Die schönsten Städte in Japan


Zwischen dem eisigen Norden Hokkaidōs und den subtropischen Küsten Kyūshūs liegt ein Inselstaat, der auf engem Raum unglaublich viel Abwechslung bietet. Alte Holztempel, futuristische Skylines, versteckte Häfen und dampfende Vulkanlandschaften – die Städte in Japan könnten kaum vielfältiger sein. Kein anderer Ort auf der Welt fühlt sich gleichzeitig so vertraut und fremd an.

Überblick

Es gibt nur wenige Länder, in denen Vergangenheit und Zukunft so nah beieinanderliegen. Morgens könnt ihr in einem 400 Jahre alten Holztempel sitzen, mittags durch ein Viertel voller blinkender Leuchtreklamen laufen und abends an einem kleinen Stand die besten Gyoza eures Lebens essen. Das klingt nach Übertreibung, ist hier aber einfach Alltag. Vom geschäftigen Treiben der Großstädte bis hin zu stillen Momenten vor einem moosbedeckten Schrein – Japan schafft es, euch ständig zu überraschen, selbst wenn ihr glaubt, schon alles gesehen zu haben. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob ihr euch für Architektur, Kulinarik oder Natur begeistert. Überall wartet etwas Neues, das ihr so nirgendwo sonst findet.

Jede Stadt in Japan hat ihren ganz eigenen Charakter. Manche sind laut, bunt und voller Energie, andere eher ruhig mit einer fast meditativen Gelassenheit. Einige liegen direkt am Meer, umgeben von Salzbrise und Fischerbooten, während sich wiederum welche tief im Landesinneren zwischen Bergen und Wäldern verstecken. Was sie alle gemeinsam haben, ist dieses typische Gefühl aus Achtsamkeit und Lebensfreude, das euch vom ersten Moment an begleitet.

1. Sapporo

Ganz oben im Norden, auf der Insel Hokkaidō, liegt eine Metropole, die so gar nicht dem typischen Japan-Bild entspricht. Die Straßen folgen einem rasterförmigen Muster, das eher an Nordamerika erinnert als an verwinkelte Tempelgassen. Gegründet wurde Sapporo erst 1868 – damit ist sie eine der jüngsten Millionenstädte des Landes und gleichzeitig die größte oberhalb von Tokio. Trotzdem hat sich hier ein ganz eigener Charakter entwickelt, geprägt von wilder Natur, deftiger Küche und herzlicher Gelassenheit.

Städte Japan Sapporo
Japans Norden von seiner schönsten Seite

Mitten im Zentrum erstreckt sich der Ōdori-Park über dreizehn Häuserblocks und teilt die Stadt in zwei Hälften. Im Sommer verwandeln sich Teile davon in riesige Biergärten, während er jeden Februar zur Hauptbühne des legendären Schneefestivals wird. In der Zeit locken meterhohe Eisskulpturen Millionen von Besuchern an. Abends lohnt eine Fahrt auf den Berg Moiwa, wo euch ein Panoramablick über das gesamte Lichtermeer erwartet. Kaum ein anderer Aussichtspunkt auf einer Reise durch Japan kann da mithalten. Auch die Umgebung hat einiges zu bieten: Im nahen Jōzankei-Tal dampfen heiße Quellen inmitten bewaldeter Schluchten, und erstklassige Skigebiete wie Niseko erreicht ihr etwa in nur einer Autostunde.

Kulinarisch gehört Sapporo zu den besten Adressen des ganzen Landes. Als Geburtsort der Miso-Ramen genießt die Hauptstadt Hokkaidōs unter Feinschmeckern längst einen exzellenten Ruf. Auf dem Nijō-Markt probiert ihr fangfrische Königskrabben und Seeigel aus der Theke, abends leuchten im Viertel Susukino die roten Laternen unzähliger Izakayas. Wer es süßer mag, sollte dem Shiroi-Koibito-Park einen Besuch abstatten – einer Schokoladenmanufaktur mit eigenem Museum und Café. Auch das gleichnamige Bier stammt von hier. Im historischen Brauereimuseum könnt ihr bei einer Verkostung mehr über dessen Geschichte erfahren.

