Pamukkale: Thermalquellen und Kultur


Pamukkale bei Denizli darf aus gutem Grund als “weiße Schönheit” bezeichnet werden. Denn die strahlend weißen Kalksteinterrassen sind ein Highlight für sich. Von der UNESCO wurden sie sogar zum Weltkulturerbe ernannt. Doch auch das antike Hierapolis in der Nähe kann begeistern.

Überblick

Wer “Pamukkale” sagt, muss auch “Kalksteinterrassen” sagen – denn das eindrucksvolle Naturhighlight ist untrennbar mit dem Ort in der Türkei verbunden. Weit über die Landesgrenzen hinaus berühmt, zeigen sich die Kalksteinterrassen als Hauptgrund für einen Urlaub in der Gegend. Selbst aus den rund drei bis vier Stunden entfernten Badeorten wie Marmaris reisen die Gäste zumindest für einen (Zwei-)Tagestrip an, um das atemberaubende Flair auf sich wirken zu lassen. Die Terrassen wurden bereits 1988 von der UNESCO ins Weltkulturerbe aufgenommen.

Kalksteinterrassen in Pamukkale
Kalksteinterrassen in Pamukkale

Das andere Highlight aus der Region um Pamukkale ist die alte Stadt Hierapolis, die heute über zahlreiche Ruinen verfügt und euch in eine Welt lange vor eurer Zeit entführt. Sie liegt nur wenige Gehminuten von den Kalksteinterrassen entfernt, sodass sich beide Sehenswürdigkeiten ideal miteinander verbinden lassen. Uralte Gräber, Tempel und Überbleibsel von Theatern finden sich dort. Unter anderem führen euch naturbelassene Schotterwege durch den nahezu mystischen Ort. Pamukkale kann somit auch in puncto Ausgrabungsstätten begeistern.

Lage

Pamukkale liegt in der Nähe des Ortes Denizli, im Südwesten der Türkei. Die Küste der Ägäis, die zu einem Badeurlaub einlädt, liegt etwa 170 Kilometer entfernt. Dadurch ist ein Mix aus entspanntem Badeurlaub und interessantem Tagestrip zu den Kalksteinterrassen problemlos möglich.

Denizli in der Tuerkei
Denizli in der Türkei

Geschichte

Angeblich geht die Gründung von Pamukkale auf den Zeitraum um 190 vor Christus zurück. Eumenes II von Pergamon soll für sie verantwortlich sein. Damals war Pamukkale unter dem Namen “Hierapolis” bekannt – diesen Namen trägt bis heute die historische Stätte mit Überbleibseln von Theatern und Tempeln.

Ursprünglich sollte Pamukkale eine Festungsanlage sein. Doch schon vor rund 2000 Jahren wurde aufgrund des Thermalwassers der Fokus auf eine Heilstätte und einen Kurort gelegt. Die Römer vertrauten der Wirkung des Wassers und pflegten eine breite Badekultur. Da das Wasser neben den heilenden Effekten auch hervorragend für das Färben von Textilien aus Wolle geeignet war, wurde Pamukkale ebenso schnell ein Ort der Handwerkskunst. Durch die Kombination all dieser Faktoren konnte die Gegend rasch zu Reichtum gelangen.

Antiker Pool mit Thermalwasser
Antiker Pool mit Thermalwasser

Urlaub in Pamukkale

Pamukkale ist vorwiegend ein Erholungs- und Ruheort. Wer früh aufsteht und sich zu den Kalksteinterrassen begibt, hat den Charme dieser Atmosphäre wahrscheinlich für sich. Erst im Laufe des Tages wird es etwas voller. Auch unabhängig vom Besuch der Kalksteinlandschaften können Körper und Geist in Pamukkale zur Ruhe kommen, zum Beispiel in den Thermalbädern und Hotels mit eigenem Pool. Da es viele auf Kinder zugeschnittene Angebote gibt, steht der Auszeit mit der ganzen Familie in der Region nichts im Wege. Besonders zum Sonnenuntergang ist Pamukkale aber auch ein herrlich romantischer Ort für verliebte Paare.

Wenn ihr euch für historische Ausgrabungsstätten interessiert, ist ein Besuch allein schon aufgrund der bedeutsamen Geschichte von Hierapolis Pflicht. Dort wandelt ihr auf längst vergessenen Schotterpfaden in Richtung Vergangenheit. Weiterhin könnt ihr in den umliegenden Städten euren Kulturhunger stillen. Als (Zwei-)Tagestrip von einem Badeort aus kann Pamukkale ebenfalls punkten. Vielleicht findet ihr hier eine schöne Abwechslung zum Schwimmen im Meer?

