Auf einer atemberaubenden Höhe von etwa 3.650 Metern erwartet euch in der faszinierenden Hauptstadt Tibets eine einzigartige Mischung aus Spiritualität, Geschichte und Kultur. Da hier der Dalai Lama seine Heimat hat, wird sie auch oft als „Götterort“ bezeichnet. Schlendert durch die verwinkelten Gassen und bewundert den majestätischen Potala-Palast.
Überblick
Lhasa ist weltberühmt als spirituelles Zentrum des tibetischen Buddhismus und Heimat des legendären Potala-Palastes, der einst als Residenz der Dalai Lamas diente. Die Stadt zieht jährlich tausende ausländische Touristen an, die mit der erforderlichen Tibet Entry Permit und einem lokalen Anbieter diesen magischen Ort erkunden dürfen. Dort begegnet ihr einer lebendigen Pilgertradition, die seit Jahrhunderten ungebrochen ist: Täglich umrunden Gläubige die heiligen Stätten, rezitieren Mantras und entzünden Butterlampen.
Vom goldglänzenden UNESCO-Welterbe wie dem Norbulingka-Palast und dem Jokhang-Tempel bis hin zu den lebhaften Märkten erwartet euch eine einzigartige Mischung aus monumentaler Architektur und tief verwurzelter Spiritualität. Mit über 3.000 Sonnenstunden pro Jahr wird Lhasa liebevoll „Stadt der Sonne” genannt. Die dünne Höhenluft, der tiefblaue Himmel und das magische Licht schaffen eine Atmosphäre, die ihr nirgendwo sonst auf der Welt findet.

Sehenswürdigkeiten
Ob prachtvolle Paläste, uralte Klöster oder belebte Pilgerstraßen – in Lhasa gibt es viele Sehenswürdigkeiten, die man besuchen sollte. Die Stadt beheimatet einige der bedeutendsten Kulturstätten Chinas, von denen gleich drei zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören, und öffnet euch ein Fenster in die Welt des tibetischen Buddhismus.
Potala-Palast
Der Burgpalast Potala ist zweifellos das Wahrzeichen Tibets und ein Anblick, der euch den Atem rauben wird. Majestätisch thront dieser gewaltige Komplex auf 130 Metern Höhe und dominiert die Silhouette Lhasas. Als ehemalige Hauptresidenz der Dalai Lamas vereint er religiöse und weltliche Macht in einzigartiger Art und Weise. Das 1645 errichtete Bauwerk besteht aus zwei Teilen: dem Weißen und dem Roten Palast.
Im Inneren erwarten euch über 1.000 Räume voller Schätze wie Statuen, Schreine und die beeindruckenden Grabstupas verstorbener Dalai Lamas, für die teils über 3.700 Kilogramm Gold verwendet wurden. Beachtet, dass täglich nur 2.300 Besucher zugelassen werden und ihr im Inneren nicht fotografieren dürft. Steigt langsam die 365 Stufen hinauf, denn auf dieser Höhe macht sich die dünne Luft bemerkbar.

Jokhang-Tempel
Der Jokhang-Tempel gilt als heiligster des tibetischen Buddhismus. Gegründet im siebten Jahrhundert von König Songtsen Gampo, beherbergt er die vergoldete Statue des zwölfjährigen Buddha Shakyamuni, die der Legende nach von Prinzessin Wencheng als Mitgift in die Stadt gebracht wurde und als ultimatives Pilgerziel für gläubige Tibeter gilt.
Daher ist der Tempel häufig mit betenden Menschen gefüllt. Auch architektonisch sticht das Gebäude mit seinen zahlreichen Verzierungen ins Auge. Es vereint auf faszinierende Weise tibetische, indische, nepalesische und chinesische Stilelemente. Besonders beeindruckend sind die goldenen Dächer und die kunstvoll gestalteten Innenhöfe.

Sera-Kloster
Das Sera-Kloster, etwa zwei Kilometer nördlich von Lhasa gelegen, ist eines der „Drei Großen Klöster” des Gelug-Ordens. Gegründet im Jahr 1419, beherbergte das Stift einst über 8.000 Mönche. Die Hauptattraktion, die ihr auf keinen Fall verpassen dürft, sind die täglichen Debatten, die unter der Woche jeden Nachmittag im Innenhof stattfinden. Dabei diskutieren die Geistlichen über buddhistische Philosophie. Ein faszinierendes Schauspiel, das einen einzigartigen Einblick in die geistige Ausbildung der Brüder gewährt.
Die weitläufige Anlage selbst beeindruckt mit zahlreichen Gebetshallen, kostbaren Wand- und Felsmalereien und goldenen Buddha-Statuen. Schlendert durch die ruhigen Gassen zwischen den weißgetünchten Gebäuden und lasst die meditative Atmosphäre auf euch wirken.

