An der Nordseeküste Jütlands, acht Kilometer von Ringkøbing entfernt, liegt Søndervig – einer der beliebtesten Ferienorte in Midtjylland. Auf der einen Seite das offene Meer, auf der anderen Dänemarks größter Küstensee. Seit über 200 Jahren zieht die Umgebung Erholungssuchende an, die hier frische Meeresluft, Dünenlandschaften und herzliche Gastfreundschaft genießen.
Überblick
Søndervig vereint so ziemlich alles, was die dänische Nordseeküste ausmacht. Kilometerlange Sandstrände laden zum Baden ein, während der Fjord auf der anderen Seite flaches, ruhiges Wasser ohne Wellen bietet. Diese besondere Lage macht die Gegend auch bei Sportlern beliebt, die hier ideale Bedingungen zum Surfen vorfinden. Nicht weit entfernt liegt Hvide Sande, das unter Anglern als einer der besten Spots des Landes gilt.
Neben all der Natur kommt auch die Kultur nicht zu kurz: Das Sandskulpturenfestival in Søndervig zieht jedes Jahr über 100.000 Besucher an, und wer sich für Geschichte interessiert, kann die Bunkeranlagen aus dem Zweiten Weltkrieg erkunden, die noch immer in den Dünen stehen. An Regentagen weicht ihr einfach in eines der Schwimmbäder oder gönnt euch Wellness und Sauna, und abends führt der Weg vielleicht in ein Fischrestaurant mit fangfrischer Scholle auf der Karte. Ringkøbings historische Altstadt ist nur acht Kilometer entfernt und ebenfalls einen Besuch wert.

Strände
Die Nordseeküste bei Søndervig zählt zu den schönsten Baderegionen des Landes, mit kilometerweitem feinem Sand und hohen Dünen. Viele Zugänge sind barrierefrei, und auch Hunde sind willkommen: Im Winter dürfen sie frei toben, nur im Sommer müssen sie an die Leine. Wer ruhigeres Wasser bevorzugt, findet am Fjord ideale Bedingungen für Familien mit kleinen Kindern.
Søndervig Beach
2014 wurde er zum besten Strand in ganz Dänemark gewählt, und wer einmal hier war, versteht sofort warum. Feiner Sand erstreckt sich scheinbar endlos in beide Richtungen, eingerahmt von hohen Dünen, durch die ein Holzsteg bis ans Wasser führt. Das Meer fällt relativ flach ab und eignet sich damit gut für Familien. Toiletten, Duschen und kostenloses WLAN machen den Aufenthalt besonders komfortabel.
Ein Highlight ist der Sonnenuntergang, wenn warmes Licht das Meer in goldene Farben taucht. Tagsüber verteilen sich die Besucher gut über die weitläufige Fläche, sodass jeder sein ruhiges Plätzchen findet. Bei starkem Westwind und roter Flagge solltet ihr allerdings aufs Schwimmen verzichten.
Houvig
Etwa vier Kilometer nördlich von Søndervig trifft Strandurlaub auf Geschichte. Über 50 Betonbunker aus dem Zweiten Weltkrieg stehen hier zwischen den Dünen, manche bereits halb vom Meer verschluckt. Die Küstenlinie hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verschoben, sodass die einst versteckten Anlagen heute frei am Wasser liegen.
Der Strand selbst ist weitläufig, und weil er etwas abgelegener ist, verteilen sich die Besucher gut. Insbesondere Fotografen schätzen die einzigartige Kulisse mit den massiven Betonbauten vor dem offenen Meer, und für Kinder sind die alten Anlagen ein echtes Abenteuer.

Vedersø Klit
Wer Ruhe sucht, fährt weiter nach Norden. Dieser breite Strandabschnitt bietet selbst im Sommer viel Platz zum Entspannen. Vedersø Klit führen Holzstege bequem durch die Dünen, ein Parkplatz liegt direkt am Zugang, und auch hier stehen einige Bunker in der Landschaft. Die Dünenformationen gehören zu den ursprünglichsten der gesamten Westküste – nach Stürmen lohnt sich die Suche nach Bernstein im angeschwemmten Treibgut.
Bagges Dæmning
Quer durch den nördlichen Teil des Ringkøbing Fjords verläuft ein historischer Damm aus den 1860er Jahren. Nach einer Sturmflut lag er jahrzehntelang in Trümmern, bis 2016 zwei Brücken die zerstörten Abschnitte wieder verbanden. Heute könnt ihr die 1,6 Kilometer lange Strecke zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden und dabei den Blick über das Wasser schweifen lassen.
Zum Baden eignet sich diese Ecke nur bedingt, denn der Untergrund ist steinig und das Wasser sehr flach. Für eine kurze Erfrischung während einer Wanderung reicht es, wer aber richtig schwimmen möchte, ist an den Sandstränden bei Søndervig besser aufgehoben. Windsurfer zieht es vor allem in die Gegend um Kloster am östlichen Ende des Damms, wo die Bedingungen auf dem Fjord ideal sind. Vom Damm selbst habt ihr außerdem gute Chancen, Wasservögel zu beobachten.

