargeld in der Tasche haben. Das gilt auch und gerade für euren Urlaub. Wann sich der Geldwechsel im Vorfeld lohnt und was es sonst noch zu beachten gilt, haben wir hier für euch gesammelt!

Geld wechseln: Sinnvoll?

Geld wechseln in Deutschland, bevor es in den Urlaub in das Ausland geht? Was früher geläufig war, rückt heute immer mehr in den Hintergrund. Der Grund dafür ist nicht nur die Einführung der einheitlichen Euro-Währung; auch die oft weltweite Zahlmöglichkeit per Kreditkarte sorgt dafür, dass ihr beruhigt auch ohne viel Bargeld in den Urlaub starten könnt.

Die Meinung, mit genügend Bargeld für einige Tage oder sogar den kompletten Urlaub anzureisen, wird oft widerlegt. Der Wechselkurs ist im Zielland geringer und auch so manche Zollbestimmung kann dem Bargeldreisenden einen Strich durch die Rechnung machen. Doch ist das wirklich so?

Mit Bargeld in den Urlaub

Mit Bargeld in den Urlaub

Nicht immer! Denn trotz aller Gegenargumente empfiehlt es sich nach wie vor in einigen Ländern, zumindest mit etwas Bargeld versorgt anzureisen. Gerade Urlaubsziele, an denen die Versorgung mit ausreichend Geldautomaten in Zweifel gezogen wird, sollten nicht gänzlich ohne Bares besucht werden. Das gilt besonders, wenn auch der Ankunftsflughafen eher klein ist und aller Wahrscheinlichkeit nach über keine Wechselstube verfügt – aber beispielsweise eine Taxifahrt bis zur Unterkunft unumgänglich ist. So oder so – für den Urlaub braucht ihr Reisegeld!

Vor dem Urlaub

Der Geldwechsel in Deutschland kann Ersparnisse mit sich bringen. Vor allem, wenn das Zielland ein so genanntes Hartwährungsland ist. Dabei handelt es sich um Länder mit wenig Wechselkursschwankungen und einer geringen Inflationsrate. Also Länder mit einer recht stabilen Währung. Beispiel für ein Reiseziel mit Hartwährung ist die USA. Ersparnisse beim Wechsel vor Ort sind unwahrscheinlich, also warum nicht schon vorbereitet mit US-Dollar ins Flugzeug steigen?

Als Faustregel für den Geldwechsel vorab wird meist ein Drittel des Reisebudgets genannt. Dafür sollte grob kalkuliert werden, wie viel Geld im Urlaub benötigt wird. Gerade bei der Buchung einer Pauschalreise lässt sich das recht gut überblicken. Anderenfalls hilft eine kleine Kostenaufstellung, welche Posten wie die Unterkunft, die Anreise und die geplanten Aktivitäten umfasst. Das so ermittelte Drittel des Budgets wird dann im Vorfeld in Deutschland gegen die Landeswährung des Ziellandes eingetauscht.

Wo das Geld wechseln?

In der Regel könnt ihr in jeder größeren Bank in Deutschland Geld wechseln. Beachtet aber die längeren Wartezeiten. Als Faustregel gilt: Je exotischer die Währung, desto länger dauert die Beschaffung. Auf britische Pfund müsst ihr wahrscheinlich weniger lang warten als auf die Sri Lanka Rupien. Es lohnt sich also abhängig vom Reiseziel, schon lange im Vorfeld des Urlaubs das benötigte Geld anzufordern. Seht es positiv: So gebt ihr das für den Wechsel beiseite gelegte Bargeld nicht für etwas anderes aus und sorgt für eine gefüllte Reisekasse bis zum Urlaubsstart!