Drepung-Kloster
Das Drepung-Kloster war einst das größte Kloster der Welt und beherbergte zu seiner Blütezeit über 10.000 Mönche. Gegründet im Jahr 1416, liegt es etwa zehn Kilometer westlich von Lhasa am Fuße des Gambo Utse Berges. Von weitem erkennt ihr die charakteristischen weißen Gebäude, die sich an den Hang schmiegen. Bevor der Dalai Lama den Potala-Palast bezog, diente Drepung als seine Residenz und war das politische Machtzentrum Tibets.
Die Anlage umfasst mehrere Colleges, die sich der Vermittlung buddhistischer Philosophie, Theologie und Kunst widmen. Besonders sehenswert ist die Tsochin-Halle mit ihren farbenfrohen Dekorationen und zahlreichen Statuen. Das Kloster ist auch Schauplatz des Shoton-Festivals, bei dem einmal jährlich eine riesige Buddha-Thangka enthüllt wird.
Norbulingka-Palast
Der Norbulingka, dessen Name „Schatzgarten“ bedeutet, war einst die Sommerresidenz der Dalai Lamas und bildet zusammen mit dem Potala-Palast und dem Jokhang-Tempel das UNESCO-Welterbe-Ensemble von Lhasa. Die ausgedehnte Parkanlage erstreckt sich über 360.000 Quadratmeter und ist eine grüne Oase inmitten der Stadt. Mit ihren üppigen Gärten, schattigen Alleen, Teichen und Pavillons vermittelt sie eine entspannte, heitere Atmosphäre.
Der Komplex umfasst mehrere Tempel, während bunte Blumenbeete für Farbtupfer sorgen. Hier findet zudem jeden Sommer das bekannte Shoton-Festival statt: Einheimische treffen sich zu Picknicks, es wird getanzt, gesungen und musiziert.

Tibet Museum
Direkt gegenüber dem Norbulingka-Palast befindet sich das Tibet Museum, ein absolutes Muss für alle, die tiefer in die Geschichte und Kultur der Region eintauchen möchten. Das 1999 eröffnete Gebäude verbindet auf faszinierende Weise traditionelle Architektur mit modernen Elementen. In der imposanten Eingangshalle empfangen euch kunstvoll verzierte Säulen und Gemälde.
Die Ausstellungsfläche erstreckt sich über mehr als 10.000 Quadratmeter. Sie beherbergt eine beeindruckende Sammlung von Buddha-Statuen in verschiedensten Ausführungen, traditionelle tibetische Kleidung und Schmuck sowie Keramiken. Daneben bieten religiöse Exponate und Alltagsgegenstände einen Einblick in das Leben und die Kultur der Menschen.
Aktivitäten
Lhasa bietet weit mehr als nur Tempelbesuche. Die Stadt und ihre Umgebung laden zu vielfältigen Aktivitäten ein, die euch die tibetische Kultur hautnah erleben lassen. Ob ihr spirituelle Erfahrungen sucht, den Alltag der Einheimischen kennenlernen oder die atemberaubende Natur erkunden möchtet – jeder findet sein persönliches Abenteuer.
Kora-Pilgerweg um den Potala-Palast
Eine der authentischsten Erfahrungen in Lhasa ist die Teilnahme an der Kora, dem traditionellen Pilgerweg rund um den Potala-Palast. Gläubige Tibeter erhoffen sich, sich mit dieser religiösen Praxis vor Sünde, Unglück und bösen Einflüssen zu schützen. Bei ihrem meditativen Rundgang drehen sie an Gebetsmühlen und rezitieren Mantras.
Für euch ist dies eine einzigartige Gelegenheit, Teil dieser lebendigen Praxis zu werden, ohne in die Privatsphäre der Pilger einzudringen. Der etwa drei Kilometer lange Weg führt euch um den gesamten Roten Berg herum und bietet wechselnde Perspektiven auf den majestätischen Palast. Achtet darauf, im Uhrzeigersinn zu laufen, wie es die buddhistische Tradition vorschreibt. Diese Erfahrung verbindet euch auf besondere Weise mit der spirituellen Seele Lhasas und bietet Momente der inneren Einkehr.
Tibetischer Kochkurs
Eine köstliche Art, in die tibetische Kultur einzutauchen, ist die Teilnahme an einem traditionellen Kochkurs. Dabei lernt ihr die typischen regionalen Zutaten wie Yakfleisch, Hochlandgerste und einheimische Gewürze kennen, die ihr unter fachkundiger Anleitung zu klassischen Gerichten wie Momos (gefüllte Teigtaschen), Thukpa (Nudelsuppe) und Tsampa (geröstetes Gerstenmehl) selbst verarbeitet.
Dabei erfahrt ihr nicht nur Kochtechniken, sondern auch viel über die Esskultur und Traditionen der Tibeter. Das gemeinsame Verspeisen eurer selbst zubereiteten Kreationen ist der krönende Abschluss. Diese Aktivität eignet sich hervorragend für alle, die mehr als nur die bekannten Attraktionen der Stadt erleben möchten.

