Medellín empfängt euch mit offenen Armen und einer Geschichte, die Mut macht. Die zweitgrößte Metropole Kolumbiens hat sich von ihrer schwierigen Vergangenheit befreit und zu einer spannenden Kulturhochburg gemausert. Eingebettet in ein grünes Tal auf 1.500 Metern Höhe erwartet euch hier frühlingshaftes Klima, innovative Architektur und eine Lebensfreude, die ansteckend ist.
Überblick
Bei einem Aufenthalt in Medellín taucht ihr ein in eine Metropole, die Tradition und Moderne gekonnt verbindet. Fernab von jedem Strand, dafür aber eingebettet in ein sattes Tal der Anden, begrüßt euch die Region mit einem Klima, das ihr den Beinamen ‚Stadt des ewigen Frühlings‘ eingebracht hat.. Temperaturen um 24 Grad das ganze Jahr über machen jeden Tag ideal für Entdeckungstouren. Ihr schlendert durch moderne Viertel mit Wolkenkratzern, verliert euch in bunten Gassen voller Street Art und genießt die entspannte Lebensart der Paisas, wie sich die Einwohner selbst nennen.
Wo einst Unsicherheit herrschte, findet ihr heute innovative Stadtentwicklungsprojekte, weitläufige Grünflächen und ein Kulturangebot, das seinesgleichen sucht. Das moderne Metrosystem verbindet alle Bezirke miteinander, während die legendären Metrocables Bewohner der Berghänge in wenigen Minuten ins Zentrum bringen. Hier lassen zahlreiche Museen die Herzen von Kunstliebhabern höherschlagen. Wer die Natur vorzieht, bricht stattdessen in die umliegenden Berge auf. Feinschmecker entdecken die Vielfalt der herzhaften Paisa-Küche und Nachtschwärmer erleben in El Poblado eines der aufregendsten Ausgehviertel in ganz Südamerika.

Sehenswürdigkeiten
In Medellín erwarten euch Entdeckungen, die koloniales Erbe mit zukunftsweisender Stadtentwicklung vereinen. Jedes Viertel hat seinen eigenen Charakter, jede Attraktion erzählt eine andere Geschichte. Ob ihr durch künstlerische Barrios streift, bedeutende Stätten erkundet oder mit der Seilbahn über die Dächer schwebt, hier findet ihr garantiert euren neuen Lieblingsort.
Plaza Botero
Im Herzen der Altstadt empfängt euch dieser weitläufige Platz mit einer einzigartigen Sammlung monumentaler Skulpturen. Der kolumbianische Künstler Fernando Botero schenkte seiner Heimatstadt 23 charakteristische Bronzefiguren, die mit ihren übergroßen, rundlichen Formen sofort ins Auge fallen. Menschen, Tiere und abstrakte Gestalten bevölkern die Plaza und laden zum Verweilen, Fotografieren und Staunen ein.
Die massiven Skulpturen strahlen eine besondere Lebensfreude aus und spiegeln Boteros unverwechselbaren Stil wider. Ihr könnt zwischen den Kunstwerken umherspazieren, sie aus verschiedenen Perspektiven betrachten und Details entdecken. Einheimische und Touristen mischen sich hier zu einem bunten Treiben, Straßenmusiker sorgen für Unterhaltung und Händler bieten kühle Getränke an. Vor allem am späten Nachmittag, wenn die Sonne die Figuren in warmes Licht taucht, entfaltet der Ort seinen einzigartigen Zauber.

Museo de Antioquia
Das älteste Museum des Landes residiert in einem Prachtbau direkt an der Plaza Botero und präsentiert die künstlerische und historische Entwicklung der Region Antioquia. Über mehrere Etagen verteilt findet ihr eine beeindruckende Sammlung, die von präkolumbianischen Artefakten über koloniale Kunst bis hin zu zeitgenössischen Werken reicht.
Der Schwerpunkt liegt auf Arbeiten von Fernando Botero, dessen Gemälde und Skulpturen einen großen Teil der Ausstellung ausmachen. In den lichtdurchfluteten Sälen könnt ihr seine charakteristische Formensprache in verschiedenen Schaffensphasen erleben. Neben seinen eigenen Arbeiten zeigt das Haus auch internationale Werke aus dem Privatbesitz des Künstlers. Plant mindestens zwei Stunden für euren Besuch ein, um die umfangreiche Sammlung in Ruhe zu würdigen. Im Museumscafé könnt ihr anschließend bei einer Tasse kolumbianischem Kaffee eure Eindrücke verarbeiten.