2. Sendai

Im Nordosten der Hauptinsel Honshū liegt die größte Metropole der Tōhoku-Region. Sie wird von ihren Bewohnern liebevoll „Stadt der Bäume“ genannt. Und das zu Recht: Breite Alleen mit dichten Laubkronen durchziehen das Zentrum – zur Kirschblütenzeit in Japan tauchen sie die Straßen in zartes Rosa, im Herbst leuchten sie bunt, im Winter werden sie mit Tausenden Lichtern geschmückt. Gegründet wurde Sendai im Jahr 1600 vom legendären Feudalherrn Date Masamune, den seine Feinde als „einäugigen Drachen“ fürchteten. Sein Erbe prägt die Atmosphäre bis heute – vom prachtvollen Zuihōden-Mausoleum mit seinen golden-schwarzen Holzschnitzereien bis hin zur Burgruine Aoba-jō, von deren Steinterrassen aus ihr einen weiten Blick über die gesamte Skyline genießt.

Städte Japan Sendai
Japans schönste Städte haben solche versteckten Ecken

Doch Sendai lebt nicht nur von seiner Samurai-Vergangenheit. Entlang der Jōzenji-dōri, einer von Skulpturen gesäumten Prachtmeile, pulsiert modernes Großstadtleben. Jeden September verwandelt sich diese Allee beim Jazz-Straßenfestival in eine riesige Freilichtbühne, auf der Hunderte Musiker auftreten. Im August lockt das berühmte Tanabata-Fest Millionen Besucher mit farbenfrohen Bändern und aufwendigen Dekorationen an. Wer Lust auf Shopping hat, findet in den überdachten Ichibancho-Arkaden alles vom günstigen 100-Yen-Laden mit Souvenirs aus Japan bis zur edlen Modeboutique.

Kulinarisch solltet ihr euch auf keinen Fall das Gyūtan entgehen lassen – zart gegrillte Rinderzunge, die hier als absolute Spezialität gilt. Über hundert Lokale haben sich allein auf dieses Gericht spezialisiert – kein Wunder, dass Sendai zu den Städten in Japan gehört, die man gesehen haben muss. Für Naschkatzen gibt es Zunda Mochi, süße Reiskuchen mit einer Paste aus jungen Sojabohnen. Auch die Umgebung hat einiges zu bieten: Die Bucht von Matsushima mit ihren über 260 kleinen Kieferninseln zählt zu den schönsten Küsten des Archipels, und in Zaō Onsen erwarten euch heiße Quellen zwischen verschneiten Gipfeln.

3. Niigata

An der Mündung des Shinano, dem längsten Fluss des Landes, öffnet sich eine sehenswerte Hafenmetropole zum Meer, die bei den meisten Besuchern noch gar nicht auf dem Radar ist. Dabei hat Niigata alles, was einen echten Geheimtipp unter den schönsten japanischen Städten ausmacht: breite Uferpromenaden, gut erhaltene Kaufmannshäuser aus der Meiji-Zeit und eine kulinarische Szene, die selbst verwöhnte Gaumen überrascht. Im historischen Viertel Furumachi schlägt das Herz des Ortes – hier reihen sich winzige Kneipen an schicke Vintage-Läden, und in den Seitenstraßen könnt ihr sogar Aufführungen der lokalen Geisha-Tradition erleben. Über allem thront die markante Bandai-Brücke, ein nationales Kulturgut mit sechs steinernen Bögen.

Städte Japan Niigata
Niigata – Geheimtipp mit Meerblick

Was diese schöne Stadt in Japan wirklich berühmt gemacht hat, sind Reis und Sake. Der hier angebaute Koshihikari gilt als eine der edelsten Sorten des ganzen Landes – kein Wunder also, dass über neunzig Brauereien in der Präfektur erstklassigen Nihonshu herstellen. Am Bahnhof erwartet euch mit dem Ponshukan ein wahres Paradies für Genießer: An kleinen Automaten probiert ihr bis zu hundert verschiedene Variationen. Dazu kommen fangfrische Meeresfrüchte direkt vom Pier Bandai, dem lebhaften Fischmarkt am Hafen, wo Königskrabben und Seeigel morgens noch im Wasser lagen.

