Chile an der Pazifikküste Südamerikas


Fernweh? Dann ist Chile genau das Richtige für euch! Das schmale und mehr als 4.000 Kilometer lange Land im Südwesten Südamerikas bietet euch aktive Vulkane, massive Gletscher und eine sengend heiße Wüste. Aber auch die aufgeschlossene und vielfältige Kultur des Landes werden euch begeistern – von den kulinarischen Highlights ganz abgesehen!

Überblick

Chile ist als Reiseziel sicher nicht alltäglich – schließlich befindet es sich von Europa aus gesehen wortwörtlich am Ende der Welt. Tatsächlich stammt das Wort Chile aus einer indigenen Sprache und heißt so viel wie „Land, wo die Welt zu Ende ist“. Wer nach Chile reist, stürzt sich in ein vielseitiges Abenteuer, das er so schnell nicht vergessen wird!

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Atacama-Wüste: Flamingos in der Laguna Chaxa

Chile ist ein äußerst schmales und langgezogenes Land, das sich westlich an die Anden schmiegt. So erstreckt es sich über mehrere Klimazonen. Ihr könnt in Chile sowohl die Wüste erleben als auch eiskalte Gletscherregionen oder gemäßigte Waldgebiete. Mittendrin liegen mit der Hauptstadt Santiago und Valparaiso am Stillen Ozean zwei der schönsten und interessantesten Städte des Landes.

Geschichte

Schon 13.000 v. Chr. siedelten Menschen auf dem heutigen Staatsgebiet Chiles. Bei Ankunft der Spanier im 16. Jahrhundert gehörten Teile des Nordens zum Inkareich, später dann zum spanischen Vizekönigreich Peru. Anders als die meisten anderen indigenen Völker leisteten die Mapuche im Süden Chiles jedoch erbitterten Widerstand gegen die europäischen Eindringlinge und erhielten so sogar eine gewisse Unabhängigkeit. Anfang des 19. Jahrhunderts erkämpfte sich Chile seine Unabhängigkeit von Spanien, blieb allerdings politisch instabil. 1970 wurde es unter Salvador Allende quasi sozialistisch, der 1973 auf Wirken der USA per Putsch verdrängt wurde. Es folgte das Regime unter Augusto Pinochet, das bis 1989 andauerte. Seitdem hat Chile sich zu einer stabilen, vergleichsweise wohlhabenden und freien Demokratie gewandelt und gilt in Südamerika als Stütze der politischen und wirtschaftlichen Stabilität.

Städte

Aufgrund der teils sehr widrigen natürlichen Bedingungen im Land leben mehr als 86 % der Chilenen in den städtischen Ballungsräumen. Knapp die Hälfte der 17,5 Millionen Einwohner lebt in oder um die Hauptstadt Santiago. Wenn ihr also die Menschen und ihre Kultur kennenlernen wollt, solltet ihr eher den größeren Städten einen Besuch abstatten – es lohnt sich auf jeden Fall!

Santiago de Chile

Chiles Hauptstadt Santiago ist die mit Abstand größte, bunteste und “verrückteste” Stadt im ganzen Land. Die Stadt ist eine riesige, brodelnde Metropole mit mehr als 5,5 Millionen Menschen und den verschiedensten Einflüssen aus Lateinamerika und Europa. Wenn ihr lebendige Städte mögt, seid ihr hier genau richtig.

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Die Plaza de Armas in Santiago de Chile

Santiago ist das politische, kulturelle und auch kulinarische Zentrum Chiles. Hier könnt ihr Festivals und Partys besuchen, Essen gehen und natürlich auch die ganze Nacht durchtanzen. Santiago bietet eine Vielzahl an Museen, Ausstellungen sowie eine lebendige Musik- und Literaturszene. Dank des internationalen Flughafens könnt ihr euch nach der Landung direkt ins Getümmel stürzen!

Valparaiso

Etwas westlich der Hauptstadt, direkt am Pazifischen Ozean, liegt Valparaiso. Einst ein bedeutender Seehafen, ist die Stadt heute vor allem für ihre bunten Häuser, die vielen Treppen und abenteuerlichen Kettenbahnen bekannt. Mit diesen könnt ihr die zahlreichen Hügel hinauffahren und die Altstadt – übrigens UNESCO-Weltkulturerbe – in ihrer ganzen Pracht bewundern.