Geld wechseln am Schalter

Geld wechseln am Schalter

Ihr habt nicht mehr so viel Zeit? Das macht nichts – die Reisebank ist dann vermutlich euer Retter in der Not! Es handelt sich hierbei um einen Spezialisten für die Fremdwährungsbeschaffung. An allen größeren, deutschen Bahnhöfen und Flughäfen ist die Reisebank in der Regel ansässig. Dort sind viele Währungen vorrätig und können euch sofort ausgehändigt werden.

Noch einfacher geht es allerdings, online Geld zu wechseln. Euer Reisegeld könnt ihr ganz ganz einfach im Voraus in der Währung eurer Wahl vorbestellen – egal, wo ihr gerade seid.

Vorteile

In Deutschland können Banken in der Regel auf viele Währungen zugreifen und euch so den Wechsel problemlos ermöglichen. Auch, wenn der Wechselkurs der Zielwährung bis zum Antritt der Reise fallen wird, kann sich der Vorab-Geldwechsel für euch auszahlen. Dann profitiert ihr von einem geringeren Wechselkurs als beim Geldtausch im Zielland.

Außerdem schafft ihr mit etwas Bargeld in der Tasche Sicherheit. Für unvorhergesehene Ausgaben im Zielland, die ihr nicht per Kreditkarte begleichen könnt, ist nach wie vor nur Bares wirklich Wahres. Auch solltet ihr bedenken, dass ihr vielleicht erst eine Weile nach einer geeigneten Wechselstube suchen müsst.

Nachteile

Nachteile ergeben sich, wenn im Vergleich zum Geldtausch im Zielland ein ungünstiger Wechselkurs besteht. Dann zahlt ihr mehr bzw. erhaltet weniger für euer Geld. Auch die Gebühren für den Wechsel können rasch in die Höhe steigen. Selbst Banken, die für eigene Kunden keine Gebühren zu erheben, kalkulieren diese häufig mit ein und bringen sie geschickt im Wechselkurs unter. Ein Vergleich kann sich lohnen, ist aber zeitintensiv. Ebenso wie die mögliche Wartezeit auf eine exotische Fremdwährung. Eine sorgfältige Planung ist beim Geldwechsel das A und O.

Ist ein Wechsel erforderlich?

Ob ihr Bargeld in der Fremdwährung benötigt, solltet ihr vorab prüfen. So gibt es in Zielländern, deren Tourismusbranche stark von deutschen oder anderen, europäischen Besuchern geprägt wird, genügend Möglichkeiten zur Zahlung in Euro.

In Euro bezahlen

In Euro bezahlen

Auch solltet ihr daran denken, dass vermeintlich exotische – da weit entfernte – Ziele selbst die Währung Euro haben könnten! Denkt nur beispielsweise an die Kanaren, die zwar vor der Küste Afrikas liegen, aber zu Spanien gehören und somit keine andere Währung haben als den Euro.

Einfuhrbedingungen

Ein weiterer, wichtiger Aspekt beim Geldwechsel sind die gesetzlichen Einfuhrbedingungen. So gibt es mitunter strenge Richtlinien, wenn es um die Einfuhr der Landeswährung geht. Einige Länder untersagen sie komplett und machen somit das Geldwechseln vor dem Urlaub unmöglich. Andere begrenzen den Betrag auf eine bestimmte Summe, die meistens in US-amerikanischen Dollar angezeigt wird.

Manchmal ist sogar generell die Einfuhr von Bargeld – in welcher Währung auch immer – verboten. Dann solltet ihr auf eine Kreditkarte zurückgreifen, die im besten Fall die kostenfreie Abhebung weltweit erlaubt.

Im Urlaub

Müsst ihr aufgrund der Zollbestimmungen Geld im Urlaub wechseln oder wollt auf zu viel Bargeld in der Tasche lieber verzichten? In vielen Fällen ist der Geldwechsel am Urlaubsort sogar die bessere Alternative. In Ländern mit schwacher Währung, deren Kurse oft wechseln, lohnt sich der Geldtausch im Zielland. Darunter fallen einige osteuropäische Orte.