Nördlich des Zentrums erstreckt sich entlang der Küste ein schöner Strandabschnitt namens Sasagawanagare, der im Sommer Badegäste und Surfer gleichermaßen anzieht – perfekt für alle, die Städte am Meer lieben. Vor dem Ufer liegt Sado, eine der größten Inseln Japans, bekannt für ihre ehemalige Goldmine und das jährliche Taiko-Trommelfestival Earth Celebration. Im bergigen Hinterland verbindet das Echigo-Tsumari Art Field Hunderte moderner Kunstinstallationen mit unberührter Natur. Und wer im Winter kommt, erreicht von hier aus in kurzer Zeit die Skigebiete rund um Echigo-Yuzawa – eines der am besten erreichbaren Schneereviere von Tokio aus.

4. Tokio

Keine Liste der wichtigsten Städte in Japan kommt an dieser Megametropole vorbei. Mit rund 37 Millionen Menschen im Großraum bildet Tokio die bevölkerungsreichste Agglomeration der Welt – und trotzdem fühlt sich hier kein Viertel wie das andere an. In Asakusa steht der Sensō-ji, einer der ältesten buddhistischen Tempel des Landes, nur wenige Kilometer entfernt von den neonbeleuchteten Fassaden Akihabaras, wo Anime- und Manga-Kultur regieren. Genau dieser ständige Wechsel zwischen Tradition und Hypermoderne macht sie so faszinierend. Jeder einzelne Bezirk erzählt eine völlig eigene Geschichte, und selbst nach Wochen habt ihr längst nicht alles gesehen.

Städte Japan Tokio
Tokio by Night – so leuchtet nur diese japanische Stadt

Shibuya mit seiner berühmten Kreuzung, über die bei jeder Grünphase bis zu 2.500 Menschen strömen, gehört zu den bekanntesten Orten überhaupt. Gleich nebenan lockt Harajuku mit ausgefallener Streetfashion und kreativen Cafés. Für eine Auszeit lohnt sich der Meiji-Schrein, eingebettet in einen dichten Wald mitten im Zentrum – kaum zu glauben, dass ringsum Millionen Pendler unterwegs sind. Vom 634 Meter hohen Skytree, einem der höchsten Gebäude der Welt, überblickt ihr bei klarem Wetter die gesamte Ebene bis hin zum Fuji. Unter den sehenswerten Städten in Japan ist Tokio diejenige, an der kein Weg vorbeiführt.

Kulinarisch spielt diese schönste aller Megacities in einer eigenen Liga. Mehr Michelin-Sterne als jede andere Metropole auf dem Planeten sprechen für sich, aber auch die kleinen Garküchen unter den Bahngleisen verdienen Aufmerksamkeit. Wer japanische Städte vor allem wegen des Essens besucht, ist in Tokio im absoluten Paradies. In den engen Gassen des Golden Gai, einem winzigen Barviertel in Shinjuku, reihen sich kaum mehr als sechs Sitzplätze pro Lokal aneinander – perfekt für einen Abend voller Sake und guter Gespräche. Dazu kommen erstklassige Fisch- und Sushi-Erlebnisse rund um den Tsukiji Outer Market sowie unzählige Izakayas, deren Yakitori-Spieße allein schon den Besuch wert sind.

5. Nagoya

Mit über zwei Millionen Einwohnern zählt diese Metropole zu den größten und wichtigsten Städten in Japan – trotzdem wird sie von den meisten Besuchern übersehen. Dabei hat Nagoya weit mehr zu bieten als seinen Ruf als Industriestandort und Heimat von Toyota. Die mächtige Burg mit ihren goldenen Shachihoko-Fabelwesen auf dem Dach ist das Wahrzeichen der Präfektur Aichi und stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert. Gleich daneben beeindruckt der originalgetreu rekonstruierte Honmaru-Palast mit aufwendigen Wandmalereien samt feinster Handwerkskunst. Etwas außerhalb erwartet euch der Atsuta-Schrein, eine der bedeutendsten Sakralbauten des ganzen Archipels, in dem eines der drei kaiserlichen Reichsinsignien aufbewahrt wird.