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Die bunten Häuser Valparaisos

Die Nachbarstadt von Valparaiso ist das Seebad Viña del Mar. Hier findet ihr nicht nur einen wunderbaren Strand und ausgedehnte Parkanlagen, sondern auch viele Casinos und Diskotheken. Viña del Mar gilt daher als das Vergnügungszentrum des Landes. Wenn ihr also so richtig was erleben wollt, solltet ihr diesem schillernden und erfrischenden Seebad unbedingt einen Besuch abstatten.

Temuco

Temuco ist die Hauptstadt der Region Araukanien und somit auch die inoffizielle Hauptstadt der Mapuche, die einst erfolgreich die Eroberungsversuche der Spanier abwehrten. In Temuco findet ihr deswegen besonders viele Menschen mit indigenem Hintergrund sowie einzigartiges Kunsthandwerk und leckere Speisen. Temuco ist allerdings auch ein Zentrum der Deutschchilenen, die vor allem im 19. Jahrhundert vermehrt dorthin auswanderten.

Valdivia

Etwas südlich von Temuco liegt Valdivia. Diese Stadt ist vor allem für zwei Dinge bekannt: den Fischmarkt und die Bierbrauerei Kunstmann. Das Bier wird dort traditionell noch immer nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut. Reist ihr im Frühjahr nach Chile, könnt ihr das hiesige Bierfest besuchen. 1960 fand in der Region übrigens das stärkste je gemessene Erdbeben der Welt statt, bei dem fast die Hälfte der Stadt zerstört wurde.

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Valdivia vom Wasser aus

Punta Arenas

Wenn ihr besondere Orte besuchen wollt, dann solltet ihr euch auf den Weg nach Punta Arenas machen. Die Stadt im Süden ist nicht nur reich an Kultur und vielen verschiedenen Volksgruppen, sondern zudem die südlichste Großstadt der Welt. Von hier könnt ihr nach Feuerland übersetzen, die Fjordlandschaft von Patagonien erkunden oder einen Ausflug zum Torres del Paine machen.

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Denkmal in Punta Arenas

Sehenswürdigkeiten

Chile hat einige sehr beeindruckende Naturwunder zu bieten, die ihr unbedingt gesehen haben solltet! Wenn ihr also genug habt vom Trubel der großen Städte, dann könnt ihr in der Wüste oder beim Gletscher zum Kontrastprogramm übergehen. Die weltberühmten Statuen auf der Osterinsel werden euch ebenfalls begeistern! Die Wege mögen zum Teil etwas weit sein, aber in Chile könnt ihr viele Welten erleben!

Atacama-Wüste

Der Norden Chiles ist heiß und trocken und daher nur spärlich besiedelt. Hier befindet sich die 1.200 Kilometer lange Atacama-Wüste, die trockenste Wüste der Welt. An manchen Stellen hat es seit Jahrzehnten nicht mehr geregnet. Die Wüste ist vor allem wegen ihrer Bodenschätze wichtig, da die größten Lithiumvorkommen der Welt hier vermutet werden. Wenn ihr extrem viel Glück habt, erlebt ihr aber vielleicht zum Zeitpunkt eurer Reise das sogenannte Erblühen der Wüste – dann fällt plötzlich enorm viel Regen und Millionen von Samen und Knollen entwickeln sich zu blühenden Pflanzen.

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Die Atacama-Wüste grenzt an den Stillen Ozean

Campo de Hielo Sur

Möchtet ihr einen Ort betreten, an dem nie oder selten zuvor ein Mensch gewesen ist? Dann wagt euch in das Campo de Hielo Sur, dem größten Gletschergebiet auf der Südhalbkugel außerhalb der Antarktis. Das 13.000 km² große Areal wurde teilweise erst im 20. Jahrhundert erkundet und ist in vielen Bereichen völlig unerforschtes Gebiet. Die Gletscher bilden zudem das größte Süßwasserreservoir Südamerikas.