Sehenswürdigkeiten
Neben Meer und Strand bietet Søndervig einiges für Entdecker. Kunstwerke aus Sand, ein historischer Leuchtturm, Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg und eine mittelalterliche Altstadt – alles liegt in unmittelbarer Nähe und lässt sich gut mit einem entspannten Tag am Meer verbinden.
Sandskulpturenfestival
Jedes Jahr von Mai bis Oktober verwandelt sich das Gelände am Ortsrand in eine beeindruckende Freiluftgalerie. Internationale Künstler formen dann aus rund 12.000 Tonnen Sand meterhohe Figuren und eine etwa 200 Meter lange Skulpturenwand, die jährlich unter einem neuen Motto steht. Das Festival in Søndervig zählt zu den größten seiner Art in Europa und lockt pro Saison über 100.000 Besucher an.
Die Atmosphäre vor Ort ist typisch dänisch entspannt: Picknicktische laden zum Verweilen ein, Kinder können in einem separaten Bereich selbst kreativ werden, und auch Hunde sind angeleint willkommen. Dass die Sandskulpturen in Søndervig selbst dem rauen Küstenwetter standhalten, liegt an der besonderen Zusammensetzung des Materials, das eigens aus einer Grube in der Region stammt.

Lyngvig Fyr
Nur wenige Kilometer von Søndervig entfernt ragt der Leuchtturm aus den Dünen. Das weiße Wahrzeichen thront auf einer Anhöhe und erreicht mit seiner Spitze gut 55 Meter Höhe – 228 Stufen führen hinauf zur Aussichtsplattform mit Rundumblick über Meer, Fjord und Dünenlandschaft.
Der Søndervig Leuchtturm entstand 1906, nachdem ein Schiffsunglück 24 Seeleuten das Leben gekostet hatte. Heute zählt er zu den beliebtesten Ausflugszielen der Region. In den angrenzenden Gebäuden findet ihr ein kleines Museum, ein Café und einen Laden mit typischen Souvenirs aus Dänemark. Im Sommer gibt es Abendöffnungen zum Sonnenuntergang, und Mutige können sich unter professioneller Anleitung sogar abseilen.
Ringkøbing
Acht Kilometer landeinwärts liegt eine der ältesten Städte Dänemarks – und laut einer Studie von 2007 sogar die glücklichste in ganz Europa. Wer die Sehenswürdigkeiten bei Søndervig erkunden möchte, sollte unbedingt einen Abstecher hierher einplanen. Kopfsteingepflasterte Gassen mit liebevoll restaurierten Backsteinhäusern laden zum Bummeln ein. Das Zentrum bildet der Marktplatz Torvet mit einem historischen Hotel aus dem Jahr 1600.
Im Sommer ziehen singende Nachtwächter durch die Straßen – eine Tradition, die ans Mittelalter erinnert. Auf dem Weg zum Hafen passiert ihr die Skulptur „Den fede dame”, ein beliebtes Fotomotiv. Zudem zeigt das örtliche Museum die Geschichte Westjütlands und beherbergt eine Sammlung des Polarforschers Mylius-Erichsen – eine der lohnendsten Unternehmungen bei Søndervig an einem Regentag.