Städte Japan Nagoya
Futurismus trifft Grün in der japanischen Stadt Nagoya

Wer sich für Technik und Innovation begeistert, kommt hier voll auf seine Kosten. Im Toyota Commemorative Museum verfolgt ihr den Weg des Konzerns von einer kleinen Textilfirma zum globalen Autogiganten – mit interaktiven Exponaten, die auch ohne Vorkenntnisse fesseln. Der SCMaglev and Railway Park erzählt die Geschichte der japanischen Hochgeschwindigkeitszüge anhand von 39 echten Waggons, und im Wissenschaftsmuseum dreht sich eines der größten Planetarien weltweit. Für Anime-Fans lohnt ein Abstecher zum Ghibli-Park in der nahen Expo-Gedenkanlage.

Kulinarisch gehört diese beliebte Großstadt zu den spannendsten Adressen für japanisches Essen überhaupt. Unter dem Begriff „Nagoya Meshi“ verbirgt sich eine ganz eigene regionale Küche: Miso-Katsu, also paniertes Schweineschnitzel mit kräftiger roter Misosauce, zählt genauso dazu wie Hitsumabushi – zart gegrillter Süßwasseraal auf dampfendem Reis. Im lebhaften Osu-Viertel rund um den gleichnamigen Kannon-Tempel findet ihr unzählige Straßenstände, Vintage-Läden und gemütliche Kissaten, jene nostalgischen Kaffeehäuser, für die der Ort im ganzen Land bekannt ist.

6. Shizuoka

Auf halber Strecke zwischen Tokio und Nagoya, direkt an der Pazifikküste gelegen, breitet sich eine Metropole aus, die den besten Blick auf Japans berühmtestes Wahrzeichen bietet: den Fuji. Bei klarem Wetter thront der schneebedeckte Vulkan majestätisch über Shizuoka – ein Anblick, der Dichter und Künstler seit Jahrhunderten inspiriert. Die historische Tōkaidō-Route, einst wichtigste Handelsverbindung des Reiches, führte schon im Mittelalter durch diese Gegend. Shogun Tokugawa Ieyasu, der das Land um 1600 wiedervereinigte, wuchs in dieser Region auf und verbrachte seinen Lebensabend im Sunpu-Schlosspark. Noch heute könnt ihr in den rot lackierten Sengen-Schreinen und dem Kunozan-Tōshōgū-Mausoleum seinen Spuren folgen.

Städte Japan Shizuoka
Die längste Holz-Fußgängerbrücke der Welt

Was Shizuoka unter Feinschmeckern so beliebt macht, ist vor allem der Tee. Nirgendwo sonst im Land wachsen mehr grüne Blätter als in den Plantagen rund um die Nihondaira-Hochebene, von wo aus ihr gleichzeitig einen atemberaubenden Panoramablick auf den Pazifik genießt. In gemütlichen Läden probiert ihr verschiedene Sorten – von klassischem Sencha bis zu cremigem Matcha – oder gönnt euch dazu passende Süßigkeiten wie frische Waffeln. Auch Wasabi stammt ursprünglich von hier, und am Hafen von Shimizu wird fangfrischer Thunfisch direkt aus der Suruga-Bucht angeliefert, dem tiefsten Gewässer Japans.

Die Umgebung gehört zu den schönsten Ecken des ganzen Landes. Auf der Izu-Halbinsel erwarten euch weiße Sandstrände, kristallklares Wasser und einige der ältesten Onsen-Kurorte wie Shuzenji oder Atami. Weiter im Inneren beeindrucken die Shiraito-Wasserfälle, die sich über 150 Meter Breite wie weiße Seidenfäden den Fels hinunterstürzen. Dazu kommen spektakuläre Hängebrücken über tiefe Schluchten und Wanderwege mit Blick auf den Fuji – perfekt für alle, die ihren Urlaub in Japan mit unberührter Natur verbinden möchten.

7. Kyōto

Über tausend Jahre lang war diese traditionelle Kaiserresidenz das kulturelle und politische Zentrum des Landes – und das spürt ihr bis heute in jeder Gasse. Kyōto gilt als die schönste unter den historischen Städten in Japan, und dafür gibt es gute Gründe: Mehr als 2.000 Tempel, Schreine und Gärten verteilen sich über elf Bezirke, siebzehn davon tragen den Titel UNESCO-Weltkulturerbe. Am Fushimi-Inari-Taisha führt ein scheinbar endloser Tunnel aus Tausenden ziegelroten Torii-Toren den Hügel hinauf – eines der berühmtesten Fotomotive ganz Ostasiens. Nicht weit davon thront der goldene Kinkaku-ji, dessen Fassade sich im stillen Wasser des umliegenden Sees spiegelt.