Tagesausflug zum Yamdrok-See
Etwa 100 Kilometer südwestlich von Lhasa erwartet euch einer der drei heiligen Seen Tibets. Die Fahrt dorthin führt über den spektakulären Kamba La Pass auf rund 4.700 Metern Höhe, wo sich euch ein atemberaubendes Panorama eröffnet. Das Gewässer erstreckt sich in leuchtendem Türkisblau vor einer eindrucksvollen landschaftlichen Kulisse. Ein Anblick, der euch für immer in Erinnerung bleiben wird.
Der See ist Heimat zahlreicher Fische, darunter Karpfen. Zudem befindet sich hier der größte Nistplatz für Zugvögel in Südtibet – ein Paradies für alle Ornithologen. Die Fahrt von Lhasa aus dauert rund drei Stunden. Dabei passiert ihr malerische Dörfer und Yak-Weiden, die euch einen Eindruck vom Leben auf dem Land vermitteln. Nutzt die Gelegenheit für Fotostopps und um die frische Bergluft zu genießen.

Besuch der heißen Quellen von Yangpachen
Etwa 90 Kilometer nordwestlich von Lhasa liegen die heißen Quellen von Yangpachen auf 4.300 Metern Höhe. Diese bieten euch die einzigartige Gelegenheit, inmitten der tibetischen Hochlandlandschaft zu entspannen. Das mineralhaltige Wasser erreicht Temperaturen von bis zu 70 Grad Celsius. In einem Außen- und zwei Innenbecken könnt ihr ein wohltuendes Bad nehmen, während euer Blick über die umliegenden schneebedeckten Berge schweift.
Das warme Wasser gilt als heilsam für Muskelverspannungen und Gelenkbeschwerden – besonders wohltuend nach anstrengenden Höhenwanderungen. Die beste Zeit für einen Besuch ist am Vormittag, wenn weniger Besucher unterwegs sind. Kombiniert werden kann dieser Ausflug mit einem Abstecher zum nahegelegenen Namucuo-See oder dem Kloster Yangpachen.
Bummeln auf der Barkhor-Straße
Ein Spaziergang über die Barkhor-Straße ist ein weiteres Highlight, das ihr bei eurem Besuch in Lhasa erleben könnt. Schließt euch dem Strom der Pilger an, die im Uhrzeigersinn den etwa einen Kilometer langen Rundweg um den Jokhang-Tempel absolvieren, dreht gemeinsam mit ihnen die Gebetsmühlen und lasst euch von der spirituellen Energie mitreißen.
Zwischen den bunten, mit Gebetsfahnen geschmückten Fassaden entdeckt ihr unzählige Geschäfte und Stände, die zum Stöbern einladen – von religiösen Artefakten über tibetischen Schmuck bis hin zu Lebensmitteln und Souvenirs. Gönnt euch zwischendurch eine Pause in einem der traditionellen Restaurants der Altstadt und beobachtet das Treiben um euch herum.

Tour zum Ganden-Kloster
Das Ganden-Kloster liegt etwa 50 Kilometer östlich von Lhasa auf einem 4.300 Meter hohen Bergrücken. Die Fahrt dorthin führt durch das malerische Kyichu-Tal mit seinen goldenen Gerstenfeldern und traditionellen Dörfern. Das 1409 gegründete Stift selbst ist architektonisch beeindruckend und bietet ein atemberaubendes Panorama über die umliegende Landschaft.
Ein gemütlicher Spaziergang auf der Kora um das Kloster dauert etwa eine Stunde und belohnt euch mit spektakulären Ausblicken und wehenden Gebetsfahnen im Wind. Die spirituelle Atmosphäre und die erhabene Bergkulisse machen diese Tour zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle, die Tibets Natur aktiv erkunden möchten.

