Typische Souvenirs aus Chile


Freut euch auf ein Land, das mit seiner unglaublichen Vielfalt verzaubert. Diese bunte Abwechslung findet ihr auch beim Kauf von Souvenirs aus Chile. Ob auf bunten Märkten, in kleinen Werkstätten oder charmanten Boutiquen: Hier entdeckt ihr Schätze, die eure Erinnerungen lebendig halten.

Überblick

Ihr schlendert durch eine schmale Gasse, die Luft duftet nach frisch geröstetem Kaffee und exotischen Gewürzen, und links und rechts reihen sich kleine Stände aneinander, an denen liebevoll gefertigte Unikate in den schönsten Farben leuchten. Genau das erwartet euch beim Stöbern nach Souvenirs aus Chile. Einkaufen ist hier kein bloßes Abhaken einer Liste. Es ist ein Erlebnis für alle Sinne. Jede Region erzählt ihre eigene Geschichte, und diese spiegelt sich in den Produkten wider, die ihr dort findet.

Es ist die Leidenschaft der Menschen, die ihr in jedem handgefertigten Stück spüren könnt. Die Herzlichkeit der Verkäuferinnen und Verkäufer, die euch stolz die Tradition hinter ihren Waren erklären, macht jeden Einkauf zu einer persönlichen Begegnung. Hier kauft ihr nicht einfach ein Mitbringsel. Ihr nehmt ein Stück chilenische Seele mit nach Hause. Also lasst euch treiben, seid neugierig und öffnet euer Herz für die kleinen Wunder, die Chile für euch bereithält.

Top 10 Souvenirs aus Chile

Typische Mitbringsel aus Chile werden im ganzen Land vielerorts angeboten. Doch dabei handelt es sich oft auch lediglich um Schnickschnack, der keinerlei wirkliche kulturelle Bedeutung hat. Wir gehen mit euch auf die Suche nach authentischen Souvenirs von eurer Reise.

1. Bastkörbe

Chiles Flechtkunst reicht Tausende Jahre zurück, noch vor die Erfindung der Keramik. Im Süden kreieren Mapuche-Kunsthandwerkerinnen seit Generationen robuste Körbe aus heimischen Pflanzenfasern wie Ñocha, Boqui und Quilineja. Besonders magisch: Auf Chiloé dringen die Sammlerinnen tief in den Regenwald ein und bitten in einem Ritual die Geister um Erlaubnis, die kostbare Quilineja-Liane von den Bäumen zu lösen. Stets mit einer Knoblauchzehe in der Tasche, um den mythischen Trauco zu vertreiben. In Chimbarongo, der selbst ernannten Weidenhauptstadt, dreht sich hingegen alles um Mimbre, ein Weidengeflecht, das seit der Kolonialzeit Körbe, Möbel und Lampenschirme in chilenische Haushalte bringt.

Souvenirs Chile Bastkorb
Welcher darf es denn sein?

Und dann gibt es da noch die filigrane Welt von Rari: Hier verwandeln Frauen seit über 200 Jahren Pferdehaare in winzige Miniaturkörbe und Schmetterlinge. Manche kaum fingernagelgroß. Der Legende nach begannen einst Nonnen, Pappelwurzeln zu flechten. Später entdeckten die Frauen das Rosshaar für die Prozedur und färbten es in leuchtenden Farben.

Die besten Stücke findet ihr direkt bei den Kunsthandwerkerinnen, in Chimbarongo entlang der Ruta 5 oder in Santiago im charmanten Pueblito Los Dominicos und in den Läden der Fundación Artesanías de Chile. Achtet beim Kauf auf gleichmäßige Flechtung: Bei Weidenkörben sollte das Geflecht fest und symmetrisch sein, bei Raris Miniaturkunst erkennt ihr echte Handarbeit an der zarten Transparenz, durch die das Licht wie durch ein Spinnennetz schimmert.

2. Getrocknete Chili

Wenn es ein Souvenir gibt, das Chile auf der Zunge lebendig hält, dann sind es die getrockneten Chilis. Allen voran die legendäre Ají Cacho de Cabra, die „Ziegenhorn-Chili“. Diese lange, leicht geschwungene Schote mit ihrer moderaten Schärfe ist das Herzstück der regionalen Küche und vor allem die Grundlage für eines der aufregendsten Gewürze der Welt: Merkén.

Die Herstellung ist ein Ritual für sich: Im Februar werden die reifen Chilis in der Sonne getrocknet, bis sie tiefviolett schimmern, dann über Holzfeuer geräuchert, erneut getrocknet und schließlich – traditionell im Steinmörser – zu Pulver zermahlen. Zusammen mit geröstetem Koriander und Meersalz entsteht ein rauchig-erdiges Aroma, das süchtig macht.