UNESCO-Weltkulturerbe Kalksteinterrassen

Die weiße Pracht von Pamukkale sind die Kalksteinterrassen mit ihrem berühmten Thermalwasser. Ihre glänzend schöne Optik besticht Urlauber und Einheimische gleichermaßen. Manche reisen extra für dieses Schauspiel an, andere sehen es im Rahmen einer Besichtigungstour von Hierapolis oder statten ihm nach dem Badeurlaub an der Küste einen Besuch ab. So oder so werdet ihr sicher von dem Anblick begeistern sein!

Pamukkale Weltkulturerbe
Pamukkales Kalksteinterrassen sind Weltkulturerbe

Die UNESCO hat die Kalksteinterrassen bereits ins Weltkulturerbe aufgenommen. Wenn ihr selbst vor Ort seid, wisst ihr sofort warum: Die herrlichen Wasserbecken wirken fast wie aus einer anderen Welt, ragen sie doch auf bis zu 200 Meter hohen Felsen in die Landschaft hinein. Zu Recht werden die Terrassen daher als eines der traumhaftesten Naturwunder der Türkei bezeichnet.

Entstehung

Das heiße Wasser der Thermalquellen ist für die eindrucksvollen Formen verantwortlich. Mit etwa 250 Litern pro Sekunde fließt das kalkhaltige Wasser, verdunstet anschließend und sorgt mit seinen Ablagerungen für die weiße Optik der Kalksteinterrassen. Da die Ablagerungen entfernt an Watte oder Baumwolle erinnern, erhielt Pamukkale übrigens einst seinen Namen – dieser bedeutet übersetzt so viel wie “Baumwollburg”.

Baden in den heissen Quellen von Pamukkale
Früher noch möglich: Baden in den heissen Quellen von Pamukkale

Die Blütezeit der Kalksteinterrassen fand bereits im frühen dritten Jahrhundert statt. Damals konnten die Badegäste noch nach Herzenslust im Thermalwasser baden und entspannen. Kreislaufprobleme oder Beschwerden durch Rheuma wurden angeblich dank der heilsamen Bäder gelindert. Schon zu diesen Zeiten strömten die Besucher in Scharen herbei, um sich von diesen Effekten zu überzeugen.

Regeln zum Schutz der Kalksteinterrassen

Leider ist das direkte Baden in den Thermalbecken heute nicht mehr möglich. Der Grund sind die zunehmenden Anstürme von Einheimischen und Urlaubern, welche die Kalksteinterrassen nach und nach verdreckten. Um zu verhindern, dass die weiße Schönheit des Naturhighlights verloren geht, wurde vor über 20 Jahren das Baden in den Thermalbecken verboten. Stattdessen wurden in derselben Kulisse künstliche Becken und kleine Pools angelegt, in denen ihr – meist gegen eine Gebühr – entspannen und die eindrucksvolle Aussicht genießen könnt.

Kuenstliche Becken in Pamukkale
Künstliche Becken in Pamukkale sind eine Alternative

Generell dürft ihr die Terrassen ohnehin nur teilweise betreten. Der Zugang ist an einem bestimmten Ort für eine begrenzte Zeit möglich. Ihr müsst die Schuhe ausziehen, um die Kalksteinterrassen auch weiterhin zu schützen und ihre Schönheit zu bewahren. So haben auch nach euch noch viele Urlauber und Einheimische etwas von dem Paradies.

Besuchstipps

Sehr früh oder sehr spät – das sind die besten Zeitpunkte für einen Besuch der Kalksteinterrassen. Morgens sind wenige Urlauber vor Ort und ihr könnt die Atmosphäre in Ruhe auf euch wirken lassen. Natürlich erwartet euch auch ein spektakulärer Sonnenaufgang aus dieser Position. Abends winkt hingegen ein romantischer Sonnenuntergang, der die Terrassen in ein magisches Licht taucht. Vergesst die Kamera nicht, wenn ihr dem Schauspiel beiwohnen und dieses für immer festhalten wollt.

Sonnenuntergang an den Kalksteinterrassen
Sonnenuntergang an den Kalksteinterrassen

Wir haben noch einen weiteren Tipp für euch: Direkt nach den Kalksteinterrassen wieder abreisen? Das muss nicht sein. Werft lieber noch einen Blick auf die nördlich gelegenen Landschaften aus Kalkstein. Diese verfügen zwar über keinerlei Wasser, müssen sich optisch vor den Terrassen aber nicht verstecken.