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Seen am Mount Fitz Roy

Torres del Paine

Wenn ihr gerade im Süden seid, solltet ihr unbedingt auch im Nationalpark Torres des Paine vorbeischauen. Die drei namensgebenden, nadelartigen Granitberge türmen sich bis zu 3.000 Meter hoch auf und sind eines der Wahrzeichen des Landes. Neben vergletscherten Bergen gibt es im Park aber auch klare Seen, Zypressenwälder und Orchideenhaine zu sehen.  Aber auch zahlreiche Tiere wie Pumas, Nandus oder Kondore sind hier zu entdecken. Der Park ist so ein wahres Paradies für Wanderer.

Holzkirchen von Chiloé

Ebenfalls im Süden, auf der Insel Chiloé, befinden sich einige der erstaunlichsten Bauten der kolonialen Zeit in ganz Südamerika. Dort stehen 16 Kirchen aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die allesamt komplett aus Holz errichtet wurden. Die Holzkirchen gelten als architektonischer Beleg für die Vermischung indigener und europäischer Kultur. Noch heute werden die Kirchen für religiöse Zwecke genutzt, aber auch touristisch gern besucht.

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Holzkirche in Chiloé

Die Osterinsel

Fast jeder kennt die mysteriösen Steinstatuen von der Osterinsel. Doch dass das Eiland zu Chile gehört, weiß nicht jeder. Kein Wunder, befindet es sich doch stolze 3.500 Kilometer weit von der chilenischen Küste entfernt, mitten im Pazifik. Wer den Anreiseweg nicht scheut, darf sich im Nationalpark der Insel auf die gigantischen Moai-Skulpturen freuen, um die sich zahlreiche Mythen der polynesischen Kultur ranken.

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Statuen auf der Osterinsel

Aktivitäten

Wenn ihr unsere Tipps bis hierhin aufmerksam gelesen habt, dann wisst ihr, was man in Chile unbedingt gesehen haben sollte. Aber gibt es abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten noch Dinge, die ihr unbedingt in Chile gemacht haben solltet? Auf jeden Fall – lest hier mehr darüber!

Einen Vulkan besteigen

Chile hat über 100 aktive Vulkane – mit dem 6.893 Meter hohen Ojos de Salado sogar den höchsten aktiven Vulkan der Erde. Einige dieser Vulkane lassen sich gefahrlos besteigen, wenn ihr auf den empfohlenen Routen bleibt oder euch von einem erfahrenen Führer leiten lasst. An vielen Stellen gibt es zudem heiße Quellen, die teilweise Flüsse und Seen erhitzen, sodass ihr nach dem Abstieg direkt ein heißes Thermalbad nehmen könnt.

Skifahren in den Anden

Chile grenzt auf mehreren Tausend Kilometer an die Anden und ist daher auch ein beliebtes Wintersportland. In Chile ist etwa von Juni bis September Winter. Möchtet ihr also im europäischen Sommer Skifahren, dann vergnügt euch in einem der 18 Skizentren – unglaubliche Aussicht inklusive!

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Skifahren in Chile

Wein trinken

Im gemäßigten Klima Mittelchiles befinden sich einige der angesehensten Weinregionen der Welt. Chile ist sogar der viertgrößte Weinproduzent der Erde. Weinkenner wissen einen guten chilenischen Wein auf jeden Fall zu schätzen! Daher solltet ihr in eurem Urlaub in Chile auch mindestens einmal an einer Weinverkostung teilgenommen haben. Die Weintäler rund um die Hauptstadt Santiago eignen sich außerdem bestens für Outdooraktivitäten wie Wandern, Radwandern oder Reiten.

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Weinanbau in der Provinz Colchagua

Pinguine besuchen

Im Süden des Landes sowie an vielen Stellen der kalten Küsten Chiles leben Tausende von Pinguinen, die bereits selbst zu so etwas wie einer Sehenswürdigkeit geworden sind. Vor der Küste von Valparaiso, auf der felsigen Insel Cachagua, leben mehr als 2.000 Pinguine und veranstalten einen Mordslärm – überzeugt euch selbst und fahrt mit dem Boot um die kleine Insel herum – die Insel zu betreten ist euch allerdings leider nicht erlaubt.

