Mafra in Portugal erkunden


Mafra ist eine portugiesische Kleinstadt, die von dem monumentalen Nationalpalast geprägt wird, den König João V. im 18. Jahrhundert errichten ließ. Sie liegt rund 40 Kilometer nordwestlich von Lissabon und verbindet royale Geschichte mit einer grünen Hügellandschaft, atlantischen Stränden und einem authentischen Alltagsleben.

Überblick

Die Gegend rund um die Stadt wurde erstmalig in der Altsteinzeit besiedelt. Heute ist Mafra in Portugal vor allem für den eindrucksvollen Palast mit Kloster bekannt, dessen schiere Größe euch den Atem verschlägt. Daneben lockt die wildromantische Tapada Nacional de Mafra, ein weitläufiges königliches Jagdrevier, mit Wanderpfaden durch unberührte Natur.

Wer die Küste liebt, findet in wenigen Minuten Fahrzeit pittoreske Atlantikstrände, darunter die Surferparadiese rund um Ericeira. Kulturinteressierte schlendern durch das charmante Ortszentrum mit seinen gemütlichen Cafés und entdecken lokale Handwerkskunst. Kulinarisch überrascht die Region mit frischem Fisch, herzhaften Fleischgerichten und süßen Klostergebäck-Spezialitäten. Mafra eignet sich auch wunderbar als Ausgangspunkt für Ausflüge nach Sintra oder Lissabon.

Mafra Stadt
In diesem portugiesischen Ort gibt es viel zu entdecken

Sehenswürdigkeiten

Das Städtchen mag auf den ersten Blick bescheiden wirken, dennoch ist Mafra absolut sehenswert: Von dem gigantischen Barockpalast über idyllische Gärten bis hin zu mittelalterlichen Dorfkernen in der Umgebung – wer genau hinsieht, wird mit Eindrücken belohnt, die noch lange nachwirken.

Palácio Nacional de Mafra

Das Herzstück der Stadt ist zweifellos der Mafra-Palast, der im frühen 18. Jahrhundert auf Geheiß von König João V. erbaut wurde. Der Koloss aus Kalkstein im Barockstil dominiert die gesamte Silhouette des Ortes mit seinen atemberaubenden Ausmaßen: Der Komplex besteht aus rund 40.000 Quadratmetern Grundfläche, 1.200 Zimmern und 156 Treppenhäusern.

Im Inneren erwartet euch ein Ensemble aus prunkvoll eingerichteten Sälen und einer Bibliothek im Rokoko-Stil, die über 36.000 Bände beherbergt, darunter Schriften aus dem 14. bis 19. Jahrhundert. Faszinierend ist auch die Basilika des Komplexes mit ihren filigranen Türmen und dem beeindruckenden Glockenspiel. Seit 2019 gehört der Palast in Mafra zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Mafra Palast
Das absolute Highlight eures Besuchs

Tapada Nacional de Mafra

Direkt angrenzend an den Palast erstreckt sich die Tapada Nacional de Mafra, ein ehemaliges königliches Jagdrevier von über 800 Hektar, das heute als Naturschutzgebiet und Erholungsparadies zugänglich ist. Das Gelände beherbergt eine außergewöhnliche Artenvielfalt. Damhirsche, Wildschweine, Füchse und zahlreiche Vogelarten bevölkern das weitläufige Areal aus Pinien, Wiesen und kleinen Bächen.

Für Natur- und Tierliebhaber ist die Tapada ein absolutes Muss: Touren zu Fuß oder mit dem Fahrrad bieten faszinierende Einblicke in dieses grüne Refugium und seine Bewohner. Besonders schön ist das Gelände im Frühling, wenn die Wiesen blühen und das Licht durch die Bäume fällt. Ein Erlebnis für die ganze Familie, das wohltuend weit weg vom touristischen Trubel liegt.

Mafra Tapada Nacional de Mafra
Idealer Ruhepol nach dem Sightseeing

Jardim do Cerco

Direkt neben dem Nationalpalast verbirgt sich ein grünes Juwel, das viele Besucher schlichtweg übersehen: der rund acht Hektar große Jardim do Cerco. Dieser historische Garten wurde im 18. Jahrhundert angelegt und diente ursprünglich der Versorgung des Klosters mit Obst und Gemüse. Heute präsentiert er sich als gepflegte geometrische Anlage mit Buchsbaumhecken, Bäumen, Springbrunnen und schattigen Laubengängen – eine wohltuende Oase der Stille mitten in der Stadt.