Antikes Hierapolis

Hierapolis ist das zweite Must-see in Pamukkale. Zwischen den Kalksteinterrassen und der antiken Stätte Hierapolis liegen nur etwa 15 Minuten Gehzeit. Daher und aufgrund der jeweils beeindruckenden Optik der Sehenswürdigkeiten werden die Highlights von den meisten Gästen nacheinander besucht.

Lage und Atmosphäre

Hierapolis liegt oberhalb des Berges von Pamukkale. Die alte Stadt ist ein geschichtsreicher Ort, der euch über eine Säulenstraße und alte Gassen durch historische Siedlungen führt. Freut euch auf prächtige Ruinen wie das Amphitheater, den Apollotempel, das Eingangstor oder die Nekropole. Laut Forschung wird davon ausgegangen, dass die Stadt einst sehr mächtig und bedeutsam gewesen sein muss. Das liegt einerseits an der Größe mancher Bauten, andererseits an den verwendeten Materialien wie hochwertigem Marmor. Natürlich soll die Stadt auch aufgrund der nahe gelegenen Kalksteinterrassen bei vielen Menschen bekannt gewesen sein.

Eingangstor von Hierapolis
Gut erhaltenes Tor in Hierapolis

Sehenswertes

In erster Linie bestechen die Ruinen mit ihrer antiken Schönheit. Eine byzantinische Kirche gehört zum Beispiel dazu. Hier soll der Apostel Philipp begraben sein, dem vor Ort mit einer Inschrift gedacht wird. Weiterhin werden euch alte Tempelanlagen wie der Apollo Tempel begegnen. Dessen Wände sind weitgehend noch erhalten. Ein Blickfang ist auch sicherlich das Amphitheater. Dieses zählt sogar zu den besten seiner Art in der ganzen Türkei. Das Theater soll einst Platz für 15.000 Menschen geboten haben.

Apollo Tempel in Hierapolis
Apollo Tempel in Hierapolis

Weitere Ruinen werden euren Weg, der unter anderem über Schotterstrecken und gepflasterte Straßen führt, kreuzen. Hinzu kommt das Plutonium: Eine kleine Höhle, aus der immer wieder starke Dämpfe entweichen. Angeblich handelt es sich dabei sogar um das Tor zur Hölle; also Vorsicht, wenn ihr daran vorbeigeht 😉 Auch die Nekropole von Hierapolis ist unverkennbar ein Höhepunkt der Besichtigungstour, denn hier befinden sich etwa 1.200 Gräber. Das Gebiet liegt direkt vor dem nördlichen Tor von Hierapolis und begeistert mit Gräbern unterschiedlichster Bauart.

Amphitheater aus der Antike
Amphitheater aus der Antike

Aktivitäten

Die meisten Urlauber kennen Pamukkale lediglich aufgrund der Kalksteinterrassen und der Hierapolis. Auch ein Großteil der Reiseführer konzentriert sich auf diese Highlights. Dagegen ist natürlich nichts einzuwenden; handelt es sich doch wirklich um eindrucksvolle Orte. Wir haben aber noch weitere Tipps für euch, wie ihr den Trip in die Gegend um Pamukkale abrunden könnt.

Flora und Fauna erleben

Die Kalksteinterrassen prägen das Bild wie kein zweites Naturhighlight. Dennoch beeindruckt auch das pflanzenreiche Umland mit seinen Schönheiten. Naturparks und waldreiche Gebiete erstrecken sich in Richtung der ägäischen Küste. Auch Kalksteinlandschaften ohne Thermalquelle, die optisch den Terrassen ähneln, können begeistern.

Bunte Flora rund um die Kalksteinterrassen
Bunte Flora rund um die Kalksteinterrassen

Wanderungen und Spaziergänge in der Waldlandschaft sind vor allem außerhalb der Mittagshitze eine angenehme Möglichkeit, um nach der erholsamen Kalksteinterrassen-Besichtigung wieder in Bewegung zu kommen.

Kaklik Magarasi Höhle

Die Höhle Kaklik Magarasi ist innerhalb von circa 30 Minuten von Pamukkale erreichbar. Es handelt sich um einen echten Geheimtipp für den Urlaub – daher solltet ihr bei der Wegbeschreibung am besten auf die Hilfe der Einheimischen setzen. Die Höhle verfügt über eindrucksvolle Kalkablagerungen und einen mystischen Schwefelgeruch.