Souvenirs Chile Chili
Die Aromen des Landes als Mitbringsel

Neben Merkén lohnt es sich, ganze getrocknete Cacho de Cabra-Schoten oder den fruchtigen Ají Cristal mitzunehmen. In Santiago findet ihr die beste Auswahl auf dem Mercado Central oder in den traditionellen Ferias und Bauernmärkten. Für authentisches Merkén sucht dort nach kleinen, handgemachten Chargen von Mapuche-Produzentinnen aus der Araucanía-Region – und achtet auf die traditionelle Zusammensetzung: mindestens 70 % Chili, Koriander (nicht Kreuzkümmel!) und nur wenig Salz. Industrielle Versionen im Supermarkt sind oft verwässert.

3. Zampoña

Ursprünglich von den Aymara-Kulturen rund um den Titicacasee als Siku entwickelt, verbreitete sich das Instrument über die gesamte Andenregion bis in den Norden Chiles. Die Zampoña besteht aus zwei Reihen unterschiedlich langer Bambusrohre, die mit Pflanzenfasern zusammengebunden werden. Und genau hier steckt die Magie: Die eine Reihe heißt Ira, die andere Arka, und sie stehen für das männliche und weibliche Prinzip. Traditionell braucht es zwei Musiker, die im Dialog abwechselnd spielen. Ein zauberhaftes musikalisches Gespräch zwischen Mensch und Kosmos.

Souvenirs Chile Zampona
Sie trägt den Wind der Anden in sich

Die Zampoña wurde im ganzen Land zum Symbol einer ganzen Bewegung: In den 1960er Jahren machten Bands wie Inti-Illimani die Klänge zur Stimme der Nueva Canción-Bewegung, einer musikalischen Revolution, die chilenische Identität und sozialen Wandel vereinte. In Santiago de Chile findet ihr handgemachte Mitbringsel dieser Art auf dem Kunsthandwerkermarkt im Pueblito Los Dominicos oder im Barrio Bellavista. Achtet beim Kauf darauf, dass die Rohre aus echtem Bambus gefertigt und sauber gestimmt sind. Pustet ruhig vorsichtig über die Öffnungen und hört, ob jedes Rohr einen klaren Ton erzeugt.

4. Traditionelle Puppen

In Chile erzählen Puppen Geschichten. Die wohl berühmteste Figur ist die Guitarrera de Quinchamalí: eine Bauernfrau mit Gitarre, geformt aus schwarzem Ton und verziert mit feinen weißen Blumen- und Blattmotiven. Die tiefschwarze Farbe entsteht durch ein faszinierendes Verfahren: Die Figuren werden am Boden gebrannt und dabei mit Tierdung bedeckt.

Ganz anders, aber ebenso bezaubernd: die Seres Mágicos Mapuche aus dem Huilo-Huilo-Reservat im Süden Chiles. Sechs Mapuche-Frauen fertigen dort handgenähte Puppen, die mythische Wesen und Alltagsfiguren ihrer Kultur darstellen. Von der Kräutersammlerin bis zur Machi-Helferin. Jede Puppe braucht drei Tage liebevoller Handarbeit, die Wolle stammt von eigenen Schafen, und die Mäntel werden auf traditionelle Art gewebt.

Souvenirs Chile Puppen
Für Groß und Klein

5. Rucksäcke

Der Aguayo ist ein farbenfrohes, rechteckiges Tuch, das seit Jahrhunderten von den Aymara- und Quechua-Völkern im Norden Chiles gewebt wird. Traditionell nutzen die Frauen es, um Babys auf dem Rücken zu tragen oder Waren zum Markt zu transportieren.  Heute werden daraus auch wunderschöne Rucksäcke, Umhänge- und Bauchtaschen gefertigt. Jedes Muster erzählt die Geschichte einer Gemeinschaft: Die bunten Streifen und geometrischen Figuren tragen symbolische Bedeutung und unterscheiden sich von Dorf zu Dorf. Echte handgemachte Aguayos bestehen aus Alpaka-, Llama- oder Schafwolle, die mit natürlichen Pflanzenstoffen gefärbt wird. Ein Prozess, der je nach Komplexität des Musters Tage bis Monate dauern kann.