Wusstet ihr schon, dass einige deutsche Banken mit vor Ort ansässigen Banken kooperieren und so besonders günstige Konditionen für den Geldwechsel anbieten? Hier lohnt es sich, vorab nachzufragen.

Wechselkurs

Zur vorausschauenden Planung gehört auch die Beobachtung des Wechselkurses im Zielland. Erfolgt diese vorab, können eventuelle Trends ausgemacht werden. Wenn der Kurs und somit das Geld steigt, das ihr für einen Euro in Fremdwährung erhaltet, lohnt es sich, mit dem Wechsel zu warten. Sinkt er, solltet ihr überlegen, ob ihr vielleicht schon Rechnungen wie für die Unterkunft vorab bezahlt.

Wenn ihr keine guten Planer seid und eher spontan seid, können wir euch beruhigen. In der Regel gibt es im Reiseland im Vergleich zum Geldwechsel in Deutschland den günstigeren Wechselkurs.

Gebühren

Nicht nur beim Geldwechsel in Deutschland, auch beim Tausch vor Ort im Urlaub sind Gebühren für den Vorgang denkbar. Diese sind verhältnismäßig in Wechselstuben am günstigsten. Manchmal könnt ihr sogar Glück haben und die Fremdwährung ohne weiteren Aufschlag erhalten. Auch hier profitieren Planer: Vergleicht die Tarife und Gebühren verschiedener Wechselstuben, die in Frage kommen, um euch das günstigste Angebot zu schnappen.

Sicherheit

Ein wichtiger Aspekt ist eure Sicherheit – wenn es um Bargeld geht, ist die Gefahr von Kriminalität erhöht. Entscheidet euch für autorisierte Wechselstuben oder seriöse Institute wie Banken. Auch in Hotels oder am Flughafen ist der Wechsel gefahrlos möglich; dann aber meist in Verbindung mit höheren Gebühren. Aber nicht jedes Hotel bietet die Möglichkeit an.

Da die Betrugsrate in einigen Ländern sehr hoch ist, solltet ihr nie das komplette Reisebudget auf einmal eintauschen. Besser ihr teilt es auf mehrere Wechselstuben auf. Fallt ihr trotz aller Vorsicht einem Betrug zum Opfer, ist mit dieser Methode immerhin nicht das komplette Geld verloren.

Weiterhin ist der Geldwechsel auf der Straße nicht nur in vielen Ländern illegal, sondern ebenfalls mit Gefahren verbunden. Ihr solltet diesen immer ablehnen und eine autorisierte Einrichtung bevorzugen. Und auch dort gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Lasst euch vorab zeigen, wie viel Geld ihr für euren angegebenen Wert bekommt und legt erst dann die Euros auf den Tisch. Einmal über den Tresen verschwunden, erhaltet ihr sie nämlich wahrscheinlich nicht mehr zurück.

Geld nie auf der Straße wechseln

Geld nie auf der Straße wechseln!

Tipp: Auch übergebliebenes Geld sollte am Reiseort getauscht werden. Ebenso wie bei der Einfuhr von Bargeld können euch bei der Ausfuhr strenge Richtlinien überraschen. Die beste Gelegenheit, um sich noch schnell ein Souvenir zu gönnen oder im Duty-Free das eine oder andere Schnäppchen zu ergattern.

Weitere Tipps

Ob in Deutschland oder am Urlaubsort: Manchmal müsst ihr weder an dem einen, noch an dem anderen Ort Geld wechseln. Alternativ könnt ihr nämlich einfach im Zielland Geld mit der Kreditkarte oder Bankkarte abheben. Abhängig von eurem Bankinstitut, ist das sogar unter Umständen kostenfrei möglich. Wir haben für euch die wichtigsten Tipps zusammengefasst:

Währungsumtausch

Achtet darauf, dass ihr – wenn ihr am Automaten die Wahl habt – in der Fremdwährung abrechnet und keinen Währungsumtausch durchführt. Aufschläge von bis zu zehn Prozent sind bei der Abrechnung in Euro nämlich keine Seltenheit! Auch, wenn ihr dazu neigt, die bekannte Währung auszuwählen, schneidet ihr in diesem Fall gebührentechnisch schlechter ab.