Städte Japan Kyoto
So verzaubert Kyōto seine Besucher

Was diesen Ort von anderen bekannten Städten in Japan unterscheidet, ist die fast greifbare Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Im Bambuswäldchen von Arashiyama herrscht meditative Stille, während auf dem nahegelegenen Nishiki-Markt dutzende Händler frische Spezialitäten feilbieten. Auf der Burg Nijō, einst Residenz des Tokugawa-Shoguns, könnt ihr über sogenannte Nachtigallenböden laufen – Holzdielen, die bei jedem Schritt leise quietschen und früher als Warnsystem gegen Eindringlinge dienten. Im Viertel Gion begegnet ihr mit etwas Glück einer Geiko auf dem Weg zu einem Abendengagement, und im Kaiserpalast lässt sich die einstige Pracht der Aristokratie bestaunen. Wer gerne selbst aktiv wird, kann an einer traditionellen Teezeremonie teilnehmen oder einen Kimono für den Tag ausleihen.

Kulinarisch gehört Kyōto zu den besten Adressen des Archipels. Die Kaiseki-Küche, eine Abfolge kleiner, kunstvoll angerichteter Gänge, hat hier ihren Ursprung und wird in unzähligen Lokalen zelebriert. Dazu kommen Matcha-Kreationen in allen erdenklichen Variationen – vom cremigen Latte bis zur handgemachten Wagashi-Süßigkeit. Auch ein Tagesausflug ins benachbarte Nara mit seinen frei umherlaufenden Hirschen und dem gewaltigen Daibutsu lohnt absolut. Unter den sehenswerten Städten in Japan nimmt dieses Juwel einen ganz besonderen Platz ein.

8. Hiroshima

Der Name dieser Metropole weckt bei den meisten Menschen zunächst Erinnerungen an den 6. August 1945 – den Tag, der alles veränderte. Doch wer Hiroshima heute besucht, erlebt eine der bewegendsten Sehenswürdigkeiten Japans – und eine lebendige, warmherzige Großstadt, die wie kaum ein anderer Ort für Hoffnung und Wiederaufbau steht. Im weitläufigen Friedenspark erinnern Gedenkstätten, Mahnmale und das Museum an die Opfer des Atombombenabwurfs. Die skelettartige Kuppelruine des ehemaligen Industrie- und Handelskammer-Gebäudes, gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und berührt jeden Besucher zutiefst.

Städte Japan Hiroshima
Eine japanische Stadt, die man gesehen haben muss

Abseits der Gedenkstätten hat Hiroshima noch weit mehr zu bieten. Der Shukkei-en, ein kunstvoll angelegter Garten aus dem 17. Jahrhundert, bildet mit seinen Miniaturlandschaften, Brücken und Teichen eine grüne Oase mitten im Zentrum der japanischen Stadt. Die originalgetreu wiederaufgebaute Burg thront über einem großen Park und bietet von oben einen weiten Blick über die sechs Flussarme, die sich durch diese Metropole schlängeln.

Kulinarisch ist diese berühmte japanische Stadt vor allem für ihren Okonomiyaki bekannt – einen herzhaften Pfannkuchen mit Nudeln, Kohl und verschiedenen Toppings, der hier anders zubereitet wird als in Ōsaka. Im mehrstöckigen Okonomimura könnt ihr dutzende Varianten direkt vom heißen Grill probieren. Frische Austern aus dem Seto-Binnenmeer gelten ebenfalls als regionale Delikatesse. Ein absolutes Must-See ist außerdem der Tagesausflug zur nahegelegenen Insel Miyajima mit ihrem ikonischen roten Torii-Tor, das bei Flut im Wasser zu schweben scheint.