Reise-Infos
Ein Aufenthalt in Tibet erfordert etwas mehr Vorbereitung als ein gewöhnlicher Urlaub. Die speziellen Einreisebestimmungen, die Höhenlage und die kulturellen Besonderheiten solltet ihr bei eurer Planung berücksichtigen. Doch lasst euch davon nicht abschrecken – mit der richtigen Vorbereitung wird eure China-Reise zu einem der unvergesslichsten Abenteuer eures Lebens.
Ideale Reisezeit und Reisedauer
Ein Besuch in Lhasa lohnt sich vor allem von April bis Oktober, wobei Frühling und Herbst als optimal gelten. In diesen Monaten erwartet euch klarer Himmel, milde Temperaturen und eine fantastische Fernsicht auf die Bergwelt. Der Sommer ist zwar wärmer, bringt aber auch die Monsunzeit mit gelegentlichen Regenfällen. Dann erstrahlt die Region mit üppiger Vegetation.
Für einen ersten Aufenthalt in Lhasa solltet ihr mindestens vier bis fünf Tage einplanen. Dies gibt euch genügend Zeit, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu erkunden und euch an die Höhe zu akklimatisieren. Möchtet ihr auch Ausflüge zum Yamdrok-See oder anderen Highlights in der Umgebung unternehmen, bleibt bis zu zwei Wochen.
Reisevorbereitungen
Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise die spezielle Tibet Entry Permit. Diese Einreisegenehmigung kann ausschließlich über einen lizenzierten Reiseveranstalter beantragt werden. Es ist auch nicht möglich, Lhasa alleine zu besuchen. Lange Zeit war der Ort für Touristen geschlossen und daher auch als „Verbotene Stadt“ bekannt, heute könnt ihr euch dort aber recht frei bewegen.
Pflichtimpfungen gibt es keine, der Standardschutz sollte aber auf dem aktuellen Stand sein. Weitaus wichtiger ist die körperliche Vorbereitung auf die Höhe – die Hauptstadt von Tibet liegt auf rund 3.650 Metern, und Höhenkrankheit ist ein ernstzunehmendes Thema. Deutsche Stecker passen in China meist nicht, ein Universaladapter ist daher unverzichtbar. Die Landeswährung ist der chinesische Yuan. Tauscht euer Geld besser vor Ort. In Lhasa findet ihr auch internationale Automaten, an denen ihr mit Visa oder Mastercard abheben könnt.
Anreise und Fortbewegung vor Ort
Nach Lhasa kommt ihr entweder per Flug von chinesischen Metropolen wie Chengdu, Peking oder Shanghai oder über Kathmandu in Nepal. Eine Alternative ist die spektakuläre Qinghai-Tibet-Bahn, die höchstgelegene Zugstrecke der Welt. Die Fahrt von Chinas Hauptstadt dauert etwa 40 Stunden, bietet aber unvergessliche Ausblicke.
Vor Ort bewegt ihr euch mit eurem obligatorischen Reiseführer und Fahrer in organisierten Touren. Innerhalb Lhasas könnt ihr viele Sehenswürdigkeiten auch zu Fuß oder per Taxi erreichen. Denkt daran, am ersten Tag keine anstrengenden Aktivitäten zu planen, um euch an die Höhe zu gewöhnen.

Essen und Spezialitäten
Die tibetische Küche ist geprägt von den rauen klimatischen Bedingungen des Hochlands und überrascht mit herzhaften, nahrhaften Gerichten. Das Grundnahrungsmittel Tsampa – geröstetes Gerstenmehl, das mit Buttertee zu kleinen Kugeln geknetet wird – solltet ihr unbedingt probieren. Ebenso die beliebten Momos, gedämpfte Teigtaschen mit diversen Füllungen.
Yakfleisch ist eine weitere lokale Spezialität: zart, aromatisch und reich an Proteinen, oft als Steak, Eintopf oder getrocknet serviert. Auch die kräftige Nudelsuppe „Thukpa“ mit Fleisch und Gemüse erfreut sich Beliebtheit. Unverzichtbar ist zudem der gesalzene Tee mit Butter, der gewöhnungsbedürftig schmeckt, aber gegen Höhenkrankheit helfen soll. Der cremige tibetische Joghurt aus Yak-Milch ist ein köstlicher Nachtisch.
Hotels und Unterkünfte
In Lhasa gibt es eine breite Palette an Unterkünften für euren China-Urlaub. In der Innenstadt findet ihr eine große Auswahl an Hotels mit einer gelungenen Mischung aus tibetischem Flair und modernem Komfort. So bieten sie euch häufig Annehmlichkeiten wie Gastronomie, Zimmerservice sowie Pools und Wellnessbehandlungen.
Für ein authentischeres Erlebnis empfehlen sich traditionelle tibetische Gästehäuser in der Altstadt nahe dem Jokhang-Tempel, wo ihr in liebevoll dekorierten Zimmern mit einzigartigem Ambiente übernachtet. Achtet bei der Wahl eurer Unterkunft auf eine zentrale Lage, um die Sehenswürdigkeiten fußläufig zu erreichen. Die Höhenlage kann den Schlaf in den ersten Nächten beeinträchtigen, viele Hotels bieten daher eine Sauerstoffversorgung zur Unterstützung an.