Geld abheben

Anders als beim Geldwechsel in Wechselstuben solltet ihr beim Geld abheben lieber seltener und dafür höhere Beträge holen. Das spart euch mögliche Gebühren, die pro Transaktion anfallen. Das Bargeld müsst ihr aber nicht laufend mit euch herumtragen, sondern könnt es sicher im Hotelsafe deponieren.

Allerdings solltet ihr beim Geld abheben auf einige Sachen besonders achten. In dunklen Gassen oder zwielichtigen Gegenden hebt ihr sicher schon in Deutschland ungern Geld ab. Im Zielland wird dieser Aspekt noch einmal wichtiger. Gerade in touristisch belebten Ecken lauern gerne mal Taschendiebe. Was sich außerdem eigentlich von selbst versteht: Hebt nur Geld ab, wenn euch gerade niemand auf die Pelle rückt oder eure Geheimzahl sehen könnte.

Geld abheben im Urlaub

Geld abheben im Urlaub

Kreditkarte

Eine weitere Alternative ist die Zahlung per Kreditkarte im Ausland. Diese ist manchmal sogar zwingend erforderlich: So besteht der eine oder andere Mietwagenverleih und auch so manche Unterkunft zumindest auf die Hinterlegung, wenn nicht sogar die Zahlung per Kreditkarte. Auch, wenn ihr genügend Bargeld dabeihabt, kommt ihr also manchmal gar nicht um die Karte herum.

Habt ihr noch keine Kreditkarte? Dann vergleicht vorab im Internet, welche kostengünstig oder sogar kostenfrei ist und im Ausland mit wenigen Gebühren zu Buche schlägt. Manchmal gibt es auch direkt bei der Hausbank eine kostenlose Kreditkarte zum Girokonto dazu. Fragt nach, ob und in welcher Höhe Kosten beim Auslandseinsatz anfallen! Übrigens: Allgemein werden VISA-Karten am ehesten akzeptiert.

In vielen Ländern der Welt könnt ihr nahezu überall per Kreditkarte zahlen und seid keineswegs auf Bargeld angewiesen. Darunter fallen Europa, Australien, Nordamerika und einige Länder im asiatischen Raum. Mit der Kreditkarte im Urlaub seid ihr unabhängig von Öffnungszeiten der Banken und Wechselstuben und müsst lediglich schauen, dass ihr in der Umgebung eures Hotels einen passenden Automaten findet.

Mit Kreditkarte bezahlen

Mit Kreditkarte bezahlen

Die Mischung macht‘s!

Seid ihr nun verwirrt, welche Option für den Geldwechsel im Urlaub eigentlich die beste ist? Dann verlasst euch auf die bewährte Mischung, die viele Experten empfehlen: Ein geringer Teil des Reisebudgets wird im Vorfeld in Deutschland gegen die Zielwährung eingetauscht, um unter anderem für Taxifahrten versorgt zu sein. Ein weiterer Teil kann vor Ort in einer Wechselstube oder Bank gewechselt werden. Weiterhin sollten die EC- oder Kreditkarte ins Gepäck wandern – wenn euch das Bargeld ausgeht oder die Gebühren am Automaten geringer sind als jene in der Wechselstube, kommt sie euch zugute.

Als Ausnahme für diese Faustregel solltet ihr lediglich Länder mit schlechter Geldautomaten-Versorgung sehen. Hier lohnt es, vorab genau zu kalkulieren, wie viel Bargeld im Urlaub benötigt wird – und dieses noch in Deutschland passend einzutauschen.

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