9. Fukuoka

Ganz im Norden der Insel Kyūshū liegt eine der dynamischsten und besonders schönen Städte in Japan, die urbanes Flair mit entspannter Küstenatmosphäre verbindet. Als größte Metropole im Süden des Archipels blickt sie auf eine über 2.000 Jahre alte Geschichte zurück – einst war der Hafen Hakata das wichtigste Tor zum asiatischen Kontinent. Noch heute erinnern der altehrwürdige Shōfuku-ji, der erste Zen-Tempel des Landes, und der prächtige Kushida-Schrein an diese bedeutende Vergangenheit. Gleichzeitig pulsiert rund um den Bahnhof Hakata modernes Leben: schicke Einkaufszentren, kreative Cafés und ein gut vernetztes Nahverkehrssystem machen den Alltag hier angenehm unkompliziert. Vom Aussichtsdeck des Fukuoka Tower, einem schlanken Glasturm direkt am Meer, überblickt ihr bei Sonnenuntergang die gesamte Bucht bis hinüber zu Nokonoshima.

Städte Japan Fukuoka
Morgens Sakura, abends Yatai – das ist Kyūshū

Beim Essen zeigt sich, warum Fukuoka zu den besten japanischen Städten für Feinschmecker zählt. Berühmt ist sie vor allem für Tonkotsu-Ramen – eine sämige Schweineknochenbrühe mit dünnen, festen Nudeln, die hier an jeder Ecke dampft. Am authentischsten erlebt ihr dieses Gericht an den legendären Yatai, kleinen mobilen Garküchen, die abends entlang des Flusses Naka ihre Planen aufspannen und Einheimische wie Reisende gleichermaßen anlocken. Dazu kommen knusprige Gyōza, frischer Mentaiko – scharf marinierter Kabeljaurogen, der als Spezialität der Region gilt – und Meeresfrüchte vom Yanagibashi-Markt.

Auch die Umgebung hält einiges bereit: Ein kurzer Ausflug bringt euch zu den heißen Quellen von Futsukaichi Onsen oder auf die idyllische Halbinsel Itoshima mit ihren weißen Sandstränden und malerischen Felsformationen im türkisfarbenen Wasser. Unter den japanischen Städten am Meer sticht Fukuoka besonders hervor – nicht zuletzt wegen Ausflugszielen wie dem berühmten Tenman-gū in Dazaifu, einem der schönsten Schreine ganz Kyūshūs, umgeben von Tausenden Pflaumenbäumen. Wer erstklassiges Essen, lebendige Kultur und Küstenflair an einem Ort sucht, findet hier genau die richtige Mischung.

10. Kumamoto

Tief im Herzen von Kyūshū erhebt sich eine der eindrucksvollsten und ältesten Burgstädte des gesamten Archipels. Kumamoto verdankt seinen Ruf vor allem der gewaltigen Festungsanlage aus dem Jahr 1607, deren massive Steinmauern und elegant geschwungene Dächer als Meisterwerk japanischer Verteidigungsarchitektur gelten. Ebenso sehenswert ist der Suizenji-Jōjuen, ein prächtiger Landschaftsgarten aus der Edo-Zeit, dessen kunstvoll geformte Hügel die 53 Stationen der alten Tōkaidō-Route, inklusive eines Miniatur-Fuji am Ufer eines kristallklaren Quellsees zeigen.

Städte Japan Kumamoto
Hier lässt Kumamoto Dampf ab

Wer glaubt, die Umgebung dieser historischen Stadt in Japan könne da nicht mithalten, irrt gewaltig. Nur anderthalb Stunden entfernt öffnet sich der Aso-Krater, eine der größten Calderen der Welt, in deren Mitte noch immer ein aktiver Vulkan dampft. Wanderwege führen durch saftig grüne Hochebenen, vorbei an grasenden Pferden und heißen Quellen, die direkt aus dem Untergrund sprudeln. Richtung Süden erstreckt sich das Kumagawa-Tal mit seinen wilden Stromschnellen, auf denen Rafting-Touren durch dicht bewaldete Schluchten aktive Urlauber begeistern.

Auch am Tisch überzeugt Kumamoto als echtes Top-Reiseziel in Japan. Die regionale Spezialität Basashi – hauchdünn aufgeschnittenes rohes Pferdefleisch, serviert mit Ingwer und Sojasoße – mag zunächst ungewohnt klingen, zählt unter Kennern jedoch zu den besonderen Delikatessen des Landes. Dazu kommen Karashi-Renkon, frittierte Lotuswurzelscheiben gefüllt mit scharfem Senfmiso, sowie dampfende Taipien-Nudelsuppen mit chinesischem Einfluss – ein kulinarisches Erlebnis mit echtem Lokalkolorit.

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