Besonders schön ist der Jardim do Cerco im Frühling, wenn die Blüten leuchten. Kleine Wasserspiele und diverse Bänke laden zum Verweilen ein. Die Anlage bietet zudem einige der schönsten Blickwinkel auf die Südfassade des Palastes – ein absolutes Muss für alle, die das perfekte Foto suchen. Nehmt euch Zeit, durch die Alleen zu schlendern und die entspannte Atmosphäre dieses oft unterschätzten Gartenparadieses zu genießen.

Aldeia Típica José Franco

Nur wenige Kilometer südlich von Mafra liegt Sobreiro, das vor allem durch das Werk des Bildhauers José Franco bekannt wurde. Dieser widmete sein Leben dem Aufbau einer miniaturisierten Darstellung eines typischen portugiesischen Dorfes: einer Sammlung kleiner Häuschen, Werkstätten und Figuren, die den ländlichen Alltag der Region des frühen 20. Jahrhunderts dokumentieren.

Dabei gibt es viel zu entdecken, unter anderem eine Mühle, eine Metzgerei, ein Wirtshaus und eine Schreinerei. Die kleinen Figuren erwecken die Szenen zum Leben und zeigen diverse Handwerksberufe, wie Schneider, Hufschmied oder Uhr- und Schuhmacher. Neben dem Miniaturdorf findet ihr auf dem Gelände noch einen Keramikladen, eine Bäckerei sowie ein Restaurant mit regionalen Gerichten. Perfekt für einen rundum gelungenen Tagesausflug.

Ericeira

Nur etwa zehn Minuten Fahrt westlich von Mafra liegt Ericeira, ein charmantes Fischerdorf mit weiß-blau getünchten Häusern und Stränden, die Wellenreiter aus aller Welt anziehen. 2011 wurde der Ort zum ersten Welt-Surfing-Reservat in Europa gekürt. Eine Auszeichnung, die die Qualität der Wogen und die einzigartige Landschaft unterstreicht.

Doch Ericeira hat weit mehr zu bieten als Surfkultur: Die engen Gassen des historischen Ortszentrums laden zum Bummeln ein und die zahlreichen Fischrestaurants servieren frische Meeresfrüchte in Bestform. Gönnt euch anschließend im Park Santa Maria im Schatten der Bäume eine Pause oder spielt ein Ründchen Minigolf.

Portugal Ericeira
Der idyllische Ortskern

Cheleiros

Für alle, die abseits der ausgetretenen Pfade suchen, ist Cheleiros ein echter Geheimtipp. Das mittelalterliche Dorf liegt rund zehn Kilometer südlich von Mafra am malerischen Fluss Rio Lizandro, der sich durch hügeliges Buschland schlängelt. Die alten Steinhäuser, eine Kirche im lokalen Architekturstil und eine romanische Brücke verleihen dem Ortskern eine bezaubernde Zeitlosigkeit.

Wer hier ankommt, fühlt sich sofort in eine andere Epoche versetzt. Das Dorf ist kaum touristisch erschlossen – genau das macht seinen Reiz aus. Schlendern, staunen, durchatmen: Cheleiros lädt zu einem ruhigen Spaziergang ein, bei dem ihr die portugiesische Landschaft ganz ungestört genießen könnt.

Aktivitäten

Ein Besuch in Mafra lohnt sich aber nicht nur wegen der vielen Sehenswürdigkeiten. Die Stadt und ihre Umgebung bieten einige Optionen für aktive und erlebnisreiche Urlaubstage. Ob ihr lieber im Wasser seid, durch die Natur streift oder kulturelle Entdeckungen macht: An diesem Ort kommt jeder auf seine Kosten.

Surfen und Strandspaß in Ericeira

Die Küste rund um Ericeira gilt unter Wellenreitern als eines der besten Surfreviere Europas, und das aus gutem Grund. An Stränden wie Ribeira d’Ilhas, Pedra Branca oder São Lourenço herrschen beste Bedingungen für jeden Anspruch, vom Einsteiger bis zum erfahrenen Sportler. Zahlreiche lokale Schulen bieten Kurse für Anfänger an, und Boards sowie Neoprenanzüge lassen sich problemlos vor Ort mieten.

Aber auch wer nicht surft, kommt auf seine Kosten: Die breiten Sandstrände laden zum Sonnenbaden, Schwimmen und Spazierengehen ein. Der Atlantik ist kühler als das Mittelmeer, sorgt aber für einen erfrischenden Kontrast im warmen Sommer. Kombiniert einen Morgen im Wasser mit einem Nachmittag in den Gassen von Ericeira. So ergibt sich ein perfekter Urlaubstag an der westlichen Küste Portugals.