Im Inneren der Kaklik Magarasi Hoehle
Im Inneren der Kaklik Magarasi Höhle

Kirmizi Su

Erst weiße Kalksteinterrassen, dann roter Schwefel: Wenn ihr Kurs auf Kirmizi Su nehmt, könnt ihr Letzteres bestaunen. Die dort befindliche Quelle verfügt über eisenhaltiges Thermalwasser. Dieses sorgt dafür, dass von roter Farbe durchzogene Ablagerungen entstehen. Auch dieses Quellwasser hat angeblich eine heilende Wirkung. Kirmizi Su ist wie die Höhle eher ein Geheimtipp. Ihr werdet vor Ort also vermehrt auf Einheimische und weniger auf andere Urlauber treffen.

Kirmizi Su bei Pamukkale
Kirmizi Su bei Pamukkale

Reise-Infos

Wenn euch die vor allem naturbelassenen Schönheiten von Pamukkale nun überzeugt haben, freuen wir uns darauf, nun noch die wichtigsten Reise-Infos mit euch zu teilen. So plant ihr euren Aufenthalt strukturiert und könnt die Vorfreude auf den Urlaub in der Türkei genießen!

Reisezeit

Für eine entspannte Rundum-Tour durch die Türkei oder die Gegend um Pamukkale eignen sich der Frühling und der Herbst. Dann ist es zwar noch ausreichend warm, aber nicht mehr heiß – im Sommer erreicht das Thermometer nämlich gern einmal 40 Grad Celsius und mehr! Besichtigungen wie von Hierapolis können dann schnell unangenehm werden. Im Mai oder September seid ihr wahrscheinlich überwiegend schweißfrei unterwegs.

Saeulenstrasse in Hierapolis
Säulenstraße in Hierapolis im Sommer

Dokumente & Währung

Als Einreisedokument  genügt ein Personalausweis. Die Währung in der Türkei ist die Türkische Lira. In Urlaubsgebieten ist aber auch die Zahlung mit Euro möglich. Wenn ihr fernab der touristischen Hotspots unterwegs seid, solltet ihr euer Geld sicherheitshalber eintauschen. Dafür eignen sich zum Beispiel größere Hotels, Wechselstuben und Stationen an den internationalen Flughäfen.

Anreise ab Deutschland

Von Deutschland aus führen Flüge nach Denizli. Meist müsst ihr aber auf eine Umsteigeverbindung zurückgreifen. Innerhalb von einer Viertelstunde bringen euch spezielle Shuttlebusse vom Flughafen nach Pamukkale. Für mehr Flexibilität empfiehlt sich natürlich ein Mietwagen. Mit diesem könnt ihr auch spontane Fahrten zur Küste absolvieren.

Anreise für Tagestrip

Verschiedene Badeorte in der Türkei bieten einen Shuttleservice nach Pamukkale an. Badeorte wie Antalya, Bodrum, Marmaris, Fethiye oder das Reiseziel Izmir liegen etwa drei bis vier Stunden entfernt. Daher müsst ihr mit langen Busfahrten rechnen. Unserer Meinung nach zahlt sich ein mindestens zweitägiger Aufenthalt in Pamukkale in diesem Fall eher aus – sonst müsstet ihr sehr früh aufstehen und hättet dennoch eher wenig Zeit. Die Anbieter haben das natürlich berücksichtigt, sodass es auch Pauschalen mit einer Übernachtung vor Ort zu ergattern gibt.

Essen & Spezialitäten

Türkisches Essen ist herrlich vielseitig und verwöhnt euch im Urlaub. Das Abendessen spielt in der türkischen Küche die wichtigste Rolle und ist daher die reichhaltigste Mahlzeit. Auch Geselligkeit wird am Tisch groß geschrieben. Hektisches Essen, vielleicht sogar im Gehen, wird nicht gern gesehen.

Gegrilltes Lamm und Gemuese
Gegrilltes Lamm und Gemüse

In fast jedem türkischen Gericht steckt mindestens eine Sorte Gemüse, das regional angebaut und in Olivenöl gebraten gereicht wird. Fleisch sucht ihr ebenfalls nicht vergebens – gern stammt es vom Lamm. Meist wird es zart in einem speziellen Tontopf gekocht oder am traditionellen Drehspieß zubereitet. Deftige Eintöpfe runden die Spezialitäten ab.

Hotels & Unterkünfte

Die meisten Hotels befinden sich in Denizli. Keine Sorge: Dort seid ihr nicht weit von den Kalksteinterrassen entfernt. Vorwiegend findet ihr Hotels mit Entspannungsfokus; zum Beispiel Thermal-Resorts mit einem Pool oder sogar gleich mehreren Innen- und Außenpools. Viele Unterkünfte zeigen sich in einem Mix aus traditionellem, orientalischem Ambiente und einer modernen Ausstattung, die keine Wünsche offen lässt.

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