Souvenirs Chile Rucksack
Praktisch und einzigartig

6. Moai Statuen

Sie wurden einst zu Ehren verstorbener Häuptlinge errichtet, um deren spirituelle Energie – ihr „Mana“ – einzufangen und so Schutz, Fruchtbarkeit und Wohlstand zu sichern. Die Moai symbolisieren Ahnenverehrung, Gemeinschaftssinn und die tiefe Verbundenheit der Rapa Nui mit ihrer Herkunft. Fast alle blicken landeinwärts, als stille Wächter über ihr Volk.

Eine wunderbare Anekdote: 2008 wurde der finnische Tourist Marko Kulju dabei erwischt, wie er ein Ohr von einem echten Moai abbrach. Er wurde verhaftet, mit 17.000 US-Dollar Bußgeld bestraft und für drei Jahre von der Insel verbannt. Die Lektion? Lieber eine handgefertigte Replik kaufen.

Moai Osterinseln
Kolossale Steinstatuen als Mini-Version

Souvenirs dieser Art aus Chile gibt es aus Kupfer, Holz, Lapislazuli und anderen Steinen. Am besten kauft man bei zertifizierten Kunsthandwerkern in Hanga Roa auf der Osterinsel selbst oder in Santiagos Handwerksmärkten. Achtet auf handgemachte Qualität und fragt nach der Herkunft des Stücks. Vermeidet unbedingt archäologische Originalartefakte. Nur zeitgenössische, ethisch hergestellte Stücke kommen infrage.

Ein Moai auf deinem Regal ist mehr als Dekoration. Er ist ein Stück polynesischer Seele, ein Wächter voller Geschichte und eine tägliche Erinnerung daran, dass wahre Stärke in der Verbindung zu unseren Wurzeln liegt.

7. Chilenischer Wein

Chile ist eine der aufregendsten Weinnationen der Welt und eine Flasche ist das perfekte Souvenir mit Seele. Die wahre Heldin unter den Rebsorten heißt Carménère: eine Traube aus Bordeaux, die im 19. Jahrhundert durch die verheerende Reblausplage in Europa als ausgestorben galt. Doch in Chile überlebte sie unerkannt, jahrzehntelang als Merlot fehlidentifiziert. Erst 1994 entdeckte der französische Ampelograf Jean-Michel Boursiquot beim Spaziergang durch ein Weingut im Maipo-Tal an einem verdrehten Staubblatt die Wahrheit. Chile wurde über Nacht zur Heimat einer verlorenen Rebsorte.

Souvenirs Chile Wein
Ein edler Tropfen bringt immer Freude

Carménère-Weine begeistern mit samtigem Beerenaroma, Noten von grünem Pfeffer, Schokolade und Leder. Besonders die Täler Colchagua, Rapel und Maule bringen erstklassige Tropfen hervor. Daneben lohnen sich ein kräftiger Cabernet Sauvignon oder ein eleganter Sauvignon Blanc. Greift am besten zu Reserve- oder Einzellagen-Weinen von anerkannten Bodegas und achtet auf den Jahrgang. Jede Flasche erzählt eine Geschichte von Widerstandskraft und Wiedergeburt. Eine Inspiration, die man schmecken kann.

8. Mapuche Souvenirs

Die „Menschen der Erde“ sind Chiles größte indigene Gruppe und ihre Handwerkskunst gehört zum Eindrucksvollsten, was man als Souvenir nach Hause bringen kann. Im Zentrum stehen Textilien wie Ponchos, Schals, Decken und Gürtel (Trariwe). Handgewebt auf dem traditionellen Webstuhl (Witral) aus reiner Schafwolle. Früher sogar aus Alpaka- und Lamahaar. Diese Kunst wird seit Jahrhunderten von Mutter zu Tochter weitergegeben, jede Weberin (Düwekafe) ist Hüterin uralten Wissens.

Die Farben sind tief und erdverbunden: Kräftiges Indigo, warmes Creme, sattes Rot und dunkles Schwarz dominieren, traditionell gewonnen aus pflanzlichen und mineralischen Farbstoffen. Die Muster sind geometrisch und hochsymbolisch. Das Gemil (Stufenkreuz) steht für Wissen und Handwerk, Rauten symbolisieren die vierfache Teilung des Kosmos, und Zickzacklinien verkörpern den ewigen Kreislauf des Lebens.

