Haifa: Hafenstadt im Norden Israels


Im Norden von Israel befindet sich mit Haifa die drittgrößte Stadt des Landes. Bekannt ist sie vor allem für den Schrein des Bab. Darüber hinaus eignet sie sich hervorrand als Ausgangspunkt für Ausflüge ins Karmelgebirge. Lernt Haifa kennen, von dem ein Sprichwort sagt, dass hier gearbeitet wird, während Jerusalem für das Beten und Tel Aviv fürs Feiern steht.

Überblick

Mit mehr als 280.000 Einwohnern ist Haifa nach Jerusalem und Tel Aviv die drittgrößte Stadt des Landes und besitzt zugleich den größten Seehafen von Israel. Dementsprechend viele Kreuzfahrer kommen jedes Jahr nach Haifa. Auf dem Landweg lockt Haifa ebenfalls zahlreiche Reisende an. Schließlich befindet sich die Metropole in einer herrlichen Kulisse zwischen dem Mittelmeer sowie dem nördlichen Ausläufer des Karmelgebirges und ist bekannt für das friedliche Zusammenleben verschiedener Religionen. Zugleich ist Haifa ein wichtiges Zentrum der Reglionsgemeinschaft der Bahai, was sich in Sehenswürdigkeiten wie den berühmten Hängenden Gärten widerspiegelt.

Es ist ihre Geschichte, welche die Stadt Haifa so faszinierend macht, denn diese begann bereits vor 60.000 Jahren ganz in der Nähe. Darauf jedenfalls lassen Ausgrabungen schließen, die in der Kebara-Höhle eine einstige Begräbnisstätte von Neandertalern freilegten. Ab dem 14. Jahrhundert v. Chr. entstanden entlang der Küste erste Siedlungen und es wurde ein Hafen errichtet. Erstmalig erwähnt wurde der Name Haifa schließlich im zweiten Jahrhundert n. Chr. Über die Jahre hinweg war Haifa stark umkämpft, sei es durch christliche Kreuzfahrer oder die Mamluken. Auch die arabisch-beduinischen Herrscher haben in der Stadt ihre Handschrift hinterlassen. Erst seit dem 19. Jahrhundert hat Haifa zunehmend an Bedeutung gewonnen und konnte ein Bevölkerungswachstum verzeichnen, das die Stadt schließlich zu einer der wichtigsten Metropolen des Landes werden ließ.

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Landseitiger Blick über Haifa

Ein weiteres spannendes Kapitel in der Geschichte ist die „Deutsche Kolonie“, ein 1869 gegründetes Dorf aus christlichen Siedlern, die der Tempelgesellschaft in Süddeutschland angehörten. Die Siedler übernahmen schnell wichtige Aufgaben, beispielsweise als Vizekonsul für verschiedene Regierungen, und trieben die Modernisierung in Handwerk, Landwirtschaft sowie vielen weiteren Bereichen voran.

Falls ihr möchtet und die Zeit reicht, könnt ihr außerdem noch einen Tagesausflug nach Tel Aviv machen. Die neben Jerusalem und Haifa wohl bekannteste Stadt des Landes ist in weniger als zwei Stunden mit dem Auto erreicht. Beide Städte liegen nur etwa 100 km auseinander. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, umgekehrt von Tel Aviv aus einen Abstecher nach Haifa zu unternehmen oder beide Städte im Rahmen einer Rundreise kennenzulernen.

Sehenswürdigkeiten

Die interessante Geschichte, die abwechslungsreiche Landschaft und die verschiedenen Religionen: Es gibt viele Gründe, weshalb Haifa zahlreiche Sehenswürdigkeiten aufweist. Wenn ihr in die Stadt kommt, solltet ihr daher ausreichend Zeit für Besichtigungstouren einplanen. Hier bekommt ihr einige Ideen, was sich zu sehen lohnt.

Bahai-Gärten

Die bereits erwähnten Hängenden Gärten der Bahai sind die wohl bekannteste und beliebteste Sehenswürdigkeit in Haifa. Die Bahai-Gärten wurden im Jahr 1953 vollendet und gehören mittlerweile zum UNESCO-Weltkulturerbe. Es handelt sich um eine wunderschöne Parkanlage mit Springbrunnen, Alleen und Statuen, die sich über 18 Terrassen erstreckt. Den Mittelpunkt der Hängenden Gärten bildet der Schrein des Bab mit seiner goldenen Kuppel. Weitere religiöse Stätten befinden sich in den Bahai-Gärten, wie beispielsweise das Mausoleum von Sayyid Ali Mohammed, das eine beliebte Pilgerstätte ist.