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Kaiserpinguine in der Bahia Inutil

In die Sterne schauen

Falls ihr die Atacama-Wüste besuchen wollt, dann solltet ihr euch keinesfalls den Sternenhimmel dort entgehen lassen. Der regen- und damit meist auch wolkenlose Himmel bietet einen unfassbar klaren Blicke auf die Sterne! Zahlreiche große Sternwarten und Observatorien wurden auf den Hügeln in der Wüste errichtet. In der Wüste werden oft die US-amerikanischen Marssonden getestet.

Reise-Infos

Richtig Lust auf Chile bekommen? Dann erfahrt jetzt von uns, was ihr bei der Anreise sowie dem Aufenthalt im Land besonders beachten solltet.

Reisedauer & Reisevorbeireitung

Es ist beinahe unmöglich, Chile in wenigen Tagen zu erleben. Die Anreise zu den unterschiedlichen Sehenswürdigkeiten dauert Stunden – von der 17-stündigen Flug oder länger ganz zu schweigen. Wenn ihr wenig Zeit habt, beschränkt euch auf Santiago de Chile und die Landesmite. Reist alternativ direkt weiter nach Patagonien und konzentriert euch auf den Süden.

Für den Urlaub in Chile braucht man kein Visum, sondern nur einen gültigen Reisepass, der noch mindestens sechs Monate gültig sein muss. Ihr erhaltet dann bei der Einreise eine sogenannte “Tarjeta de Turismo“. Diese berechtigt euch, 90 Tage im Land zu verweilen. Bezahlt wird mit dem Chilenischen Peso. In den Städten gibt es Geldautomaten und die meisten Kreditkarten werden akzeptiert.

Anreise & Fortbewegung vor Ort

Das Flugzeug ist das einzige Verkehrsmittel, mit dem man sinnvoll nach Chile kommt. Üblicherweise fliegt man dabei über Madrid oder Sao Paulo. Bring aber genügend Geduld mit – selbst mit der schnellsten Verbindung seid ihr mindestens 17 Stunden unterwegs.

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Die Anden aus dem Flugzeug fotografiert

Chile bietet eine Reihe von Inlandsflügen an, was aufgrund des ungewöhnlichen Ausmaßes des Landes auch sinnvoll ist. So kommt ihr beispielsweise am schnellsten nach Patagonien oder auf die Osterinsel. Nähere Ziele erreicht ihr mit dem Bus oder einem der wenigen Züge. Falls ihr einen Wagen mieten möchtet, bringt euch die Panamericana Autobahn flott in jeden Teil des Landes.

Sprache & Verständigung

Amts- und Verkehrssprache in Chile ist Spanisch. Allerdings ist die Aussprache für Ungeübte recht schwer zu verstehen und auch mit Englisch kommt man nicht weit. Allerdings sprechen immer mehr Chilenen recht gut Deutsch, da es auch oft an den Schulen gelehrt wird. Ansonsten solltet ihr vielleicht vor der Reise nochmal euer Spanisch aufpolieren.

Essen & Spezialitäten

Chile ist kulinarisch nicht einfach ein Ableger Spaniens, sondern multinational. Vor allem die deutsche Küche hat einen großen Einfluss auf Chiles Essgewohnheiten. Wundert euch also nicht über gefüllte Berlines (Berliner), Christstollen oder Schweinskopfsülze. Besonders beliebt ist in Chile auch Bier nach dem deutschen Reinheitsgebot. Doch keine Angst, ihr findet natürlich auch typisch chilenische Gerichte wie frittierte Empanadas, gekochten Humita oder Cohcayuyo.

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Eintopf mit Empanadas

Die traditionellen Empenadas, gefüllte frittierte Teigrollen, gibt es an jeder Ecke zu kaufen. Sie sind so etwas wie das Nationalgericht Chiles. Die chilenische Küche ist sehr fleischlastig, vor allem Huhn, Rind und Kaninchen werden gern gegessen. Natürlich stehen dazu Mais und Kartoffeln auf dem Speiseplan.

Hotels & Unterkünfte

In Santiago und den anderen großen Städten findet ihr gute bis sehr gute Hotels unterschiedlicher Sternekategorien. In abgelegenen Gegenden gibt es kleinere Unterkünfte, die sogenannte Residenciales und Hospedajes.

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