Souvenirs Chile Mapuche
Die Farben der Mapuche

9. Chullo

Wärme, Farbe und Andenseele zum Mitnehmen. Der Chullo ist weit mehr als eine Mütze. Sie ist ein Stück lebendiger Kultur, das man auf dem Kopf tragen kann. Ihre Wurzeln reichen bis in präkolumbische Zeiten zurück, als die Völker des Hochlands Kopfbedeckungen aus Kamelid-Wolle webten, um sich gegen die eisigen Winde der Puna zu schützen. Der Name stammt vom Quechua-Wort ch’ullu (Mütze mit Ohrenklappen). Und genau diese machen sie so unverwechselbar. In Nordchile wird die Chullo von den Aymara-Gemeinschaften des Altiplano aus weicher Alpakawolle gestrickt, wunderbar leicht wie eine Feder und wohlig warm wie ein Lagerfeuer.

Souvenirs Chile Chullo
Wärmend und schön anzusehen

Die Farben erzählen Geschichten: Rot steht für das Blut der Ahnen, Grün für die Pachamama (Mutter Erde), Gelb für die Sonne. Die geometrischen Muster (Rauten, Kondore, Lamas und Berge) sind keine bloße Dekoration, sondern eine visuelle Sprache: Sie verraten Herkunft, Gemeinschaft und manchmal sogar den Familienstand des Trägers. Eine bezaubernde Anekdote: Auf der Insel Taquile im Titicacasee stricken die Männer ihre Chullos selbst. Und die Qualität ihres Strickwerks gilt als Beweis ihrer Reife und potenziellen Heiratsbereitschaft.

10. Schals und Ponchos

Wer sein Reiseland am Körper tragen möchte, greift zu einem Schal aus Alpakawolle oder, für ein wahres Meisterstück, zum legendären Chamanto. Dieser doppelseitige Poncho aus dem kleinen Ort Doñihue bei Rancagua ist Chiles textiles Kronjuwel: Handgewebt aus Seide und Wolle, dauert seine Herstellung drei bis vier Monate. Das Besondere? Er ist wendbar. Die dunkle Seite trägt man traditionell tagsüber, die helle bei Nacht. Seine Muster zeigen Chiles Flora und Fauna: Copihue-Blüten (die Nationalblume), Weinreben, Weizenähren und heimische Vögel. Für kleinere Budgets sind Alpaka-Schals perfekt: federleicht und wärmer als Schafwolle.

Souvenirs Chile Schals
Ein kuscheliges Mitbringsel von der Reise

Gesetze und Regeln: Was ist erlaubt?

Wer aus Chile Souvenirs mit nach Hause bringen möchte, sollte sich vorab über die geltenden Aus- und Einfuhrbestimmungen informieren. Nicht alles darf ohne Weiteres im Koffer landen. Eine gute Vorbereitung hilft dabei, unangenehme Überraschungen bei der Einreise zu vermeiden und den Urlaub unbeschwert ausklingen zu lassen. Eine abschließende Rechtsberatung zur Ein- und Ausfuhr bieten wir mit diesem Artikel aber nicht an.

Verbotene Gegenstände

Wer verbotene Gegenstände im Gepäck hat, riskiert die Beschlagnahmung durch den Zoll und empfindliche Geldstrafen. Besonders in der Andenregion, zu der Chile gehört, gibt es typische Souvenirs, die problematisch sein können. Folgende Gegenstände sind verboten oder nur mit Genehmigung erlaubt:

  • Kakteen, Orchideen und Tillandsien
  • Produkte aus Reptilienleder
  • Elfenbein und Schildpatt
  • Muscheln und Korallen
  • Kaviar (nicht mehr als 125 Gramm)
  • Gefälschte Markenprodukte
  • Kulturgüter und archäologische Funde

Zoll und Beschränkungen

Wer aus seinem Traumhotel in Chile nach Deutschland zurückreist, muss die Zollbestimmungen für Drittländer beachten. Souvenirs dürfen bei Flugreisen einen Gesamtwert von 430 Euro pro Person nicht überschreiten, für Reisende unter 15 Jahren liegt die Grenze bei 175 Euro. Wird dieser Freibetrag überschritten, fallen Einfuhrabgaben an. Auch bei Genussmitteln wie Alkohol, Tabak und Kaffee gelten feste Freimengen. Lebensmittel tierischen Ursprungs wie Fleisch- und Milchprodukte dürfen aus Nicht-EU-Ländern grundsätzlich nicht oder nur unter strengen Auflagen eingeführt werden, um das Einschleppen von Tierseuchen zu verhindern.

Wer bei der Einreise den grünen Ausgang der Zollkontrolle wählt und dennoch nicht deklarierte Waren bei sich führt, riskiert eine Einstufung als Schmuggel. Es empfiehlt sich daher, vor der Reise die Website des deutschen Zolls zu nutzen, um auf der sicheren Seite zu sein.

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