Comuna 13
Was einst als Problemviertel galt, ist heute ein Symbol für Hoffnung und Neuanfang. Die Comuna 13 am Westhang hat sich zu einem der inspirierendsten Orte der Metropole entwickelt und zieht Besucher aus aller Welt an. Ihr erreicht die verschiedenen Ebenen über kostenlose Rolltreppen, die 2011 speziell für die Bewohner installiert wurden. Diese Escaleras Eléctricas waren die ersten ihrer Art in einem Armenviertel und verdeutlichen eindrucksvoll, wie durchdachte Stadtplanung dauerhaft das Leben der Einheimischen verändern kann.
Während eures Rundgangs durch die steilen Gassen begegnet euch Weltklasse-Street-Art an fast jeder Hauswand. Gigantische Murales erzählen von Widerstand, Frieden und Gemeinschaft. Die bunten Fassaden erstrecken sich über mehrere Stockwerke. Plant unbedingt eine geführte Tour ein, bei der lokale Guides ihre bewegenden Geschichten teilen. Sie haben die Transformation selbst miterlebt und geben euch authentische Einblicke. Entlang der Route findet ihr kleine Stände mit Snacks, Souvenirs und erfrischenden Getränken. Die positive Energie, die hier herrscht, ist ansteckend und zeigt, wie Kunst Veränderung bringen kann.

Jardín Botaníco
Der Botanische Garten Joaquín Antonio Uribe ist eine grüne Oase mitten in der Metropole und beherbergt die faszinierende Pflanzenvielfalt ganz Kolumbiens. Auf 14 Hektar findet ihr thematisch angelegte Bereiche, die verschiedene Ökosysteme des Landes repräsentieren. Das spektakuläre Orquideorama mit über 3.500 Orchideenarten zählt zu den Highlights und zeigt die beeindruckende Vielfalt dieser eleganten Blumen.
Die Konstruktion aus Holz und Stahl sieht aus wie eine Ansammlung riesiger Baumkronen und dient als überdachter Veranstaltungsraum. Sie fügt sich harmonisch in die natürliche Umgebung ein und bietet Schatten für eine Vielzahl tropischer Gewächse. Schlendert entlang der gepflegten Wege vorbei an Teichen mit Seerosen, durch Palmenhaine und zwischen exotischen Farnen hindurch. Der Eintritt ist günstig. Besonders Familien mit Kindern schätzen die weitläufigen Grünflächen zum Spielen.
Pueblito Paisa
Auf dem Cerro Nutibara erwartet euch eine liebevoll nachgebaute traditionelle Antioquía-Dorfanlage, die euch in die Vergangenheit entführt. Wie schon vor 100 Jahren gruppieren sich hier kleine weißgetünchte Häuser mit roten Ziegeldächern um einen zentralen Platz mit Kirche. Von diesem erhöhten Standpunkt aus genießt ihr einen spektakulären Rundblick über das Aburrá-Tal, der besonders zum Sonnenuntergang magisch wirkt.
Im Miniatur-Dorf selbst findet ihr kleine Läden, die handgewebte Textilien, Keramik und Schmuck verkaufen. Eine urige Kneipe serviert lokale Spezialitäten und erfrischende Getränke, perfekt für eine Pause nach dem Aufstieg. Ihr erreicht den Hügel entweder zu Fuß über verschlungene Pfade oder bequem mit dem Taxi. Besucht das Pueblito am besten am späten Nachmittag, wenn das Licht perfekt für Fotos ist und die Metropole langsam in warmes Abendlicht getaucht wird.

Parque Arví
Hoch über der Metropole, erreichbar mit der Metrocable Linie L, erstreckt sich der Parque Arví über mehr als 16.000 Hektar unberührter Natur. Hier könnt ihr dem urbanen Trubel entfliehen und in die beeindruckende Biodiversität der Region abtauchen. Bereits die Fahrt mit der Seilbahn ist ein Erlebnis für sich, denn ihr schwebt über Täler und Baumwipfel und genießt atemberaubende Panoramablicke auf die umliegenden Berge.