Portugal Surfen
Ideale Bedingungen für Wassersport

Wandern in der Tapada Nacional de Mafra

Das königliche Jagdrevier ist nicht nur eine beeindruckende Sehenswürdigkeit, sondern auch ein fantastisches Wandergebiet. Mehrere ausgeschilderte Routen mit einer Länge zwischen vier und fast neun Kilometern führen durch das weitläufige Gelände, vorbei an Pinien, Olivenbäumen und offenen Lichtungen, auf denen ihr mit etwas Glück freilebende Hirsche beobachten könnt. Die Wege sind gut ausgeschildert und in verschiedenen Schwierigkeitsgraden angelegt.

Wer lieber mit dem Fahrrad unterwegs ist, kann sich an der Eingangspforte eines ausleihen und das Gelände auf eigene Faust erkunden. Daneben gibt es in dem Gebiet auch Reitwege und die Möglichkeit zum Bogen- oder Armbrustschießen. An nationalen Feiertagen und am Wochenende steht zudem ein Touristenzug für die Besichtigung des Geländes zur Verfügung. Dieser sollte vorher reserviert werden.

Mafra Wandern
Viele Pfade führen durch den Nationalpark

Mountainbiken entlang der Küste

Die hügelige Landschaft zwischen Mafra und der Atlantikküste ist ein ideales Terrain für Mountainbiker. Verschiedene Trails führen von der Stadt aus in Richtung Meer und bieten dabei immer wieder neue Aussichten: mal durch Pinienwälder, mal über offene Hochebenen mit Blick aufs Wasser. Die Strecken sind ebenso abwechslungsreich, was sowohl die Kilometer als auch den Schwierigkeitsgrad betrifft.

Geübte Sportler können längere Touren in Angriff nehmen und so die gesamte Küste zwischen Ericeira und Sintra erkunden. Auch für Rennradfahrer lohnen sich die wenig befahrenen Landstraßen der Region. Das milde Klima macht diese Aktivität in Mafra nahezu das ganze Jahr über möglich. Besonders angenehm ist es im Frühling und Herbst, wenn die Temperaturen nicht allzu hoch sind.

Trip nach Sintra

Von Mafra aus ist Sintra in rund einer halben Stunde mit dem Auto sowie ebenfalls bequem mit dem Bus erreichbar. Das UNESCO-Weltkulturerbe-Städtchen liegt malerisch in den Ausläufern der Serra de Sintra und beeindruckt mit einer Dichte an märchenhaften Palästen und romantischen Gärten, die ihresgleichen sucht. Der farbenfrohe Palácio da Pena thront hoch über den Wipfeln und wirft seinen bunten Schatten über die Umgebung.

Daneben gibt es den Nationalpalast mitten im Ortszentrum, die Ruinen der Maurenburg sowie den geheimnisvollen Quinta da Regaleira mit seinen spiralförmigen Brunnenschächten zu erkunden. Sintra ist gerade in der Hochsaison sehr beliebt, plant euren Besuch daher außerhalb der Stoßzeiten. Der Weg dorthin führt durch wunderschöne Landschaft, was bereits die Anreise zu einem Erlebnis macht.

Portugal Sintra
Der prächtige Palácio Nacional da Pena

Palastbesichtigung mit Carillon-Konzert

Einen besonderen Höhepunkt eures Portugal-Urlaubs solltet ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen: Das Mafra Glockenspiel im Nationalpalast besteht aus über 110 Glocken und ist damit das größte spielbare Carillon der Welt. Ursprünglich aus dem 18. Jahrhundert, wurde es zwischen 2015 und 2019 restauriert und kommt an bestimmten Feiertagen und bei Sonderveranstaltungen zum Einsatz.

Wenn die Klänge über den Platz vor dem Schloss wehen, entsteht eine ganz besondere Atmosphäre – Musik, Architektur und Geschichte verbinden sich zu einem einzigartigen Erlebnis. Informiert euch vorher über die aktuellen Termine, damit ihr gezielt planen könnt. Auch ohne Konzert ist der Mafra-Palast einen Besuch wert: Die Führungen durch die königlichen Gemächer, die Bibliothek und die Basilika geben faszinierende Einblicke in das höfische Leben des 18. Jahrhunderts.

Ausflug zum Wasserfall Fervença

Wer einen Geheimtipp der besonderen Art sucht, sollte sich auf den Weg zum Wasserfall Fervença machen. Dieser liegt versteckt in einem bewaldeten Gebiet am Rande des Städtchens Terrugem. Er besteht aus mehreren Kaskaden, die über moosbedeckte Vorsprünge in ein Felsbecken fließen. Die höchste von ihnen erreicht eine Höhe von rund 30 Metern.