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Schrein des Bab und Gärten

Castle Pilgrim

Das Castle Pilgrim ist eines der ältesten Gebäude von Haifa. Es wurde im Jahr 1218 in unmittelbarer Küstennähe gebaut und bietet einen herrlichen Blick über Felsklippen. Im Laufe der Jahrhunderte fanden im Castle Pilgrim zahlreiche historische Ereignisse statt und bis heute wird es durch die Marine von Israel aktiv genutzt. Ihr könnt das Schloss daher nicht auf eigene Faust, aber in einer offiziellen Exkursion besichtigen.

Cave of Elijah

Viele Reisende kommen der christlichen Religion wegen nach Israel und möchten historische Stätten besichtigen. Die Cave of Elijah ist eine davon, denn hier soll der alttestamentarische Prophet Elias gelebt haben. Ebenso fanden Josef und Maria dort angeblich zeitweise Unterschlupf. Entsprechend ist die Höhle eine der wichtigsten Pilgerstätten des Landes. Die Cave of Elijah befindet sich im Süden von Haifa.

Carmel Park

Der Carmel Park zählt unglaubliche 8.500 Hektar und ist damit der größte Naturschutzpark von Israel. Er wird auch als die „grüne Lunge“ des Landes bezeichnet und erstreckt sich bis nach Haifa. Auf eurer Städtereise lohnt sich deshalb ein Ausflug in den Carmel Park, sei es für eine Wanderung, ein Picknick oder eine Nacht auf dem Campingplatz mit Safaribereich, wo ihr zwischen frei laufenden Tieren schlafen könnt.

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Wandern im Carmel Park

Wadi Nisnas

Hinter dem Namen Wadi Nisnas steckt ein Stadtviertel von Haifa, welches genau das widerspiegelt, wofür die Stadt so bekannt und beliebt ist: Hier leben Juden, Moslems und Christen friedlich zusammen. Besucher jeder Herkunft und jedes Glaubens werden in Wadi Nisnas herzlich empfangen. Ein Spaziergang durch dieses einzigartige Viertel lohnt sich. Das gilt ebenso für die Kunst, die hier unter freiem Himmel im „Museum Without Walls“ bestaunt werden kann. Viele der hier lebenden Kulturen bieten zudem kulinarische Köstlichkeiten in kleinen Imbissen.

Yefe Nof Street

Um in die schönsten Ecken von Haifa zu kommen, müsst ihr Treppen steigen – und zwar sehr viele davon! Dabei habt ihr die Wahl zwischen vier verschiedenen Treppenwegen, jeder für sich bietet individuelle Highlights. Sie führen vorbei an traditionellen Märkten, geschichtsträchtigen Gebäuden und beeindruckenden Aussichtspunkten, die zu so manchem Erinnerungsfoto einladen. Alle vier Routen starten in der Yefe Nof Street: Die „Historische Route“, die „Folklore Route“, die „Nostalgische Route“ und die „Klassische Route“. Wer besonders motiviert ist, sieht sich am besten alle an.

Louis-Promenade

Die Louis-Promenade gehört zu den schönsten Ecken von Haifa und erlaubt euch einen Blick über die gesamte Stadt. Sie befindet sich am Nordhang des Karmelgebirges und besteht aus weitläufigen Gartenanlagen, in denen ihr entspannen und die Aussicht genießen könnt. Diese reicht je nach Wetter über die Bahai-Gärten und das Mittelmeer bis nach Akkon auf der einen und den Bergen von Obergaliläa auf der anderen Seite. Habt ihr besonders viel Glück, könnt ihr sogar bis zum Golan sehen. Eine tolle Anlaufstelle ist die Louis-Promenade außerdem zum Sonnenuntergang oder in der Nacht, wenn die Stadt in bunte Farben getaucht wird.

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Schöne Aussicht von der Louis Promenade

Haifa Educational Zoo

Der Zoo von Haifa ist nicht außergewöhnlich groß, aber er befindet sich in toller Lage an den Hängen des Karmelgebirges und beherbergt viele verschiedene Tierarten, von heimisch bis exotisch. Große Tiere wie Giraffen sucht ihr dort zwar vergeblich, aber Affen, Tiger und Löwen könnt ihr dennoch sehen. Eine tolle Sehenswürdigkeit nicht nur für Kinder.