Im Park selbst erwarten euch zahlreiche Wanderwege unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade, die durch dichten Nebelwald, vorbei an Wasserfällen und zu spektakulären Aussichtspunkten führen. Mit etwas Glück entdeckt ihr exotische Vögel, Schmetterlinge und andere Tiere. Jeden Sonntag verwandelt sich ein Teil in einen farbenfrohen Bauernmarkt, auf dem lokale Erzeuger ihre biologischen Produkte anbieten: frisches Obst, Gemüse, Honig und handwerkliche Erzeugnisse. Plant mindestens einen halben Tag ein, denn die entspannte Atmosphäre lädt zum Verweilen ein.
Aktivitäten
In Medellín könnt ihr viele Streifzüge unternehmen, die jeden Tag eurer Reise unvergesslich machen. Ob ihr Adrenalin-Junkies seid, Kulturinteressierte oder Genussmenschen – in der Metropole des ewigen Frühlings findet ihr sicher das perfekte Erlebnis. Von Abenteuern in der Luft über Feinschmecker-Momente bis hin zu Salsa-Nächten, die Möglichkeiten sind unendlich.
Paragliding über dem Aburrá-Tal
Für Abenteuerlustige bietet Medellín die einmalige Gelegenheit, die Metropole aus der Vogelperspektive zu erleben und beim Paragliding das ultimative Freiheitsgefühl zu spüren. Von den umliegenden Bergen aus startet ihr gemeinsam mit erfahrenen Tandempiloten und schwebt lautlos über das weitläufige Tal. Der Nervenkitzel beim Anlauf verwandelt sich schnell in pure Freude, sobald ihr abhebt und die Hochhäuser unter euch kleiner werden. Die thermischen Aufwinde tragen euch sanft durch die Lüfte, während ihr einen unvergleichlichen Panoramablick über grüne Hügel und das gesamte Stadtgebiet genießt.
Das Abenteuer dauert in der Regel zwischen 15 und 30 Minuten. Ihr benötigt keinerlei Vorkenntnisse, nach einer kurzen Einweisung hebt ihr schon ab. Viele Anbieter holen euch direkt vom Hotel ab und dokumentieren euren Flug mit Fotos und Videos. Die beliebtesten Startplätze befinden sich in San Félix, eine knappe Dreiviertelstunde von der Innenstadt entfernt. Besonders die sanfte Landung auf einer großen Wiese bleibt in Erinnerung, wo bereits eure Aufnahmen auf euch warten. Plant etwa einen halben Tag fürs Paragliding ein und freut euch auf Erinnerungen fürs Leben.

Kaffee-Finca-Tour
Kolumbien ist weltberühmt für seinen exzellenten Kaffee! Nutzt daher unbedingt die Chance, rund um Medellín den Weg des Wachmachers von der Bohne bis zur Tasse hautnah mitzuerleben. Verschiedene traditionelle Fincas in der Umgebung öffnen ihre Tore für Besucher und nehmen euch mit auf eine aromatische Reise. Ihr fahrt durch malerische Hinterland, wo die Pflanzen und Sträucher auf den Berghügeln wachsen. Auf der Plantage angekommen, begrüßen euch die Bauern persönlich und führen euch über ihr Gelände. Dort dürft ihr oft sogar selbst Hand anlegen und die reifen Kirschen pflücken.
Der gesamte Prozess wird euch Schritt für Schritt erklärt: von der Ernte über das Waschen und Trocknen bis hin zum Rösten. Bei einer professionellen Verkostung lernt ihr, die feinen Nuancen verschiedener Veredelungsstufen zu unterscheiden. So entwickelt ihr ein völlig neues Verständnis für euer Lieblingsgetränk. Plötzlich nehmt ihr schokoladige Noten, fruchtige Aromen oder nussige Untertöne deutlich mehr wahr. Die Touren dauern in der Regel einen halben bis ganzen Tag und beinhalten oft den Transport aus der Metropole. Ihr kehrt nicht nur inspiriert zurück, sondern meist auch mit einer Tüte frischem Kaffee im Gepäck. Das perfekte Souvenir für zu Hause!