Am Fuß des Wasserfalls angekommen, könnt ihr das kühle Nass genießen, euch auf den Felsen niederlassen und die Stille der Umgebung auf euch wirken lassen. Der Fervença ist kein riesiges Naturspektakel, sondern eine leise, romantische Entdeckung, die durch ihre Unberührtheit überzeugt. Plant etwas Fußweg ein und zieht dafür festes Schuhwerk an. Belohnt werdet ihr mit einem tollen Erlebnis abseits der bekannteren Touristenpfade.

Portugal Wasserfall
Etwas verstecktes Naturjuwel

Reise-Infos

Das Land am Mittelmeer gehört seit Jahren zu den beliebtesten Destinationen Europas, und das absolut zu Recht. Damit euer Ausflug nach Mafra von Anfang an reibungslos verläuft, haben wir die wichtigsten Infos für eure Portugal-Reise für euch zusammengestellt.

Ideale Reisezeit und Reisedauer

Für Mafra empfehlen sich besonders die Monate April bis Juni sowie September und Oktober: Die Temperaturen sind angenehm warm, die Natur zeigt sich von ihrer schönsten Seite, und die touristischen Hotspots wie Sintra sind deutlich weniger besucht als im Hochsommer. Letzterer bietet ideale Bedingungen für Strandtage in Ericeira. Der Winter ist mild und grün, aber regnerisch; wer Kultur und Wandern bevorzugt und kein Badewetter braucht, kann auch dann gut reisen.

In Mafra selbst solltet ihr zwei bis drei Tage verbringen, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Wenn ihr die Umgebung einschließt, für Ausflüge nach Ericeira, Sintra, oder Lissabon, plant besser eine Woche ein.

Mafra Fruehling
Im Frühling blühen die Gärten auf

Anreise und Fortbewegung vor Ort

Die schnellste Anbindung an Mafra bietet der Flughafen in Lissabon, der von zahlreichen deutschen Städten direkt angeflogen wird. Von dort aus erreicht ihr euer Ziel bequem mit dem Auto über die A8 in etwa 45 Minuten. Alternativ stehen Bus- und Zugverbindungen zur Verfügung.

Ein Mietwagen ist für diese Region definitiv empfehlenswert, da die Abstände zwischen den Sehenswürdigkeiten und die Ausflugsziele in der Umgebung mit dem Auto am besten zu bewältigen sind. Das Zentrum von Mafra selbst ist gut zu Fuß zu erkunden – Palast, Kirche und Stadtplatz liegen nah beieinander. Für sportlich aktive Reisende ist auch das Fahrrad eine gute Option.

Essen und Spezialitäten

Die Kulinarik rund um Mafra vereint das Beste der portugiesischen Küche: frische Meeresfrüchte von der Atlantikküste und herzhafte Fleischgerichte aus dem Landesinneren. In Ericeira solltet ihr unbedingt gegrillten Fisch probieren: Dorade, Wolfsbarsch oder Sardinen, direkt aus dem Wasser auf den Teller, dazu etwas Olivenöl, Zitrone und das knusprige Brot Pão da Mafra.

Wer eine süße Auszeit sucht, sollte sich die Pastelaria-Kultur des Landes nicht entgehen lassen: Der Pastel de Nata, das berühmte Blätterteig-Törtchen mit Pudding, ist natürlich allgegenwärtig, aber auch regionale Klostergebäcke wie die Doces Conventuais mit Zucker und Mandeln sind eine Entdeckung wert. Dazu passt ein Bica, der kleine, starke Espresso der Portugiesen.

Hotels und Unterkünfte

In Mafra selbst findet ihr eine kleine, aber feine Auswahl an Hotels und Pensionen – ideal für alle, die nah am Nationalpalast sein und den Alltag der Stadt hautnah erleben wollen. Wer Komfort und Natur verbinden möchte, wird in den Landgütern und Quintas der Umgebung fündig. Diese bieten stilvoll restaurierte Zimmer inmitten von Olivenhainen und Weinbergen sowie teilweise zusätzliche Annehmlichkeiten wie Pools oder Flughafentransfers an.

Für diejenigen, die lieber mit Meerblick aufwachen, ist Ericeira die bessere Wahl: Dort gibt es eine gute Auswahl an Hotels, charmanten Bed-and-Breakfasts und gemütlichen Pensionen direkt an der Küste. Insgesamt gilt: Frühzeitiges Buchen lohnt sich, besonders in den Sommermonaten.

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