Karmelitenkloster Stella-Maris

Ein Aufstieg auf den Berg Karmel lohnt sich gleich aus mehreren Gründen: Einerseits bietet er einen herrlichen Ausblick über Haifa und die Berge von Galiläa, andererseits könnt ihr das Karmelitenkloster mit seinen beeindruckenden Malereien in der Kirchenkuppel besichtigen. Erneut wird hier die bewegte Vergangenheit der Region deutlich, denn im Garten befindet sich ein Denkmal zu Ehren Napoleons, dessen Soldaten nach der Schlacht um Akkon im Kloster Schutz suchten. Den Gipfel des Karmel könnt ihr alternativ auch mit der Seilbahn erreichen.

Kathedrale von St. Elias

Am Fuß des Bergs Karmel befindet sich die Kathedrale von St. Elias. Sie ist ein wichtiges religiöses Denkmal aus dem Jahr 1939 mit zahlreichen Artefakten wie einem alten Taufbecken und Altar. Von außen betrachtet ist die Kathedrale außergewöhnlich, denn sie hebt sich durch eine asketische Architektur von den umliegenden Gebäuden ab.

Clandestine Immigration and Naval Museum

Das Clandestine Immigration and Naval Museum widmet sich einem besonders spannenden Kapitel in der Geschichte von Haifa: Der jüdischen Einwanderung in den Jahren 1934 bis 1948. Alle möglichen Relikte aus damaligen Zeiten geben euch einen Eindruck davon, wie jüdische Flüchtlinge teils auf dramatischen Wegen nach Israel kamen und versuchten, sich ein neues Leben aufzubauen.

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Gelände des Clandestine Immigration and Naval Museum

Madatech – National Museum of Science

Mehr als 600 verschiedene Exponate gibt es im Madatech Museum, die durchaus auch für Kinder spannend sind, denn sie dürfen selbst experimentieren und anfassen. Das National Museum of Science ist daher eine tolle Wahl für Tage mit schlechtem oder schlichtweg zu heißem Wetter.

Strände

Neben den Sehenswürdigkeiten lockt Haifa aufgrund der tollen Lage direkt am Mittelmeer viele Besucher an. Die Stadt ist zwar keine typischer Badeort, aber wenn ihr da seid, lohnt sich der Abstecher an die Strände durchaus, vor allem an heißen Tagen. Wir zeigen euch unsere Favoriten für eine angenehme Zeit am Wasser!

Bat Galim Beach

Der Bat Galim Beach liegt am nördlichen Ende von Haifa und ist daher etwas ruhiger sowie abgelegener als manch andere Stadtstrände. Hier findet ihr einen schönen Sandstrand mit kleiner Mauer, die je nach Wetterlage ein wenig die Wellen sowie den Wind abhält und wo Einheimische gerne zum Angeln sitzen.

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Aufs Meer gucken am Bat Galim Beach

Dado Beach

Hier begrüßt euch ein langgezogener Sandstrand vor tiefblauem Wasser. Im Hintergrund erheben sich die Wolkenkratzer der Stadt und durch die zentrale Lage ist der Strand gut besucht – aber eine tolle Anlaufstelle, wenn ihr zur Abkühlung ins Meer hüpfen oder nach dem Sightseeing entspannen möchtet.

The Quiet Beach

Der Quiet Beach liegt an der Bucht von Haifa. Wer sich hier vom Trubel der Stadt erholen möchte, ist genau richtig. Der vor starkem Wellengang geschützte Strand ist ideal für Familien mit Kindern. Besorgt euch etwas zu trinken oder zu essen von der vorhandenen Gastronomie, während ihr die Segelboote oder Stehpaddler auf dem Wasser betrachtet. Übrigens herrscht am Quiet Beach Geschlechtertrennung: Frauen dürfen ihn sonntags, dienstags und donnerstags nutzen, während Männer an Montagen, Mittwochen und Freitagen willkommen sind. Am Samstag dürfen sich beide Geschlechter am Strand aufhalten.