Tagesausflug nach Guatapé
Etwa zwei Stunden östlich von Medellín liegt das malerische Städtchen Guatapé, das wegen seiner bunten Architektur und spektakulären Umgebung zu den beliebtesten Ausflugszielen der Region gehört. Die Häuser im Zentrum sind mit farbenfrohen Reliefs verziert, den sogenannten Zócalos, die Szenen aus dem Alltag, Tiere oder geometrische Muster darstellen. Jede Fassade ist ein kleines Kunstwerk, perfekt für ausgiebige Streifzüge mit der Kamera. Am Ortsrand erhebt sich El Peñol, ein gewaltiger Granitfelsen, der 200 Meter in die Höhe ragt.
Eine in den Stein gemeißelte Treppe mit 740 Stufen führt zum Gipfel, wo euch eine unvergessliche Aussicht auf den verzweigten Guatapé-Stausee erwartet. Das türkisblaue Wasser schlängelt sich zwischen grünen Hügeln hindurch und bildet unzählige Buchten und Inseln. Nach dem Abstieg bietet sich eine Bootstour an, bei der ihr versteckte Buchten erkundet und mehr über die Geschichte erfahrt. Zurück in der Stadt könnt ihr in einem der vielen Restaurants die traditionelle Paisa-Küche probieren und die entspannte Atmosphäre genießen.

Salsa-Tanzkurs in El Poblado
Wenn ihr ins einheimische Nachtleben eintauchen wollt, solltet ihr ein paar Salsa-Moves beherrschen. In den Clubs und Bars dreht sich alles um Rhythmus und Bewegung, denn die Paisas sind leidenschaftliche Tänzer. Startet in El Poblado, wo zahlreiche Schulen Kurse für alle Niveaus anbieten. Die Lehrer zeigen euch die Basics, der Rest kommt mit der Musik von selbst. Die Atmosphäre ist entspannt, so dass ihr die typischen Drehungen und Schrittfolgen schnell draufhabt.
Nach dem Unterricht könnt ihr das Gelernte gleich auf der Tanzfläche einer nahegelegenen Salsa-Bar üben. Die Einheimischen sind unglaublich geduldig und helfen euch gerne, wenn ihr unsicher seid. Aber keine Sorge, die Leichtigkeit der Kolumbianer ist so ansteckend, dass ihr euch schnell mitreißen lasst. Viele Schulen bieten Pakete an, die den Kurs mit einem anschließenden Bar-Hopping verbinden. Ihr zieht mit der Gruppe durch verschiedene Locations und erlebt die lokale Partykultur hautnah. Plant einen ganzen Abend ein, denn der Spaß endet oft erst in den frühen Morgenstunden!
Metrocable-Fahrt durch die Comunas
Eine Fahrt mit der Metrocable gehört zu den absoluten Must-dos und verbindet praktischen Nahverkehr mit spektakulärem Sightseeing. Die Seilbahnen schweben lautlos über dicht besiedelte Wohnviertel an den Berghängen und bieten euch faszinierende Einblicke in den Alltag der Menschen. Aus der Vogelperspektive seht ihr bunte Häuser, die sich terrassenförmig den Hügel hinaufziehen, kleine Gärten, Wäsche auf den Leinen und spielende Kinder auf den Straßen. Die Gondeln haben das Leben hier grundlegend verändert. Früher mussten die Bewohner stundenlang zu Fuß hoch und runter laufen, heute sind sie in wenigen Minuten da.
Die bekannteste Route ist die Linie L, die vom Zentrum hinauf in die nördlichen Viertel führt und schließlich den Parque Arví erreicht. Während der etwa 20-minütigen Fahrt überwindet ihr mehrere hundert Höhenmeter und genießt atemberaubende Panoramablicke über Medellín. Bei klarem Wetter reicht die Sicht sogar bis zu den fernen Andengipfeln. Der ganze Spaß ist auch noch richtig günstig. Denn die Kabelbahn ist Teil des öffentlichen Verkehrssystems, sodass ihr mit eurem Metroticket jederzeit zusteigen könnt. Plant den Ausflug am besten für den späten Nachmittag, wenn die Sonne tiefer steht und alles in goldenes Licht taucht.

