Gefälschte Markenware aus dem Urlaub


Eine schicke Designer-Handtasche für unter 20 Euro, das Fußball-Trikot des Lieblingsvereins zum kleinen Preis: Im Urlaub scheinen viele Schnäppchen zu warten, die manch einer gerne mit nach Hause nimmt. Doch lohnt sich das wirklich?

Ganz gewiefte Urlauber wissen schon, wie sie im Urlaub vorgehen: Sie reisen mit halbleeren und dazu noch alten Koffern etwa in die Türkei, um sich dort komplett neu einzukleiden und auch gleich neues Reisegepäck zu erstehen. So stellt sich weder die Frage, ob Souvenirs noch in den Koffer packen oder wo man das Geld für den neuesten Trolley hernehmen soll. Plagiate im Urlaub sind bekanntlich deutlich günstiger als die Originale, die Sie im heimischen Geschäft doch sind sie den Kauf auch wert?

Fälschungen sind nicht automatisch schlechter als das Original

Teils, teils lautet die Antwort. Die Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen Produkten können durchaus groß sein. Dass die Kleidungsstücke, Accessoires, Schuhe und andere Waren gefälscht sind, dürfte wohl den meisten Urlaubern klar sein. Doch deshalb muss die Verarbeitung nicht gleich schlecht sein. Manche Verkäufer geben sogar an, ihre Artikel wären in den gleichen Fabriken wie die echte Markenware produziert worden – überprüfen wird das wohl niemand können. Teils sind die Duplikate so gut, dass es einen Profi braucht, um die Unterschiede festzustellen. Für den Laien ist es meist ohnehin wichtiger, dass die Sachen modisch sind und gut funktionieren. Eine gute Qualität können Sie jedoch vor dem Kauf ohne Weiteres selbst testen:

• Prüfen Sie die Nähte: Originalfirmen setzen meist auf Doppelstiche und saubere Verbindungen
• Checken Sie das Material: Der Stoff sollte sich angenehm und weich anfühlen. Bei Applikationen können Sie nachsehen, ob diese im Inneren ausreichend gefüttert sind
• Machen Sie den Geruchstest: Gefährliche Farbstoffe erkennen Sie oft schon am Duft. Riechen Kleidungsstücke, aber auch Tücher und Taschen beißend und unangenehm – lassen Sie lieber die Finger davon
• Probieren Sie Funktionen aus: Ob Koffer, Laufschuh oder MP3-Player – lassen Sie sich alles erklären und prüfen Sie ob alles einwandfrei geht

Bild Basar Türkei

Basar in der Türkei

Tipps für den Kauf gefälschter Markenware

Wer sich einen heiß ersehnten Markenartikel leisten oder einen Spontankauf tätigen will, sollte nicht gleich beim ersten Schnäppchen zuschlagen. Auch wenn Verkäufer aufdringlich sind und der Preis verlockend scheint, vergleichen Sie die Produkte verschiedener Anbieter. In der Türkei etwa werden gefälschte Produkte oder gute Nachahmer oft auf dem Basar verkauft. Nehmen Sie sich die Zeit durchzuschlendern und in Ruhe zu suchen. Die günstigsten Waren sind dabei oft nicht die besten und halten nur wenige Wäschen. Meiden Sie, wenn es geht, gerade an Badeorten die stark frequentierten Promenaden mit ihren Ständen, die meist überteuert sind und dabei nicht einmal gute Ware bieten. Auch fliegende Händler haben meist nicht gerade Qualitätsware dabei. Gehen Sie besser in eine Seitenstraße oder machen einen Abstecher auf den örtlichen Markt, wo auch Einheimische einkaufen.

Kauf von Plagiaten ist nicht verboten

Auch wenn viele Urlauber Angst davor haben, beim Zoll Ärger zu bekommen: Es ist nicht illegal, gefälschte Markenware im Urlaub zu kaufen und mit nach Deutschland zu nehmen. Ausschlaggebend ist die Menge, die Sie gekauft haben. Ist den Zollbeamten ersichtlich, dass Sie Kleidung und andere Waren nur für den privaten Gebrauch gekauft haben, gibt es in der Regel keine Probleme. Haben Sie jedoch mehrere Plagiate gleichen Typs im Koffer, muss der Zoll davon ausgehen, dass Sie die Waren in Deutschland weiterverkaufen wollen – auch wenn Sie lediglich für Familie und Freunde zuhause mitgeshoppt haben. Auch in anderen Einzelfällen kann es sein, dass gefälschte Markenwaren beim Zoll einbehalten und vernichtet werden. Mit den typischen Urlaubssouvenirs wie Kleidung und Accessoires kommen Sie normalerweise aber gut durch den Zoll. Beachten Sie jedoch die Einfuhrgrenze von 430 Euro pro Person. Wer mehr dabei hat, muss unweigerlich zum Zoll und für den darüber liegenden Wert versteuern lassen.

Bild Gefälscht

Vorsicht!

Wenn gefälschte Markenware gefährlich wird

Trotz aller Entwarnung für Urlauber im Shoppingrausch gibt es doch eine Produktgruppe, die als Mitbringsel nicht zu empfehlen ist: Medikamente. Auch wenn Patienten überglücklich sind, um Ausland endlich „ihr“ Arzneimittel gefunden zu haben – oft sind nachgeahmte Medikamente nicht mit den heimischen zu vergleichen. Inhaltsstoffe und Dosierung können sich so stark vom Original unterscheiden, dass gesundheitliche Schäden entstehen. Deshalb Finger weg von gefälschten Schmerz- und Schlafmitteln oder Medikamenten zur Unterstützung einer Diät!

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