Aktivitäten

Wünscht ihr euch hingegen etwas mehr Action und Abenteuer während eures Aufenthalts, könnt ihr rund um Haifa verschiedensten Aktivitäten nachgehen. Hier einige Ideen:

  • Segeln auf dem Mittelmeer bei Tag oder Nacht
  • Segwaytour durch das Stadtzentrum von Haifa
  • Einkaufen auf den traditionellen Märkten
  • Surfen, Wind- oder Kitesurfen am Galim Beach
  • Wandern im Karmelgebirge, zum Beispiel auf dem Finger Cave Trail
  • Essen oder Entspannen in der „German Colony“

Reise-Infos

Alles in allem mag die Stadt ein unbekannteres, aber keinesfalls langweiliges Reiseziel sein – ganz im Gegenteil. Wenn ihr daher einen Urlaub in Haifa plant, helfen euch die folgenden Informationen.

Ideale Reisezeit

Durch die Lage direkt am Wasser herrscht in Haifa ein angenehmes Mittelmeerklima. Dadurch bleiben die Temperaturen ganzjährig moderat, liegen aber trotzdem bei durchschnittlichen 30 Grad Celsius im Hochsommer. Im Winter wird es hingegen nur selten kälter als durchschnittlich 17 Grad Celsius, dafür fällt mehr Regen. Als beste Reisezeit gelten daher die Monate April bis November.

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Schönes Wetter an der Bucht von Haifa

Anreise

Aus Deutschland kommend landet ihr mit dem Flugzeug am Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv. Von dort könnt ihr einen Mietwagen oder die öffentlichen Verkehrsmittel zur Weiterreise nutzen. Inlandsflüge landen teilweise direkt auf dem kleinen Flughafen von Haifa. Alternativ könnt ihr mit der Bahn anreisen, beispielsweise von Tel Aviv, oder mit dem Bus, denn Haifa ist ein wichtiger Knotenpunkt im israelischen Busnetz. Im Rahmen einer Rundreise könnt ihr natürlich auch mit dem eigenen Auto oder einem Mietwagen über die Autobahn nach Haifa fahren. Viele Reisende entscheiden sich hingegen für das Schiff, denn der Hafen wird von zahlreichen Kreuzfahrtschiffen angelaufen. Zudem gibt es Fährverbindungen nach Akkon und Zypern.

Fortbewegung vor Ort

Einmal angekommen, könnt ihr euch innerhalb von Haifa ebenfalls gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bahnen und Bussen fortbewegen. Die U-Bahn von Haifa heißt Carmelit und die Spurbusse Metronit. Auch mit dem Mietwagen könnt ihr euch fortbewegen, was im teilweise chaotischen Stadtverkehr für Besucher aber durchaus eine Herausforderung werden kann.

Kulinarische Spezialitäten

Die zahlreichen verschiedenen Kulturen, welche in Haifa leben, spiegeln sich auch in der Kulinarik wider. Die aus der arabischen Küche stammenden Gerichte wie Hummus, Shakshuka (beinhaltet Tomaten, Paprika, Knoblauch und Zwiebeln) oder Falafel werden auch gerne in Israel und damit Haifa gegessen. Überall in der Stadt findet ihr kleine Imbisse bis hin zu großen Restaurants mit traditionellen oder internationalen Gerichten, ganz gemäß dem eigenen Geschmack. So gibt es beispielsweise eine große Auswahl an koscheren Speisen, aber auch an modernen israelischen Kreationen, der sogenannten „wilden Küche“, die mit Aromen spielt und beispielsweise Humus oder Chili-Paste ganz neu interpretiert. Aufgrund der Meereslage könnt ihr vielerorts frische Fischspezialitäten und Meeresfrüchte genießen.

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Falafel und Hummus

Hotels & Unterkünfte

Die meisten Besucher bevorzugen ein Hotel direkt am Strand, wenn sie nach Haifa reisen. Schließlich wachen sie so jeden Morgen direkt mit einem herrlichen Ausblick auf. Aber auch in anderen Teilen der Stadt gibt es eine große Auswahl an Hotels in unterschiedlichen Preisklassen, die teilweise Annehmlichkeiten wie Wellnessbereiche, eigene Restaurants & Co. anbieten. Kommt ihr vor allem wegen der Sehenswürdigkeiten nach Haifa, kann es auch eine Überlegung wert sein, in der Nähe der wichtigsten Must-sees zu übernachten, damit ihr keine weiten Wege habt und euch somit die Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln spart.

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