Fahrradtour durch die Stadt
Medellín lässt sich wunderbar auf zwei Rädern erkunden. Geführte Bike-Touren bringen euch zu versteckten Ecken, die ihr zu Fuß nie entdecken würdet. Die Metropole hat in den letzten Jahren besonders in Velowege investiert, sodass viele Straßen bestens für Drahtesel geeignet sind. Verschiedene Anbieter organisieren Ausflüge, die euch durch unterschiedliche Viertel führen und dabei Geschichte, Kultur und Gegenwart miteinander verbinden. Ihr fahrt gemütlich zur Plaza Botero, durch die historische Altstadt, vorbei am Fluss und hinauf in die Comunas, während euer Guide spannende Anekdoten erzählt.
Besonders beliebt sind Touren, die lokale Märkte und kleine Familienbetriebe einbeziehen. Ihr probiert frische Früchte, kostet typische Snacks wie Empanadas oder Buñuelos und trinkt frisch gepressten Saft. Diese kulinarischen Pausen machen das Erlebnis abwechslungsreich und geben euch die Gelegenheit, mit Einheimischen ins Gespräch zu kommen. Auch als Aktivurlauber solltet ihr eine gewisse Grundfitness mitbringen, denn die Ausflüge dauern zwischen drei und fünf Stunden und decken etwa 10 bis 15 Kilometer ab. Sonntags verwandeln sich viele Hauptstraßen in autofreie Zonen, was das Fahrradfahren besonders angenehm macht.
Reise-Infos
Bevor ihr eure Reise nach Kolumbien bucht, gibt es ein paar praktische Dinge zu beachten. Die gute Nachricht: Medellín ist bestens auf internationale Gäste vorbereitet und empfängt euch mit moderner Infrastruktur und hilfsbereiten Menschen. Von der Anreise über die Fortbewegung bis zur Unterbringung – hier findet ihr alle Tipps für einen reibungslosen Aufenthalt.
Ideale Reisezeit und Reisedauer
Die Andenmetropole trägt nicht umsonst den Beinamen “Stadt des ewigen Frühlings”, denn hier ist es das ganze Jahr über vorsommerlich warm. Dieses angenehm ausgeglichene Klima verdankt die Ortschaft ihrer Lage auf 1.500 Metern Höhe im Aburrá-Tal. Ihr könnt also theoretisch zu jeder Jahreszeit anreisen und werdet mit mildem Wetter belohnt. Die Tagestemperaturen liegen meist um die 24 Grad, nachts kühlt es auf etwa 16 ab: perfekt für tiefen Schlaf in eurem Hotel in Medellín auch ohne eine extra Klimaanlage.
Berücksichtigt bei eurer Planung jedoch, dass die Niederschlagsmengen übers Jahr hinweg schwanken. Die trockeneren Monate sind Dezember bis März sowie Juli und August. In diesen Perioden könnt ihr mit viel Sonnenschein rechnen. Die Regenzeit erstreckt sich von April bis Juni und von September bis November. Hier kommt es meist nachmittags oder abends zu kurzen, aber kräftigen Schauern. Für euren Aufenthalt solltet ihr mindestens vier bis fünf Tage einplanen, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten entspannt zu erkunden. Wollt ihr auch Ausflüge nach Guatapé, zu den Kaffeefincas oder in charmante Kolonialstädtchen unternehmen, ist eine Woche ideal.

Reisevorbereitung
Deutsche Staatsangehörige benötigen für einen touristischen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen kein Visum für Kolumbien. Euer Pass sollte bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein. Pflichtimpfungen gibt es keine, aber das Auswärtige Amt empfiehlt Standardpräventionen und bei Langzeitaufenthalten auch den Schutz gegen Hepatitis A, B und Typhus. Eine Gelbfieberprophylaxe ist sinnvoll, wenn ihr aus einem Risikogebiet einreist oder Dschungelregionen besuchen möchtet. Für Medellín selbst ist sie jedoch nicht erforderlich.
Die Währung im Land ist der Kolumbianische Peso. Geld solltet ihr am besten vor Ort an Bankautomaten abheben, da der Wechselkurs dort meist günstiger ist als beim Umtausch in Deutschland. In Medellín funktionieren europäische Stecker (Typ C und F) nicht. Ihr braucht einen Adapter für amerikanische Outlets (A und B mit 110 Volt). Schließt für alle Fälle vor eurer Reise auch eine Auslandskrankenversicherung ab, die euren Rücktransport im Krankheitsfall sichert.