Danmarks Flymuseum in Stauning
Von außen wirken die grauen Hallen unscheinbar, doch drinnen wartet Dänemarks größte Sammlung historischer Flugzeuge. Auf 7.600 Quadratmetern könnt ihr über 70 Maschinen aus fast einem Jahrhundert bestaunen – von frühen Doppeldeckern bis hin zu Hubschraubern und Kampfjets. In manche Cockpits dürft ihr sogar einsteigen, was insbesondere bei Kindern für leuchtende Augen sorgt.
Direkt nebenan liegt der kleine Flugplatz Stauning, auf dem in der Saison gelegentlich Oldtimer abheben. Wer nach dem Rundgang noch Zeit hat, kann auf dem Außengelände weitere Exponate entdecken. Der Besuch lohnt sich für Groß und Klein – besonders an Regentagen, wenn der Strand keine Option ist.
Aktivitäten
Søndervig bietet weit mehr als Sonnenbaden und Sightseeing. Wassersport, Angeln, Radfahren – hier kommt jeder auf seine Kosten. Auch für Kinder ist Dänemark ein Paradies, und die Lage zwischen offenem Meer und geschütztem Fjord eröffnet Möglichkeiten, die es anderswo kaum gibt.
Wassersport
Der Ringkøbing Fjord zählt zu den besten Spots Skandinaviens für Wellenreiter. Anfänger üben im flachen, ruhigen Wasser, Fortgeschrittene stürzen sich in die Wellen der Nordsee. Diese Kombination macht die Gegend so besonders. Ob Kiten, Windsurfen oder Stand-up-Paddling: Es gibt mehrere Schulen vor Ort, die Kurse für alle Levels anbieten.
Wer es gemütlicher mag, erkundet die Uferlandschaft per Kajak oder Kanu. Der Fjord ist durchschnittlich nur anderthalb Meter tief, sodass sich das Lernen entspannt gestaltet und selbst bei einem Sturz steht man schnell wieder. Zudem findet jedes Jahr im September ein großes Wassersportevent statt.

Radtouren
Ein gut ausgebautes Wegenetz führt durch Dünen, Heide und Salzwiesen, immer mit Blick aufs Wasser. Der 105 Kilometer lange Rundkurs um den gesamten Fjord ist für Ambitionierte ein echtes Highlight. Unterwegs passiert ihr idyllische Fischerdörfer, weite Salzwiesen und könnt an mehreren Stellen Rast am Ufer machen.
Besonders empfehlenswert ist die Strecke über Bagges Dæmning. Wer kürzere Touren bevorzugt, findet rund um Søndervig zahlreiche ausgeschilderte Routen für jeden Fitnesslevel. Fahrräder könnt ihr in den Orten der Umgebung ausleihen, auch E-Bikes sind verfügbar – praktisch bei dem oft kräftigen Westwind.
Wandern
Etwa 20 Kilometer nördlich von Søndervig erstreckt sich die Husby Klitplantage, ein weitläufiges Areal aus Heide, Mooren und Dänemarks westlichstem Buchenbestand. Der lange Weg schlängelt sich durch hügeliges Terrain bis ans offene Meer – unterwegs wechseln sich dichte Baumkronen mit weiten Blicken über die Landschaft ab. Wer kürzere Strecken bevorzugt, findet mehrere ausgeschilderte Routen.
Östlich des Ringkøbing Fjords lockt das Naturgebiet Skjern Enge, Nordeuropas größtes Renaturierungsprojekt. Über 2.200 Hektar Feuchtwiesen und Flussarme bieten Lebensraum für seltene Vogelarten, die sich von den Aussichtstürmen entlang der Pfade beobachten lassen. Um ans andere Ufer zu gelangen, zieht ihr euch mit zwei Handseilzugfähren per Muskelkraft hinüber – eine Tradition, die bis ins Mittelalter zurückreicht.

Angeln
Das nahegelegene Hafenstädtchen Hvide Sande gilt als Hotspot für Petrijünger – wer eine Reise nach Dänemark mit Rute und Rolle plant, ist hier goldrichtig. Gefangen werden Plattfische, Heringe, Makrelen und mit Glück auch Dorsche oder Steinbutts. Brandungsfischen am Strand, Molenwerfen im Hafen, Hochseetouren vom Kutter – die Möglichkeiten sind vielfältig.
Im Frühjahr versammeln sich Heringsfans an der Schleuse, während im Sommer die Makrelen in Wurfweite kommen. Wer im Hafenbereich angeln möchte, braucht eine Zusatzkarte. Diese ist erhältlich in den Fachgeschäften vor Ort. Für alle, die es weiter hinaus zieht, fahren regelmäßig Kutter auf die offene See.
Reise-Infos
Ein Urlaub in Dänemark ist unkompliziert – beliebte das Nachbarland liegt nur wenige Autostunden entfernt und als EU-Bürgern braucht ihr einen gültigen Personalausweis oder Pass. Damit eure Reise nach Søndervig zum vollen Erfolg wird, haben wir die wichtigsten Infos zusammengestellt.
Ideale Reisezeit und Reisedauer
Die Sommermonate von Juni bis August bringen die besten Bedingungen für einen Urlaub in Søndervig. Die Tagestemperaturen bewegen sich dann zwischen 18 und 25 Grad, das Meer erreicht erfrischende 17 bis 19. Besonders der Juni gilt unter Dänemark-Kennern als Geheimtipp: viel Sonnenschein, lange Abende und der Beginn der Strandsaison. Wer das Sandskulpturenfestival besuchen möchte, plant seinen Besuch zwischen Mai und Oktober ein. Der Herbst lockt mit buntem Laub und ruhigeren Stränden, während die kalten Monate ihren ganz eigenen Charme entfalten – inklusive wunderschönem Winterbadefestival an Silvester.
Für einen entspannten Aufenthalt mit genug Zeit am Strand reicht eine Woche gut aus. Wer eine Aktivreise plant, ob beim Radfahren um den Fjord, beim Surfen oder bei Tagesausflügen nach Ringkøbing und Hvide Sande, sollte mindestens zehn Tage einplanen. So bleibt auch Raum für spontane Entdeckungen und das, was einen Søndervig-Urlaub ausmacht: einfach mal die Füße hochlegen und dem Meer beim Rauschen zuhören.

Anreise und Fortbewegung vor Ort
Die meisten Urlauber reisen mit dem eigenen Auto an. Von Norddeutschland führt die Strecke über die A7 Richtung Flensburg und weiter auf den gut ausgebauten dänischen Straßen – in etwa fünf bis sechs Stunden seid ihr da, Mautgebühren fallen nicht an. Wer aus dem Osten startet, nimmt die Fähre von Rostock nach Gedser und kürzt so den Weg über Seeland ab. Auch mit der Bahn ist Søndervig leicht erreichbar: Züge fahren bis Holstebro oder Vemb, von dort geht es mit dem Bus weiter an die Küste.
Einmal angekommen, lässt sich der Ortskern bequem zu Fuß erkunden – viele Ferienhäuser liegen ohnehin nur wenige Minuten vom Strand entfernt. Für Ausflüge in die Umgebung empfiehlt sich das Fahrrad – ob klassisch oder mit Elektroantrieb, beides bekommt ihr hier in mehreren Geschäften. Das Wegenetz durch Dünen und entlang des Fjords ist hervorragend ausgebaut, und bei dem oft kräftigen Westwind erweist sich ein E-Bike als echter Verbündeter. Wer dennoch flexibler unterwegs sein möchte, findet in Ringkøbing Mietwagen.
Essen und Spezialitäten
Die dänische Küche setzt auf frische Zutaten, und an der Nordseeküste steht naturgemäß Fisch im Mittelpunkt. Scholle in Butter gebraten, dazu Salzkartoffeln und eine leichte Remoulade – so schmeckt ein klassisches Abendessen in Westjütland. Fischfrikadellen findet ihr an fast jeder Ecke, mal warm aus der Pfanne, mal kalt als Snack für zwischendurch. Ein echtes Erlebnis ist die Stjerneskud, wörtlich übersetzt „Sternschnuppe”: ein üppiger Teller mit paniertem Filet, Krabben und Salat.
Abseits vom Fisch lohnt sich ein Abstecher in die Welt der dänischen Klassiker. Das Smørrebrød, reich belegte Roggenbrotscheiben, ist ein Mittagessen für sich – ob mit eingelegtem Hering, Leberpastete oder Krabben. Zum Nachtisch gibt es Rødgrød med fløde, die berühmte Rote Grütze mit Sahne, oder im Sommer eine erfrischende Koldskål, eine Buttermilchspeise mit kleinen Keksen. Wer das Nationalgericht probieren möchte, bestellt Stegt flæsk: knusprig gebratener Schweinebauch mit Petersiliensauce. Und danach? Ein Stück Plunder aus der Bäckerei, am besten noch warm.
Hotels und Unterkünfte
Søndervig ist ein typisches Ferienhausgebiet. Zwischen Dünen, Meer und Fjord findet ihr etwas für jeden Geschmack. Die Auswahl reicht vom gemütlichen Holzdomizil für zwei Personen bis zur großzügigen Unterkunft mit Pool, Sauna und Whirlpool. Viele davon liegen nur wenige Gehminuten vom Strand entfernt, manche bieten direkten Meerblick. Zudem sind Hunde vielerorts willkommen, was die Region auch bei Reisenden mit Vierbeinern beliebt macht. Wer lieber im Hotel oder einer Pension übernachtet, findet in Ringkøbing passende Optionen mit dem Charme der historischen Altstadt.