Anreise und Fortbewegung vor Ort
Der internationale Flughafen José María Córdova liegt etwa 35 Kilometer östlich bei der Ortschaft Rionegro. Die meisten Europäer reisen über Bogotá, Madrid oder das Drehkreuz Panama City, was inklusive Umstieg etwa 14 bis 18 Stunden dauert. Alternativ könnt ihr direkt in der Metropole auf dem kleineren Airport Enrique Olaya Herrera landen, der hauptsächlich Inlandsverbindungen abwickelt. Für die Fahrt ins Zentrum stehen euch gleich mehrere Optionen zur Verfügung. Für Taxis zahlt ihr etwa 80.000 bis 100.000 Pesos (circa 20-25 Euro), während Shuttle-Busse regelmäßig verkehren und nur etwa ein Zehntel kosten.
Innerhalb der Stadt ist das öffentliche Verkehrsnetz euer bester Freund. Die Metro ist modern, sicher, klimatisiert und pünktlich. Sie verbindet die wichtigsten Bezirke von Norden nach Süden und wird durch das Seilbahnsystem ergänzt, das euch in die Hügelviertel bringt. Eine Einzelfahrt kostet nur etwa 2.500 Pesos (60 Cent). Für Touristen ist die wiederaufladbare Metrokarte ideal. Außerdem gibt es jede Menge Taxis und Uber, das hier sehr gut funktioniert und erschwinglich ist. Viele Barrios wie El Poblado könnt ihr wunderbar zu Fuß erkunden.
Essen und Spezialitäten
Die kolumbianische Küche ist deftig, reichhaltig und unglaublich lecker. Das absolute Nationalgericht ist die Bandeja Paisa, eine monumentale Platte mit roten Bohnen, Reis, gegrilltem Rindfleisch, Chicharrón (knusprige Schweinehaut), Chorizo, Spiegelei, gebratener Kochbanane, Avocado und einer Arepa. Diese Mahlzeit ist so üppig, dass ihr sie am besten teilt. Ihr werdet sicher bis zum Abend angenehm satt und zufrieden sein.
Arepas werden zu jeder Tageszeit gegessen. Die runden Maisfladen sind die Seele der kolumbianischen Küche. Ihr findet sie an fast allen Straßenecken, frisch zubereitet und noch warm. Die Varianten sind endlos: mit Käse gefüllt, mit Ei, mit Fleisch oder einfach pur mit Butter. Für den kleinen Hunger sind Empanadas perfekt, frittierte Teigtaschen mit Huhn oder Käse, die knusprig und würzig schmecken. Wenn ihr eine Versuchung für zwischendurch sucht, greift zu Buñuelos, frittierten Käsebällchen, oder zu Obleas, dünnen Waffeln mit Arequipe (Karamellcreme). Für eine erfrischende Abwechslung gibt es überall frisch gepresste Säfte aus exotischen Früchten wie Lulo, Guanábana oder Maracuyá.

Hotels und Unterkünfte
Wie ihr Medellín erleben möchtet, hängt davon ab, wo ihr euch einbucht. El Poblado ist das beliebteste Viertel für internationale Besucher und bietet euch die größte Auswahl an Hotels, Hostels und Apartments. Hier findet ihr moderne Boutique-Häuser mit Rooftop-Pools, gehobene Unterkünfte und hippe Herbergen mit Backpacker-Atmosphäre. Das Barrio ist sicher, gut vernetzt und punktet mit vielen Restaurants, Cafés und Bars. Die Preise liegen etwas höher als anderswo, aber ihr bekommt dafür erstklassige Infrastruktur und kurze Wege zu den meisten Sehenswürdigkeiten.
Laureles ist eine ruhigere Alternative mit authentischem Flair. Dieses Wohnviertel wird immer beliebter bei Reisenden, die in das lokale Leben eintauchen möchten. Hier erwarten euch charmante Design-Hotels, gemütliche Bed & Breakfasts und moderne Apartments zur Kurzzeitmiete. Die Gegend ist grüner, entspannter und bietet ausgezeichnete lokale Restaurants. Für Sparfüchse gibt es in der ganzen Stadt günstige Übernachtungsmöglichkeiten, wie Hostels mit Schlafsälen ab 10-15 Euro pro Nacht. Auch Ferienwohnungen mit Küche sind oft schon für etwa 30 € zu haben. Bucht eure Unterkunft am besten im Voraus, besonders zwischen Dezember und März.









